(62:15, Progressive Promotion Records, 2015)
Dass Argos aus ausgezeichneten Musikern besteht, hatten sie spätestens im September 2013 auf dem PPR-Festival in Rüsselsheim bewiesen. Mit dem neuen Album „A Seasonal Affair“ festigen sie ihren Status als „englische“ ProgRock Band, die den Canterbury-Stil auf die Spitze treibt. Camel, Genesis und Caravan sind in diesem Fall nicht nur die üblichen Verdächtigen, welche zur Aufzählung kommen, sondern beschreiben genau die Musikstile, die auf „A Seasonal Affair“ zur Geltung kommen. Zehn Jahre nach Ihrer Gründung haben die Bandmitglieder Robert Gozon (Gesang, Keyboards), Ulf Jacobs (Drums, Backroundvocals) und Enrico Florczak (E-Gitarre, Gesang) mit ihrem Mastermind Thomas Klarmann (Gesang, Bass, Gitarre, Flöte, Keys) das vierte Studioalbum aufgelegt.
Illustre Gäste sind mit Marek Arnold (Saxophon), Thilo Bauss und Andy Tillison (beide Keyboard) auch vertreten. Das hört sich schon alles großartig an.
„A Seasonal Affair“ ist kein Konzept-Album in dem Sinne, dass Songs ineinander übergehen. Das dennoch vorhandene Konzept dreht sich um das Thema der Zerstörung unserer Welt, der Vergänglichkeit und den Verlust. Für das ernste Thema finden sich sehr viele fröhliche Melodien auf dem Silberling. Die Vocals sind sehr stimmig (ein Kritikpunkt, der früher ab und an aufkam). Im Song „Lifeboats“ ist es ein Stilmittel, die Stimme ein wenig schräg daherkommen zu lassen. Das Gitarrensolo entschädigt für alles. Die Gitarre ist aber auch schon vorher herzeröffnend. Rico Florczak holt wunderbare, gefühlvolle Töne aus seinem Instrument. Was die anderen nicht schmälern soll. Wenn Thomas Klarmann in seine Flöte bläst, entsteht fast immer eine wunderbare Atmosphäre.
Diese Scheibe ist rundherum gelungen und ein absoluter Kauftipp! Mit jedem Album sind Argos besser geworden. Das hier vorliegende kommt richtig erwachsen daher.
Auf Facebook findet man übrigens gleich zwei Bands mit dem Namen „Argos“. Der URL zu der hier beschriebenen Band steht unter dem Text.
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