Wikinger in Norwegen 2013

 

 

REISETAGEBUCH NORWEGEN 2013

 

Sonntag, der 07.07.2013

 

An einem wunderschönen Sommertag fuhr ich mit meinem Auto gegen 8 Uhr zum Frankfurter Flughafen. Um 9:30 Uhr kam ich am Parkplatz "Holiday Parking" an. Meinen Wagen parkte ich strategisch günstig und enterte den bereits wartenden Shuttlebus. Dies klappte schon mal sehr gut. Die Waage am Check-Inn-Schalter zeigte 24 Kilo an. 23 Kilo waren erlaubt. 1 Gramm mehr und ich wäre aus der Kulanz gewesen. Der Satz der Mitarbeiterin am Schalter war unmissverständlich. Die Lufthansamaschine war fast ausgebucht. Ich saß in der vorletzten Reihe auf Platz 29C. Der Flug nach Hamburg verlief planmäßig. Nach einer Stunde ging es dann weiter nach Oslo. Dieses Flugzeug hatte nur 2 Sitze pro Reihe, statt 3 wie das Flugzeug vorher. Auch war dies eine Tochtergesellschaft der Lufthansa, nämlich Euro-City. Der Osloer Flughafen platzte aus allen Nähten. Unsere Maschine wurde auf dem Gepäckband gar nicht angezeigt, allerdings gab es zwischendurch eine Lautsprecheransage. Mit unserem Tourguide Peter waren wir 21 Personen. Ein großer Reisebus holte uns ab und bei traumhaftem, wolkenlosem Wetter ging es nach Norden. Nach 2 Stunden Fahrt machten wir eine Pause. Ich nutzte die Zeit um die Sonne anzubeten. Ich hatte das Gefühl mir einen Sonnenbrand zu holen. Nach 15 Minuten! Und das trotz mallorquinischem Teint. Nach Lillehammer fuhren wir durch das Gudbrandsdal. Die Berghänge wurden jetzt merklich höher. Gegen 20:30 Uhr kamen wir am Fefor Hoifjellshotell an. Ein rustikaler Bau mit 122 Zimmern. Mehrere Reisebusse standen davor. Mein Zimmer hatte einen spektakulären Blick über den See Feforvatnet, Berge und schneebedeckte Gipfel in der Ferne. Das Essen wurde in Buffet-Form gereicht. Der Speisesaal war recht voll. Wir saßen in einem Saal namens "sorgenfri". Sehr vielversprechend! Übrigens hatten wir hier denselben Blick wie von meinem Zimmer. Nach dem Abendessen stellten wir uns kurz vor. Danach ging es auf das Zimmer, Koffer auspacken und sortieren.

 


Montag, der 08.07.2013


Ruhe pur. Hier ist es unglaublich ruhig. Ein paar Kleinvögel stören dieses Bild, tragen damit aber zur vollkommenen Harmonie bei. Keine Wolke bedeckte den Himmel. Das Frühstück wurde, ebenso wie das Abendessen, in Buffetform gereicht. Vor 8 Uhr nahm ich schon Platz. Ingrid und Dieter waren auch schon da. Ich hatte ein Lunchpaket geordert. Hier lief das so ab dass man sich selber etwas zubereiten darf. Allerdings ist es schwierig irgendetwas mitzunehmen, da alles irgendwie schon offen ist. Selbst Bananen waren schon geschält! Ein doppeltes Brot und ein Brötchen packte ich ein. Um 10 Uhr trafen wir uns alle in der Lobby. Bei bestem Wetter ging es los. Kaum eine Wolke störte die Sonne. Jacken wurden recht schnell wieder verstaut. Gegen Nachmittag hörte ich schon jemanden sagen, dass es zu heiß zum Wandern sei. Dieses Glück sollte man einfach mal annehmen. Die Wanderung war toll. Erst ging es auf den Gipfel vom Feforkampen, dann kamen wir an ein Hochmoor, später durch Wald. Einfach toll. 2 Pausen wurden uns von Peter gegönnt. Gegen 16:15 Uhr waren wir zurück. Für eine kurze erste Wanderung zur Eingewöhnung mal nicht schlecht. Statt 200 Höhenmetern waren es wohl 500, laut GPS Messung von Dieter. Mir war das egal, die Tour war superschön. Nach dem 19 Uhr Abendessen ging es zur Planungsbesprechung der morgigen Radtour in den alten Teil des Hotels. Um kurz nach 22:30 ging ich dann auf meine Stube. Diese war recht einfach mit hellen Kiefermöbeln eingerichtet. Hier schrieb ich am Fenster sitzend in mein Tagebuch. Um 22:50 war es hier noch so hell, dass ich kein Licht anzumachen brauchte.

 


Dienstag, der 09.07.2013

 

