Dschungelwandern und Traumstrände in Thailands Süden



Dschungelwandern und Traumstrände




Samstag, der 25. Januar 2014

Die Nacht war um 6:15 Uhr zu Ende. Ich gestaltete den Morgen gemütlich. Nach einer reinigenden Dusche, ich wusch mir wohl den Schaum vom gestrigen Chillout-Bad am Nachmittag ab, frühstückte ich gemütlich mit meinem Kölner-Stadtanzeiger. Eigentlich wollte ich mit dem Zug um 9:04 Uhr von Kuchenheim nach Bonn und dann weiter nach Frankfurt. Allerdings wollte ich nicht weiter daheim am Tisch sitzen und mich langweilen. Da alles restlos urlaubsreif vorbereitet war, gab es einfach nichts mehr zu tun. Als ich gegen 7:40 Uhr das Haus verließ, ging mit einem rötlichen Schimmer am Himmel so langsam die Sonne auf. Ich bestieg den 7:52 Uhr Zug nach Euskirchen, wo schon die Regionalbahn nach Köln stand. Im Kölner Hauptbahnhof stand auch schon der ICE 1013. Allerdings mit verschlossenen Türen. Obwohl er physisch vor mir stand, warnte eine Lautsprecherdurchsage vor der Einfahrt. Vor Öffnung der Türen zog der Zug dann noch 10 Meter vor. Man muss nicht alles im Kosmos DB verstehen. Die Fahrt verlief sehr angenehm. Deutschland verabschiedete mich mit einer grauen Waschküche als Wetter. Um 9:50 Uhr kam der Zug im Fernbahnhof vom Flughafen Frankfurt an. Keine Stunde nach Abfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof. Respekt. In Halle C vom Terminal 1 war der Thai-Airways Schalter noch nicht geöffnet. Ich wartete keine 10 Minuten und war dann der erste Passagier. Die Mitarbeiterin verstand nicht, was ich von ihr wollte, obwohl ich die Worte, einer ihrer Kollegin aus einem Telefonat nur wiederholte, welche ich genauso aufgeschrieben hatte. Ein wenig hin und her und schon klappten 2 Dinge. Zum Einen bekam ich ein Upgrade in die First-Class. Zum Anderen lächelte sie dann doch noch. Der Rest ist schnell erzählt. Die Sicherheits- und die Passkontrolle waren zügig durchschritten. Ich nahm in der First-class-Lounge "B42" Platz. Hier war mehr los, als ich vermutet hatte. Die Zeit verging recht zügig. Eine Tageszeitung, etwas Knabberzeug und einen Tee und Fruchtsaft, machten den Loungeaufenthalt zu einem Genuss. Um 13:30 Uhr ging ich dann zum Gate B48. Hier musste ich noch mein Upgrade bezahlen. Schade, umsonst bekam ich das ja gar nicht. Mit einer Rolltreppe ging es dann nach oben. Es ist schon Wahnsinn, dass man heutzutage auf 2 Etagen in den Flieger steigt. Der Airbus A380 der Thai-Airways nimmt etwas mehr als 500 Menschen auf. Auf meinem Platz mit der Nummer 1A! wurde ich mit Namen begrüßt. Relativ pünktlich ging es in die Luft. Dass der Service von Thai-Airways einen guten Ruf hat, wurde mir alleine dadurch vor Augen geführt, dass ein Schälchen Nüsse vor mich hingestellt wurde. Und diese waren lauwarm! Bei den Canapés gab es allerdings ein sehr großes Problem. Von den drei servierten Kleinigkeiten war eins eine Dattel. Was tun? Essen, oder nicht essen, das war hier die Frage. Natürlich probierte ich die Frucht. Und siehe da, sie war mit einem Klecks Frischkäse als Füllung sehr lecker. Über dem Burgenland in Österreich sah ich einige Weiß bedeckte Felder, ansonsten war eigentlich alles recht schneefrei. Über dem Plattensee begann man mit dem Servieren des Abendessens. Um 15:30 Uhr! Sogar mir war das dann doch ein wenig zu sehr Luxus. Es gab eine halbe Dose echten Kaviar. Dazu gab es ein Glas Wodka. Bewusst aß ich Kaviar das erste Mal. Auf jeden Fall in der Menge. Mit Zitrone beträufelt, erlebte auch ich kleine Explosionen im Gaumen. Er war gut, den Hype darum kann ich nicht nachvollziehen. Mich beschäftigte die Frage, warum man eigentlich keine kleine Nagelfeile mit in ein Flugzeug bringen darf, aber dann Metallbesteck gereicht bekommt. Für das Viertel Hummer wäre Plastikbesteck vielleicht auch nicht das Richtige gewesen. Diesen verspeiste ich auf Höhe Belgrad. In Pyramidenform lag anbei Gänsestopfleberpastete. Vielleicht werde ich öfters in der First-Class fliegen. Scherz! Die Hähnchenbrust bekam ich über Rumänien. So langsam setzte Dämmerung ein. In Frankfurt war es 16:10 Uhr. Der 2011er Chablis Gran Cru Vaillon war eine Wucht. Ehe hier der Eindruck entsteht, ich hätte mir einen hinter die Binde gekippt, möchte ich die Mengen ein wenig relativieren. Die gereichten Gläser waren nicht groß. Aber für den Genuss war es wirklich ausreichend. Kaum hatte ich den letzten Satz zu Ende geschrieben, bekam ich zum Käse, auf Höhe Bukarest, ein Glas Portwein. Ohne Übertreibung konnte ich behaupten, dass das das :-) mit Abstand beste Essen über den Wolken war, welches ich bisher zu mir genommen hatte. Über dem Schwarzen Meer, 16:45 Uhr in Frankfurt, machte ich mich bettfertig. Natürlich durfte ich meine Schlafstatt nicht selber richten. Eine nette Stewardess stattete das Bett! mit Laken und Decke aus. Klar, dass ich um 18 Uhr ausgeschlafen war. Dies war von der Zeit eher ein Nachmittagsschlaf für mich. Hatte ich zum Zähneputzen das hintere, ziemlich geräumige WC genutzt, verschlug es mir in dem vorderem schlichtweg die Sprache. Es war sogar eine Bank mit Schminktisch in einem separaten Bereich eingebaut. Ich hatte auf der Toilette so viel Platz, wie in manchem Hotelbadezimmer nicht. Zu dem Moment befanden wir uns über dem Kaspischen Meer.

