Wikinger in Südafrika 2012

18. Februar 2012, ein Samstag
Kurz vor 15 Uhr schloss ich mein Häuslein ab. Der Fußweg vom Haus zum Bahnhof war ein wenig beschwerlich, aber nicht allzu lang. Bei der Gepäckaufgabe war dann klar, dass 16,5 Kilogramm in meiner Reisetasche zu Buche schlugen. Die Regionalbahn war fast pünktlich und so begann meine Reise zu den Naturwundern von Südafrika schon mal recht entspannt. Die wirkliche Überraschung war der Intercity in Bonn. Die Einfahrt war mehr als pünktlich und ebenso die Abfahrt um 16:14 Uhr. Am Lufthansa-Schalter fragte ich nach, ob sie denn den South African Airlines Flug nach Johannesburg auch abwickeln. Natürlich schickte man mich zum SAA Schalter, da man für mich nicht zuständig sei. Auf der Anzeigentafel sah ich aus dem Augenwinkel, dass mein Flug erst am nächsten Morgen um 8:30 Uhr avisiert war. Am SAA Counter herrschte gespannte Betriebsamkeit. Gut, dass man im Flughafen nicht rauchen darf. Ein Funken hätte hier wohl zur Explosion geführt. Als ich an die Reihe kam, hatte ich von dem Mitarbeiter genau diesen Eindruck. In keiner Weise unfreundlich, im Gegenteil, aber halt unter Druck. Er teilte mir mit, dass der ganze Flug gecancelt wurde. Während er noch geschäftig im Computer werkelte, stand ich recht verloren vor ihm. Und nun? Dann kam die Erlösung. Das Stadtbüro, von wem auch immer, hatte schon alles in die Wege geleitet und mich auf die 22:20 Uhr Maschine der Lufthansa umgebucht. Der Stein, der da zu Boden fiel, hatte bestimmt die nächstgelegene Richterskala ausschlagen lassen. Also ging ich den Weg zum Lufthansa-Schalter zurück. Die Mitarbeiterin, die mich vorher weggeschickt hatte, erwartete mich fröhlich. "So schnell haben Sie umgebucht? Wie haben Sie denn das geschafft?", fragte sie. Für den erlittenen Schock wurde ich allerdings ganz gut entlohnt. Mir wurde mitgeteilt, dass ich mit einem Airbus A380-800 fliegen würde. Ich ergatterte noch einen Sitzplatz am Fenster. Zwar auf dem Flügel, aber damit konnte ich leben. Bis zum Terminal musste ich noch mehrere Kilometer absolvieren, aber ich erreichte nach einer sehr gründlichen Leibesvisitation doch irgendwie die Lufthansa-Lounge. Mein Lieblingsflughemd hat ungefähr 15 Metallknöpfe. Selbst Schuld! Der Airbus A380, welcher gegen 20 Uhr am Gate festmachte, hatte den passenden Namen "Johannesburg". Wie er da so vor mir stand, war ich von den Ausmaßen doch beeindruckt. 9238 Kilometer beträgt die Flugstrecke von Frankfurt nach Johannesburg. Die Business -
Class ist in der oberen Reihe des Jets. Der Krabbensalat und das Grüne Curry, welches man nach Erreichen der Flughöhe servierte,  waren sehr lecker. Kurz nach dem Start guckte ich mir den Film "der große Crash" an. Kevin Spacey und Demi Moore und andere bekannte Hollywoodgrößen spielen den Tag vor dem Einbruch der Börse 2008. Spannend und gut gemacht. Die Nachtruhe war dann wenig erquicklich. Ich habe trotz Komfort-Sitz, den man fast waagerecht ablassen konnte, sehr schlecht geschlafen, wenn überhaupt.

 

19. Februar 2012, ein Sonntag
Aber immerhin bis nach 7 Uhr. Hier im Flieger war es dann aber schon 8 Uhr, wegen der Zeitumstellung. Kurz vor der Landung wurde die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" verteilt. Na, die hätte man aber schon früher verteilen können?! Die Landung auf dem Oliver R. Tambo International Airport war dann ziemlich genau um 10 Uhr. Und dann stand ich erst mal in der Schlange zur Passkontrolle. Um 11:15 Uhr war ich dann endlich durch. Den Koffer bekam ich dann auch recht zügig. Danach kam, was ich schon befürchtet hatte. Kein Mike von Wikinger war vor Ort. Ich habe dann mit Jochen von Absolut
Tours alles geregelt. Die Wartezeit, bis Mike am Flughafen auftauchte, verbrachte ich an einem Illy Stand mit Kaffee trinken und einem Obstsalat. Dazu gab es noch einen Keks. Mike war dann in Begleitung von Esther, einer Mitreisenden aus unserer Gruppe. Sie kam heute früh mit der South African Airline Maschine aus Frankfurt. Ich verstand nur Bahnhof. Ist sie jetzt doch geflogen? Aber es klärte sich auf. Ester war schon am Freitag abgeflogen. Da dieses Flugzeug aber über Algerien wegen eines technischen Schadens umdrehte, wurde die nächste Maschine, nämlich meine, flugs als Ersatz für die defekte genommen. Der Rest der Truppe saß übrigens noch in Frankfurt. Und so bekamen wir eine kleine Privattour nach Johannesburg und Soweto. Mike war von der Sicherheit für Touristen in Johannesburg mehr als überzeugt. Auch ich hatte nicht das Gefühl, mich in einer kriminellen Zone zu bewegen. Vor der Ruine des Carlton-Hotels wurde geparkt, um dann mit dem Aufzug zum 50. Stock des Carlton-Centers hoch katapultiert zu werden. Vom "Top of Africa" Stockwerk hatten wir eine recht gute Sicht auf die Stadt. Das Wetter war mit 30° Celsius und leichter Bewölkung bei ansonsten strahlend blauem Himmel schon mal eine kleine Entschädigung für das Schmuddelwetter im Rheinland.

Nach dieser Einstimmung fuhren wir nach South Western Township, kurz Soweto genannt. Am abgeschirmten Wohnhaus von Winnie Mandela vorbei, fuhren wir auch zum Geburtshaus von Nelson Mandela und dem von Desmond Tutu. Ich sah zwischen zwei völlig bunt angemalten Kühltürmen einen Bungeespringer in die Tiefe stürzen. Außerdem kamen wir am Endspielstadion der Fußballweltmeisterschaft von 2010 vorbei. Soweto entstand aus ungefähr 50 kleineren Siedlungen. Ist es uns Westlern als Slum bekannt, sollte man auch mal genauer hinschauen. Es gibt sogar Millionärsvillen und einen sehr beliebten Golfplatz. Wir sind auch durch sehr adrette Wohnsiedlungen gefahren. Hier steht mit 5000 Betten das größte Krankenhaus der Welt. Als wir den mit geschätzten 3 - 5 Millionen Einwohnern Vorort von Johannesburg verließen, fuhr Mike uns nach Epson Down zu einem "Nando's", einer Fastfoodkette, wo Esther und ich unsere Hüngerchen stillten. Ich verspeiste ein Stück Hühnchen mit Reis. Aufgrund der defekten Maschine musste improvisiert werden. Esther wurde in der "Airport Game Lodge" untergebracht. Mike und ich nächtigten im "Safari Club". Mein Zimmer hatte den netten Namen "Zambesi". Statt des rauschenden Flusses musste ich mich mit den nahen Flugzeugen abgeben.

Für 19:30 Uhr hatte ich in meinem Refugium Sashimi, also rohen Fisch, bestellt. Der Koch fragte noch nach, ob ich ihn lieber gegrillt oder frittiert hätte. Ich wollte gegrillt. Was dann kam war für mich eine Scholle mit Kartoffeln, Pommes und ein bisschen Gemüse. Das war Sashimi? Egal, es war lecker, das zählt. Und so war ich  recht früh auf meinem Zimmer. Ich sortierte noch meinen Koffer und Rucksack neu. Und damit ging dieser erste Tag so langsam zu Ende. Ich war nämlich stehend k.o. Die Matratze glich eher einem Brett, aber ich habe gut darin genächtigt.

 

20. Februar 2012, Rosenmontag

Um 7 Uhr wurde ich wach. Ich hatte also gute 9 Stunden geschlafen. In der Dusche war natürlich warm kalt und kalt warm. Das Frühstück war standesgemäß und reichlich. Allerdings war kein Mike, trotz Verabredung, zu sehen. An diesem frühen Morgen regnete es ein wenig. Mike kam dann doch noch. Um 8:30 Uhr holten wir Esther ab, fuhren zum Flughafen und warteten nicht lange, als der Erste, Christoph aus der Schweiz, sich zu uns gesellte. Dann ging es Schlag auf Schlag und gegen 10 Uhr waren wir schon auf der Piste zu dem ersten wirklichen Höhepunkt Südafrikas, den 3 Rondavels, eine Steinformation, die wie drei strohbedeckte Rundhütten aussieht. Um 11:30 Uhr hielten wir an einer Raststätte in Middelburg an. Ich kaufte Biltong, das ist getrocknetes Fleisch in Scheiben geschnitten. Es war genug da, so dass die Gruppe probieren konnte. Wir waren schon im Gebiet der Rondavels, als der Verkehrsfluss plötzlich stockte und hinter der nächsten Kurve eine Rauchsäule zu sehen war. Mike erfuhr dann, dass ein Reifen eines Sattelschleppers brannte. Der Fahrer war mit der Zugmaschine auf und davon. Wir dann übrigens auch. Denn der Auflieger war "nur" ein Tank. Damit war die Weiterfahrt zu dem ersten Höhepunkt schon mal nicht möglich. Wir fuhren einen Kilometer weiter und Mike kochte für uns. Naja, er schnitt Brot auf und legte Wurst, Käse und Butter aus. Jetzt kam auch mal ein Polizeiauto vorbei und kurz danach ein Feuerwehrwagen. Mike verfuhr sich dann mal kurz, aber wir fuhren dann wieder auf unserer Straße ein Stück zurück und dann bis nach Pilgrim`s Rest. Kurz bevor wir den Ort erreichten, kamen wir in ein starkes Gewitter und der Regen ließ aus der Straße einen Bach werden. In Pilgrim`s Rest machten wir eine halbe Stunde Pause. Dies ist eine unter Denkmalschutz stehende Goldgräbersiedlung. Heutzutage ist dieses Dorf ein Freilichtmuseum. Die Hütten sehen nett aus, sind zum größten Teil aber aus Wellblech errichtet. Durch den Regen und die späte Uhrzeit war hier nicht allzu viel los. Als wir wieder im Bus waren, nutzten wir die Zeit für eine Vorstellungsrunde. Jeder erzählte ein wenig von sich und warum er gerade nach Südafrika wollte. Auf dem Weg zur ersten offiziellen Unterkunft freute Mike sich schon, uns die Long Tom Kanone am gleichnamigen Pass im Sonnenuntergang zeigen zu können. Es regnete nämlich nicht mehr. Ich rief ihm noch zu, er sollte dies lieber nicht im Vorfeld ankündigen. Und so kam es dann auch. Auch diese Sehenswürdigkeit fiel dem Wetter zum Opfer. Es war Nebel. Einen knappen Kilometer weiter befand sich dann unsere Misty Mountain Lodge. Übersetzt heißt das soviel wie Nebelberg. Siehe 2 Sätze vorher. Mein Einzelzimmer hatte Platz für 4 Personen und ist schon eher eine Suite. Übrigens mit Kamin. Nach einer Dusche trank ich einen warmen Rooibosch-Tee, während ich an diesem Tagebuch weiter schrieb. Um 19:30 Uhr trafen wir uns zum Abendessen. Ich hatte eine kleine Tarte mit Schimmelkäse und Tomate als Vorgericht. Dann gab es eine Crêpe mit Chorizo und Krabben. Interessante Mischung. Nach einem Espresso ging es um 21:45 Uhr auf mein Zimmer.