Na endlich! Das konnte ja so auch nicht weitergehen. Es war bewölkt. Nach Regen sah es noch nicht aus. Ich schrieb noch ein paar Postkarten vor dem Frühstück. Eine Temperaturprüfung am Mann ergab, dass ich mit meinem Polohemd zu optimistisch war. Richtig kalt war es aber auch nicht. Um 9:30 Uhr trafen wir uns, um unsere Leihräder zu übernehmen. Ich bekam ein Rad das halbwegs fahrbereit war. Das Einzige was fehlte war ein wenig Luft in den Pneus und eine Höhenverstellung des Sattels musste ich vornehmen. Andere hatten da nicht so viel Glück. Irgendwann ging es dann aber doch los. Hui, das ging erst mal abwärts. Eigentlich dumm, denn irgendwann mussten wir das ja auch wieder hoch fahren. Es dauerte auch nicht allzu lange, dass die Abfahrt endete. Auf dem Anstieg nach Gålå, sprich Golo, bekam ich ein paar Tropfen ab. Ganz oben, wirklich ganz oben, lag ein kleiner Supermarkt. Hier deckten wir uns mit der nächsten Brotzeit ein. An dem Kafe, das ist norwegisch für Café, "Rosslyngsetra" fuhren wir vorbei. Noch. Es ging zu einem Hochmoor. Über einen Bach mussten wir die Räder schieben oder tragen. Ideal für den Sportfotografen Klaus. Danach war Vesper angesagt. Nach der kurzen Pause radelten wir für einen Fotostop an einen kleinen See, um unverrichteter Dinge wieder umzukehren. Also wieder schiebend oder tragend über den Bach bis zur Straße. Hier trennten sich 4 aus unserer Gruppe ab, um zum Kafe zu fahren. Der Rest der Truppe fuhr noch ein paar Kilometer weiter. Wir 4, ja ich war auch dabei, kehrten im Kafe "Rosslyngsetra" ein und ich trank einen Kaffee. Dies war sehr urig eingerichtet und ein Platz an dem man sich gerne aufhielt. Gesellschaftsspiele und Bücher lagen zum Gebrauch aus. Der Rest unserer Radelgruppe trudelte auch bald ein und so okkupierten wir diesen gemütlichen Ort. Als es weiter ging, radelten wir den Berg wieder runter, den wir vorher steil hochgefahren waren. An einer Abzweigung wechselten wir von Abfahrts- auf Auffahrklamotten. Sprich: Regenjacken aus. Dann ging es auf einer Teerstraße leicht bergan. An einem Wasserfall bei einem kleinen See namens Vollsdammen,  zwischen Fefor und Gålå gelegen, machte ich wieder einen Fotostop. Ab dann wurde das Wetter übrigens wieder sonniger. Im Berg, den ich fast komplett hochschob, zog es noch mal zu. Auf der Terrasse vom Hotel wurde es dann wieder merklich besser. Ich aß ein kleinen Stück Kuchen und trank eine Tasse Tee, ehe ich zurück auf mein Zimmer 324 ging. Ab dem Abendessen war das Wetter dann traumhaft schön. Ich machte gegen 21 Uhr wunderbare Aufnahmen von Bäumen, Bergen, See und Himmel. Dann gesellte ich mich noch zum Teil der Truppe im Aufenthaltsraum, ehe gegen 23 Uhr allgemeine Auflösung war. Im Zimmer war es endlich kühl. Was damit zu tun hatte das den ganzen Tag ein recht kühler Wind wehte. Draußen war es jetzt auch nicht mehr so unglaublich ruhig wie Sonntag und Montag. Diese Stille hatte mich wirklich beeindruckt. Ich hörte noch ein paar klassische Ouvertüren, damit ich müde wurde. Der Erfolg stellte sich gegen 24 Uhr ein.

 


Mittwoch, der 10.07.2013


Um 7 Uhr war ich von unserer Gruppe der erste beim Frühstück. Im Speisesaal war aber schon jede Menge los. Wenn hier etwas den guten Eindruck störte, sind es die großen Busgesellschaften, welche hier Station machten. Aber mit 21 Leuten sind wir ja auch keine kleine Gesellschaft. Der Wind war immer noch da und nur ein paar wenige kleine Wolken am Himmel. Um 9:30 Uhr enterten wir den Bus und fuhren nach Vinstra. Hier konnten wir die Gelegenheit zu einem Einkauf wahrnehmen. Dann befuhren wir das Gudbrandsdal in nordwestlicher Richtung, ehe wir den Abzweig nach Høvringennahmen. Von hier ging es in Serpentinen bis an den Ort Høvringen. Das Wetter war jetzt so etwas von traumhaft. Allerdings ging hier auf 1000 Meter ein recht starker Wind. Wir wanderten erst mal auf und nieder durch eine tolle Landschaft. Mich erinnerte die Szenerie an das Giant`s Castle in Südafrika, immerhin einer meiner Lieblingsorte auf der Welt. Vor dem Smukjoseter Fjellstue-Hotel bogen wir links in den Rondane Nationalpark ab. Dies ist seit seiner Gründung 1962 der älteste Nationalpark in Norwegen. An einer Almhütte suchten wir Windschatten und stärkten uns kurz. Astrid verabschiedete sich an diesem Halt und ging schon mal zum Endpunkt. Ab jetzt ging es durch Stock und Stein durch wildes Terrain. Der Anstieg zum Solsidevassberget empfand ich als sehr moderat. Das Highlight war ein Schneebrett am Weg. Oben auf dem Gipfel suchte sich jeder einen windgeschützten Ort zur Mittagsvesper. Der Abstieg war genauso easy wie der Aufstieg. Zwischenzeitlich setzten die Wege immer wieder aus. Auf Rentierflechte ging man wie auf Watte. Vor der Ansammlung mehrerer gemütlich aussehender Gästehütten bei der Peer Gynt Hytta überquerten wir auf einem Holzsteg einen reißenden Fluss. An der Hütte war wieder Pause angesagt. Ich trank eine Bouillon, eine heiße Gemüsebrühe. Jetzt ging es noch eine Stunde zum Smukjoseter Fjellstue-Hotel weiter. Dies ist ein am See gelegenes Hotel. Ein traumhafter Ort. Hier holte uns der Bus ab und wir fuhren zum Hotel zurück. Hier kamen wir gegen 19 Uhr an. Zwischen 19:30 und 20 Uhr war dann unser Zeitfenster zum Erscheinen zum Dinner. Ich setzte mich später ganz alleine in unsere "Gute Stube" und schrieb ins Tagebuch. Im Nebenraum unterhielten sich Mädels aus einer Senioren-Reisegruppe aus Berlin. Au weia, waren die laut. Aber lustig und das ist ja die Hauptsache. Ein paar von uns trudelten auch noch ein, es bildete sich aber nur ein kleines Trüppchen. Als ich auf dem Zimmer war genoss ich wieder die absolute Stille, da der Wind wieder fast völlig nachgelassen hatte.