 

Sonntag, der 26. Januar 2014

Um kurz vor 5 Uhr, ich schwenke jetzt zur Bangkok-Zeit, bekam ich meinen ersten Tomatensaft. Komisch, ich hatte ihn noch gar nicht vermisst. Über dem Golf von Bengalen, zwischen Kalkutta und Rangun, gab es Frühstück. Um 6:15 Uhr verfärbte sich der Himmel. Für mich eines der schönsten Naturschauspiele überhaupt. Unten der dunkle Erdboden, dann ein Streifen Glutorange, dass sich langsam in Gelb verfärbt um dann in Hellblau zu verschwimmen. Enden tat das Ganze dann in einem Tintenblau. In dieser Reinheit sieht man dies wohl nur in dieser Höhe. Leider dauerte dieses große Theater nicht lange. Die Crew verabschiedete sich kurz vorm Landeanflug kniend bei mir. Meine Frage, ob ich denn meinen Anschlussflug noch bekommen könnte, beantwortete man mir mit: 30 minutes are enough time. Ich muss gestehen, jetzt wurde sogar ich nervös. Allerdings völlig unbegründet. Es war alles topp organisiert. Man empfing mich am Flugzeugausgang mit Namensschild und verfrachtete mich auf einen elektrischen Flughafenflitzer. Eine Thai-Mitarbeiterin fuhr mich zum richtigen Gate, brachte mich durch Menschenmassen zum Sicherheitscheck. Und dann geschah ein Wunder. Ich betrat als Erster die Boing 747 nach Phuket. Das nenne ich mal eine Punktlandung. Für die kurze Flugzeit von 1:05 Stunden wurde wirklich ein Jumbo eingesetzt. Allerdings war das Gate auch voller Menschen. Die Business-Class war allerdings nicht mal zur Hälfte gefüllt. Ich tauschte vor Abflug noch meinen guten Sitz mit einem noch viel besseren. Zum einen hatte ich noch viel mehr Beinfreiheit, sogar mit Fußbänkchen, zum anderen saß ich nun in der Spitze. Nachdem die Anschnallzeichen erloschen, gab es auch direkt Frühstück. Also mein Zweites. Jetzt wurde es aber thailändischer. Es gab Reisbrei mit weißem Fisch und Pilzen. Etwas Obst, das war es schon. Und dann ging es auch schon wieder runter. Der Landeanflug war spektakulär. Es sah so aus, als wollte der Jumbo wassern. Das tat er natürlich nicht, sondern er benutzte die Landebahn, welche direkt nach dem Strand anfing. Wie die Schafe rannten alle Passagiere zum Gepäckband 1. Allerdings war, wer lesen konnte, im Vorteil. Ich bekam in Bangkok einen Aufkleber an die Brust geheftet, auf dem auf einen international baggage claim hingewiesen wurde. Und dieses Gepäckband befand sich in einem eigenem Raum. Als dies begriffen wurde, setzte eine regelrechte Völkerwanderung ein. Ich konnte meine Tasche schnappen und ging in die Ankunftshalle. Allerdings wartete hier niemand mit meinem Namensschild auf mich. Und so rief ich Sasina Kaudelka von Ancient Thai Travel an. Nach 2 Gesprächen war klar, der Fahrer musste draußen stehen. So war es dann auch. Er fuhr sehr sicher, aber auch sehr! zügig. Mit 90 km/h in einer 30er Zone machen bei uns nicht sehr viele. Aber was nutzte das ganze Rasen, wenn man dann doch in einer Demo steht? Mehrere Fahrzeuge, geschmückt mit thailändischen Fahnen und Farben, hielten den Verkehr auf. Es war kurz vor den vorgezogenen Parlamentswahlen und in Thailand gab es eine recht starke Opposition, die die Macht ohne Wahlen anstrebte, um dann Wahlen abzuhalten. Nach einer Weile ging es dann weiter und wir kamen gegen 11:30 Uhr im "Nangthong Bay Resort" in Khao Lak an. Als ich mein Zimmer bezog, rief ich Misses Kaudelka abermals an. Denn von einem Meerblick war nichts zu sehen. Die Erklärung war wenig erbaulich. Wenn ich seaview wollte, könnte ich eine Etage höher ziehen, müsste aber auch 200 Bath, ca. 4,50 €, pro Nacht mehr bezahlen. Ich lehnte dankend ab und schrieb eine E-Mail an Wikinger. Erregt hatte mich diese Episode nicht. Und so machte ich mich strandfertig. Aber ich blieb nicht lange. Ich war jetzt sehr müde und die Sonne setzte mir zu. Nach einer Dusche legte ich mich hin, stellte aber den Wecker auf 15:30 Uhr. Ich wurde vorher wach. Müde war ich aber immer noch. Auf dem Balkon sortierte ich in meinem elektronischen Kalender das Chaos, welches die Zeitumstellung verursachte. Das "intelligente" Helferlein meinte, alle Termine sechs Stunden nach vorne verschieben zu müssen, weil ich meinte, meine Uhr auf Bangkokzeit einzustellen. Nur weil sich die Zeitzone verändert, ändern sich ja nicht die Termine. Später ging ich zum Strand und suchte mir als Sitzunterlage einen Baumstamm. Während ich schrieb, wartete ich auf den Sonnenuntergang. Durch krabbelndes Getier wurde ich von hier vertrieben und machte meine Beobachtungen an der Wasserkante weiter. Leider versteckte sich der glutrote Feuerball hinter Wolken, ehe er gegen 18:30 Uhr eigentlich das Meer berühren sollte. Ich ging nach Khao Lak rein, um endlich wieder etwas zu essen. Wie bestimmt aufgefallen ist, hatte ich seit dem letzten Flug nichts mehr zu mir genommen. Das war gegen 8 Uhr morgens gewesen. Das Leben spielte sich hier entlang der Hauptstraße ab. Mich sprach ein Restaurant an, aber ich wollte noch etwas Asien schnuppern. So ging ich noch die Straße auf- und dann wieder ab. Hier war alles sehr auf westliche Gäste zugeschnitten. Nun ja, ich gehörte ja auch dazu. Im Somri Restaurant, welches ich als erstes entdeckte, bekam ich auch einen Tisch zugewiesen. Ich bestellte einen spicy ricenoodle salad. Danach bekam ich gegrilltes Hähnchen mit Cashewkernen. Es war alles sehr gut. Mir fehlte aber die Schärfe. Das war bestimmt dem Tourismus geschuldet, der hier allgegenwärtig war. Nach dem Essen ging abermals ein wenig durch den Ort, diesmal durch den anderen Teil. Hier war es nicht sehr erbaulich und so ging ich auf mein Zimmer. Um ziemlich genau 22 Uhr löschte ich das Licht und begab mich zu Bett.