 

 

 

 

21. Februar 2012, Veilchendienstag

 

Um 6 Uhr war ich schon auf der Piste. Ich ging in die Richtung von der Long Tom Kanone, kam dort allerdings nie an. Wegen zahlreichen Fotomotiven am Wegesrand. Nach 7 Uhr kam ich dann zum Frühstück auf der Aussichtsterrasse. Um 8 Uhr war Abfahrt und nach 1,5 Stunden fuhren wir in Sabie ein Einkaufszentrum an. Sabie ist ein regionales Zentrum für Holzwirtschaft. Man sah das auch an den vielen Wäldern drum herum. Strategisch günstig liegt die Ortschaft zwischen dem Blyde River Canyon und dem Krüger National Park. Mike machte einen Großeinkauf, damit wir in der Wildnis überleben würden. Ich kaufte etwas Biltong, Obst und einen Adapter, weil ich natürlich den Falschen von daheim mitgenommen hatte. Relativ schnell nach der Abfahrt erreichten wir das "Phabeni Gate" vom Krüger National Park. Nach kurzer Fahrt kamen die ersten Impalas in Sicht. Oder wie Mike sagte, die McDonalds Antilopen. Weil der Po wie ein M eingefärbt ist und dies die Leibspeise aller Raubtiere ist, also Fastfood. Dann kamen Wasserbüffel in Sicht. Später sogar eine große Herde. Nach den Giraffen kam aber noch ein wahrer Höhepunkt. Bei einem Rudel, bestehend aus 5 Zebras, lag in unmittelbarer Nähe ein Leopard auf einem Baum. Ein Krokodil wurde gesichtet und mehrere exotische Vögel. Die Aufzählung wird noch komplettiert durch Flusspferde, Adler und einen entfernt auftauchenden Elefanten. Das Fotografieren aus dem Auto war ein wenig anstrengend, aber auch total aufregend. Das Skukuza Camp ist das größte Camp im Krüger Park. Es ist schon fast eine kleine Stadt. Hier machten wir eine kleine Rast am Fluss Sabie.  Ich rastete auf einer Aussichtsterrasse. Etwas weiter überspannt eine Eisenbrücke den Fluss. Hier sah ich Paviane die Brücke queren. Nach der Rast pirschten wir weiter, Giraffen, Paviane, Grüne Meerkatzen und Flusspferde kreuzten unseren Weg. Und dann lag am Wegesrand ein Rudel Afrikanische Wildhunde. Mike flippte völlig aus. Das wäre eine absolute Sensation, dass wir erst einen Leoparden und dann Hunde dieser Gattung sahen, obwohl es nur noch knapp 500 Stück auf der ganzen Welt gab. Die Impalas nahmen solch Überhand, dass sich ein Stopp nicht mehr lohnte. Flusspferde lohnten den Stopp und natürlich Elefanten. Ich hatte auf meiner Seite, auf der ich saß, kaum das Glück, ein gutes Foto zu erzielen. Entweder waren die interessanten Tiere rechts, fast immer, oder Mike schaffte es, sich so zu platzieren, dass immer ein Strauch vor meiner Linse war. Irgendwann wurde ich grantig. Nun, das ist etwas geschönt formuliert. Aber wir waren jetzt irgendwie auch alle platt. Sei es von dem Flug, dem Klima, oder einfach nur nach der anstrengenden Tiersuche. Um 17:30 Uhr kamen wir im Lower Sabie Camp an. Die 8 aus unserer Gruppe, welche am nächsten Tag die Pirschwanderung mitmachen wollten, mussten mit zur Rezeption. Da Christoph erst am übernächsten Tag mitwollte, sprang ich für ihn ein. Es dauerte an der Theke für manche Mitteleuropäer zu lang. Ich merkte aber auch, wie platt ich war und auch ungeduldig wurde. 365 Rand war der Betrag für die Wanderung. Die einfachste Rechnung ist 1 Euro sind ca. 10 Rand. Es war schon stockdunkel, als ich zu meinem Zimmer kam. Die Unterkunft war ziemlich heruntergekommen. Aber für 2 Nächte locker zu ertragen. Ich hatte gerade Zeit zu duschen, schon musste ich zu Mikes Appartement zum Abendessen rüber gehen. Als ich das zweite Mal vor meiner Hütte stand wurde ich sauer. Noch mal eine falsche Runde und ich würde in meiner Behausung bleiben. Mein Nachbar, glücklicherweise ein Parkranger, half mir dann, den richtigen Weg zu finden. Das Essen ließ auf sich warten, denn Mike war noch lange nicht so weit. Es gab Braaivleis, kurz Braai gesprochen, das ist das südafrikanische Wort für Barbecue. Wir Deutschen sagen dazu gegrilltes Fleisch und als side dishes gab es Salat. Gegen 22 Uhr war ich wieder in meinem Haus und musste wegen der Hitze die Klimaanlage anstellen. Die Anlage ist genauso alt wie das Haus: uralt. Das bedeutete auch eine gewisse Lärmbelästigung.

 

 

 

22. Februar 2012, Aschermittwoch
Um 4:30 Uhr ging mein Wecker. Im Urlaub! Aber natürlich nicht ohne Grund. Um 4:45 Uhr war nämlich Treffen am Parkplatz mit unseren 2 Rangern Irving und Sunnyboy. Der heißt wirklich so. Er schwor mir, dass dies sein einziger Name sei. Nach 5 Uhr ging es dann im Geländewagen los. Eine Tüpfelhyäne lief vor uns her und ein Elefant war zu sehen. Als wir an unserem Ausgangspunkt ankamen, erklärte Irving die Regeln als Fußgruppe im Busch. Die 2 Ranger luden ihre Gewehre durch und los ging es. Ab jetzt war klar, dass dies kein einfacher Spaziergang war, sondern wir nun Teil der Futterkette waren. Wilde Tiere sahen wir nur ganz weit in der Ferne. Man wunderte sich auch, was die Männer alles sahen. Wenn ich nur einen winzigen Punkt als Busch ignorierte, konnte es sein, dass Sunnyboy uns ein Nashorn zeigte. Und das entpuppte sich dann als der Punkt, den ich vorher nicht wahrgenommen hatte. Ein kleines Frühstück gab es auch. Ein einzelner Elefantenbulle mischte Irving auf. Er kam geradewegs auf uns zu und gab uns zu verstehen, dass wir verschwinden sollten. So richtig nah sahen wir nur eine Schildkröte und mehrere Goldweberspinnen und ihre Netze, wissenschaftlich Nephila inaurata genannt. Der Faden ist eine der stärksten Substanzen auf der Erde! Bis zu 6 Meter können die Netze werden. Was sich daran verfängt wird angegriffen. Auch ein Finger. Gegen 9 Uhr waren wir im Camp zurück. Bei Mike gab es Frühstück. Danach hatten wir bis 14 Uhr frei. Ich füllte mein Tagebuch aus und saß dabei auf der Aussichtsterrasse vom
Lower Sabie Camp. Büffel dösten am anderen Ufer. Giraffen kamen zum Saufen an den Fluss. Zum Mittagessen gab es Kartoffelsalat und Brot und etwas Thunfischsalat. Um 15 Uhr ging es wieder auf die Pirsch. Mein Ornithologenherz hüpfte auf und nieder. Was haben wir alles gesehen. Elefanten waren auch dabei, aber keine Löwen. Kurz vor halb Sieben kamen wir in das Camp zurück, damit wir um 19 Uhr wieder bei Mike aufschlagen konnten. Es gab einen leckeren Gulasch mit Nudeln und Salat. Man saß nett beieinander, bis ein Hauch von Regentropfen die Runde in alle Richtungen verteilte. Um 21 Uhr war ich in meiner Stube und schon fast bettfertig.

 

 

23. Februar 2012, ein ganz normaler Donnerstag

Um 5:30 Uhr war bei mir die Nacht zu Ende. Ich duschte schnell, packte schon mal meine Reisetasche fertig und um kurz vor 6 Uhr war ich am Bus. Wir 8 von Gestern machten heute die Pirschfahrt, während Rene und Katrin, Uwe und Marion und Christoph die geführte Wanderung unternahmen. Wir sahen Flusspferde, Büffel, eine Giraffe am Straßenrand, aber auch Krokodile, Paviane und Grüne Meerkatzen. Impalas durften natürlich nicht fehlen. Und wieder sah ich jede Menge Vögel. Einer exotischer als der andere. Die Fußtruppe sah einen Geparden und tatsächlich Löwen. Nach dem Frühstück um 9 Uhr war dann gegen 10:30 Uhr der Aufbruch vom Krüger National Park angesagt. Noch innerhalb der Parkgrenzen versperrte uns ein aggressiver Elefantenbulle den Weg. Dieser Elefant dachte gar nicht daran, die Straße zu räumen. Im Gegenteil, er kam immer weiter auf uns zu. Mike war gezwungen, eine kilometerlange Rückwärtsfahrt hinzulegen, da es keine Wendemöglichkeit gab. Nur mit dem Bus wäre das ja keine Schwierigkeit gewesen, aber wir hatten ja noch den Hänger mit unserem Gepäck hinten dran. Und außerdem fährt man über keine Kothäuflein drüber, da dies Markierungen sind. Chapeaux vor der fahrerischen Leistung unseres Guides! Irgendwann machte der Elefant sich auf in den Busch und ließ uns passieren.
Auf dem weiteren Weg zeigte sich die Fauna noch sehr spendabel. Wir bekamen Gnus, Zebras, Giraffen, Impalas und wieder bunteste Vögel zu sehen. Selbst Büffel und Breitmaulnashörner waren dabei. Am
Crocodile Bridge Gate gab es Mittagessen. Mike hatte Kartoffel- und Nudelsalat vorbereitet. Sehr lecker. Und dann fuhren wir aus dem Park raus. Die Bewölkung nahm immer mehr zu. Zwischendurch kamen wir auch mal in einen Regenschauer, allerdings nichts Wildes. Gegen 16 Uhr erreichten wir die Grenze nach Swaziland. An der Toilette hing ein Kondomspender. Inliegend waren kleine Pakete, welche mit Kondomen gefüllt waren, die man kostenlos mitnehmen konnte. Die Zollformalitäten waren schnell erledigt. Auf südafrikanischer Seite gab es einen Ausreise-, in Swaziland einen Einreisestempel. Eine knappe Stunde später waren wir an unserem Ziel, den Hlane Park. Dies spricht man Schlaane. In unseren Rundhütten gab es keinen Strom. Als ich mein Rondavel betrat waren allerdings schon Öllampen an. Ich wusch ein Hemd, machte mich fertig und ging ans Wasserloch. Dort lagen drei Flusspferde fotogen im Wasser. Als diese nach einer Weile davon zogen kam kurze Zeit später eine Elefantenfamilie an die Wasserstelle. Das Abendbuffet wurde in einem großen, zu drei Seiten hin offenen Rondavel eingenommen. Es gab Champignons mit Knoblauch, Fleisch, Mealie - das ist Maisbrei - Reis, Fisch und natürlich Nachtisch. Danach ging es an die Feuerstelle zum Heimatabend. Die Bediensteten vom Camp tanzten uns in afrikanischer Zulu Tracht und mit wuchtigen Trommeln etwas vor. Es war eine sehr schöne Stimmung. Zum Ende hin wurden die Gäste dazu gebeten. Natürlich war ich dabei. Die Bewölkung hatte aufgerissen und gab einen tollen Blick zum Sternenhimmel preis. Auf der Wiese zwischen Wasserloch und Hlane Camp legte sich eine Rotte Impalas zum Schlafen hin. Ich tat es ihnen gegen 21:30 Uhr gleich.