Donnerstag, der 11.07.2013

 

Ein wolkenloser Himmel begrüßte mich gegen 7 Uhr. Um 7:20 Uhr war ich mal wieder von uns der Erste am Frühstücksbuffet. Um 9:20 Uhr trafen wir uns in der Hotellobby. Ich sah kurz den Anhänger mit unseren Kanus. Aber anstatt die Boote abzuliefern, holte der Mitarbeiter alles ab. Das hatte Peter auch noch nicht erlebt. Aber wir nahmen es mit Humor. Wir gingen zum Anleger und Peter gab uns eine Einführung ins Kanufahren. 7 Boote wurden mit je 3 Personen gebildet. Ich wurde Anette und einer der 2 Elkes als Steuermann zugeteilt. Unsere Boote kamen dann doch noch und wir mussten alle beim Entladen mit anpacken. Dann ging es gegen den Uhrzeigersinn auf dem Fevorvatnet immer am Ufer entlang. Um es nicht zu langweilig werden zu lassen brachte Peter immer wieder Manöver ins Spiel. Auf der Stelle drehen, Insel umrunden, Buchten ganz ausfahren, usw. Ich ließ meine Kamera lieber im Hotel. Es wäre zu ärgerlich gewesen, wären wir damit gekentert. Auf der großen Insel gegenüber unserem Hotel landeten wir an und machten Pause. Dann ging es weiter. Peter bot an, dass die Lustlosen noch die große Insel umrunden und dann den alten Weg zurück fahren sollten. 2 Boote nahmen das Angebot an. Der demokratische Entscheid in unserem Kanu fiel gegen mich aus und so waren wir bei der großen Runde mit dabei. Allerdings wäre bei dem Wetter eine Abkürzung eine sträfliche Tat gewesen. Gesichtet hatte ich einen Eistaucher und eine Möwe verteidigte ihre Brut, die auf dem See schwammen, gegen die Eindringlinge, die in komischen Holzstämmen angriffen. Also wir. Bremsen waren am Uferrand zahlreich vertreten. Mücken eher weniger. Was bestimmt an  meiner norwegischen Anti-Mücken-Lotion lag. Um 15:30 Uhr warfen wir im Heimathafen Anker. Hier halfen wieder alle beim Aufladen der Kanus. Nach einer Dusche ging ich auf die Hotelterrasse, auf der schon/noch immer einige Wikinger saßen. Ich saß in der Sonne und schrieb ins Tagebuch. Es war herrlich. Nach dem Abendessen ging ich nochmals zum See und machte einige Fotos. Da ich zum Frühtransfer am nächsten Morgen eingeteilt war, ging ich früh auf meine Stube. Ich schrieb noch das Diary zu Ende. Von meinem Fenster hatte ich einen traumhaften Blick auf den Ruten, sprich Rüten, den wir Morgen erwandern wollten. Ob das geklappt hat erfahren wir, wenn wir weiterlesen.

 


Freitag, der 12.07.2013

 

Was für ein Blick. Als ich die Vorhänge zurückzog guckte ich auf einen sehr ruhigen See. Und so warf der Ruten ein tolles Spiegelbild. Um 7 Uhr war ich der Erste im Speisesaal. Alles lief reibungslos und so war ich um 8:30 Uhr bereit vom hoteleigenen Bus abgeholt zu werden. Peter hatte 2 Gruppen gebildet, damit der Transfer gut klappt. Er hatte nicht mit dem Busfahrer gerechnet. Denn das Auto fuhr mit dem letzten Tropfen Benzin. Also ging es an unserem eigentlichen Abzweig vorbei nach Vinstra. Vertrauensfördernd war auch nicht die Situation, dass der Fahrer nicht wusste auf welcher Seite der Tankstutzen war. Nach der Aktion ging es wieder den Berg rauf und unterhalb vom Hotel war der Abzweig nach Grasli. Unsere Truppe wurde ein gutes Stück vorher abgesetzt, allerdings nicht wie geplant in Fagerli. Wir konnten aber trotzdem ein Stück wandern. Als der befahrbare Weg in Grasli an einer Alm endete, was für ein passender Name, warteten wir auf die nächste Busfuhre. Als wir komplett waren ging es direkt bergan. An einer winzigen Schutzhütte, wunderbar in Rot angestrichen, machten wir eine Pause. Die Hütte hatte den Namen von Haakon VII. Maria-Theresia blieb wegen einem grippalen Infekt mit Astrid, einem Wanderneuling, zurück. Wir restlichen Wanderer wagten uns an den Aufstieg zum Ruten. Es war herrlich. Dass das Wetter wieder traumhaft war, heute sogar ohne Wind, muss ich wohl kaum erwähnen.  Hier liefen Schafe rum und Schneefelder spiegelten sich in Seen. Alles andere war Grün. Hach, was für eine tolle Natur! Am Gipfel angekommen machten wir unsere Mittagspause. Von hier hatten wir eine grandiose Rundumsicht. Der Aufstieg war übrigens nicht sehr schwierig. Als es weiter ging zog sich die Truppe auseinander. Die 2 älteren Herrschaften zogen das Tempo an, Jana und ich blieben hinten. Jetzt zog auch Claudia das Tempo an. Wir 2 kamen nach und wunderten uns dass der Abstand immer größer wurde, obwohl wir gut Gas gaben. An einem Bach füllte ich meine Flasche mit frischem Wasser auf. Zurück an der Haakon Hytta sammelten wir die 2 Mädels wieder ein. An der Hytta waren wir noch im Bodendeckerland unterwegs. Mit einem mal waren wir im Märchenwald. War das hier schön! Rechterhand begleitete uns ein Bach. Dies war Idylle pur! Eine Schafmutter mit 2 Lämmern kam auch mal neugierig gucken. Leider war der Wald auch irgendwann zu Ende. Hier betankte ich abermals meine Wasserflasche. Bisher hatte ich schon 3 Liter verbraucht. Jetzt wurde der Weg zu einer Forststraße. Das war für meine Wanderschuhe eine Tortur. Die brauchten Wildnis unter der Sohle und keinen Asphalt. Gute 2 Stunden dauerte dieser Weg. Insgesamt hatten wir heute 22 Kilometer gewandert. Um 17 Uhr waren wir schon zurück. Peter hatte angenommen dass wir gegen 19 Uhr wieder zurück wären. Nach dem Duschen schrieb ich auf der Terrasse ins Tagebuch. Um 19 Uhr ging es in den Speisesaal. Nach der Tagesbesprechung für Morgen ging es in die Stue, die Gute Stube. Hier blieb ich in lustiger Runde bis 23 Uhr.