Montag, der 27. Januar 2014

Ich hätte darauf wetten können. dass ich schon um 5:15 Uhr aufwachte. Ich blieb aber einfach noch liegen. Um 6 Uhr befahl ich mir, die Augen geschlossen zu halten. Was sollte schon passieren? Mein Wecker war auf 8 Uhr programmiert. Die erste gute Nachricht war, dass er es tat. Die zweite gute Nachricht war, dass ich ihn nicht hörte. Um 10 Uhr wurde ich wach. Natürlich erschrak ich, aber eigentlich gab es schlimmeres Leid. Tatsächlich bekam ich auch noch Frühstück. Es gab ein wenig Aufregung beim Personal, weil ich angab, mein Frühstück wäre bereits bezahlt. Diese Aussage stellte sich aber als wahr heraus. Mein heutiges Frühstück bestand aus 2 Scheiben Toast, einem kleinen Teller frischem Obst und einem Tee. A la carte hätte es so viel gekostet, wie mein Abendessen gestern, nämlich 300 Bath, also 6,70 Euro. Danach ging ich kurz ins Dorf, um einen Briefkasten zu suchen. Wirklich penetrant sind hier die Rufe von gefühlt Hunderten von Taxifahrern nach ihren Vehikeln. "Taxi, Taxi", wo man auch geht und steht. Dadurch, dass ich den Morgen so vertrödelt hatte, ergab sich noch ein Nachteil. Es war keine Liege mehr ohne Handtuch frei. Nach einiger Sucherei fand sich eine. Natürlich war sie kaputt. Das schreckte mich aber nicht. Ich suchte die Teile zusammen und stellte sie an einen mir genehmen Ort auf. Und dann legte ich mich in die Sonne. Auf dem Bauch liegend begann ich in dem Buch "Ein Küchenchef reist um die Welt" von Anthony Bourdain zu lesen. Zwischendurch schwamm ich zu einer vorgelagerten Felsbank hinaus. Kurz bevor ich diese erreichte wurde ein kleiner Schwarm Fliegender Fische aufgeschreckt. Natürlich durch ein Seemonster, oder einen Raubfisch, aber nicht durch mich. Danach schwamm ich wieder zurück, las, schlief, döste. Ein kurzes Gespräch mit meiner Süßen verschönerte diesen sowieso schon tollen Tag noch mehr. Später am Nachmittag machte ich mich dann fertig und ging auf Foto-Safari. In Khao Lak ging ich nach links, allerdings weiter als gestern Abend. An einem Obststand kaufte ich für 56 Eurocent eine Kokosnuss und schlürfte den eiskalten Saft aus einem Loch, welches die Verkäuferin mittels Machete in die harte Schale geschlagen hatte. So entstand ein Deckel, den man zurückklappen konnte, um dann einen Strohhalm einzuführen. Dann schlenderte ich weiter und weiter und bog irgendwann nach links in Richtung Strand ab. Dieser Weg schlängelte sich noch eine Weile durch Felder und etwas Wald. Für ein Sonnenuntergangs-Foto baute ich mein Stativ am Biang Nang Beach auf einem Felsplateau im Wasser auf. Die Stimmung war toll. Barfuss lief ich nach der Session am Strand bis zu meinem Hotel zurück. Gegen 19:30 Uhr machte ich mich auf die Suche nach leckerem Abendessen. Seit dem Frühstück hatte ich nur ein wenig Obst zu mir genommen. Im DuMont-Reiseführer stand ein Tipp. Das Khao Lak Seafood. Nun, das wollte ich suchen. Gefunden habe ich es auch. Zur Vorspeise wählte ich eine Kokosnusssuppe  mit Fisch. Die Bedienung empfahl mir das Barracuda Filet im Bananenblatt. Ja dann, her damit! Vorher gab es noch einen Fruchtshake mit Joghurt. Der war schon mal sehr lecker. Mir gegenüber saßen drei Italiener. Sie tranken Singha-Beer, einer rauchte eine dicke Zigarre. Zwei redeten auf den Dritten im Bunde ein. Ich verstand immer nur das Wort "cinque minuti". Da wurde bestimmt ein Bankraub ausgetüftelt. Vom Klischee her hätte es gepasst. Ich wartete ungewöhnlich lange auf die Suppe. Kaum hatte ich auf die Uhr geschaut, kam sie auf den Tisch. Nämlich nach exakt 45 Minuten. Ohne Übertreibung war diese Kokosnusssuppe ein absolutes Gedicht. So musste Thailand schmecken. Frischer Ingwer und Fisch hielten sich die Waage. Und es war viel Fisch drinnen. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn alles glatt gelaufen wäre. Tat es aber nicht. Ich hatte die Suppe noch nicht mal halb ausgelöffelt, da kam mein Fisch mit Reis. Da passt ja wieder mein Motto: alles gleicht sich aus. Der Fisch war auch sehr lecker, kam an die Suppe geschmacklich aber nicht ran. Und trotzdem war dies ein Festessen. Meinen Nachtisch nahm ich an einer Garküche ein. Eine junge Frau nahm eine 1,5 Zentimeter im Durchmesser kleine Kugel Teig und formte daraus geschickt mit beiden Händen einen viereckigen, superdünnen, ca. 40 X 40 Zentimeter großen Teigfladen. Der wurde als Pfannkuchen ausgebacken. Zwischendurch kamen noch Scheiben einer ganzen Banane darauf. Dann wurde ein Paket gefaltet, mit Nutella bestrichen und in kleine Würfel geschnitten. Alles in allem habe ich für die gesamte Abendessensorgie keine 10 Euro bezahlt. Zurück im Hotel legte ich mich auf eine Strandliege. Hier fiel mir auf, dass die meisten Liegen jetzt schon reserviert waren. Kein Wunder, dass morgens nichts mehr frei war. Ein kräftiger Wind kam vom Meer her, was ein wenig Abkühlung verschaffte. Ab und an stieg eine Wunschlaterne in den Abendhimmel und trieb über das Meer. Dann ging ich in mein Zimmer, schrieb Tagebuch, machte mich bettfertig und las noch im Buch. Erwähnen sollte ich noch, dass trotz Vorsicht, mein Rücken durch Sonneneinstrahlung ganz gut brannte.