 

 

24. Februar 2012, in genau 10 Monaten ist Heilig Abend

Auf dem Weg zum Parkplatz kam ich am Wasserloch vorbei. Die Impalas wurden in der Nacht durch Nashörner ersetzt. Irgendwer von uns zählte 14 Stück. Sie lagen alle friedlich im Gras und ließen sich von mir nicht stören. Um 5:45 Uhr war Antreten angesagt. Es ging mal wieder in den Busch. Die ganze Truppe verteilte sich auf 2 Geländewagen. Einen fuhr Napoleon, einen Johannes. An unserem Wanderausgangspunkt gab es wieder Einweisungen. Johannes war der Wortführer und erklärte uns jeden Scheiß. Und das im Wortsinne. Laichablagerungsnetze von Fröschen gab es zu bestaunen. Obwohl es hier keine Big Five gab fand ich es hier super spannend. An einem Halt stellten wir fest, dass viele von uns bis zum Knöchel voller Zecken waren. Vor allen helle Kleidung zog die Beißerchen magisch an. Da alle lange Hosen trugen, war die Gefahr eines Bisses aber zu handhaben. Der Buschbewuchs war ziemlich dicht und man musste immer wieder Dornengestrüpp und Spinnennetzen ausweichen. Das Frühstück fand wieder im großen Rondavel statt. Gegen 10 Uhr war Abfahrt. In zügigem Tempo ging es in südliche Richtung an die Grenze. Durch vorherrschenden Zuckerrohranbau fuhren wir durch ein grünes Land. In den Dörfern gab es einfache Hütten, oftmals aber auch typische Rondavels, Rundhütten. An der Grenze wurden wir wieder ein- und ausgestempelt. Und schon waren wir wieder in Südafrika, in der Provinz Kwazulu Natal. Nach einer geraumen Zeit kamen wir an eine Tankstelle und um 14 Uhr war wieder Abfahrt. In den 45 Minuten konnte man was essen, oder wie ich Tagebuch schreiben.
Ich kaufte in einem Shop ein Wildtierbestimmungsbuch, oder auch, ich kaufte es nicht. Denn meine Masterkarte wurde nicht akzeptiert. Als ich draußen war, erzählte ich der Gruppe die Geschichte. Jeder wollte mir die 205 Rand leihen. Sehr nett, aber das Bargeld hätte ich gar nicht gebraucht. Ich wollte halt mit Karte zahlen, um Rand im Portemonnaie zu halten. Am Ende war das Buch doch in meinem Rucksack. In der Landschaft standen sehr attraktive Fieberzypressen. Sie leuchten richtig golden. Klasse! In der Peripherie der Bayala
Game Lodge sahen wir ein Kudu, mehrere Giraffen und Zebras, diese aber im Hintergrund. In der Lodge angekommen, bezogen wir für 2 Nächte unsere Zimmer. Und dann hatten wir wirklich mal für eineinhalb Stunden frei! Mehrere von uns suhlten sich im Wasserloch, sprich Schwimmbad. Ich enterte eine Liege und genoss exakt 45 Minuten die Sonneneinstrahlung. Dann gab es eine Schnelldusche und um 16:30 Uhr stand ich wieder im Safarioutfit bereit, um mit unserem Wildhüter Mike eine Pirschwanderung zu  unternehmen. Der Höhepunkt waren 3 Giraffen an einem Wasserloch. Wir folgten ihnen noch eine Weile, bis die Sonne hinter den Bergen verschwand. Zurück in der Lodge bekamen wir für eine Stunde frei. Ich machte Große Wäsche. Sowohl mit meinen Klamotten, als auch mit mir. Und dann gab es wieder ein Braai. Unter einem großen Baum waren unsere Tische gedeckt. Es gab zuerst eine Champignoncremesuppe. Ich nahm mir dann einen Salat und ein leckeres Rindersteak, ein kleines Stück Bratwurst und 2 Stücke Huhn. Es gab noch ein Eis als Nachtisch. Nicht schlecht. Als ich später im Frühstücksraum in mein Tagebuch schrieb, fiel der Strom in der gesamten Anlage aus. Als ich den tollen Sternenhimmel bewunderte, ging die Beleuchtung wieder an. Schade, denn ohne Licht sah man natürlich viel mehr. Hier zeigte mir Mike auch das Kreuz des Südens. Diese Sternenformation ist kleiner als es der Name suggeriert. Vier bzw. fünf Sterne ergeben eine Raute in Form eines Spieldrachens. Darunter waren 2 Sterne, welche gut als Schnur gelten konnten. Im Nachhinein erfuhr ich, dass das die Planeten Jupiter und Venus waren, welche sich von der Erde aus betrachtet mal wieder relativ nahe kamen.

 

 

25. Februar 2012, ein Samstag

Gegen 6 Uhr war ich schon unterwegs zum Wasserloch. Wenn man nicht den Abzweig verpasst. Aber ich fand unseren Berliner auf dem Weg. Jürgen hatte sich genauso verlaufen. Wir gingen dann gemeinsam zur Wasserstelle. Hier war zwar eine tolle Stimmung, aber leider keine Tiere. Uwe und Marion kamen auch noch zu uns. Es nützte aber nichts, es kam einfach nichts. Auf dem Weg zurück waren im Busch Zebras und Impalas. Neben meiner Wohnung hingen über Nacht an einem Zaun mein Hemd und meine Hose zum Trocknen. Als ich die Sachen abnahm erschrak ich gar sehr. Der Zaun hatte irgendeine Schutzlasur in Streifenmuster an meine Kleidung abgegeben. Ohje! Die kann ich wohl beide wegwerfen, so schlimm ist das eingezogen. Das Frühstück war einfach, aber sehr lecker. Um 8:45 Uhr war Abfahrt nach Mpondo. Dies ist ein einheimisches Zulu Dorf. Hier war kein Tourismus. Die Georg Krauss Stiftung unterstützt hier eine Schule. Dies war wirklich ein Besuch von Wikinger Reisen und Absolut Tours, welche beide die Stiftung mit unterhalten. Wir besichtigten zu Anfang einen Supermarkt. Oder sollte ich ehrlicherweise von einer 10 m² großen Bruchbude berichten? Als Höhepunkt war der Besuch der Highschool angesagt.
Natürlich besuchten wir keinen Unterricht, da wir ja nicht stören wollten. Wir nahmen aber in einem Unterrichtsraum Platz. Dieser sah aus, wie man sich einen Klassenraum in einem Entwicklungsland so vorstellt. Die Schulbücher waren allesamt gebraucht, manche sogar zerfetzt. Aber mit ihnen wurde gearbeitet. Wir erfuhren von unseren Guides James und Lindie, wie viele Menschen hier unter der Armutsgrenze von einem Dollar pro Tag leben, wie viele an Aids infiziert sind und dass die Schüler nach erfolgreichem Abschluss in die Städte abwandern. Bei sengender Hitze gingen wir danach vom Dorf zum Hluhluwe Mfolozi Game Reserve. Gesprochen werden diese Namen Schluschluwe M`folosie. Hier wartete Mike mit unserem Schnauferl auf uns und wir gingen wieder auf Pirschfahrt. Viel sahen wir bis zu unserer Pause nicht. An einer Wasserstelle gab es Mittagessen. Unser Berliner hatte gestern Geburtstag und wir sangen ihm ein Ständchen. Die Landschaft war wunderschön. Sehr hügelig, sehr grün. Nach der Weiterfahrt sahen wir doch noch wilde Tiere. Giraffen, Elefanten, Büffel, Nashörner, Zebras und, und, und. Es war, als wollten sich diese Tiere noch mal zeigen, bevor wir den Park verließen. War am Anfang die gesichtete Beute mager, wurde es zum Ende hin ziemlich unübersichtlich im Busch. Wieder mal verschaffte sich ein Elefant Respekt, damit Mike den Weg frei machte, da die Sippe die Straße queren wollte. In einem Schlammloch suhlte erst ein Büffel, später kam noch einer dazu. Ich sah noch einen Pavian im Baum. Nach dieser tollen Ausbeute an Tierbildern fuhren wir noch 5 Minuten bis zu unserer Bayala
Game Lodge. Gegen 18:30 Uhr waren wir da und ich machte Wasser für Tee heiß. Mangels Kanne füllte ich das heiße Wasser in eine Plastikflasche. Huy, hat die sich aber schön zusammen gezogen. Nach einer Dusche machte ich mich fein. Dann ging es wieder unter den großen Baum. Die Vorspeise war eine Tomatensuppe, dann gab es wieder Salat und als Hauptspeise Wok Gemüse mit Impalafleisch und Hühnchen. Das Ganze wurde mit einem Stück Pudding mit Vanillesauce abgerundet. Danach verschwand ich in mein Zimmer.

 

 

26. Februar 2012, ein Sonntag

In der Nacht fiel mal wieder der Strom aus. Ich merkte das daran, dass der Ventilator ausgefallen war und mir sehr warm wurde. Um 5 Uhr war ich dann wach, allerdings noch nicht ausgeschlafen. Jetzt hatte ich die Wahl. Ab zum Wasserloch und Tiere beobachten? Ich entschied mich zum Weiterschlafen. Um 6:30 Uhr war ich dann fit. Ich duschte und packte und war kurz vor 7:30 Uhr beim Frühstück. Es war hier zwar sehr nett gewesen, ich hätte bei einer Bewertung allerdings Abstriche bei der Sauberkeit gemacht. Und so wirklich motiviert war das Personal dann auch nicht. Aber sehr nett und immer lachend. Um 9 Uhr war Abfahrt und nach 45 Minuten hielten wir an einem Straßenmarkt. Die Mädels aus unserer Truppe wollten Zeit haben und ließen sich nicht auf eine Abfahrtszeit festnageln. Irgendwann fuhren wir weiter und erreichten eine halbe Stunde später Saint Lucia, sprich Sänt Luscha. Wir fuhren erst an den Strand vom Indischen Ozean und blieben dort einen kurzen Moment. Mike zeigte uns am Strand im Sand glänzende, schwarze Partikel. Platin! Dann fuhren wir durch den Ort und kamen an das Ende vom iSimangaliso Wetland Park, einem Süßwassergebiet, welches mal versandet, bevor das Wasser das Meer erreicht, oder auch mal direkt rein fließt. Nach einem Tankerunglück vor vielen Jahren hat man dieses Delta künstlich zugeschüttet. Seitdem war es nicht mehr offen.