 


Samstag, der 13.07.2013

 

Wieder lag eine Spiegelung über dem See. Auch wenn sie nicht mehr die Klarheit von gestern hatte, so war sie immer noch toll anzuschauen. Eine Wolkendecke lag über Fefor, ein paar Sonnenstrahlen kämpften sich noch durch. Ich war um ziemlich genau 7:30 Uhr am Frühstückstisch. Den Koffer hatte ich auch schon zur Rezeption hoch gewuchtet. Um 9:30 Uhr war Abfahrt von diesem tollen Platz. Meine Rechnung belief sich auf 945 Kronen. Das entsprach ungefähr 135 Euro. Für Postkarten und jeden Abend ein alkoholfreies Bier, ein Teilchen hatte ich auch noch, ein stolzer Betrag. In diesem Zusammenhang kann ich bestätigen dass Norwegen als eines der teuersten Länder der Welt gilt, wenn nicht als das teuerste. Es fing leider leicht zu regnen an. Das hinderte uns aber nicht an einer pünktlichen Abfahrt. Bis Otta fuhren wir durch das Gudbrandsdal, ehe wir ins Ottadal in westliche Richtung abbogen. Durch den Regen entstanden viele Wolken. Und umgekehrt. Durch die vielen Berge und Täler waren interessante Blicke zu erspähen. In Vågåmo stoppten wir an der Holzkirche. Ich ging nicht rein, schaute sie mir aber von außen an. Die Kirche ist der Nachfolgebau einer Stabkirche und es sind Elemente der alten Kirche wiederverwendet worden. Obwohl sie manchmal als Stabkirche betitelt wird, ist sie wissenschaftlich gesehen keine solche, da sie im 17. Jahrhundert abgerissen und ohne die typische Mastenkonstruktion neu konzipiert wurde. Nicht viel weiter erreichten wir den Ort Lom und die im 12. Jahrhundert errichtete Stabkirche. Hier nahm ich an einer Führung teil. Danach schlenderte ich durch den Ort. Hier war es sehr touristisch. In einem Supermarkt kaufte ich noch etwas zu Essen und in einem Kiwi noch ein Brötchen, gefüllt mit würzigem Tomatensugo. Nach 2 Stunden Pause ging es dann wieder weiter. Schade eigentlich. Lom ist mit 300ml Regen im Jahresdurchschnitt einer der trockensten Orte Norwegens. Am Dønfossen gab es einen Fotostopp um die Stromschnellen mit ihren sogenannten Töpfen zu besichtigen. Dies sind durch wirbelndes Wasser entstandene Löcher im Felsgestein. Jetzt ging es weiter aufwärts. Einen kleinen Aufreger gab es noch, als ein Bootstrailer seine Persenning verlor. Unser Bus hatte sie unter sich mitgeschleift. Peter, der Held, brachte sie zurück. Ein weiterer Fotostopp nach einem Tunnel verlängerte noch unsere Anfahrt, aber um 16:30 Uhr waren wir an unserem Hotel "Loenfjord" in Loen, sprich Luen. Mein Zimmer 1167 lag als vorletztes in Parterre im Westflügel, mit Blick auf den Verbindungsbach vom Lovanet zum Nordfjord. Um 17 Uhr ging ein großer Trupp unter der Leitung von Peter durch den alten Kern von Loen. In der Kirche fand eine russische Messe statt. Zum Schluss erkundeten wir das Schwesterhotel "Alexandra", ein moderner 5 stockiger Kasten. Er passte so gar nicht in das Dorfbild. Dann machte ich noch den Supermarkt unsicher. Um 19 Uhr trafen wir uns in der Lobby um gemeinsam zum Speisesaal zu gehen. Unsere Tische hatten nicht mehr die tolle Aussicht, aber das Essen war heute besser. Nach dem Essen war ich kurz auf dem Zimmer meinen Rucksack packen. Danach ging ich noch in den Barbereich. Ilka, Claudia, Astrid und Anke saßen noch dort. Ein Musik-Duo spielte Schubidu-Musik. Es war relativ voll, allerdings war das Ganze auch eine recht müde Veranstaltung. Trotz offenem Fenster empfand ich den Bach nicht als störende Lärmquelle.

 


Sonntag, der 14.07.2013

 

Regen! Nun ja, man kann es nicht ändern. Am Besten bleibt man zuhause und macht es sich bei solch einem Wetter gemütlich. Aber nicht ein Wikinger. Und so stand ich um kurz vor 9 Uhr regenfest zum Abmarsch bereit. Es ging wieder nach Loen rein. Vor der Kirche hielten wir uns aber nach rechts. Am Abzweig an einem Parkplatz ging es dann steil hoch in den Aufstieg zum Veslesskåla. Peter hatte Recht. Diese Wanderung würde uns den Schweiß aus den Poren treiben. Pausen waren auch nicht sinnvoll, da man zu schnell auskühlte und auch nass wurde. An der Tjugen Saeter (dies bedeutet Alm) trennte sich die Gruppe. Maria-Theresia, Dieter und Inge, Jana, Claudia, Michael, Anke und ich schwenkten aus. Mir war der Aufstieg nicht zu schwer, aber vor dem Abstieg hatte ich Respekt. Denn es war sehr rutschig. Allerdings hatten wir uns sicherlich nicht den leichtesten Abstieg gewählt. Rote Punkte wiesen uns den Weg. Aber es ging im wahrsten Sinne über Stock und Stein. Maria-Theresia legte sich an einer Schikane mal so richtig hin. Zum Glück hielt sie sich an einem Farn fest. Nicht auszudenken was da hätte passieren können. Gegen 12:15 Uhr waren wir in Sande, an dem See Lovanet. Am Campingplatz gingen wir ins Restaurant. Ich aß eine gebratene Forelle mit Kartoffeln und Gurkensalat und saurer Sahne. Lecker. Nach einer Stunde aufwärmen gingen wir weiter. Jetzt ging es bis zur Brücke, die den Lovanet überquerte. Wir gingen rüber und kamen bald an eine Siedlung. Dann ging es durch einen Waldbruch ehe wir an der Lebensmittelfabrik von Loen auskamen. Um 15:15 Uhr waren wir wieder sicher im Hotel. Die warme Dusche tat sehr gut. Danach setzte ich mich zu Astrid, Maria-Theresia, Jana und Claudia in den Lobbybereich. Ich schrieb Tagebuch und wir quatschten ein wenig. Um 19 Uhr gingen wir zum Dinner. Hier muss man wirklich aufpassen dass man sich nicht zuviel nimmt. Mir ist das heute nicht gelungen. Nach dem Essen ging ich ins Hotel Alexandra rüber, da ich Geld nachtanken musste. Später setzte ich mich noch in den Aufenthaltsbereich unseres Hotels und las ein wenig, ehe ich zu einer kleinen Gruppe von uns ging, welche Stadt, Land, Fluss spielten. Um 23:30 Uhr war der Tag bei mir aber zu Ende.