 

Dienstag, der 28. Januar 2014

Die Nacht war von ein paar Unterbrechungen geprägt. Und doch schaffte ich es, diesmal den Wecker auszutricksen. Ich war einfach vorher wach. Ich sortierte meine Reisetasche. Diese war jetzt zum Bersten gefüllt. Kein Wunder, sind doch jetzt im Tausch zu meinen Bade-Freizeit- Sachen, die Winter-Reiseklamotten dazugekommen. Soweit ich es überblicken konnte, waren, bis auf eine, alle Liegen okkupiert. Und es sind nicht nur Deutsche im Hotel. Zum Frühstück bestellte ich mir eine Schale Müsli. Was hier mit Cornflakes gleichgesetzt wird. Etwas Obst mit Milch aufgefüllt, fertig ist das Müsli. Dazu orderte ich noch ein Omelette, "thai style" und den obligatorischen Tee. Mein Tisch befand sich in erster Meereslinie auf der Terrasse. Das war schon mal ein schöner Start in den Morgen. Das Omelette wurde mit Hackfleisch und Erbsen gefüllt. Ich befand es als lecker, allerdings fehlte mir das gewisse Extra. z.B. Koriander, oder etwas Chili. Waren jetzt an der Strandlinie alle Liegen besetzt, fand ich eine freie am Pool. Idealerweise bestrahlte die Sonne nur meine Füße. Die restliche Haut wollte ich schonen. Noch dazu wollte ich nicht zu sehr schwitzen. Um 12 Uhr war mein privater Fahrdienst pünktlich da und so konnte die Fahrt zum Pier von Ao Nam Mao beginnen. Poon, sprich: Pun, der Driver, fuhr anfangs sehr moderat. Später sollten waghalsige Manöver folgen. Allerdings hatte ich nie den Eindruck, dass er unsicher war. Er fragte mich, ob wir über einen Pass fahren sollten. Es würde zwar länger dauern, wäre aber der kürzere Weg. Ich hatte Urlaub. Am Pass war ein Turm, den Poon mir unbedingt zeigen wollte. Ich glaubte ja eher, dass es um eine Zigarettenpause ging. Die Sicht war von hier aber wirklich traumhaft. Ich betrat dann noch eine Toilette. Auf dem Boden befand sich eine Porzellanschüssel. Die Form war so, wie früher in Frankreich. Eine Fußform war ins Porzellan gebrannt. Einen Unterschied gab es aber zu den französischen Toiletten. Waren dort immer Spülkästen unterhalb der Decke, war hier die Spülung als do it yourself arrangiert. Eine Schale wurde durch einen Wasserhahn mit Wasser gefüllt, welches dann in die Bodenschüssel eingefüllt wurde. In der Provinz Krabi angelangt, gab es dann noch einen Stopp an einer Tankstelle. Der Tankwart tanzte zwischendurch ausgelassen zu Thai-Musik. Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Pier von Ao Nam Mao, welchen wir nach zweieinhalb Stunden Fahrzeit erreichten. Mein Gepäck wurde auf eine Trolley verfrachtet und wieder wurde ich gefahren. Am Holzpier angelangt, wartete vom Tropical Island Resort, was für ein genialer Name für ein Urlaubshotel, ein sogenanntes Longtail-Boat. In 15 Minuten ging es nach Railay East rüber. Hier gab es während Ebbe keinen Bootssteg. Man half sich anders. Ein Traktor mit Anhänger kam rückwärts an das Boot gefahren. Das Umsteigen verlief völlig easy. Im Resort checkte ich ein. Meine "Tropical-Villa" 1003 war sehr geräumig. Nachdem ich mein Gepäck verstaut hatte, machte ich mir einen Tee und setzte mich auf die Veranda. Hier schrieb ich ins Tagebuch und stöberte in meinem DuMont Reiseführer. Danach schnappte ich mir meinen Fotorucksack und marschierte zum Pranang-Cave-Beach. Am Strand Railay East, der vor dem Hotel, ging ich in Richtung Wasser, zog meine Schlappen aus und bereute das schnell. Steine und Muscheln malträtierten meine Füße. Ich machte ein paar nette Aufnahmen von Longtail-Booten und ging danach zu meinen Sandalen zurück. Diese schwammen schon auf mich zu. Ungelogen, die Fotosession hatte keine 10 Minuten gedauert. Die Schuhe hatte ich recht weit weg vom Wasser postiert. Da sie sowieso nass wurden, hätte ich sie auch anbehalten können. Das hätte die Aufnahmen angenehmer gestaltet. Auf dem weiteren Weg sah ich Langschwanzmakaken, welche auf Touristenopfer warteten. Man nennt sie auch Javaneraffen. Ein, nennen wir sie mal dummes Paar, fütterte die Affen mit Bananen und mit Chips aus der Tüte. Aber Häppchen wollten die nicht. So kam der Angriff recht schnell. Ich sagte noch: "that`s why you`ll never feed wild animals", aber das russische Paar wunderte sich noch über die Attacke. Am Strand vom Pranang-Cave-Beach war recht viel los. Kletterer und Sonnenhungrige bevölkerten die Felswände, oder den Strand. Am Fruchtbarkeitstempel bekam ich kaum die Chance ein Bild ohne Menschen zu machen. Ein junges Ding ließ sich von mir, nach Einverständnis ihrerseits, in verfänglicher Pose fotografieren, als sie die Zunge zu einem Phallussymbol ausstreckte. Es entstand ein Bild, das nicht im Internet veröffentlicht werden sollte. Aber lustig war es. Ihr Freund sah das nicht ganz so entspannt. Er machte das Foto aber auch. Dann spazierte ich am Strand entlang und ließ mich von dem Gewusel inspirieren. Ich musste den selben Weg wieder zurück gehen. Ich war völlig fasziniert von Felsnasen, die gut und gerne zwanzig Meter lang, über den Köpfen schwebten. Kurz vor Railay East beobachtete ich drei Kletterer. Gina war wohl Anfängerin, machte ihre Sache aber richtig gut. Shannon gab mir ihre E-Mail Adresse. Ich würde die Bilder von den beiden Mädels und Shannons Mann zu ihr schicken. Nachdem die Dämmerung schon eingesetzt hatte, bin ich zurück ins Hotel und nahm eine Dusche. Im Hotel wollte ich nicht essen und ging auf die andere Seite der Insel, nach Railay West rüber. Geschätzt waren das keine 400 Meter. Hier auf der Seite waren ein paar mehr Restaurants am Strand. Aber irgendwie strahlten sie alle auf mich die gleiche nichteinladende Atmosphäre aus. Im Ersten wies man mir auch nach mehreren Minuten Wartens, obwohl man mich wahrgenommen hatte, keinen Tisch zu. Ich verließ diesen Ort, um zu Restaurant Zwei zu wechseln. Im Sand Sea Restaurant brachte man mir zwar meine Flasche Wasser, nahm aber recht lange keine Bestellung auf. Ob ich überhaupt die richtige Wahl getroffen hatte? Ich bezweifelte dies schon recht schnell. Die Karte klebte. Der Tisch klebte. Was es hier wieder sympathisch machte, war der Umstand, dass es keine Bilder in der Speisenkarte gab. Der Blick war auch toll. Ich saß in der ersten Linie zum Strand. Nach einer halben Stunde! kam dann ein Kellner und nahm die Bestellung auf. Spicy Glasnudelsalat mit Chicken als Vorspeise, gegrillter Tintenfisch mit Knoblauch und Pfeffer, dazu den obligatorischen Reis, als Hauptgericht. Heute kamen beide Gerichte gleichzeitig. Das Huhn war irgendwie atomisiert und in winzigste Stücke zerfallen. Dem Tintenfisch fehlte der Pfiff. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Insel keine kulinarische Offenbarung für mich war. Gegen 22 Uhr machte hier so langsam alles dicht und ich ging in meine Villa. Die Flut hatte nun ihren Höchststand erreicht und klatschte gegen die Mauer, knapp unterhalb der Hotelanlage.


