(62:55, CD, Freia Music, 2015)

Der Bindestrich ist weg. Auf den Vorgängern "The Feeblemindedness Of The Inept And The Ignorant" von 2006 und dem eigentlichen Premierenalbum "Monsters" von 2008 war er noch vorhanden. Das Artwork erinnert sehr stark an Toto. Das war es dann aber auch schon an Gemeinsamkeiten.
Gegenüber "Monsters" wurde die Hälfte der Besetzung ausgetauscht. Frontsänger, Bassist und akustische Gitarre spielender Hans Six ist immer noch der Mastermind. Tom Tax bearbeitet weiterhin die akustische- und elektrische Gitarre. Dies passiert einerseits mit viel Rücksichtsnahme während den Songs, wenn nötig aber auch durch kurze heftige Eruptionen wie in der Anfangssequenz von "Generation Games". An den Drums sitzt nun Wesley Jaques, der aber ebenso mannschaftsdienlich trommelt, wie vorher Rudi Lins. Sjoerd Bruyneel wurde durch Pete Mush an den Keyboards ausgewechselt. Das ist die eigentliche Überraschung. Auf den Keyboards liegt der eigentliche Hauptaugenmerk von Neo Prophet. Wie vorher auch, sind die Arrangements flockig leicht gespielt und die Umbesetzung fällt kaum auf. Manchmal erinnert das Tastenspiel  an Jean-Michel Jarre, aber selbst Neal Morsehört man heraus. Die Stimme von Hans Sixmit seinem Timbre und manchmal angestrengt herausgepressten, die Welt verändernden Texten, spaltet die Prog-Gemeinde. Wenn dann mehrstimmiger Gesang, wie z.B. auf "Generation Games" einsetzt, ist große Kunst geboten und man verzeiht der Solostimme alles. Das Debutalbum hatte Lust auf mehr gemacht. Neo Prophet hat geliefert. Wer Neo- und Symphonic-Prog mag, wird hier vom Feinsten bedient. Ein Alleinstellungsmerkmal hat Neo-Prophet nicht, aber sie machen das ausgezeichnet. Man merkt der Gruppe echte Spielfreude und freudiges Engagement an den Kompositionen an.
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