 

 

Montag, der 15.07.2013

 

Heute trafen wir uns um 9:10 in der Lobby, um dann zur Bushaltestelle zu gehen. Auf der Fahrt nach Stryn sah ich im Fjord ein großes Kreuzfahrtschiff. Immerhin 135 Kilometer vom Meer entfernt. Heute war es wieder sehr bewölkt und regnerisch. Wir waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. In Norwegen keine billige Angelegenheit. Für eine Fahrt unter 10 Minuten bezahlten wir pro Person ermäßigt 28 Kronen, ziemlich genau 4 Euro. In Stryn verließen wir den Bus und stiegen in den Expressbus zum Naturkundlichen Museum am Oppstrynvatnet, Oberer Strynsee. Wir gingen als Gruppe in das Nasjonalparksenter. Hier wurde alles um den Jostedalsbreen, den größten Gletscher Europas, berichtet. Breen bedeutet Gletscher. Hier kaufte ich einen kleinen Elchanhänger und später gingen wir gemeinsam ins Kino. Hier wurde ein Film in schlechter Qualität über den Gletscher gezeigt, aber immerhin auf deutsch. Das Wetter war leider immer noch recht mies. Die Wartezeit bis zur nächsten Busfahrt vertrödelte ich unter anderem in einem Kafe. Um 12:30 Uhr wurden wir von einem Bus vom Hotel Alexandra abgeholt. Im Hotel angekommen besserte sich das Wetter. Über Loen rissen die Wolken immer wieder auf. Jana wollte sich um 14 Uhr zum Wandern treffen. Um 14:15 Uhr wachte ich auf meinem Zimmer wieder auf. Gegen 15 Uhr bemühte auch ich mich nach draußen. Auf der gegenüberliegenden Seite vom Hotel machte ich ein paar Fotos und ging dann bis zum Lovanet die selbe Strecke wie Gestern. Mir glückte hier eine wunderbare Aufnahme von einem Rotschenkel. An der Brücke machte ich eine kurze Pause. Da kamen mir die Wandersleute aus unserer Gruppe entgegen. Nun bildeten sich 2 Gruppen. Die erste Truppe ging an der Straße zurück, wir anderen den Weg wie ich ihn gekommen war. Mit Elke bin ich dann noch in den Wald abgebogen. Wir waren uns nicht immer sich, ob wir richtig waren, aber gegen 18:20 Uhr erreichten wir unser Hotel. Ich kam etwas später zum Abendessen, da ich nicht so früh fertig sein wollte. Nach dem Essen setzte ich mich mit meinem Buch "Der Koch" von Martin Suter in die Lobby. Wie das bei Gruppenreisen nun mal so ist blieb ich nicht lange alleine. Und doch las ich das Buch heute noch zu Ende. Um ziemlich genau 24 Uhr löschte ich das Licht.

 


Dienstag, der 16.07.2013

 