Mittwoch, der 29. Januar 2014

Mitten in der Nacht wurde ich durch laute, schnelle, tapsige Schritte auf dem Dach wach. Was da mein Dach zur Kampfarena umfunktionierte, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erklären. Ich tippte entweder auf Affen, oder auf Katzen. Tiger (hoffentlich) wohl eher nicht. Einmal wurde ich durch den lauten Motor eines Longtail-Bootes wach, ansonsten schlief ich bis 6:30 Uhr und bekam den heutigen Sonnenaufgang mit. Wunderschön! Ab 7 Uhr gab es Frühstück und ich war zur Eröffnung anwesend. Mir drängte sich der Gedanke auf, dass ich wohl mal besser hier im Restaurant zu Abend gegessen hätte. Das Frühstück war richtig gut. Nudelsalat mit exotischen Kräutern, Fisch, der richtig gut gewürzt war, Reis, aber auch Würstchen und Obst nahm ich zu mir. Gegen 8 Uhr war ich am Strand von Railay West. Hier ging ich zu den Wassertaxis. Da ich von einer Hotelmitarbeiterin wusste, dass der Preis nach Ao Nang 100 THB, also 2,25 € und nicht fast 3,40 €, wie der Mitarbeiter verlangte, nämlich 150 Bath, kostete, weigerte ich mich, diesen Wucherbetrag zu bezahlen. Das Boot wollte los und ich tat gut daran zu pokern. Natürlich nahm man mich für 100 THB mit. Die Fährfahrt war klasse, nur das Aussteigen war problematisch. Ein osteuropäischer Ehemann meinte seiner Gattin beim Aussteigen behilflich sein zu müssen und legte sein volles Körpergewicht auf den Kahn, sodass wir in gefährliche Schieflage gerieten. Und das nur, damit seine Frau keine nassen Füße bekommen sollte. Irgendwann ließ ich einen lauten Ruf los: "what are you doing, Sir?". Seine Begleiter merkten wohl auch, dass da etwas gehörig drohte, ins Wasser zu fallen. Im wahrsten Sinne. Nicht das Boot, eher seine Frau, oder ich. In Ao Nang wollte ich bis zum Ausgangspunkt meiner heutigen Wanderung laufen. Ich hatte ja keine Ahnung, wie weit das sein würde. Nach einiger Zeit kam ich an einen Wegweiser und erarbeitete mir, dass es doch Zeit für ein Taxi wurde. Warum die Fahrt aber 700 Bath kosten sollte, verstand ich nicht. Der Taxifahrer ließ sich auf 1200 THB für die Hin- und Rückfahrt ein. Ich nahm an und setzte mich hinten auf die Pritsche. Nach einer Weile wurde mir klar, warum das so teuer war. Die Strecke war ziemlich lang. Ich schätze so um die 15 bis 20 Kilometer. Dafür war ich auch direkt am Anfang der Wanderung. Der Fahrer und ich verabredeten uns für 16 Uhr am Ausgangspunkt. Übrigens hatte ich noch nichts bezahlt. Das nenne ich mal Vertrauen. Ich merkte mir seine Taxinummer "8". So begann ich meine Wanderung im Nopparat Thara Ko Phi Phi Marine National Park. Ein Marine Park mit einem Berg. Na toll, und ich nehme natürlich den Berg, anstatt gemütlich zu Schnorcheln. Es ging direkt in dem Urwald nach oben. Plötzlich tauchte vor mir ein großer, wunderschöner, weißer, mit vielen blauen Tupfen besprenkelter Schmetterling auf. Als ich die Kamera soweit einsatzbereit hatte, war er natürlich entfleucht. Zwischendurch wurde es richtig steil auf dem Tup Kaek-Hang Nak Nature Trail und das warme, feuchte Klima ließ mich ganz schön schwitzen. Nach einem besonders steilem Stück kam eine Bank, auf der ich eine kurze Rast einlegte. Den Abzweig zum Wasserfall ließ ich rechts liegen und stieg weiterhin an. Gegen 12 Uhr passierte im Wald ein akustisches Schauspiel. Es ging eine Säge an. Natürlich war es keine Säge, sondern eine Zikade, Es war absolut unglaublich, wie laut ein Tier von ca. 4 Zentimetern sein konnte. Gegen Nachmittag wurden es immer mehr Zikaden, die sich gegenseitig ihre Reviere anzeigten und der Wald hallte wider vom Konzert der Kettensägen, Mofamotoren und sonstigem technischem Equipment. Oben auf dem Hang Nak angekommen, hatte man traumhafte Ausblicke. Leider war es für tolle Aufnahmen ein wenig zu diesig. Egal, mein Herz erfreute sich. Mein GPS Gerät der Kamera zeigte beim ersten Bild die Höhe von 537 Metern an und beim zweiten Bild 546 Meter. Erstaunlich, denn ich hatte mich keinen Meter bewegt. Wirklich leicht fühlte ich mich nach dem Anstieg auch nicht mehr. Nach einer Pause ging es wieder abwärts. Diesmal nahm ich den Abzweig zum Wasserfall. Dieser war nur ein kleines Rinnsal, dennoch erfrischte es mich ein wenig. Und jetzt folgt wieder ein typischer Klaus. Ich weiß nicht, wie ich es immer, immer, immer wieder schaffe mich zu verlaufen. In diesem Fall ist es geradezu unmöglich. Es gab nämlich nur einen Weg! Und der ging entweder hoch, oder aber runter. Als ich vom Wasserfall zurückkam, fand ich allerdings den Wegweiser nicht mehr. Was Wunder, er lag auf der anderen Seite eines großen Baumstammes, der quer über dem Weg lag. Und so stiefelte ich  wieder ein gutes Stück bergauf. An einem sehr steilen Stück stutze ich. Bis kurz vor den Baumriesen ging ich zurück. Dann drehte ich wieder, unschlüssig was zu tun sei, dieser Wegweiser konnte sich doch nicht in Luft aufgelöst haben, und ging wieder hinauf. Irgendwo musste das Schild doch sein. Dann kamen mir Briten entgegen, die ich kurz vor ihrem Gipfelsturm schon getroffen hatte. Sie nahmen mich mit bergab, da sie sich sicher waren, noch nicht am Abzweig zur Kaskade vorbeigegangen zu sein. 15 Meter nach dem umgestürzten Baum, den ich als Umdrehmarke genommen hatte, war dann das ersehnte Schild. Ich war jetzt auch schon ein bisschen fertig. Immerhin hatte ich ja nur gefrühstückt. In dem Moment, als ich den Parkplatz um ziemlich genau 15:30 Uhr  wieder erreichte, kam mein Transportfahrzeug vorgefahren. Es war ein Kollege von Nummer "8". Ich glaubte ihm und so fuhren wir wieder zurück. Er bat mich ins Führerhaus. Für Thailänder bestimmt eine Ehre. Für verschwitzte und langbeinige Nordeuropäer eine Strafe. Klimaanlage und beengte Verhältnisse herrschten hier vor. Egal, wir kamen gegen 16 Uhr in Ao Nang an. Ich kaufte am Kartenverkaufshaus ein Ticket nach Railay zurück. Hier gab es überhaupt keine Diskussion über den Fahrpreis. 100 Bath. Auf einer Bank schrieb ich in mein Diary, trank eine Coca Cola light und aß eine Portion Ananas. Trockenen Fußes kam man auch von Ao Nang nach Railay nicht. Zuerst fuhren wir den Pranang-Cave-Beach an und dann ging es nach Railay-West. Nach einem kleinen Spaziergang durch mindestens zwei  Hotelanlagen war ich in Railay-East. Auf meinem Bett saßen 2 Elefanten! Mich freute das sehr. Zeigte es doch, dass mein Zettelchen mit dem thailändischem Wort für Danke, einen guten Abnehmer gefunden hatte. Leider musste ich eines der beiden Kunstwerke zerstören, denn sie waren aus meinen Handtüchern geformt. Ich duschte und, das mal als Wichtigstes, ich wusch meine heutigen Stinkeklamotten durch. In der Hoffnung, dass sie am nächsten Tag getrocknet waren. Jetzt war ich mir sicher, dass sich auf dem Dach Katzen tummelten. Während ich duschte hörte ich mal wieder Schritte. Deshalb klopfte ich mal von unten gegen das Dach. Na, da war aber was los. Gerne hätte ich die aufgeschreckten Gesichter der Katzen gesehen. Hinter meiner Tropical-Villa sollte man nicht so genau hingucken. Das war nicht die feinste Ecke der Insel. Ich versuchte mich dann an traumhaften Sonnenuntergangfotos. Nun ja, auf jeden Fall bemühte ich mich am Strand von Railay West diese Vorgabe umzusetzen. Die Vorraussetzungen waren auf jeden Fall gegeben. Als es zur Entscheidungsfindung zur Lokalität zum Abendessen ging, wählte ich das hoteleigene Restaurant. Die Fischsuppe war schon mal gut. Vielleicht nicht der Abräumer, aber gut und etwas scharf. Ich hatte die Suppe ausgelöffelt, ohne dass das Hauptgericht zwischendurch serviert wurde. Aber wir reden nur von Sekunden. Und heute haute mich das Red-Curry endlich aus den Schuhen. Die Eingeweide bibberten bei jeder Gabel, die Zähne klapperten vor Angst vor jedem Happen, der in ihre Nähe kam. Und ich war glücklich. Na endlich. Natürlich war das Gericht unverschämt scharf. Wer mich kennt, weiß wie scharf ich essen kann. Und dies hier war ein Grenzfall. Aber ich war ja in Thailand und wollte das Essen authentisch. Ich aß auf. Ich bin mir sicher, dass niemand aus meinem Kreis aufgegessen hätte. Allerdings machte ich doch Zugeständnisse und bestellte hinterher noch einen Fruchtsaft, der meinen Gaumen wieder ein wenig besänftigte. Um 21 Uhr war ich schon auf meinem Zimmer. Hier packte ich meine Tasche, las ein wenig und ließ es mir einfach gut gehen. Allerdings schlief ich nicht ein. Der wummernde, entfernte Bass einer Disco war es eher nicht, der mich nicht einschlafen ließ.

