Progressive Promotion Records hatte zu einem richtigen Leckerbissen am 22. März 2013 in "Das Rind" nach Rüsselsheim eine gute Mischung an Bands zusammengesucht. Und gefunden. Warum sich nicht mehr als 70 Zuschauer in diesem urigen, gemütlichen Veranstaltungstempel eingefunden haben, will nicht in meinen Kopf. Das Team um Florian Haupt gibt sich alle Mühe, dem Kulturzentrum Leben einzuhauchen. Oliver Wenzler bemüht sich zudem mit aller Kraft, Prog in Rüsselsheim zu etablieren. Dies sollte mit der regelmäßigen Betrachtung der Homepage www.progressive-promotion.de unterstützt werden. Hier findet man alle wichtigen Termine. In diesem Zusammenhang erwähne ich gerne das "Progressive Promotion Festival" am 13. und 14. September 2013, ebenfalls im "Das Rind". "Unto us", "Cosmos" und "RPWL" sind für den Freitag avisiert. "Argos", Elora", Retrospective" und "Galahad für den Samstag. Wenn das mal kein geniales Line-up ist.
Nun aber endlich zu den Konzertberichten vom 22. März.
Zur ersten Gruppe "Effloresce", sie kommen aus Nürnberg, kann ich nicht viel berichten. Ich kam erst kurz vor Ende des Gigs in die Halle. Im Vorfeld hatte ich mir im Internet einige Stücke angehört und für nicht besuchenswert befunden. Aber das hat alleine mit meinem Geschmack zu tun und soll keinerlei Bewertung darstellen, da ich dafür einfach zu wenig gehört habe. In den wenigen Minuten fand ich mich bestätigt, dass die Instrumente nicht meine Wellenlänge trafen. Aber von der Sängerin Nicki war ich richtig angetan. Ihre Stimme erklomm mehrere Oktaven und machte auch vor brachialen Tiefen nicht Halt. Diese Frau hat eine Energie und Power, die ansteckte. Auch wollte ich gerne genauso headbangen, wie sie das mehrere Minuten tat. Alleine, mir fehlt mindestens die Haarpracht. Und die Nackenmuskulatur.
Nach der kürzesten Umbauphase, die ich je erlebte, begannen "Dante" ihr Konzert. Das war dann mal ein Feuerwerk an progressivem Metal, was die 4 Männer aus Augsburg da abfackelten. Eigentlich sind es ja 5 Burschen. Leider verstarb Markus Berger mit 38 Jahren im Januar. Die Bassläufe waren im Vorfeld eingespielt und so war Markus dann doch anwesend. Trübsal kam allerdings niemals auf. Das gibt die Musik auch gar nicht her. Im Vordergrund stand die Neuveröffentlichung von "November red". Der Schlagwerker Christian Eichlinger war mit allen Sinnen im Gig. Das war Energie pur. Auf der Homepage http://blog.danteband.de/ kann man wunderbare Fotos betrachten und von der Magie dieses Auftritts etwas mitbekommen. Alexander Goehs brachte seine Stimme und seine Energie natürlich ebenso ein, wie auch Markus Maichel an den Tasteninstrumenten und Markus Bader an der Gitarre. Immerhin 3 Bandmitglieder haben den Namen Markus. Ob das eine Grundvoraussetzung zur Mitgliedschaft war, ist nicht überliefert.
Nach diesem tollen Zwischenauftritt kam natürlich wieder eine Umbauphase. Ich schnappte mir kurz Dominik Stotzem von "Beyond the Bridge", um ein paar Worte zu wechseln. Mit welcher Ruhe und Gelassenheit er mir Rede und Antwort stand, ist ein dickes Lob wert. Immerhin waren die Männer im Zeitdruck. Vielleicht sollte Oliver Wenzler über einen weniger straffen Zeitplan nachdenken. Denn leider MUSS um 24 Uhr die PA heruntergefahren werden. Ich habe bei einer früheren Visite schon einen Polizeibesuch wegen Ruhestörung miterleben dürfen. Die Beamten waren verständnisvoll, aber natürlich auch machtlos. Leider bekam ich diesmal 24 Uhr nicht mehr mit. Das lag allerdings nicht an den männlichen Bandmitgliedern. Deren brachialen Auftritt kann man zweifelsfrei mit ganz großem Sport beschreiben. Als kleinen Makel kann die Lautstärke angemerkt werden. Der Musik von den Frankfurtern würde eine Reduzierung der düsenjägerähnlichen Lautstärke bestimmt gut tun. Was meine Begleitung und mich allerdings irgendwann fluchtartig antrieb den Saal zu verlassen, war die Stimme von Dilenya Mar. Auf der CD fällt diese piepsige Stimme nicht sehr auf. Bei dieser Liveperformance war dies aber nicht mehr zu kaschieren. Herbie Langhans war der männliche Gegenpart. Mit seiner kraftvollen, ausdrucksstarken Stimme sang er Dilenya in Grund und Boden. Dies soll natürlich niemanden aufhalten, Konzerte dieser Band zu besuchen. Denn a) ist alles Geschmacksache und b) hatten wir Erkältungszeit und vielleicht war meine Kritik eben dieser geschuldet. Trotz einer langen Anfahrt und auch einer nicht durchgängig genossenen Veranstaltung ziehe ich ein positives Fazit. Alleine wegen der Musik ist ein Besuch jeder dieser Gruppen auf jeden Fall lohnenswert.