Eigentlich war das Wetter schlechter angesagt, als es dann wirklich war. Was aber nicht viel bedeutete. Denn kalt und nass war es allemal. Ich trödelte und war erst gegen 7:30 Uhr im Frühstückssaal. Selbst das war viel zu früh, denn Abgehzeit war heute erst gegen 10 Uhr. Michael war nicht dabei, er musste wegen sehr starken Hüftbeschwerden zu einem Arzt. Anke hatte sich ein Rad geliehen und Astrid ging nicht mit. So waren wir 18 Unerschrockene die dem Regen trotzen. Er war allerdings nicht so stark wie befürchtet. Wieder ging es in Richtung Lebensmittelfabrik. Allerdings ging unmittelbar hinter der ersten Straße ein Forstweg ab, der sich unaufhörlich nach oben schraubte. An der ersten Abzweigung nach Olden wollte noch niemand ausscheren. Am Abzweig zur Losetra, zur Erinnerung "Setra" ist die Alm, wollte Peter den Fahrweg weiter gehen. Da hatte er aber die Rechnung ohne uns gemacht. Also ging er bis zur Alm mit uns den kleinen Pfad mit. Hier fand ich es total schön. Ingrid und Dieter entschlossen sich dazu mit Peter den Weg zurückzugehen. 15 Mann marschierten noch weiter aufwärts. Wir platschten durch ein Hochmoor. An manchen Sträuchern waren Blaubeeren. Ich probierte ein paar. An der Huaren Hütte hatten wir mit 408 Metern den höchsten Punkt für heute erreicht. Der Aussichtspunkt Auflemåsen war direkt unterhalb. Von hier sahen wir die Kreuzfahrtschiffe "Queen Mary 2" und "Crystal Serenity" vor Olden liegen. Ab jetzt begann der Abstieg. Ich machte mehrere Fotostopps und verlor die Gruppe aus den Augen. Im oberen Bereich von Olden der erste Schock. Eine Touristenbahn wie am Schokoladenmuseum in Köln kam hier hoch. Elke und Siegfried kamen mir entgegen. Sie wollten den Weg zurücklaufen. Sehr tapfer. Ich schlenderte nach Olden runter und sah von uns niemanden mehr. Gefallen hatte mir Olden aber nicht. Hier ist alles für die Kreuzfahrtschiffe ausgelegt. Souvenirläden, Kafes usw. Die Bimmelbahn hatte mich ja schon ernüchtert, aber als mir jemand mit einer Mütze als Wolfskopfgestalt entgegenkam, war ich bedient. Dies war dann der zweite Schock. Ich durschritt den Ort auf der Suche nach einer Bushaltestelle. Am Ortsausgang, kurz vorm Anleger, fand ich eine. Nur war ich mir nicht sicher, ob der Bus schon weg war. 10 Minuten stand ich hier. Der Regen nahm jetzt zu und ich war ein wenig ratlos. Da kam tatsächlich der Linienbus Richtung Stryn. Ich bezahlte 32 Kronen, 4,40 Euro und begrüßte freudig meine Wanderfreunde, welche alle schon im Bus saßen. Gegen 14:45 Uhr war ich auf meinem Zimmer. Das Wetter wollte jetzt keine Aktivitäten mehr zulassen. So hielt ich Siesta und duschte erst später. Im Aufenthaltsbereich entdeckte ich einige Wikinger. Hier guckte ich Bilder durch und schrieb in mein Tagebuch. Wieder war ich der letzte am Abendbuffet. Ehe wieder die leckeren Teile vom Nachtisch verschwunden waren machte ich mir, gleichzeitig mit meinem Vorspeisenteller, den Dessertteller fertig. Gut gemacht, denn Erdbeeren haben von uns nicht mehr alle bekommen. Ein deutsches Ehepaar machte mich absolut nieder, weil ich angeblich mit meinen Fingern Obst auf meinen Teller geschoben hätte. Blödmänner! Eine Abordnung von uns ging nach dem Essen ins Hotel Alexandra. Hier kaufte ich mir eine Norwegen-Baseballcap. Mit Elch drauf. Dann spielten wir in 2 Mannschaften mit je 3 Leuten Billard. Jedes Spiel dauerte sehr lange. Dann gingen Jana und ich noch Tischtennis spielen. Anke und Claudia kamen nach. Um 23 Uhr war ich auf meinem Zimmer und beendete diesen Tag.

 


Mittwoch, der 17.07.2013

 

Der Linienbus kam ungefähr mit 20 Minuten Verspätung. Ehe Peter für uns bezahlt hatte ging auch nochmals Zeit ins Land. Nachdem auch die restlichen Passagiere drinnen waren, stieg der Fahrer erst mal aus. Der hatte mal die Ruhe weg. Am Oldevatnet legte unser öffentlicher Bus für die Touristen einen 2 minütigen Fotostopp ein. Das hatte ich so auch noch nie erlebt. Aber es war noch nicht zu Ende. An einem Campingplatz warf der Fahrer bei verminderter Geschwindigkeit einen Bündel mit Zeitungen aus dem Fenster, die er an der Busstation in Olden eingesammelt hatte. Bei der Endhaltestelle Briksdal stiegen wir alle aus. Von hier liefen wir durch eine imposante Landschaft. Wasserfälle, reißende Flüsse, Birkenwälder und Gestein sind hier im Überfluss vorhanden. Der Gletscher imponierte mir auch. Seine blaue Färbung wäre im Sonnenlicht wahrscheinlich noch intensiver durchgekommen. Ab und an lösten sich kleine Brocken aus der Gletscherzunge. Um 13:30 Uhr waren 10 von uns mit Umsteigeticket nach Loen wieder im Bus nach Olden. Komischerweise kostete die Fahrt jetzt nur 46 Kronen. Der Busfahrer hatte sich bei der Hinfahrt vertippt und den Preis ab Stryn genommen. In Olden warteten wir zu 6 Mann auf den Umsteigebus. 2 Engländer aus unserem Hotel gesellten sich dazu. Diese nahmen wir auf unser Sammelticket mit. Am Straßenrand sammelten wir Peter auf, der versucht hatte vom anderen Busfahrer Geld wieder zu bekommen. Dieser fuhr bei einer Rangierfahrt ein Straßenschild um und demolierte seine Rückscheibe. Über diesen Busfahrer habe ich an einem halben Tag mehr geschrieben, als über unseren Tourguide in 1,5 Wochen. Im Supermarkt trank ich meinen ersten Kaffee in diesem Urlaub in Form eines Capuccino. Hier stand im Eingangsbereich ein Kaffee-Vollautomat. Im Zimmer sortierte ich meinen Fotorucksack und schnappte mir mein Stativ. Ich ging den selben Weg wie gestern. Mein Versuch Wasserläufe mit Langzeitbelichtung festzuhalten könnte geklappt haben. Am Abzweig nach Tyvaneset entschied ich mich für diesen. Innerhalb einer Minute war ich in der Wildnis. Und wie es kommen musste, kam es auch. Es lag soviel Baumbruch auf dem Weg dass ich sehr viel klettern musste, obwohl es runter ging. Im wahrsten Sinne ging es über Stock und Stein. Durch den Regen war alles aufgeweicht. Es war sehr anstrengend, aber wunderschön. Ab und an pflückte ich ein paar Blaubeeren vom Strauch. Da ich nicht wusste was Tyvaneset ist tappte ich im Dunkeln. Auch hatte ich keine Karte dabei. Aber egal. Es machte ungemein Spaß. Tyvaneset lag auf Fjordhöhe und zwar am Tunnel zwischen Olden und Loen. Allerdings wusste ich immer noch nicht was es war. Wahrscheinlich nur eine Bezeichnung für einen Punkt in der Landschaft. Von hier ging es an der Küstenstraße entlang bis Loen. Das war natürlich nicht so toll, aber es war die einzige Möglichkeit. Um kurz vor 19 Uhr war ich daheim. Ich duschte kurz, hing die Klamotten zum Trocknen auf und ging zum Abendessen. Ich war der Letzte. Schon wieder! Danach trafen wir uns wieder mit einigen aus der Gruppe im Aufenthaltsbereich. Das Musikduo, welches bis auf einen Pausentag jeden Tag aufspielte, war auch wieder da. Fahrstuhlmusik at it`s schlechtestes. Da Ilka und Norbert sich ein Glas Rotwein gönnten trank ich einen Weißwein. 0,1 Liter für 74 Kronen, über 10 Euro. Lecker war er aber. Die lustige Runde verließ ich gegen 23 Uhr.

