Tilburg –NL-, 013, the Flower Kings, Mittwoch 19. April, 2006

Da das Osterwochenende doch eher der Familie gilt, war ich „gezwungen“, ein Konzert in Verviers in meinem Prog-Konzert-Wohnzimmer ausfallen zu lassen. Da ich immer schon mal ins 013 nach Tilburg in Holland wollte, bot es sich an, dass am 19. April 2006 the Flower Kings in eben dieser Location ein Konzert gaben. Von Euskirchen, der Metropole im Dreieck zwischen Köln und Bonn und Aachen, sind es ziemlich genau 200 Kilometer in die Veemarktstraat 44, welche mit dem Auto in knapp 2 Stunden absolviert waren. Wegen den Osterferien waren doch jede Menge Baustellen eingerichtet.
Das 013 hat einen Saal, der mich eher an ein Kino erinnerte. Wenn man eine Treppe nach oben geht und in den Saal reingeht ist am Wandende eine Bar eingerichtet. Eine Schräge, auf der früher bestimmt mal Stühle standen, geht in Stufen nach unten. Am Ende der Schräge war das Mischpult und jede Menge mehr Equipement aufgebaut. Vom Ende der Schräge bis zur Bühne waren es noch ca. 10 Meter. Genau hier stand ich mit meinen (Prog)-Freunden Wolfram und Thomas. Wie viele Zuschauer kamen war schwer zu schätzen, mindestens 500 Progfans waren anwesend, eher noch ein paar mehr. Rechts und links waren noch jeweils eine Bar aufgestellt, sodass auf jeden Fall für Bier-Nachschub gesorgt war. Auch im 013 muss man, wie im „Spirit“ in Verviers, Chips kaufen, um an Getränke zu kommen. € 1,80 kostet ein Chip. Dafür bekam man dann 0,2 Liter Getränk.
Im Flyer zum Konzert wurde darauf hingewiesen, dass Aufnahmen für eine Live-DVD geplant waren. Es wurde wohl im 5.1 Sound aufgenommen. Leider war von meinem Standort aus ein Sourroundsound nicht auszumachen.
Das Konzert begann ziemlich pünktlich um 21:30 Uhr mit dem „check in“ ins Paradox Hotel.
So wurde auch der Countdown am Ende des Openers lautstark vom Publikum mit heruntergezählt.  
Der Sound war von Anfang an sehr gut abgemischt. Zum Ende hin wurde es zwar ziemlich laut. Aber immer noch gut auszuhalten. So konnten die Ohrstöpsel gemütlich in der Hosentasche schlummern.
Im zweiten Song „
Paradox Hotel „ zeigte Hasse Fröberg was für eine exzellente Rockröhre in ihm steckt. Es lässt sich wohl nicht vermeiden, dass neben Hasse ein Kameramann und neben Thomas Bodin eine Kameramännin stand. Von meinem Standort aus war dies nicht unbedingt störend. Wer allerdings weiter vorne stand, bzw. mehr zur Seite, wurde doch beeinträchtigt. Hasse gab anfangs auch sehr den Showman ab (angedeutetes Gitarrenspiel). Dies legte sich aber während des Auftritts. Und Hasse ist ja eh der Rocker und Showmaker unter den Bandmitgliedern.

Roine Stolt, der Mastermind der Flokis hatte vor ein paar Tagen noch mit einer Grippe zu kämpfen. Sollte noch eine Erkältung in ihm gesteckt haben merkte man dies nicht. Locker und entspannt zupfte er auf seiner Elektrischen und verzauberte die Stimmung ein ums andere Mal.

