(Musea)

Ich bin ja so froh, keine Vorurteile zu haben. Daher wäre ich auch nie! auf die Idee gekommen, dass Tarkus bestimmt eine brasilianische Kopie von ELP sind. Und wirklich: mit Emerson Lake and Palmer hat die Musikrichtung auf der gesamten CD „a gaze between the past and the future“ nichts zu tun. Aber ich bin sicher, Du glaubst mir nicht. Nun, das versuche ich mit dieser Kritik zu entkräften.
Tarkus ist eine brasilianische Band. Leider ist die Homepage www.tarkusrock.hpg.com.br im Moment nur auf Portugiesisch eingestellt. Englisch und Französisch sind in Konstruktion.
Der 10,43 Minuten lange Opener
„exit from Calcutta“ beginnt mit einem wunderschönen, querflötenlastigen Intro. Dies erinnert an Quidam. Nach 7,3 Minuten setzt für 1 Minute eine dünne männliche Stimme ein. Diese ist sehr sanft. Besser hätte man einen weiblichen Gesangspart eingebaut. (oder ganz weggelassen)
Das Stück „you want the real me“ ist eher ein Lagerfeuersong. Die Akustische bestimmt bis zum Zeitpunkt 3,3 Minuten den ersten Teil dieses 6,32 Minuten langen Songs. Die dünne Stimme ist auch wieder da und natürlich die Querflöte. Prog wie wir ihn mögen. Spätestens dann wenn nach der Hälfte ein sattes Schlagzeug einsetzt.
“fragments from dies Irae“, 5,50 Minuten lang, ist rockig aufgebaut. Beinhaltet aber auch wieder ruhige Passagen.
Das kürzeste Stück mit 5,42 Minuten „blue light“ ist rundherum gelungen.
“the raft of Medusa“ ist dann das längste Stück mit 12,56 Minuten Spielzeit. Als Proggie ein Muss! Nicht nur wegen der Länge. Hier stimmt einfach alles. Spätestens wenn die Querflöte einsetzt ist man im siebten Proghimmel. Zwischendurch setzt ein pompöser Abschnitt ein. Wenn überhaupt könnte man jetzt auf die Idee kommen, ELP hätten Pate gestanden. Dieses Stück ist zugleich das letzte Lied auf der regulären CD. Musea hat den 6,32 minütigen Song „hold me now“ noch dazu gepackt. Mit einer Brutto-Spielzeit von 48 Minuten haben sie dies richtig entschieden. Als Fazit bleibt die schwierige Frage, wie diese CD einzuschätzen ist. Die Musik ist absolut proggig einzustufen. Ein wenig Camel, ein wenig Quidam und dazu eine verträumte Stimmung sind die Zutaten. Diese CD tut nicht weh. Aber sie plätschert auch nicht. Eigentlich genau das Richtige zum Träumen, als Hintergrundmusik und auch zum Laut hören. Wenn Du jetzt fragst, was ich eigentlich damit sagen möchte, kann ich nur antworten: Kauftipp.