 


Donnerstag, der 18.07.2013

 

Der Tag begann wie es Peter schon vorhergesagt hatte. Mit ganz viel Regen. Dennoch war ich um 7:15 Uhr am Frühstückstisch. Da ich nicht so recht wusste, was ich heute unternehmen sollte, ging ich um 8:20 Uhr zur Bushaltestelle. Der 8:30 Uhr Bus nach Stryn war um 9:10 Uhr immer noch nicht da. Im Supermarkt "Joker" trank ich einen Capuccino. Um 9:25 Uhr kam dann der Bus. In der Busstation in Stryn wärmte ich mich ein bisschen auf. Hier war ein richtiger kleiner Busbahnhof. Hiernach bummelte ich stundenlang durch Stryn. Kaum ein Geschäft das ich nicht besuchte. Für Peter kaufte ich einen Regenponcho mit dem Aufdruck "I love Norway", wobei das Wort "love" durch ein Herz ersetzt wurde und einen Edding, sodass alle unterschreiben konnten. Am Ortsende gab es eine Hängebrücke über den Stryneelva. Leider kam ich nicht bis dorthin. Da wäre ich gerne drüber gegangen. Ich ging wieder den Weg zurück wie ich ihn gekommen war und wartete an der Bushaltestelle nach der Brücke noch auf den 13:45 Uhr Bus. Allerdings kam er nicht. Das Wetter war alles andere als freundlich und mein kleiner grüner Persilschirm entpuppte sich als guter Freund. Nicht fälschlicherweise Persilschein. Das ist was anderes. Irgendwann wurde es mir dann aber doch zu kalt. Da mir auf der Straße nach Loen zu viel Verkehr war, ging ich zum Busbahnhof zurück und setzte mich in den Wartebereich. Ich hatte wohl noch eine Stunde zu überbrücken. Gerne nahm ich diese Wartezeit aber im Warmen in Anspruch. Astrid und Claudia kamen auch zum Busbahnhof. Astrid fragte den Fahrer von einem Expressbus, ob dieser in Loen halten würde. Und siehe da, es war das richtige Verkehrsmittel. Warum hatte ich den Busfahrer eigentlich nicht gefragt? Er stand ja schon länger da. Um 16 Uhr war ich auf meinem Hotelzimmer, schlief ein wenig und duschte dann. Beim Abendessen bestimmte Rainer dass ich das Trinkgeld für Peter einsammeln sollte. Er, Rainer, wünschte sich von mir einen lustigen Spruch. Da der Humor von Peter und meiner grundsätzlich völlig verschieden war, habe ich mich erfolgreich geweigert dies zu tun. Da ich das Geld aber einsammelte, habe ich mich im Anschluss noch in den Aufenthaltsraum gesetzt und Unterschriften und Trinkgeld in Empfang genommen. Die Runde war wieder sehr lustig. Da viele Spanier die Tanzfläche stürmten waren Claudia, Wolfgang und Johanna auch mit dabei. Um 23 Uhr ging ich auf mein Zimmer, um mich auf Morgen vorzubereiten.

 


Freitag, der 19.07.2013

 