Hier ist Südafrikas größter Binnensee. Das Gebiet wurde 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Als wir im Elefant Lake Hotel ankamen, bekamen wir frei und konnten tun und lassen was wir wollten. Ich ging in den Spar Markt und kaufte etwas Biltong und ein Teilchen. Trotz brütender Hitze ging ich ein wenig auf Pirsch. Schmetterlinge und Meerkatzen waren die einzige Ausbeute. Von Pflanzen, Vögeln und Häusern mal abgesehen. Allerdings kam ich nicht weit aus dem Dorf raus, als ich wieder umdrehte, um auf der Pelican Road zurück in Richtung Hotel zu laufen. Ich war froh, als ich die Tür zu meinem Kühlschrank öffnete. Ich hatte die Klimaanlage auf 22° Celsius eingestellt. Da merkte man erst, wie heiß es draußen war, denn mir kam es wirklich wie in einem Kühlschrank vor. Obwohl Mike auch frei hatte, brachte er uns um 15:45 Uhr zum Bootsanleger. Diese Tour über einen kleinen Teil dieses Naturschutzgebiets war einfach nur traumhaft schön. Der St. Lucia See ist 60 Kilometer lang, bis 10 Kilometer breit und nur 1 - 2 Meter tief. Also ideal zum Plantschen. Wenn da nur nicht so viele Flusspferde und Krokodile drinnen wären. Wir teilten das Boot zwar auch noch mit anderen Touristen, ich konnte aber oben auf der Plattform einen der sieben Plätze ergattern. Unser Christoph wurde von einem Deutschen während der Fahrt aufgefordert, als achte Person unbedingt aus Sicherheitsgründen wieder runter zu gehen. Der Mensch wurde ziemlich penetrant, Christoph zu recht sauer, denn er hatte vom Steuermann die Erlaubnis bekommen. Ich fragte auch mal nach, ob er denn der Kapitän sei. Die Bemerkung "typisch deutsch" schluckte ich runter. Dass dieser Mann sich vorher mit seiner Frau und noch 2 Freunden an unserer Gruppe an der Warteschlange vorbeigepfuscht hatte ist mit Sicherheit von seiner Seite aus rechtens gewesen. So, lassen wir diese unerfreuliche Posse hinter uns. Mehrere Flusspferdfamilien lagen schlafend im Wasser. Adler saßen in Bäumen, Kingfischer, auf deutsch Eisvögel, waren wunderbar zu beobachten. Aber nicht nur die Tiere waren schön zu beobachten. Auch die Landschaft war sensationell. Hauptsächlich Mangroven säumten das Ufer. Ach, das hätte ich gleich noch mal machen können. Nach 19 Uhr trafen wir uns dann im Restaurant Quaterdeck. Mike hatte für uns 13 einen Tisch bestellt. Er selbst schaute nach, ob alles klappte. Als er ging, kam kurze Zeit später Aufregung auf. Auch Mike kam zurück. Besser gesagt, er musste umdrehen. Ein Flusspferd ist mit seinen 2 Jungen über die Straße neben dem Hotel marschiert, um es sich in einem Vorgarten eines Hauses gemütlich zu machen. Das war natürlich eine Attraktion. Meiner Ansicht nach sind allerdings einige Personen viel zu nah an die Tiere gegangen. Leider auch aus unserer Gruppe. Ich dachte, wir wüssten es besser? Immerhin werden durch Flusspferde mehr Menschen getötet, als durch Haie oder Löwen. Nicht umsonst gelten Flusspferde als die gefährlichsten Tiere der Welt. Unser Restaurant war alles andere als gemütlich. Aus einer Disco wummerte ein Bass. Und als wenn das nicht schon störend genug war, versuchte unser Restaurant, diese Geräuschkulisse noch mit Musik zu übertönen. Als das Essen kam, bekam ich eine Single Fish Platter. Allerdings fehlte der Cay fish, eine Languste. Diese war aus. In einem Fischrestaurant? Das Essen war okay. Einen Stern würde ich jetzt nicht vergeben. Ich war relativ früh, nämlich um 21:20 Uhr, auf meinem Zimmer, denn...

 

 27. Februar 2012, ein Montag

...um 6 Uhr war ich ohne Wecker aufgewacht. Allerdings war die Nacht alles andere als geruhsam gewesen. Noch dazu hatte ich leichte Kieferschmerzen. Die hatte ich schon seit 2 Tagen. Schlimmer aber war ein Pups, welcher sich in der Unterhose verbreitete. Der anschließende Toilettengang war sehr Darm reinigend, um es mal vorsichtig zu formulieren. Ich tippte auf die Muscheln. Das heutige Programm war straff gesponnen. Und daher gab es bereits um 6:45 Uhr Frühstück, da um 7:45 Uhr Abfahrt war. Wir fuhren bis Durban. Hier besuchten wir eine indische Markthalle. Als wir damit fertig waren fuhr uns Mike an den Strand und ließ uns selbstständig durch Sand und auslaufende Wellen bis zu seiner Live Guard Station laufen. Wenn er kein Reiseführer ist, ist er hier im Verein Mitglied. Im indischen Markt hatte Mike Teigtaschen besorgt. Die servierte er nun. Wer wollte, ging noch kurz ins Meer. Gegen 14:20 Uhr kauften wir noch einen Supermarkt leer. Und dann ging es wieder in die Drakensberge, den Drachenbergen. Ich glaube, wir haben alle geschlafen. Bis auf Mike - hoffentlich, denn er fuhr ja. Auf der Autobahn wurden wir plötzlich geblitzt. Da wir genauso langsam wie der Wagen vor uns fuhren, stellt sich die Frage, warum wir und er nicht? Wahrscheinlich löste die Kamera wegen den Ausmaßen und nicht wegen der Geschwindigkeit aus, da LKW nicht die rechte Spur zum Überholvorgang benutzen durften. Hier herrscht übrigens Linksverkehr. Als wir von der Autobahn abfuhren, waren wir schon ganz gut geklettert. Hier oben tauchte die untergehende Sonne Felder, Wiesen und Berge in ein wunderschönes Grün. Seen waren blauer als Blau. Zulu Dörfer sind keine komprimierten Siedlungen, sondern verteilten sich über viele Hügel und Täler. Das war eigentlich immer sehr nett anzusehen. Hier war es einfach nur schön. Und das wurde noch durch Giants Castle gesteigert. In Zulu heißt das Gebiet Ukhalamba. Man spricht es Ukaschlamba aus. Es bedeutet die Barriere der Schilder und Speere. Die Berge sind hier bis zu 3377 Meter hoch und ziehen sich über 35 Kilometer mit einer steil abfallenden Seite. Beeindruckend anzuschauen. Und auch beeindruckend, darin zu wohnen. Ich bewohnte ein Holzhaus mit direktem Blick auf diese tolle Kulisse. Hier herrschte auch eine totale Ruhe. Nicht nur von der Stille her, auch von der Ausstrahlung. Für mich einer der schönsten Orte in Südafrika. Auf jeden Fall der Großartigste! Das Abendessen war wieder in Buffetform dargereicht. Auch heute war es wieder sehr schmackhaft.

 

 

28. Februar 2012, ein Dienstag

Um 6 Uhr wurde ich wach. Auf der Terrasse sitzend genoss ich die Landschaft mit den über die Bergkronen ziehenden Sonnenstrahlen. Nach dem Frühstück gingen wir eine dreiviertel Stunde zu den Main Caves. Jürgen aus Berlin rutschte in einem Bach aus. Ihm war Gott sei Dank nichts passiert. Allerdings ist sein Objektiv so ungünstig aufgeschlagen, dass es abgebrochen ist. Ich wusste direkt, wie er sich fühlte. An den Höhlen sollte unser Führer auf uns warten. Punkt 10 Uhr waren wir an der Pforte zum Eingangsbereich der Felsmalereien. Aber es war kein Guide weit und breit zu sehen. Um 11 Uhr warteten wir immer noch. Aber auch da kam keiner. Obwohl offiziell jede volle Stunde eine Führung stattfinden sollte. Und angemeldet waren wir auch. Wir kehrten also unverrichteter Dinge wieder um. Mike organisierte dann für morgen früh eine Führung. Als wir in das Camp zurück kamen, sollte die nächste Wanderung zum Bergview um 14:30 Uhr starten. Ich machte mit Mike aus, dass ich alleine eine Runde durch die Natur lief. Um 12:20 Uhr trug ich mich in das Hiking Buch am Hauptgebäude ein. Ich erkletterte schnell Höhe und war direkt in der Natur. Es gab 3 Hauptwanderwege. Diese glichen aber eher Wegen für Gänse. Den Abzweig zu Giant`s Hut ließ ich rechts liegen und begab mich zur Meander`s Hut, um die Gruppe später am Bergview wieder zu treffen. Ich und Orientierung, man ahnt es schon. An einer Höhensäule kam ich vorbei und lief den schmalen Weg immer weiter. Da 2 Paviane diesen Weg auch nutzten, war mir irgendwann klar, das war der falsche Pfad. Auf einer Karte, welche immerhin 10 Rand gekostet hatte, versuchte ich die Orientierung wieder aufzunehmen. Aber es war zu spät. Das Naturerlebnis war aber traumhaft. Ich teilte Wasser und Nahrung ein. Irgendwann fand ich Reifenspuren. Diesen folgte ich bis zu einem Feldweg. Er führte in die Richtung, in die ich musste, driftete aber irgendwann nach rechts ab. Auf der ganzen Wanderung gab es keinen Schatten. Kein Baum, kein Haus, kein Fels spendete Schatten. Es gab hier einfach nichts, was Schatten warf und so für eine Abkühlung sorgte. Nach einer ganzen Weile, ich hatte schon Wasser an einem Bach aufgefüllt und mich erfrischt, kam ich an eine Wanderweggabelung. Der Feldweg, auf dem ich gekommen war, war der nach Meander`s Hut. Da war ich aber nie angekommen. Zur anderen Seite ging es zum Bergview und zum Camp. Dieser Pfad war höchstens 20 Zentimeter breit und er führte durch hohes Gras. Ich schürfte mir durch Tritte von meinen eigenen Schuhen die Knöchel an beiden Beinen auf, so eng war es hier. Die Sonne ging so langsam unter und ich fragte mich, ob ich noch richtig sei. Da kam wieder ein Hinweisschild und so langsam kam ich in die Nähe des Camps. Ich wusste ja wo es lag. Da lagen halt nur noch ein paar Hügelketten zwischen mir und dem Habitat. Als ich mich gegen 17:50 Uhr austrug, erschrak ich sehr. Die Gruppe war noch nicht zurück. Ich musste mich jetzt erst erfrischen. Danach wollte ich mich direkt um die Gruppe kümmern. Allerdings kam unser Pechvogel Jürgen irgendwann frisch geduscht und adrett gestriegelt zu mir, um mich etwas über sein Objektiv zu fragen. Dabei kam dann ans Licht, dass die Gruppe schon seit 2 Stunden zurück war. Um 19 Uhr traf sich alles wieder im Restaurant. Mike musste zugeben, dass er vergessen hatte, sich auszutragen. Und das passierte einem ausgebildeten Ranger, Wanderführer, Naturburschen! Heute gab es a la Carte. Ich bestellte eine Drakensberge Forelle zur Vorspeise und bekam danach Tagliatelle mit Hühnchen überbacken. Mit dem Karlsruher Jürgen hatte ich gewettet, dass die Forelle aus ist, so wie die Languste im Fischrestaurant. Er hatte ein Bier gewonnen. Eine Mousse hatte ich mir nach 6 Stunden wandern wahrlich verdient. Das Essen war auch heute nicht so doll, aber schmackhaft.

 

 

29. Februar 2012, ein Schaltjahr-Mittwoch

Von wegen, um 7 Uhr könnt ihr zum Frühstück kommen. Die Angestellten sahen das anders. Aber um 7:15 Uhr bekamen wir wenigstens schon Getränke. Auch zu diesem Frühstück wurde die Karte gereicht. Ich bestellte ein Joghurt Müsli mit Früchten. Relativ pünktlich gingen wir dann gegen 8:15 Uhr erneut zu den Wandmalereien. Dort waren wir um 8:50 Uhr. Irgendwer aus der Gruppe hatte gestern gesagt, dass es heute laut Wettervorhersage regnen würde. Na, wenn das Regenwetter war, lasse ich mir das jeden Tag gefallen. War das schön! Schäfchenwolken mit leichter Brise, ansonsten strahlend blauer Himmel. Um 9 Uhr kam tatsächlich ein junger Guide und führte uns zu den Höhlenmalereien. Höhlen in unserem Verständnis waren das nicht. Eher Felsvorsprünge.

