(52:24, Operation Seraphim LTD, 2012)

Eines Tages war ich zu Besuch bei WE. Da lief eine CD im Hintergrund mit klassischen Tönen und einer weiblichen Opernstimme. Ah ja, WE hat ja schon immer ein sehr breites Spektrum gehabt. Nun, ich ja auch. Und so hörten wir später am Abend diese CD noch einmal intensiver. Irgendwann fiel mir auf, dass gar keine weibliche Stimme zu hören ist. Hier singt Joe Payne, welcher neu der Gruppe beigetreten ist. Max Read singt zwar immer noch bei the Enid mit, beschränkt sich aber jetzt auf den Backgroundgesang. Die neun Songs sind allesamt epische Dramen. Die Kompositionen gefallen sehr gut und sind ausgeklügelt. Bei der Klassifizierung dieser Scheibe tat ich mich sehr schwer, da the Enid einen Crossover versuchen. Einerseits chorähnliche Arrangements, dann wieder rocktypische Instrumentierungen im Vordergrund. Ich fand the Enid früher immer überbewertet. Diesmal hat mich "Invicta" allerdings mehr als überzeugt. Ich empfehle, diese CD nicht im Hintergrund zu hören, sondern sie ganz bewusst laut zu konsumieren. Wer mit klassischen Stimmen und vorwiegend klassischer Musik seine Probleme hat, lasse die Ohren (bzw. Finger) weg. Für vielseitig Interessierte wird dies eine richtig interessante Entdeckung sein.
12 von 15