(42:09, MUSEA, 2008)

Hanspeter Hess hatte mich um den Artikel der Besprechung zur CD „Timanfaya“ gebeten, welche im PNL abgedruckt wurde. Ich hatte schon Herzklopfen. Denn so ganz positiv war diese ja nicht ausgefallen. Natürlich geht es um Objektivität. Aber dass man dann direkten Kontakt mit dem Künstler hat, ist doch eine andere Dimension. Herr Hess hat meine Ausführungen in einem Antwortschreiben bestätigt. Unter anderem setze ich einen kleinen Abschnitt anbei: „Vielen Dank also für das Besprechen, allein die Erwähnung in solchen Magazinen freut mich, der ich mich nach wie vor eher als Musik-Fan denn als Musiker sehe, sehr. Wenn dann die Besprechung auch noch halbwegs positiv ausfällt, umso schöner. :-))“ Eine mehr als sympathische Antwort. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass Hanspeter mit einem wunderbaren Selbstbewusstsein ausgestattet ist. Denn der neue Output „tales from the dam“ war ja schon gepresst, als meine Kritik erschien. Und sicherlich wusste er, welch guter Wurf ihm da gelungen ist. Diese Scheibe gibt es im Moment nur als LP. Dieser liegt die CD ohne Cover anbei. Für uns Proggies ja kein Problem, haben wir mit unseren Anfang 30 ;-) ja alle noch einen Plattenspieler.

Aber was für eine Scheibe. Habe ich „Timanfaya“ noch als gute Hintergrundmusik abgetan, ist „tales from the dam“ absolut geeignet, laut im Hörsessel gehört zu werden. Abwechslungsreich, verspielt, Taktwechsel, mal schnell, mal laut, mal leise, mal langsam. Und richtig schöne Melodiebögen finden sich auf 2 Liedern. Mehr gibt es auch nicht. Pro Seite je einen Song. Herr Hess treibt den Retrospaß auf den Zenit.
Meiner Ansicht nach gibt es nur einen Kritikpunkt. Warum ist der Text auf Englisch? Wenn schon nicht auf Französisch, wegen MUSEA, hätte man doch ruhig den Text in Deutsch abdrucken können. Oder ist der Markt dieser Musikgruppe so international, dass der Heimatmarkt vernachlässigt werden kann? Aber diese Anmerkung sollte eigentlich Hanspeter gestellt werden und hat mit der tollen Musik überhaupt nichts zu tun.

Ich mochte als Jugendlicher Mike Oldfield, Jean.Michel Jarre und die anderen Elektroniker gar sehr. Irgendwann waren dann andere Stilrichtungen an diese Stelle getreten. Es kam ja auch nicht mehr so viel nach. Dieser Richtung gibt Hanspeter Hess mit dieser LP ein absolutes Highlight dazu. Wenn man bedenkt, dass hier jemand seinen Traum einer eigenen LP-Veröffentlichung auslebt, ohne kommerzielle Hintergedanken, ist dies absolut bewundernswert. Chapeau! Kaufen!!!
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