Die ersten Zeichnungen entstanden schon vor mehreren Tausend Jahren durch die San, einem Volksstamm. Aber auch noch vor hundert Jahren wurde gemalt. Beim ersten Hinschauen sah ich nicht viel. Aber dann! Familienclans, fast alle Tiere aus Afrika und Jagdszenen waren abgebildet. Man musste halt nur genauer hinschauen. Wir gingen diesmal einen anderen Weg zurück, an einem Bach entlang. Um 11 Uhr war dann Abreise aus dieser tollen, tollen, wunderschönen Gegend. Wir befuhren wieder ein Stück der N2. Bei Nottingham Road legten wir eine kurze Pause ein. Hier gab es einen Antiquitätenladen. Diesen hätte ich leer kaufen können. Als wir wieder von der Autobahn abfuhren, erblickten wir wieder eine wundervolle Landschaft. Der passende Vergleich wäre mit dem Alpenvorland zu ziehen. Irgendwann wurde es wieder schroffer. Aber überall war es Grün. In Underberg gab es wieder eine Rast. Ich stöberte durch eine kleine Ansammlung von Geschäften, ehe ich mich ins Lemon tree House begab. Esther empfahl mir den Apfelkuchen. Ich hätte allerdings den Schokokuchen vorgezogen, wenn ich Hunger gehabt hätte. So orderte ich nur eine Heiße Schokolade. Ich bekam eine Tasse mit warmer Milch serviert. Daneben lagen 2 Stücke Schokoladenwürfel. Schwupps, rein damit, umrühren, lecker! Als es ans Bezahlen ging brach das Chaos aus. Die Chefin kassierte pro Tisch ab. Am Ende blieben trotzdem Kuchen und einige Kaffee unbezahlt. Mike beglich den offenen Betrag. Allerdings bat mich die Chefin darum, Mike nochmals zu ihr zu schicken. Es hätte nicht viel gefehlt und Mike wäre ihr wohl gerne an den Hals gesprungen. Nicht vor Verlangen, sondern vor Wut. Wir kamen dann aber doch noch los. Die Landschaft blieb wunderschön. Wir fuhren bis nach Kokstad. Die Attraktion hier ist ein Hochsicherheitsgefängnis. Kurz hinter dem Ort lag the old Orchard Guesthouse. Nach 2 mal Tauschen hatte ich plötzlich ein Haus am See. Die Veranda stand im Wasser, nicht zu verwechseln mit unter Wasser. Hier waren alle Häuser aus Holz. Auch das sonstige Ambiente war urig. Mein Halter für das Toilettenpapier war ein Ast. Ich spazierte einmal um den See, ehe wir uns um 19 Uhr im großen Restaurant zum Abendessen trafen. Das Essen hatten wir alle schon beim Einchecken bestellt. Sogar die Getränke mussten vorab bestellt werden. Ich hörte dann, wie ein Wagen wegfuhr und nach 30 Minuten wieder kam. Na, wenn das nicht unsere Bestellung war? Ich hatte einen Biltong Salat und später 3 Koteletts vom Lamm. Ein Stück Kuchen mit Vanilleeis war mein Nachtisch. Um 21:45 Uhr machte ich mein Licht aus. Das war 20:45 Uhr nach deutscher Zeit!

 

 

01. März 2012, ein Donnerstag

Damit war klar, dass die Nacht nicht allzu lang werden würde. Und vor 6 Uhr saß ich bereits auf meiner Veranda und lauerte mit meiner Kamera auf Opfer. Bis auf Spatzen und Enten hielt sich meine Ausbeute allerdings in Grenzen. Das Frühstück war heute ganz nach meinem Gusto. Müsli und Früchte in Joghurt getränkt. Lecker und erfrischend. Die Fahrt begann pünktlich um 8:30 Uhr. Es ging durch Kokstad zurück und dann bogen wir auf die N2 ein. Hier herrschte sehr starker Verkehr. Kurz danach waren wir schon im Eastern Cape. Die Straße schlängelte sich Berge hinauf und dann wieder hinunter. Und die LKW sind hier manchmal bergauf sehr langsam. Kurz vor Mthatha referierte Mike vom Flightdeck aus über Nelson Mandela. So begrüßte er uns jeden Morgen: "Guten Morgen, meine lieben Freunde, hier vom Flightdeck". Mthatha ist die ehemalige Hauptstadt der Transkei gewesen. Hier war tiefstes Afrika. Hier wuselte das Leben.

Das Mandela Museum hatte wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Wir fuhren ein wenig weiter, bis Mike tanken musste. Hier aß ich einen Burger. Vielleicht wollte mein Körper einen Ausgleich zu dem gesunden Frühstück. Auf der Toilette war wieder ein Kondomspender. Diesmal konnte ich nicht widerstehen und ich nahm mir ein Päckchen mit 6 Verhüterlis mit. Wieder zurück im Schnauferl bemerkte ich, dass die Klimaanlage gar nicht mehr auf mich tropfte. Klar, sie war ja auch defekt. Es wurde im Bus ganz schön heiß. Wir fuhren zur Kei Brücke. Allerdings vergingen bis dahin über 2 Stunden. So langsam waren wir von dieser Überführungsfahrt alle platt. Daran war die defekte Klimaanlage bestimmt nicht unschuldig. Was wirklich toll war, war die Landschaft. Und wenn wir durch Dörfer kamen, war es einfach exotisch. In diesem Landstrich gab es keine Weißen. Auch weil die Transkei mal aus politischen Gründen unabhängig war. Touristen wird empfohlen, hier nicht nachts zu fahren und nur an der Tankstelle an der Brücke über den Kei, da wo wir jetzt einen kurzen Stopp einlegten, eine Rast einzulegen und sich zu versorgen. Der Blick auf die Brücke war nicht ganz so aufregend wie zuvor von unserem Reiseführer versprochen wurde. Jetzt war es nicht mehr so weit, bis wir unser nächstes Ziel für 2 Nächte erreichten. Das Inkwenkwezi Privat Game Reserve. Was dann kam, damit hatte aus unserer Truppe wohl niemand gerechnet. Wir wurden vor der Halle des Rezeptionsgebäudes stilvoll mit Sekt und Orangensaft begrüßt. Danach wurde uns der Stundenplan für die nächsten 2 Tage ausgehändigt. In der Zwischenzeit wurden die Koffer auf einen Range Rover verladen. Wir füllten derweil eine Ausschlusserklärung aus, in der wir uns wohl damit einverstanden erklärten, uns vom Löwen fressen zu lassen und das Ressort muss nicht für den Schaden aufkommen. So ungefähr eben. Dann wurden auch wir auf 2 Range Rover verteilt. Mit einem anderen Wagen würde man die Straße, welche wir nun gefahren sind, kaum bewältigen. Das Wort Straße passt eigentlich auch gar nicht so richtig. Es ging durch Bachbetten und ausgespülte Sandstraßen in steilen Winkeln hoch und runter. Das Busch Camp wurde nach fast 30 Minuten Fahrzeit erreicht. Hier bekam ich Zelt Nr. 2. Der Blick von meiner Veranda war so mit das Schönste, was ich je gesehen habe! Hier entstand Konkurrenz zum Giant`s Castle. Ich hatte einen freien Ausblick über den Busch. Mein Schlafraum war ein Zelt, welches nochmals durch eine Plane vor Niederschlägen geschützt wurde. Die Einrichtung hätte auch in einer einfachen Hütte stehen können. Auf einer Kommode gab es einen Wasserkocher und Elektrizität war auch vorhanden. Die Dusche und das WC waren gemauert. Die Dusche hatte kein Fenster. Aber nicht falsch verstehen, es war nicht zugemauert, sondern im Durchlass war freier Blick auf den Dschungel. Man sollte nachts auch das Licht anlassen, damit keine Fledermäuse zum Schlafen hinein flogen. Mädchen sollten besser nicht darüber nachdenken, welches Ungeziefer dadurch Unterschlupf fand. Ich hätte in dem Augenblick mit nichts auf der Welt tauschen wollen. Luxus im Taschenformat. Um 19 Uhr gab es nochmals einen Begrüßungstrunk. Och, so könnte das weiter gehen. Um 19:30 Uhr gab es Essen. Zur Hauptspeise bekamen wir alle eine Fischplatte. Mit Muscheln! Na, das konnte ja lustig in der Nacht werden. Ein Eis mit Schokosauce und dann noch einen Kaffee und um 21:30 Uhr war ich schon in meinem Zelt. Ich versuchte mich noch an ein paar Aufnahmen von dem Gewitter in der Ferne, aber es sollte mir nicht wirklich gelingen.

 

02. März 2012, ein Freitag

Ich war seit 4:40 Uhr wach. Aber richtig wach, nicht übernächtigt. So richtig ausgeschlafen! Was für ein Urlaub. Die lautesten Geräusche hier im Busch kamen übrigens von Kühen. Das Muhen einer nicht allzu fernen Herde begleitete mich die ganze Nacht. Um 6 Uhr gingen wir alle mit Gregg in den Busch auf die Pirsch. Zuerst entdeckten wir einen Strauß. Wir sahen zwar nicht allzu viele Tiere, aber es war schon sehr spannend. Zebras waren relativ nah, Impalas natürlich auch. Und ein Emu. Ein Emu? Hier in Südafrika? Sie war wohl aus einer Emu Farm ausgebüxt, die es hier früher mal in der Nähe gab. Nach dieser Exkursion ging es zum Frühstück. Hier trafen wir auch die Filmcrew Matthias und Philipp. Sie waren für Wikinger Reisen unterwegs und sollen Aufnahmen von uns Abenteurern machen. Danach enterten wir abermals die Range Rover und fuhren in den Sicherheitsbereich zu den Weißen Löwen. Und tatsächlich, wir haben auf dieser Reise noch ein Rudel Löwen gesehen. Da das Reservat ein privat geführtes Unternehmen war, war die Chance höher als 80:20, dass wir welche sehen würden. Später ging es zu den Elefanten. Diese wurden dann so richtig vorgeführt. Fehlte nur der Handstand. Aber, die Ambivalenz in einem, es war interessant. Es ging dann zum Rezeptionsgebäude zurück. Hier war für eine Hochzeitsfeier gedeckt. Für nur 250 Gäste. Hinter dem Gebäude ging es zu dem Außenbereich für die Cheetahs. Das hört sich zwar nett an, sind aber keine Affen, wie man fälschlicherweise annehmen könnte. Ein Cheetah ist ein Gepard. Auch wir gingen in das Gehege hinein. Ein paar von uns waren wohl skeptisch, zu den Bestien reinzugehen. Sie kamen aber später nach. Denn diese 3 Geparden waren mit der Flasche groß gezogen worden, also handzahm. Nach einer erneuten Abenteuerfahrt zum Busch Camp zurück gab es Mittagessen. Etwas Fisch, etwas Fleisch, etwas Karamellpudding. Hier konnte man es aushalten. Philipp fragte mich, ob ich nach dem Essen Zeit für ein Interview hätte. Ich hatte. Allerdings konnte ich mich nicht erfrischen, weil mein Wasserhahn kaputt repariert wurde. Er war gestern schon defekt, jetzt aber nach der Reparatur, hatte ich gar keinen Hahn mehr, das Wasser kam aus dem Schlauch. Das Interview verlief auch nicht ganz glatt. Matthias lieh sich mein Stativ und mein Teleobjektiv. Philipp kam dann später dazu. Er war für die Fragen zuständig. Die Zeit zur neuerlichen Abfahrt wurde nun aber knapp. Die Fragen wurden so gestellt, dass man eigentlich nur positiv über den Reiseveranstalter Wikinger reden konnte. Also ein Werbefilmchen. Warum auch nicht? Und ich bin bisher mehr als sehr zufrieden. Auf die Frage, ob ich auch alleine, also individuell mit Wikinger reisen würde, verneinte ich. Das habe ich ja nun schon bewiesen, dass ich das ganz alleine kann. Mit Sicherheit wird diese Antwort dem Cutter zum Opfer fallen. Mike hatte uns für den heutigen Nachmittag zum Strand geschickt. Wir sollten einen kurzen Spaziergang von einer Bucht zur nächsten unternehmen. Er hat leicht unterschlagen, dass die Entfernung knapp 8 Kilometer betrug. Das war nicht fair, denn er hatte den Schwimmern versprochen, dass sie ausreichend Zeit zur Verfügung hätten um ins Meer zu gehen. Da wir pünktlich zum Sonnenuntergang am Endpunkt ankamen, war Esther zu recht ein wenig sauer. Auch, weil unser Guide Justin plötzlich einfach verschwunden war. Er machte sich an einer gefährlichen Stelle mit vielen Felsen einfach auf und davon. Ich trottete hinterher. Durch das Tempo der Gruppe fiel ich zurück. Es kam soweit, dass ich plötzlich ganz alleine auf dieser Welt war. Niemand vermisste mich. Die Gischt tat ein Übriges, dass ich den Sichtkontakt verlor. Dagmars Jürgen schaute wohl immer mal wieder nach mir. Er konnte mich sehen, ich ihn aber durch den Lichteinfall nicht. Aber toll war es und viele schöne Motive sind mir vor die Linse gehuscht. Möwen, Kormorane, Austernfischer, Steine und Muscheln, um nur Einige zu nennen. Einer der 2 Brüder, welche die Inkwenkwezi Lodge betreiben, begleitete uns ein Stück. Ein wirklicher Spaziergang war das auch für ihn nicht, denn er schwitzte am Rücken wie ein Wasserfall. Da ich nur von einem kurzen Spaziergang ausgegangen war, war ich auch nicht wirklich ausreichend mit Nahrung und Wasser versorgt. Am Ende bekamen wir von Justin, der dann wieder da war, Getränke aus der Kühlbox gereicht. In der Dämmerung ging es dann wieder im Range Rover zurück. Es war übrigens eine echte Kunst, mit diesen Gefährten zu fahren. Das waren noch richtige Geländewagen. Der Allradantrieb wurde nicht einfach nur dazugeschaltet, der wollte im Stand von Hand reingedrückt werden. Im Camp angekommen, kam Bryan zu mir und sagte, dass man mich bereits umgezogen hätte, weil mein Wasserhahn defekt sei. Mir persönlich war das so etwas von ...egal! Da meine Tasche fast fertig gepackt war, war diese Aufgabe schnell erledigt. Das neue Zelt lag etwas höher im Hang. Wegen der Dunkelheit konnte ich den Ausblick allerdings heute nicht genießen. Gegen 20 Uhr versammelten wir uns alle wieder so langsam im großen Saal. Ein Krabbencocktail machte Lust auf mehr. Das Hauptgericht war ein Grillteller. Der Nachtisch war wieder standesgemäß. Heute machte ich mal die Nacht zum Tage und schlief erst gegen 22:30 Uhr ein.