Donnerstag, der 30. Januar 2014
Irgendwann war es doch passiert und ich schlief bis 6:45 Uhr durch. Ich ging es heute gemütlich an. Ich beobachtete den Sonnenaufgang und war erst gegen 7:30 Uhr beim Frühstück. Es gab wieder ein wenig Thaifood. Dazu ließ ich mir ein Rührei machen. Um 8:30 Uhr checkte ich aus und wartete völlig entspannt auf mein Longtail-Boat. Diesmal legte es direkt am Hotel an, da Flut das Wasser bis an die Mauer spülte. Ein Hüpf und schon ging es los. Pünktlich legten wir um 9:15 Uhr in Ao Nam Mao an. Poon wartete schon und so starteten wir. Das einzige Highlight der zweistündigen Fahrt war ein umgestürzter Baumriese, welcher quer über der Fahrbahn lag. Ein Bagger war schon dabei ihn zur Seite zu bugsieren. Nach ein paar Minuten ging es dann weiter. Um 11:30 Uhr waren wir bereits am Hat Yao Pier in der Provinz Trang. Der Abfertigungsschalter der "Tigerline Ferrys", was für ein exotischer Name für eine thailändische Reederei, war ein kleiner viereckiger Tisch und ein klappriger Gartenstuhl, fertig. Ich bekam wieder einen Aufkleber auf die Brust geheftet. Der mich als Teilnehmer der Überfahrt nach Koh Lipe berechtigte. Ich schlenderte durch die Kaianlagen. Das Restaurant hatte geschlossen, da heute und morgen das chinesische Neujahrsfest gefeiert wurde. An einem kleinen Stand auf dem Pier kaufte ich ein Drittel einer Ananas und ein köstliches, saftiges, tolles Thunfischsandwich. Ich vertrödelte die Zeit, ging ein wenig rum und schrieb ein paar Postkarten. Bei der letzten wurde ich nicht ganz fertig, da das Schiff anlegte. Vertrauenerweckend ist anders, aber egal, was nutzte es. Das Oberdeck war von so vielen hübschen Mädchen bevölkert, dass ich gar nicht wusste, wohin zuerst gucken. Und so setzte ich mich zur Seeseite und ließ meine Beine über dem Wasser baumeln. Die Sonne brannte erbarmungslos auf mich nieder. Nach 2,5 Stunden erreichten wir die letzte thailändische Insel, vor der Grenze zu Malaysia. Koh Lipe hatte keinen Anleger, Man stieg auf einen Kahn um, der als Pontoninsel diente. Hier kaufte man für 50 THB ein Ticket für ein Longtail-Boat und für 30 THB eine Eintrittskarte für das Naturschutzgebiet. Also insgesamt 70 THB. Sagte auf jeden Fall die unfreundliche Kartenverkäuferin zu mir. Ich klärte diesen kleinen Fehler nicht auf. Nach wenigen Minuten Fahrt erreichte man Koh Lipe. Übrigens mit nassen Füßen, mangels Anleger. Ich wurde schon vom Mountain-Resort-Team erwartet. Auf einem Pritschenwagen wartete ich noch auf zwei weitere Gäste, die mitfahren sollten. Koh Lipe machte auf mich auf den ersten Blick einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Müll, Müll und abermals Müll wechselte sich mit Bauruinen und Schuttbergen ab. Die Mountain-Resort-Anlage war natürlich tadellos. Ich bekam ein riesiges Zimmer in der Kategorie Grand-Deluxe-Garden. Von hier konnte ich tatsächlich das Meer sehen. Ich duschte und cremte meine Wunden ein. Die Sonne hatte mich auf der Überfahrt doch sehr malträtiert. Dann ging ich kurz zum Pattaya-Beach. Trotz Namensgleichheit geht es hier sicherlich beschaulicher zu, als beim großen Vetter. Der Bankautomat eines Hotels entpuppte sich als Hotelmitarbeiterin. Das klappte aber problemlos. Dann spazierte ich die "Walking-Street" entlang, auf der Suche nach Wildbret. Vor Betreten eines Geschäftes, aber auch eines Restaurants, zog man sich die Schuhe aus. Mit Wandersandalen etwas lästig. Natürlich machte ich das gerne, bedeutete es ja auch Respekt vor den Sitten. Ganz am Ende der Haupteinkaufsmeile setzte ich mich in ein uriges Thai-Restaurant. Ein Fehler? Hier war die Bestellung sehr schwierig, um nicht zu sagen, völlig unmöglich. Die Bedienung verstand kein Wort englisch. Man einigte sich dann auf folgende Menufolge. Zum Trinken eine Kokosnuss. Dann als Vorspeise einen würzigen Minzesalat mit Tintenfisch. Dann würde eine Tom-Yum- Goong-Suppe kommen. Es war mir nicht möglich herauszubekommen, was dies sein sollte. Danach würde ich einen gegrillten Fisch mit Knoblauch bekommen, dazu Reis und Gemüse. So die Theorie. Die Kokosnuss kam erst auf Nachfrage und kurz darauf die Tom-Yum-Goong-Suppe, eine wunderbare, sehr würzige  Gemüsesuppe mit Shrimps. Dies war schon mal ein kulinarisches Highlight. Ich war übrigens vorsichtig geworden und bestellte alles in middle-spicy. Das klappte auch hervorragend. Der Fisch war etwas trocken ausfrittiert, mundete aber auch sehr gut. Das Gemüse war fast nur Kohl und sehr köstlich angemacht. Was nicht kam war der Minzesalat. Aber ich war auch recht vollge(fr)gessen. Am Nachbartisch tafelten sieben Thailänder, auch ein Indiz, dass es hier recht authentisch war. Mindestens zehn verschiedene Gerichte und ein großer Teller Reis wurden aufgetischt. Mein Abendmahl schlug mit 520 Bath, ungefähr 11,60 Euro zu Buche. Es war allerdings auch sehr viel und sehr ausgezeichnet. Ich smoothwalkte den ganzen Weg genauso zurück, wie ich ihn gekommen war und kaufte zwischendurch noch Zahnpasta und Postkarten. Auf der Insel herrschte irgendwie eine coole Atmosphäre. Auf dem Weg zum Mountain-Resort gab es die Home-Bar. Geführt von einem thailändischen Rastaman. Alte Friseurstühle, alte Toilettenschüsseln und sonstige wilde Sachen waren Sitzgelegenheiten. Natürlich lief nur Reggae Musik. Ein schräger Ort. Ich entschied, dass dies der Platz für meinen ersten Maitai-Coctail werden sollte. Als ich im Hotel ankam, ging ich natürlich noch ins Bad und probierte meine neue Zahnpasta direkt aus. Sie roch sehr frisch, wie ein Kräutergarten, sah aus wie ein Kuhfladen, schmeckte wie Medizin und tropfte wie Dreck ins Waschbecken. Äh, interessant.

