AltaVia - Kreosote

(58:47, CD, White Knight Records, 2016) Ein Albumtitel, welcher nicht in den acht Songtiteln vorkommt, macht neugierig. Erst recht, wenn der Name völlig unbekannt ist. Im WWW findet man unter dem Namen Kreosot die Bezeichnung Teeröl. Würde man den zweiten Output der Norditaliener verreißen wollen, könnte man jetzt aufhören, denn damit wäre alles gesagt. Aber ich gucke natürlich weiter. Und dann wird deutlich, dass hier mit Andrea Stagni an den Keyboards, Marcello Bellina am Schlagzeug, Mauro Monti an der Gitarre und Giuliano Vandelli am Bass, phantastische Musiker an Bord sind. Vervollständigt wird die Combo durch Betty Copeta, die, bis auf den Bassisten, alle Gesangsparts beisteuern und das auf höchstem Niveau. Manches mal nervt die Hauptstimme durch nasale, weinerliche Töne. Dies singt Betty Copeta aber locker weg. Aus dem 2011 veröffentlichten Album „Grid Dog“ fehlt nur Laura Monti, ansonsten ist die Besetzung gleich geblieben. Manche Passagen triefen vor (Teer)Öl, wie z.B bei Chimpan A, andere Teile erinnern an Seven-Steps-To-The-Green-Door oder Rob Reed. Hier schließt sich auch der Kreis. White Knight Records ist nämlich eine Cooperation von dem Waliser Will Mackie, bekannt von Hoggwash und eben Rob Reed. Hardrocker sollten auf „Kreosote“ verzichten. Freunde von Neo-Prog werden hier sicherlich angesprochen. Man sollte aber auch eine gehörige Portion Pop aushalten können. Die Lieder tun alle nicht weh, bleiben aber auch nicht in Erinnerung, obwohl wunderbare proggige Arrangements vorhanden sind. Vielleicht liegt dies an der hohen Qualität der Produktion.
Bewertung: 10 von 15 Punkten

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