 

 

03. März 2012, der letzte Samstag in Südafrika für dieses Jahr

Ich schlief unruhig. Zwischendurch stellte ich den Ventilator aus. Ich wäre sonst vermutlich ein Eiszapfen geworden. Irgendetwas wollte auch mein Zelt auffressen. Die ganze Nacht hörte ich knabbernde Geräusche. Allerdings hörte ich heute Nacht gar kein Muhen. Vielleicht war der Löwe da gewesen? Zur Entschädigung der unruhigen Nacht gab es einen Bilderbuchmorgen. Ich setzte mich mit einer Tasse Nescafé auf die Terrasse und genoss! Die Ruhe und die Geräusche. Ein Widerspruch in sich? Nicht wirklich, denn die Vogellaute waren nicht störend. Um 7:45 Uhr saßen wir wieder in den Schüttelmaschinen, den Range Rovern.  Aus unserem Gefährt flog tatsächlich ein Koffer auf die Piste. Nach der Begleichung der Rechnung besuchte ich noch mal die Geparden. Ich fand diese Tiere einfach nur athletisch und faszinierend. Im Schnauferl zurück, machten wir durch East London eine Stadtrundfahrt. Diese Stadt wird auch Buffalo City genannt. Die Einheimischen bezeichneten den Fluss "Konka". Das ist die Übersetzung für Büffel. Mercedes hat hier eine Fabrik und stellt 80 % aller Rechtslenker der C Klasse hier her. Wir kamen weiterhin recht gut voran und machten in Graham`s Town einen längeren Stopp. Dies ist eine Universitätsstadt, mit britischem Charme. Wir parkten an der Kathedrale St. James und St. Georg. Mike erzählte uns zwar, warum diese Kirche 2 Namen hatte, aber ich habe vor lauter Informationen eben diese vergessen. Ich kaufte im Checker`s ein paar Kleinigkeiten. Mit Esther zusammen fragte ich 2 Personen auf einer Parkbank, ob wir uns dazu setzen könnten. Natürlich durften wir. Das für mich völlig Unverständliche ist, dass es mal eine Zeit gab, wo das nicht möglich war. Die Beiden waren nämlich schwarz. Welche Gehirne solche Linien ziehen ist mir völlig unbegreiflich. Um 12:30 Uhr ging es weiter. Draußen wurde es heiß. Das merkte man auch an dem Fahrtwind, der keine Abkühlung mehr brachte. Die Klimaanlage tat es zwar wieder, aber erfrischen ist anders. Und so war es bei der Ankunft im Addo Elefant National Park ganz schön drückend. Unser Berliner und ich buchten im Park eine Sundowner Tour. Der Rest der Truppe traf sich um 16:30 Uhr zur Pirschfahrt. Gerne wäre ich wieder in das Rondavel gezogen, in dem ich 2006 genächtigt hatte. Mir wurde aber Chalet 37 zugewiesen. Hört sich nobler an, als es das dann war. Einer der 2 Filmleute sollte eigentlich mit bei mir aufs Stuberl kommen, entschied sich dann aber für die Schlafcouch in Mike`s Appartement. Wahrscheinlich hatte unser Guide ein Machtwort gesprochen. Ausgemacht hätte mir das wenig, im Gegenteil, ich hatte es dem Filmteam ja sogar angeboten. Ich spazierte ein wenig durchs Camp, aber sogar mir wurde das zu heiß. Im Vogelbeobachtungsposten machte ich es mir eine Zeit lang bequem. Einige Kardinalwebervögel kamen mir vor die Linse. Nett anzuschauen sind sie ja. Dem Namen Kardinal machen einige von ihnen wirklich alle Ehre. Plötzlich war mein Kugelschreiber weg. Ich suchte in meinen Taschen. Ich suchte in meinem Rucksack. Ich suchte auf dem Boden. Er war weg. Dann schaltete ich die Taschenlampe ein und suchte mein Sitzgebiet gründlich ab. Und siehe da, der Kuli hing in der Luft! Kein Witz, aber auch kein Voodoo. Er ist in ein Spinnennetz gefallen und blieb da hängen. Jürgen und ich waren pünktlich am Treffpunkt. Und so ergatterten wir die Außenplätze in der ersten Sitzreihe. Neben mich setzte sich dann ein Kaliber wie ich selbst. Aber das störte vom Platzangebot nicht weiter. Er war nur ein wenig unsympathisch. Alle 15 Abenteurer kamen übrigens aus Deutschland. Unser Guide hieß Headman, den Namen vom Fahrer habe ich mir nicht gemerkt. Die Tour fing gemütlich an. Ein Schakal war auf der Jagd. Ein paar Warzenschweine nahmen recht schnell Reißaus. Elefanten waren auch im Gebüsch zu sehen. Als es eine Snackpause gab, waren Jürgen und ich dann auch ernüchtert. Bei der gefahrenen Strecke hätten wir auch mit Mike und unserer Truppe fahren können. Denn auch wir waren nur auf Asphalt unterwegs gewesen. Nach der Pause sahen wir dann Elefanten von Nahem. Das war eine recht große Sippe. Jetzt endlich fuhr unser Fahrer an einem Durchfahrtsverbotenschild vorbei und bog auf eine Buckelpiste ein. Ein paar Meter weiter zerlegten Schakale noch den Rest von einem Kudu. Und plötzlich lag er im Unterholz. Ein Löwe! Er störte sich nicht an uns und schlief. Irgendwann erregten wir dann doch seine Aufmerksamkeit und er sah zu uns rüber. Unser Fahrer demonstrierte eindrücklich, dass die Fahrzeuge die Tiere nicht stören. Sollte aber die Silhouette des Wagens durch menschliche Glieder, welche nach außen gehalten werden, durchbrochen werden, ist man Teil der Futterkette. Mindestens ein Weibchen war auch bei dem Löwen. Sie blieb allerdings hinter einem Busch unsichtbar. Eine Pfote wurde mal in die Höhe gestreckt. So kann ich jetzt ganz ehrlich behaupten, in diesem Urlaub alle Big Five in freier Wildbahn gesehen zu haben. Elefant, Büffel, Spitzmaulnashorn, Leopard und Löwe gelten als Big Five. Diesen Ausdruck benutzten früher die Großwildjäger, wenn sie auf Safari gingen. Heute vermarktet diesen Begriff die südafrikanische Tourismusbehörde. Wir kamen etwas später zurück als verabredet. Ich duschte schnell und dann trafen wir uns bei Mike auf der Veranda zum Abendessen. Heute hatte er sein letztes Kochgelage zu absolvieren. Es gab eine Kürbissuppe und danach Bobotie, ein Auflaufgericht mit Hackfleisch und Gewürzen vom Indischen Markt in Durban. Als Nachtisch gab es eine Tiramisu. Die war nicht ganz mein Ding. Aber sonst war alles von unserem Chefkoch sehr lecker zubereitet.  Wir unterhielten uns noch alle eine Weile, ehe es in die Stuben ging, denn der Wecker war auf...

 

 