Freitag, der 31. Januar 2014
Um 7 Uhr ging ich zum Frühstück. Obwohl es hier sehr kühl und windig war, ich meine ca. 23° C., setzte ich mich auf die Terrasse. Alles war besser, als der ungemütliche Frühstücksraum. Und jetzt bekam das Hotel richtig Minuspunkte verteilt. Hier war, bis auf Messer und Gabel, alles aus Plastik. Zwar Hartplastik, aber eigentlich nicht zu glauben. Dann versuchte ich noch ein "bitte nicht stören"-Schild zu organisieren, da die Zeichnung darauf sehr nett war. Es scheiterte an einer Sprachbarriere. Das ging mir kurze Zeit später doch gehörig auf den Keks. Im oberen Teil, dort wo der Frühstücksraum lag, gab es eine kleine Rezeption. Hier hatte ich mich am Vortag angemeldet. Man schickte mich von dort aber eine Etage tiefer, zur Hauptrezeption. Hier sagte man mir, ich müsste für die Abholung meines heutigen Lunchpakets nach oben gehen. Oben sagte man mir, ich müsste runter. Und das alles in (fast) Zeichensprache. Als ich die Sprache auf meine Schnorcheltour brachte, war man verwirrt. One person? Nun ja, die Tour hatte man mir ja gestern avisiert. Sie war in meinem Reisebaustein integriert, aber irgendwie klappte das heute nicht. Um 9 Uhr sollte Treffen an der Rezeption sein. Dann hieß es plötzlich 10 Uhr. Irgendwie kam dann doch alles zusammen. Ich bekam meine Schnorchelmaske und mein Lunchpaket trudelte auch ein. Jetzt brauchte ich nur noch an den Strand zu gehen. Hier nahm mich ein Fahrer von einem Longtail-Boot in Empfang. Ich war alleine auf dem Kahn. Das konnte ja ein langer Tag werden. Die Fahrt zur ersten Schnorchelstation dauerte gut eine Stunde. Ein Boot war vor uns da. Es wurden hinterher um die Zehn. Ich hatte irgendwie keine rechte Lust am Schnorcheln. Mir wurde immer schlecht. Ob das an der Luft lag, die ich einatmete, oder an der schaukelnden Überfahrt in der Nussschale, war mir nicht ganz klar. Das Beobachten der Fische war natürlich überwältigend. Die Armada Longtail-Boote startete dann fast gleichzeitig zum nächsten Schnorchelrevier. Ich ging hier nicht ins Wasser. Man sollte aber ja auch nichts erzwingen. Zur nächsten Station ging es durch wilde See. Jetzt bekam ich Sand unter die Füße. Ich suchte mir am Strand, auf dieser einsamen Trauminsel, einen Siesta-Platz. Es war natürlich nur solange einsam, bis die anderen Boote anlandeten. Ich döste ein wenig und aß meinen Lunch. Es gab ein Sandwich mit Pommes. Kalte Fritten sind in etwa so aufregend, wie kalter Kaffee. Als ich zu meinem Boot zurück kam, ging es auch schon weiter. Wir fuhren auf eine Insel, auf der Affen schon auf die Ankunft der Touristen warteten. Dann ging es zurück. Aber was für harte anderthalb Stunden. Das Meer war unruhig. Ich erkannte das am Muskelspiel vom Steuermann. Er kämpfte. Mir klatschten Wellen nur so an meine Klamotten. Eigentlich wollte ich nicht mehr in der Sonne sitzen, aber dort war der einzige halbwegs trockene Platz. Gegen 15 Uhr waren wir zurück. Mir war es recht so, konnte ich doch noch ein wenig relaxen, duschen, Karten schreiben. Gegen 17 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Sunset-Beach. Hier war auch alles total relaxed. Ich ging ein wenig auf und ab. Als ich fast wieder an meiner Hotelanlage war, drehte ich um und ging wieder zurück und spazierte am Strand entlang. Obwohl Ebbe war, kam ich aber nicht bis zum Pattaya-Beach herum. Die Sonne ging schon unter und ich wollte natürlich nichts riskieren. Am Sunset-Beach zurück, bog ich wieder ins Inselinnere ein. An manchen Stellen hausten die Menschen wirklich noch sehr ärmlich. Bei manchen Holzhütten fehlten Wände, was bei Temperaturen ab 20° C. wohl nicht wirklich ein Problem darstellte. Gegen 19:30 Uhr war ich wieder auf der "Walking-Street", der Haupteinkaufs- und Essensader der Insel. Im "NT-Coffeeshop" setzte ich mich hin. Ich bestellte einen Fruchtshake Ananas-Zitrone und eine green-curry-soup with chicken. Als Hauptgericht sollten frittierte Nudeln mit Gemüse und Meeresfrüchten kommen. Als neue Gäste kamen, bekam ich mit, wie eine Bedienung ihnen mitteilte, dass sie im Moment keinen Koch hätten. Ausgeflogen! Ich schnappte mir mein Buch und las ein wenig. Am Nebentisch bahnte sich eine französisch-russische Freundschaft an. Das mittelalterliche französische Paar war laut, aber lustig. Und die Russen, im selben Alter, waren aus Wladiwostok und hatten Wodka dabei. Ich glaube, der Franzose hatte es genau darauf abgesehen. Die Nudeln waren nicht der Hit, aber die Suppe war wieder exzellent. Ich habe mir dann noch eine neue Sonnenbrille zugelegt, da meine mitgebrachte leider bisher sehr gelitten hatte und das Zeitliche gesegnet hat. Am Vorabend hatte ich im Laden schon nach dem Preis gefragt. Er belief sich auf 250 Bath. Auch auf eine erneute Nachfrage blieb der Händler bei dem Betrag. Diesmal lachte er, als ich nach dem Preis fragte und sagte, ich bräuchte nur 200 Bath zahlen. Für eine echte Oakley natürlich ein guter Preis. Bestimmt echt! Gegen 21:45 Uhr war ich auf meinem Zimmer. Die letzten Karten wurden geschrieben und um 24 Uhr löschte ich das Licht.

