(64:57, Reuter Music / Warner Chappell, 2007)

Exakt auf den Tag, 37 Monate vor meiner Geburt, erschien das erste Perry Rhodan Heft. Obwohl ich seitdem eigentlich genug Zeit gehabt hätte, muss ich mich outen. Ich habe in meinem Leben noch kein einziges Perry Rhodan Abenteuer gelesen. Und das, obwohl alleine in Deutschland über eine Milliarde Exemplare über den Tresen gewandert sind. Bei 80 Millionen Einwohnern. Minus eins! Dies soll mich natürlich nicht davon abhalten, ein Musikabenteuer namens Spyce zu besprechen, welches genau diese Geschichte erzählen soll. Eckhard Reuter, der Produzent, brachte die Realisierung auf den Punkt: es ist ein Mindmovie.

In der Zeit von knapp 65 Minuten kann viel passieren. Lassen wir das Abenteuer beginnen.

Die Geschichte fängt mit einer deutschen Sprachsequenz an, welche auch bei Schiller und Peter Wahle immer gerne eingebaut wird. In diesem Fall ist der Sprecher Joachim Kerzel. Dieser ist unter anderem der Synchronsprecher von Jack Nicholson und Dustin Hoffmann. Dann aber wird auf Englisch umgeschaltet. Mit einem symphonischen Knaller geht es los. Wau, das flasht ja direkt. 16 Stücke sind mit abwechslungsreichen, elektronischen Spielereien voll gestopft.

Es packte mich nicht immer. Was mir definitiv fehlt, ist ein aggressives Schlagzeug und ein wummernder Bass. Aber diese CD ist nun mal im elektronischen Genre einzuordnen. Das Schlagwerk wird also durch einen Drum - Computer „ersetzt“. Alles in allem ist hier aber ganz klar ein Könner unterwegs. Das Finishing, sowie die elektronischen Spielereien brachte Michael Geiss ein. Ein Begleiter von Jean Michel Jarre, der auch heute noch in Paris wohnt. In Stück 10 ist dies dann auch nicht zu leugnen. Auf der LP „Equinoxe“  von Jean Michel Jarre wird dieser Herr Geiss 1978 schon namentlich mit Dank versehen. Später spielt er auch auf anderen Outtakes mit. Genannt sei z.B. „Revolutions“
Wer sich aber genau die Lorbeeren verdient hat ist nicht auszumachen. Für das erste Gerüst, die erste Komposition, war Alf M. zuständig. Hinter dem Kürzel verbirgt sich Alfred Müller von „Sonic Theatre“. Dieser wird in den Danksagungen von Eckard Reuter etwas mystisch gelobt: „…dem ersten Spyce Keyboarder. Alles Gute, in welchem Universum du dich auch befindest!“

Nicht verschweigen möchte ich auch das Layout des Booklets. 24 bunt bedruckte Seiten, welche vom Zeichner der Perry Rhodan Hefte, Johnny Bruck und Swen Papenbrock, beigesteuert wurden. In der Mitte befindet sich die Perry Rhodan History zum Nachlesen.

Wie in den ersten Sätzen geschrieben, kenne ich Perry Rhodan nicht. Wenn man aber die CD in den Player legt, die Augen schließt und es sich gemütlich macht, ist es wirklich ein Film, der abläuft. Der Vergleich mit J.M. Jarre ist sicherlich nicht zu weit hergeholt. Vielleicht nicht ganz so verspielt. Diese CD ist eher eine feine Scheibe zum Träumen und zum Genießen.

Freunde der elektronischen Musik ist diese CD zu empfehlen. Den Rockern unter uns modischen Geheimratseckenträgern rate ich von einem Kauf ab, da nicht nur das Schlagzeug fehlt, sondern auch eine dreckige Gitarre.
12 von 15