04. März 2012, ein Sonntag

... 5:45 eingestellt. Für Langschläfer ist diese Reise nicht zu empfehlen. Wir trafen uns bei Mike und um 6 Uhr war die letzte Pirschfahrt im Busch angesagt. Einen Kudu sahen wir und mehrere Schakale. Ein Schakal machte sein Geschäft natürlich in die Wildnis. Aber was ich dann sah, ließ mich schmunzeln. Er robbte mit seinem Hinterteil über den Boden. Popo abwischen auf Schakalart. Neidisch schaute ich einem Rangergefährt hinterher, als er auf die Piste abbog, die für uns verboten war. Oben auf dem Hügel hatten wir gestern den Löwen aufgespürt. Wir fuhren weiter, ohne viel zu sehen. An einem Wasserloch sahen wir dann eine Tüpfelhyäne. Die Anwesenheit der Hyäne machte aber eine Rotte Warzenschweine nervös. Mindestens ein Tier näherte sich immer der Hyäne. Sie tat so, als interessierte sie das alles nicht. Als die Annäherungen dann massiver wurden und von drei Warzenschweinen ausgeführt wurden, reichte es ihr dann doch irgendwann. Und dann erfolgte tatsächlich ein Angriff von einem Keiler. Die Hyäne trat die Flucht an. Der Grund für die Angriffe waren eine Bache mit 2 Jungtieren. Viel zu weit weg, aber noch zu erkennen, standen mehrere Erdmännchen kerzengerade auf der Erde. Eine Elefantenherde schritt gemächlich auf das Wasserloch zu. Leider hatten wir nicht die Zeit, auf die Ankunft zu warten. Termine! Bei der Rückfahrt zum Frühstück sahen wir noch Zebras an einem Wasserloch. Sehr fotogen, da sich die Silhouetten im Wasser spiegelten. Noch einmal frühstückten wir auf der Terrasse von Mike. Es gab natürlich Brot und Müsli. Das Beste aber waren die Reste von der Tiramisu und dem Bobotie. Auf die Tiramisu verzichtete ich gerne, aber beim Bobotie konnte ich nicht widerstehen. Auf der Fahrt zum Tsitsikama Park war es die ganze Zeit bewölkt. Dann fing es auch noch an zu regnen. An der Storm River Bridge machten wir Pause. Wäre das Wetter schöner gewesen, wir hätten einen spektakulären Aussichtspunkt gehabt. Wieder aß ich einen Burger. Da es auch in Plettenberg Bay regnete, unsere nächste Station, warteten wir auf das Filmteam, von denen wir uns dann verabschiedeten. Unsere heutige Wanderung würde wohl ins Wasser fallen. Schade, so wurden wir als Wikinger - Wandergruppe nicht filmisch festgehalten. Es waren noch 70 Kilometer bis Plett. Als wir dort ankamen, hörte der starke Regen auf. Hier war aber so gar nichts los. Nur mit Sonntag hat das wohl nicht nur zu tun. Es war einfach keine Saison. Wir fuhren an den Strand und wussten irgendwie gar nicht, was wir hier sollten. Mike lud uns dann in den Bus zurück und brachte uns ins Hotel. Kurz vor der Abbiegung zur Einfahrt mussten wir an einer Baustelle ziemlich lange warten. Eine der Baustellenwächterinnen fing plötzlich wild an zu tanzen und lächelte so, als wäre sie high. Aber lustig war schon. Das Crescent Hotel war gediegen und mondän, ohne zu überkandidelt zu wirken, ist die vielleicht beste Beschreibung. Der Senior Hausherr begrüßte uns sehr vornehm mit Handschlag und leichter Verbeugung. Da das Wetter sich besserte, wollten wir doch die Robberghalbinsel Wanderung unternehmen. Ulla und Jürgen verzichteten, der Rest war pünktlich zur Abfahrt im Bus. Von der Hoteleinmündung bis zur Straße standen wir bestimmt 10 Minuten vor dieser vermaledeiten Baustelle. Als wir dann weiterfuhren, bogen wir kurze Zeit später auf den Robberg ein. Um kurz darauf vor einer Baustelle zu stehen. Die Wartezeit war sogar noch länger. Mike kochte innerlich. Das konnte man spüren. Natürlich zogen sich in der Zeit die Wolken zu. Und als wir am Ausgangspunkt ankamen, peitschte der Regen auf unser Auto. Jetzt hatte ich ziemlich viel Freizeit. Ich wusste kaum etwas mit der Zeit anzufangen. Alles Mögliche habe ich sortiert und mein Tagebuch weiter vervollständigt. Um 19 Uhr ging es zum gemeinsamen Abendessen. Mike fehlte entschuldigt. Er hatte höllische Rückenschmerzen und gab sich einen Medikamentencocktail. Mir wurde ein Hühnchensalat serviert. Als Hauptspeise reichte man uns Hecht. Durch die Zuwendung von Koriander und Pfeffer und anderen Kräutern schmeckte er vorzüglich. Ein Käseküchlein schloss den Magen. Wir saßen noch länger zusammen und schwatzten. Ehe wir die Nacht zum Tage machten, beendeten wir das Gelage so gegen 22:30 Uhr.

 

05. März 2012, ein Montag

Um 6 Uhr war ich bereits frisch geduscht. Ich schaute vor dem Frühstück nach 2 Wochen Abstinenz meine E-Mails am Pool durch. Hier gab es nämlich Wi-Fi. Allerdings war es hier ganz schön frisch. Um diese Uhrzeit natürlich auch kein Wunder. Auf die Frage, ob ich mein Frühstück auf der Terrasse, oder im Innenraum einnehmen wollte, entschied ich mich für den Innenraum. Die langsam eintrudelnde Truppe hat das ähnlich gesehen. In Knysna, das spricht man Neisna aus, hatten wir 45 Minuten an der Waterfront. Hier sah es ähnlich aus wie in San Francisco. Hier kaufte ich tatsächlich ein Andenken. Sehr farbenfrohe Glasuntersetzer. Am Dolphin's Point konnte man schön auf Knysna und die Küste gucken. Jetzt ging es über die Outinqua Berge in die Little Karoo, eine Halbwüste. Ob Wüste, oder Halbwüste entscheidet der jährliche Niederschlag. Die gesamte Karoo, also Kleine Karoo, Große Karoo und Obere Karoo bedecken ein Drittel von Südafrika. Die Obere Karoo geht später in die Kalahari Wüste über. Die Pflanzen, welche hier wachsen, sind sehr anpassungsfähig.  Bei Oudshoorn gibt es allerdings auch sehr fruchtbare Böden. Genau dahin fuhren wir über die R62. Mike ließ uns am Pick`n Pay raus. Ich ging mit Esther auf die andere Straßenseite ins Montagu House. Hier fotografierte ich nochmals das Schild "Schankwirtschaft". Denn hier war ich 2006 schon mal. Zum Cappuccino gönnte ich mir einen Ostrich Burger, einen Straußenfleisch Hamburger. Dann stand ein erneutes Highlight auf dem Programm. Der Besuch der Cango Caves stand an. Ich fand diesen Besuch total klasse. Mike hatte unsere Führerin und mich einander vorgestellt. Ihr Name war Mathilda. Die Führung dauerte 45 Minuten. Der emotionale Höhepunkt war, als Mathilda die Nationalhymne Südafrikas sang und dabei im Dunkeln trommelte. Die Trommel war allerdings keine mit Fell bespannte Röhre, sondern ein Stalagmit. Wir fuhren dann in Richtung Oudshoorn zurück, bogen aber vorher links auf eine Pistenstraße ab. Die Landschaft war hier einfach wunderschön. Wir waren überzeugt, dass Mike sich verfahren hatte. Er tat selbst unsicher. Aber natürlich kannte er den Weg zur Thabile Lodge. Das Begrüßungskomitee bestand nicht nur aus 3 Personen, sondern auch aus mehreren Hunden und Garfield, einem roten, kugelrunden Kater. Ich ging durch die Felder auf Fotosafari, sah allerdings nur wunderschöne Landschaft. Die Vögel flogen immer viel zu früh weg, ehe sie vor meine Linse kamen. Kühe, Ziegen und Sträuße hatte ich dann noch in ihren Gattern gesehen. Um 19 Uhr war ich zum Abendessen zurück. Es gab eine sehr leckere Möhren-Kokossuppe. Das Straußenfilet war medium gebraten und schmeckte allen vorzüglich. Ein Malvenpuddingkuchen mit Vanillesauce passte sich hervorragend der vorher gelieferten Qualität an. Gegen 22:15 Uhr ging bei mir das Licht aus.

 

06. März 2012, ein Dienstag

Um 5 Uhr war die Nacht zu Ende. Ich duschte, machte mir einen Nescafé und genoss die zu Ende gehende Nacht auf der Veranda. Die Verfärbungen waren einfach nur traumhaft. Der Sonnenaufgang war dann auch wunderschön. In Dysseldorp zog Nebel durch das Tal. Hier war einfach eine traumhafte Stimmung. Als die Sonne hell genug schien, ging ich wieder ein wenig durch die Landschaft. Allerdings gab es um 7:30 Frühstück. Viel Zeit zum Trödeln hatte ich also gar nicht. Ich sagte beim Frühstück zu einem der Chefs, dass die Milch in der Kanne so aussieht, als sei sie verdorben. Da belehrte er mich verweichlichten Städter, dass diese Milch direkt vom Euter in die Kanne kam. Nun gut, also füllte ich Milch in mein Müslischälchen und stieß mir prompt den Kopf an einer niedrigen Türzarge. Aua! Kleine Besserwissereien bestraft das Herrgöttchen immer direkt. Als ich mich dann setzte, stieß ich mir die Knie am Tisch. Aua! War wohl doch eine etwas größere Besserwisserei. Ach ja, eins fehlt noch zur Vervollständigung. Die Milch war sauer! Bäh! Na, für diesen Tag dürfte es das ja wohl an Unglücken gewesen sein. Die Fahrt durch die Little Karoo war einfach nur traumhaft. Was für eine tolle Landschaft. Ich erinnerte mich an einige Stellen. So ging es durch Calitzdorp nach Barrydale. In Calitzdorp hatte sich die Hauptstraße doch sehr zum touristischen Spot entwickelt. An Ronnie`s Sex Shop ging es in voller Fahrt vorbei. In Barrydale hielten wir bei M`s Café. Das M steht für Martina. Sorry, aber der Schokokuchen musste sein. Wir saßen sehr schön in einem Patio an einem Wackeltisch unter einem Netz. Am Kuchen lag ein wenig Zimt auf dem Teller. Eine leckere Kombination. Martina ist Fotografin. Wir tauschten uns ein wenig aus und freundeten uns auf der Foto Community an. Der Weg führte uns weiter an Robertson vorbei. Seufz (siehe Tagebuch Südafrika 2006). Die Stadt Wooster, das wird Worcester geschrieben,  durchquerten wir, um dann nach Paarl zu gelangen. Paarl bedeutet Perle. Im Weingut Fairview gab es eine Weinprobe. Auch ich habe teilgenommen. Zu jedem Wein gab es den passenden Käse. Denn sie keltern hier nicht nur Wein, sondern betreiben auch noch eine Käserei. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass wir viel Spaß hatten. Und wieder gab ich Geld aus. So kaufte ich Balsamico Essig, 2 verschiedene Käse und Chili. Danach ging es direkt zum Tafelberg in Kapstadt. Das Wetter war phantastisch und so riet uns Mike zur direkten Auffahrt. Die Gondel dreht sich während der kurzen Fahrt einmal um sich selbst. Oben angekommen lief ich eine kleine Tafelbergrunde. Ich sah Klippschliefer, Eidechsen und als Höhepunkt ein Paar Nektarvögel. Wunderschön anzusehen. Als wir von hier um 18:30 Uhr wegfuhren, ging es in unser letztes Domizil. Das Gepäck war bereits auf den Zimmern vom Protea Hotel President. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, trafen wir uns ohne Reiseleitung, um etwas zu essen. Mike ließ uns bestimmt alleine, damit wir uns wieder vorsichtig in die Welt sozialisieren konnten. Die Qualität im Restaurant Saul`s war ausgezeichnet. Für 150 Rand, incl. Tip, aß ich hervorragend. Esther teilte sich mit mir einen Griechischen Salat. Dann bekam ich ein Rumpsteak mit 4 Garnelen. Ein kurzer Spaziergang zurück beendete diesen Tag. Das Licht erlosch kurz vor 23 Uhr.