Jonas spielte heute wirklich beeindruckend auf. Zwischen 2 Bassgittaren wechselnd nahm er in „I am the sun“ eine 12 String auf den Arm und griff zwischen E-Gitarre und Bassgitarre phänomenal hin- und her.
Thomas Bodin war auch heute wieder eher zurückhaltend unterwegs. Seit meinem ersten Flower Kings Konzert hatte er sich doch schwer verändert. Wahrscheinlich wurde er von Roine ein wenig in die leisere Reihe zurück gewiesen. Dies schadete seinem Keybordspiel natürlich überhaupt nicht. Mit viel Gefühl war er auch in Tilburg unterwegs.

Der Drummer Marcus Liliequist war vielleicht die einzige Schwachstelle im Line-up. Allerdings durfte man die Schlagwerkskunst von Marcus nicht mit der von Zoltan Csörsz, oder auch Jamie Salazar vergleichen. Das Drumkit war auch recht bescheiden aufgebaut. In 2 Drumsoli half Hasse als Percussionist aus. Was nicht gerade für den Drummer spricht. Nun, er spielte sehr mannschaftsdienlich. Und bei diesen komplexen Songstrukturen im Rhythmus zu bleiben ist auf jeden Fall hohe Kunst!

Das Konzert war nach 2,5 Stunden definitiv zu Ende. Für mich war es das beste Flower Kings Konzert, welches ich bisher sah.
Und jetzt passierte etwas, was man nur selten in seinem Konzertleben erfährt. 75% des Publikums blieb stehen und feierte frenetisch den Gig der Flower Kings und forderte lautstark eine Zugabe. Von Wolfram gut informiert, wusste ich, dass in keinem einzigen Auftritt vorher noch ein Song gespielt wurde. Nach endlos erscheinenden 5 Minuten klatschen und rufen kam die Gruppe wieder auf die Bühne. Etwas ratlos sprachen sich die Bandmitglieder untereinander ab. Und dann sprach Roine einen magischen Satz: „You want „stardust“? So you get it! Und so wurde ich Zeuge einer sehr ergreifenden Version von „stardust we are“. Fast wähnte man sich im Konzert einer Popgruppe als der Refrain einsetzte. Das Publikum war sehr textsicher. Leider war auch dieser Shorttrack nach ca. 20 Minuten vorbei. Ich hätte ja noch gerne „the flower King“ vom gleichnamigen Album gehört, aber das Publikum war jetzt hoch zufrieden und damit war ein tolles Konzert vorbei. Ab jetzt kann man nur gespannt auf die DVD warten. Hoffentlich erscheint sie noch in diesem Jahr.

Nach dem Konzert ist noch sehr erwähnenswert, dass im Lautsprecher der Bar vom 013 „see Emely play“ von Pink Floyd lief. Ich habe diesen Song noch niemals außerhalb meines Freundeskreises gehört. Wirklich radiotauglich ist er in der heutigen Zeit ja nicht mehr. Umso mehr erstaunte es, dass dieses Lied gespielt wurde. Wie üblich war neben dem Merchandisingstand ein CD-Verkauf aufgebaut. Dieser wurde von den Kollegen vom IO-Pages Magazin organisiert. Wie auch der Stand von Michael waren hier Prog-Raritäten zu finden. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall, entweder beim IO-Pages-, oder natürlich beim Empire-Stand.

 


Playlist:


check in (Paradox Hotel)


Paradox Hotel (Paradox Hotel)

hit me with a hit (Paradox Hotel)

last minute on earth (The Rainmaker)

in the eyes of the world (Stardust We Are)


Jealousy (Paradox Hotel)

what if God is alone (Paradox Hotel)

Pioneers of Aviation (Paradox Hotel)

love supreme (first half) (Adam & Eve)

the truth will set You free (kurze Version) (Unfold the Future)

touch my heaven (Paradox Hotel)

Mommy leave the light on (Paradox Hotel)

end on a high note (Paradox Hotel)

life will kill You (Paradox Hotel)

I am the sun (kurze Version) (Space Revolver)

Zugaben:

the blade of Cain (Adam & Eve)

a King's prayer (Space Revolver)

 

hey Jude


     Stardust we are