Ich hatte mir ja für heute etwas vorgenommen. Daher war ich bereits um 7 Uhr beim Frühstück. Rainer kam auch dazu. Die Gruppe wurde heute gesprengt. Maria-Theresia und Elke fuhren Fahrrad, Michael blieb wegen seiner Entzündung im Hotel und der Rest ging auf den See. In Form eines Paddelbootausflug. Rainer und ich gingen den Skåla an. In Norwegen ist dieser Berg immerhin die höchste Erhebung von Meeresniveau an. Es gibt zwar höhere Berge über 1848 Meter, aber keinen mit diesem Höhenunterschied. Rainer ging vor mir los. Ich kam erst gegen 8:10 Uhr weg. Das Wetter war kalt, aber es regnete nicht. Der Weg war am Anfang die Straße durch das Dorf. Am Wanderparkplatz ging es den gleichen Weg wie Sonntag hoch. Ich ging aber den leichten Forstweg weiter, anstatt den steilen Aufstieg zu gehen. Hatte ich ja schon gemacht. Der Weg war allerdings auch sehr steil und anstrengend. Es war total urig. Immer hörte man einen Bach rauschen. Als die Baumgrenze erreicht wurde kam eine unglaublich wasserreiche Landschaft zu Tage. An einem Berghang zählte ich sage und schreibe 20 Wasserläufe. Manche dünn, andere angeschwollen. Die Temperatur spielte Jojo. Mal war es warm, mal war es kalt. Ich weiß nicht wie oft ich die Jacke und Kappe aus- oder angezogen habe. Aber es war oft. Mir fielen die ersten 400 Höhenmeter sehr schwer. Danach ging es etwas einfacher. Aber nur etwas. Im Aufstieg war einiges los. Die meisten Norweger liefen den Berg hoch. Richtig gelesen, sie liefen den Berg hoch! Und ganz oft sah man ganze Familien hoch gehen. An einem See, die Schneegrenze wurde erreicht, ging ein Junge schwimmen. Für mich fing es an von hier ab weh zu tun. Der Weg war zwar noch eben, aber immer wieder musste ich Schneefelder durchqueren. Und jetzt quälte ich mich. Den Gipfel des Skåla sah man nicht. Plötzlich kam mir Rainer entgegen. Er war oben gewesen. Ich machte ein GPS Bild und sah dort, dass ich bei 1503 Metern war. Da sich noch 345 Höhenmeter vor mir in die Höhe stapelten entschied ich mich für den Abstieg. Aber auch hier lief mir Rainer davon. Drei hübsche, junge Norwegerinnen liefen leichtfüßig an mir vorbei. Eine von ihnen kühlte sich auch im See ab. Das ich zu langsam war bemerkte ich spätestens jetzt. Sie zog nämlich gerade schon die Jacke an. Den Vogel schoss ein 5 bis 6 Jahre altes Mädchen ab. Sie lief leichtfüßig mit Ihrer Mutter an der Seite den Berg hoch. Als mir 3 Schafe auf dem Wanderpfad entgegenkamen fand ich dies einen guten Platz für eine Pause. Danach ging es steil bergab. Kurz bevor sich Fahrweg und Wanderweg kreuzten folgte ich einem Läufer in einen Seitenweg. Hier guckte man auf einen Wasserfall der mindestens eine Fallhöhe von 40 Meter aufwies. Warum hatte Peter uns dieses imposante Schauspiel beim Aufstieg zum Veslesskåla vorenthalten? Ein Foto war bei der Gischtentwicklung unmöglich. Jetzt folgte ich wieder dem Wanderweg weiter nach unten. Er war schwierig zu gehen. Ich wäre mal besser auf dem Fahrweg geblieben. Hier war es nass, rutschig und sehr steil. Aber ich habe es überlebt. Vom Wanderparkplatz aus konnte ich ins Lodalen gucken und eine Gletscherzunge mit ihrer bläulichen Färbung sehen. Das war schon sehr imposant. Als ich weiterging hörte ich hinter mir Fahrräder. Das waren Elke und Maria-Theresia. Sie erzählten dass ein Kanu unserer Wanderfreunde umgekippt sei. Ausgerechnet mit Peter und den Weltenbummlern Elke und Siegfried. Aber hier ist alles gut gegangen. Nach dem Abendessen gingen wir alle in den oberen Aufenthaltsraum um organisatorische Dinge zu klären. Hier überreichte ich Peter mit ein paar warmen Worten den Umschlag mit dem Trinkgeld und den Poncho. Als wir wieder im unteren Barbereich waren, tranken ein paar von uns Rotwein. Unsere Bayerin Claudia meinte irgendwann, ein Obstler wäre jetzt gut. Ich ging mal unauffällig an die Bar und organisierte 6 Bokmar. Dies kostete die Kleinigkeit von 432 Kronen. Das sind mal eben über 50 Euro. Da war ich in 5 Minuten mehr Kronen los als ich in der ganzen vergangenen Woche verbraucht hatte. Norbert holte dann noch eine Flasche Obstler aus seinem Zimmer. Wie das halt immer so bei Gruppenreisen ist. Um 23:30 Uhr ging ich dann auch mal auf mein Zimmer.

 


Samstag, der 20.07.2013

 

Um 5:45 wurde ich wach. Ohne Wecker! Kurz geduscht und dann ging es um 6:20 Uhr rüber zur Bushaltestelle. Der Expressbus kam pünktlich um 6:25 Uhr. Loen verabschiedete uns standesgemäß mit Regen. Claudia setzte sich neben mich. Die Sitze waren bequem. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass es eine lange Busfahrt war. Und ich lange Beine habe. In Førde gab es einen kurzen Stopp von 15 Minuten. So ganz allmählich wurde es heller und Licht kämpfte sich durch die Wolken. Nicht die Sonne, nur Licht. Wir fuhren durch ein märchenhaftes Tal. Als wir den Sognefjord, immerhin der größte Fjord Norwegens erreichten, kam endlich auch die Sonne raus. In Lavik fuhren wir mit dem ganzen Bus auf die Fähre nach Ytre Oppedal. Die Überfahrt dauerte 20 Minuten und war eine willkommene Abwechslung. Jetzt war die Landschaft wunderschön. Blaues Wasser, grüne Berge, rote Häuser und weiß-blauer Himmel. Herz was begehrst Du mehr? Mit einemmal waren wir in Bergen. Anke wurde verabschiedet, da sie noch ihre Familie in Süd-Norwegen besuchen wollte. Wir Frankfurter verabschiedeten uns von den Hamburgern, dennoch unternahmen wir noch gemeinsam eine Stadtbesichtigung. Auf dem Fischmarkt kaufte ich ein Fischbrötchen mit Krabben und Lachs. Dann verabschiedeten wir uns wirklich von der Gruppe die zum Flughafen Hamburg abflog. Astrid und ich reihten uns in die Schlange zur Zahnradbahn, um auf den Hausberg von Bergen zu fahren. Hier war ein ziemliches Gewusel. Kein Wunder bei dem Wetter. Herrlichster Sonnenschein und sommerliche Temperaturen verwöhnten uns zum Abschied noch einmal und luden alle Menschen zum Draußen sein ein. Nachdem ich mir einen Kronen (1!) bei Elke geschnorrt hatte, waren meine Kronenvorräte restlos aufgebraucht. Dafür bekam ich als Gegenwert eine Cola light. Wir saßen im Innenbereich des Restaurants, da draußen alles besetzt war. Dann fuhren wir wieder runter und bummelten noch durch das alte Hanseviertel von Bergen. Alsbald holte uns der Weckdienst (mein Handy) aus der Schlenderlaune raus und wir gingen gemütlich zu Peter zurück. Dieser hatte freundlicherweise auf die Koffer aufgepasst, nachdem er die Hamburger in den Bus gesetzt hatte. Auch wir fuhren mit dem öffentlichen Flughafenbus. Im Flughafen versuchte ich eine Bordkarte zu bekommen. Das war nicht so einfach, klappte irgendwann am Automaten aber doch. Mit der Kofferaufgabe war es dann noch komplizierter. Der Automat sagte mir dass mein Koffer 23,5 Kilo wiegen würde. Er sei also zu schwer. Am Schalter waren es dann schon 25,3 Kilogramm. So musste ich ein paar Dinge aus dem Koffer in meinen Rucksack umpacken. Danach waren es exakt 24 Kilo. Genauso viel wie beim Hinflug. Mein Rucksack wurde zum Glück nicht gewogen. Bei der Sicherheitskontrolle klappte dann alles problemlos.