 

07. März 2012, ein Mittwoch

In der Nacht wurde ich mal zwischendurch wach und musste meine Oberbetten richten. Dann allerdings schlief ich bis kurz vor halb Sieben und wurde erst durch meinen Wecker geweckt. Esther, Christoph und ich frühstückten auf der Außenterrasse. Christoph hatte seinen Platz nur kurz verlassen, als schon eine Möwe seinen Speck vom Teller gefischt hatte. Das selbe passierte auch Inge. Ich rief ihr noch hinterher, aber zu spät, da war der Teller schon fast leer. Als wir wieder im Bus saßen ging es in Richtung Kap der Guten Hoffnung. Bei Hout Bay, der Holzbucht, machten wir im Hafen einen Stopp. Hier gefiel es mir, eigentlich das erste Mal in diesem Urlaub, nicht. Da sich ja alles ausgleicht, kam der nächste Höhepunkt direkt. Der Chapman`s Peak Drive. Eine ganz tolle Passstraße. Leider saß ich links und die Aussichten waren natürlich rechts. Durch Noordhoek ging es durch und dann an den Mysti Cliffs vorbei. Und dann fuhren wir an das Kap der Guten Hoffnung. Unterhalb des Leuchtturmes am Cape Point stiegen wir aus dem Bus raus. Die Gruppe lief brav nach oben. Ich nicht. Ich besuchte erst gemütlich die Andenkenläden und fuhr dann mit der Seilbahn nach oben. Die Waggons fuhren zwar auf Schienen, wurden aber durch ein Seil gezogen. Mike meinte im Vorfeld, dass wir Wikinger natürlich nicht diese Bahn benutzen. Ich zeigte ihm später heimlich meine Fahrkarte. War das bei ihm ein Lächeln im Gesicht, oder doch eher der Ausdruck von Entrüstung? Hier oben war ziemlich viel Trubel. Von hier ging es dann ungefähr eine Stunde nach unten, bis zum Cap of good hope. Der Weg war erst viel zu gut ausgebaut und hatte mit Wandern nichts zu tun. Später änderte sich das und die Wegstrecke war zwischenzeitlich ausgesetzt. Ich bekam ein paar nette Fotomotive vor die Linse. Unten angekommen, war mir am aufgestellten Schild wahrlich zu viel los. Das Andenkenfoto ließ ich ausfallen. Mike hatte Sekt gekauft und gab jetzt eine Runde. Eine klasse Idee! Nun ging es zum nächsten Massenevent. Am Boulders Beach in Simon`s Town bestaunten wir die Kolonie der Brillenpinguine, welche hier heimisch ist. Japaner waren in der Überzahl. Eine Japanerin versuchte die Aufmerksamkeit von einem Pinguin zu ergattern. Sie rief und schrie und zischte, um ein Foto machen zu können. Am Liebsten hätte ich das bei ihr auch gemacht. Seit meinem letzten Besuch hat sich hier viel zum Schlechten verändert. Aber nett anzuschauen waren sie allemal. Eine Nilgans mit ihren Küken versuchte an 2 Pinguinen vorbeizukommen. Die Reaktionen von beiden Arten war interessant anzuschauen. Weiter ging es zum Botanischen Garten in Kirstenbosch. Hier fand ich viele nette Motive von Pflanzen und Tieren. Zum Ende unserer Besuchszeit merkte ich aber, dass ich völlig ausgelaugt war. Kein Wunder nach all den Besichtigungspunkten. Ich kaufte im Museumsshop noch 2 Tierbestimmungsbücher. Mike fuhr an der V & A Waterfront vorbei. Er zeigte uns aber nur, wo wir am Freitag einen Besichtigungsstopp einlegen würden. Wir waren im Feierabendverkehr unterwegs. Um 18 Uhr erreichten wir dann unser Hotel. Esther, Christoph und ich speisten im Hotel. Eigentlich wollte ich woanders hin. Aber die Mehrheit wollte halt hierbleiben. Also die Mehrheit von uns Dreien. Wir entschieden uns für das Buffet. Das sah nicht nur alles sehr, sehr gut aus, nein, es schmeckte auch genauso. Natürlich aß ich viel zu viel. Das ist bei Buffets ja immer die Gefahr. Aber das Bobootie war echt eine Sünde wert. Und der Nachtisch erst. Ich verzichtete sogar auf den Käse! Als Käseholiker doch ein recht  ungewöhnlicher Schritt. Als Ausgleich liefen wir dann noch ein wenig an der Strandpromenade aus. Gegen 22 Uhr waren wir zurück und um 22:30 löschte ich das Licht.

 

08. März 2012, ein Donnerstag

Obwohl ich "erst" so spät das Licht gelöscht hatte, war ich bereits um 4:30 Uhr hellwach. Ich blieb noch etwas liegen, machte allerdings kein Auge mehr zu. Nach ausgiebiger Körperpflege machte ich mich auf, den Morgen zu begrüßen. Das Schönste war der orange leuchtende Vollmond, der sich anschickte, ins Meer zu versinken. Auf einer Bank an der Uferpromenade nahm ich meine Tierbestimmungsbücher und suchte ein paar Vögel raus. Zum Frühstück, welches ich mit Inge und Uli einnahm, verzichtete ich heute mal auf Müsli. Stattdessen gab es Spiegelei und Würstchen und ein Teilchen. Irgendwann muss mit gesund auch mal Schluss sein. Um 9 Uhr trafen wir uns im Bus. Auch heute stellte ich die Frage bei der Abfahrt: ist es noch weit? Dabei machten wir nur eine kleine Kapstadt Orientierungsfahrt. Ich brauche wohl kaum schreiben, dass die meisten Sehenswürdigkeiten von der vorderen rechten Seite aus gut zu sehen waren. Mein Platz war immer noch hinten links. Das war aber alles halb so wild. Während der Fahrt konnte man eh nicht so gut fotografieren. An einer Stelle in der Innenstadt wollten alle aussteigen und den weiteren Weg zu Fuß gehen. Nur Esther nicht, der ging es nicht gut. Und ich wollte ins Hotel, um Formalitäten für einen Hubschrauberflug zu erledigen. Da Jürgen und Dagmar auch mitfliegen wollten, stiegen sie wieder dazu. Mike behielt seinen Tagesplan bei und fuhr an der V & A Waterfront vorbei. Er stiefelte mit uns zu einem Anbieter von Helikopterflügen. Nach einer kurzen Preisverhandlung war klar, dass wir um 11:15 Uhr in die Luft gehen würden. Laut Angebot würde der Flug 50 - 60 Minuten dauern. Vorweg genommen, es waren so ziemlich exakt 50 Minuten. Aber egal, der Flug war toll. Wir flogen erst die Atlantikküste entlang bis zum Kap der Guten Hoffnung. Dann ging es an der Küstenlinie des Indischen Ozean zurück. Das Wetter war ziemlich optimal. Kleinere Turbulenzen waren zwar auch da, aber nichts Wildes. Wieder auf sicherem Boden zurück, wanderten wir 3 zur Waterfront. Hier trennten sich unsere Wege. Ich stöberte ein wenig durch die Hafenanlagen. Irgendwann machte ich mich zu Fuß auf den Heimweg. In Green Point kaufte ich in einem Woolworth eine Portion Chicken Wraps, Trauben und eine Flasche Appletiser, das Pendant zu unserer Apfelschorle. Ich machte gegen 15 Uhr gemütlich auf einer Parkbank Mittag. Die 2 vierspurigen Hauptverkehrsadern, zwischen denen ich saß, störten nicht weiter. Kaum weitergegangen, traf ich die 3 Paare Marion und Uwe, Uli und Inge, Rene und Katrin und Christoph. Wir marschierten ein Stück gemeinsam. In einem Checker`s suchte ich Bier und fand keins. Man schickte mich zu einem Liqueur shop gegenüber. Dort kaufte ich unserem Mike ein Six-pack Windhoek Draught. Im Hotel zurück packte ich meine Reisetasche. Besser formuliert, ich sortierte Dinge von hier nach da und von da nach dort. Am Flughafen wog die Tasche bei der Gepäckaufgabe 20,7 Kilo. Immerhin 4,2 Kilo Differenz zum Hinflug. Das Abschlussessen war von Mike als große Überraschung angekündigt. Wir sollten unbedingt die Kamera mitnehmen. Es ging zum Hotel Ritz. Im 21. Stockwerk gibt es ein Drehrestaurant. Und dort kamen wir genau zum Sonnenuntergang an. Leider waren wir als Gruppe nicht komplett, da sich Esther immer noch nicht wohl fühlte. Als Vorspeise gab es Rösti mit Lachs und dann hatte ich Springbock. Wir fühlten uns allerdings alle ein wenig gehetzt. Ein Kellner bemerkte diesen Umstand und ließ uns bis zum Schokotörtchen angemessen Zeit. Ein Schlagzeuger und eine Klavierspielerin machten Hintergrundmusik. Take five von Dave Brubeck hatten sie richtig gut interpretiert. Um 22 Uhr war ich dann schon wieder auf meinem Zimmer.

 

09. März 2012, ein Freitag, der Abreisetag

Um 6 Uhr saß ich bereits an der Strandpromenade. Die Kamera hatte ich mit Absicht im Hotel gelassen. Und so konnten meine Gedanken spazieren gehen. Ich genoss den Monduntergang und auf der anderen Seite den Sonnenaufgang. Möwen flogen durch die Luft. Ich beobachtete eine Möwe, welche einer anderen Möwe ein sehr großes Leckerli im Schnabel haltend anbot. Da sie nämlich das kleinere Stück von der anderen Möwe haben wollte. Raffiniert! Denn das große Stück war wahrscheinlich nur Treibgut. Ich frühstückte heute alleine. Da die anderen Gruppenmitglieder fast alle später eintrudelten. Inge und Uli, sowie Marion und Uwe waren kurz nach mir anwesend. Und plötzlich hatte ich mal Zeit. Ich nutzte sie, um am Pool ein wenig die Sonne zu genießen. Um 12 Uhr war Abfahrt vom Hotel. Ich überreichte Mike das Six-pack Bier und einen Umschlag mit Trinkgeld, an dem ein Löwenschlüsselanhänger hing. Damit er in den Game Reserves immer einen Löwen sehen konnte. Zur Überraschung aller fuhr Mike nicht auf dem schnellsten Weg zum Flughafen. Wir bogen zur Zufahrt zum Signal-Hill ein. Vom Parkplatz unterhalb des Gipfels hatte man eine phantastische Aussicht auf Kapstadt und den Tafelberg. Dieser wurde heute von der sogenannten Tischdecke des Teufels überzogen. Später löste sie sich aber wieder auf. Diese Wolkendecke kann ohne Weiteres mehrere Tage über dem Berg hängen. Darum sollte man als Kapstadtbesucher immer sofort, wenn der Berg frei ist, hochfahren. Und dann ging es zum Flughafen. Am Ende der Fahrtstrecke hatten wir über 4600 Kilometer absolviert. Der Abschied war kurz, aber sehr herzlich. Ich wurde jetzt von der Gruppe getrennt, da ich an einen anderen Schalter gehen durfte. Der Flug von Capetown nach JHB International dauerte 75 Minuten und war sehr ruhig. Ich war der Erste, der aus dem Flugzeug ging. Die Sicherheitsschleuse war schnell passiert. Aber dann! Die Passkontrolle zog sich endlos hin. Immer wenn einer aus der Warteschlange an einen der 3 Schalter ging, kamen irgendwelche Passagiere, die ganz schnell vorbei mussten. Nach einer halben Stunde hatte der Aufseher dieses System wohl auch verstanden. Danach ging es etwas schneller. Dachte ich vor der Sicherheitsschleuse noch darüber nach, auf Toilette zu gehen, verschob ich das auf später. Als ich an der Passkontrolle vorbei war, war ich kurz davor zu platzen. Ich hatte gerade noch Zeit für die Toilette. Naja, nicht ganz, da während der Verrichtung mein Flug zum Einsteigen aufgerufen wurde. Wir konnten nicht pünktlich abfliegen, da ein Gewitter genau über den Flughafen hinweg zog. Die kurze Verzögerung ist aber keine Erwähnung wert, daher wird der letzte Satz aus dem Protokoll gestrichen. Ich war so müde, dass ich sogar auf die Käseauswahl nach dem Abendessen verzichtete.

 

 

10. März 2012, Wiedereingliederung

Gemütlich ist anders. Ich wurde ein paar mal wach, hielt mich aber irgendwie bis 5 Uhr in der Horizontalen. Am Gepäckband wartete ich auf meine Truppe um mich zu verabschieden. Müßig zu erwähnen, dass der ICE nach Köln genau dann abfuhr, als ich den Bahnsteig betrat. 40 Minuten später kam aber schon der Nächste. Mein Platz war direkt hinter dem Zugführerstand. Ich musste schmunzeln. Ich war in Deutschland angekommen. Vor mir lag das Buch "Örtliche Richtlinien zur Richtlinie 408.01-09 für das Zugpersonal", ca. 300 Seiten dick. Endlich gefiel mir die Bahn auch wieder. Wir hatten nämlich am Kölner Hauptbahnhof Verspätung bei der Einfahrt. Natürlich war mein Zug auf Gleis 5 schon weg. So hatte ich umsonst von Gleis 7 nach 5 gewechselt, da der nächste Zug auf Gleis 8 abfuhr. Gegen 10:15 Uhr war ich dann allerdings daheim. Und so endet dieses Reisetagebüchlein.