Samstag, der 01. Februar 2014
Was für eine Fratze guckte mich da denn um 7:15 Uhr an? Und das im Spiegel. Heute war langärmeliges Hemd und Kopfbedeckung befohlen. Und das auch im Schatten. Der Frühstückssaal war völlig voll. Ich fand auf dem umlaufendem Balkon im Windschatten noch einen Tisch. Heute gab es zwei Toasts und zwei Spiegeleier. Mein heutiger Spaziergang begann ganz gemütlich. Ich ging diesmal von der Resort-Einfahrt nach links. Am Pattaya-Beach machte ich es mir an der äußersten, süd-östlichen Ecke im Schatten von Felsen gemütlich. Selbst die Sonne hatte ein Einsehen, es war leicht bewölkt. Irgendwann kam aber nicht nur die Sonne heraus, es kam mir auch die Flut entgegen. Und so verließ ich diesen entspannten Felsen. Etwas weiter war noch ein ruhiger Strand mit vielen Schattenplätzen. Ich entwirrte das Datum-, Uhrzeit-Chaos in den beiden Kamera-Dateien, ehe ich mich wieder aufmachte. Ich kam in eine reine Thai-Siedlung. Man bat mich höflich, aber bestimmt, wieder hinaus. Gar nicht weit war auch schon wieder die "Walking-Street". Der "Lady-Pancake-Shop 1" hatte die verdächtig gleiche Karte, wie gestern der "NT-Coffeeshop 1". Der Eiskaffee tat schon mal sehr gut. Dazu bestellte ich mir gegen 13:30 Uhr ein Stück Mango mit Reis. Dieser war warm und süß und schmeckte mit der kalten Mango ganz wunderbar. Wieder erhellte ein Telefonat mit meinem Engelchen meinen Tag. Ich begann jetzt einen ausgedehnten Spaziergang. In einem kleinen Shop kaufte ich eine Flasche Grünen Tee. Allerdings war niemand drinnen. Und so legte ich die 30 Bath neben das Handy auf der Theke. Mein Weg führte mich zur Sunset-Road. Ich besichtigte eine kleinen buddhistischen Tempel und entdeckte, dass es sich um eine größere Anlage handelte. In einem weiteren Gebäude ließ sich Florian aus Wien, von einem Mönch ein Tattoo stechen. Der Mönch hatte das Motiv ausgesucht, nicht Florian. Seine Freundin Anna wäre, wenn überhaupt, erst Morgen dran, da er nur ein Körperbild pro Tag macht. Natürlich hat Florian ihm 2000 THB, also ca. 45 € gegeben, das hätte er aber nicht gebraucht. Es wurde viel gebetet und wirklich spaßig war es für den Österreicher wohl doch nicht. Aber natürlich war dies etwas ganz Besonderes. Ob Anna am nächsten Tag ihr Tattoo bekam, war noch nicht sicher. a) sie hatte Bammel, b) der Mönch darf keine Frauen berühren.  Ich habe ja mit Tattoos gar nichts am Hut, aber das fand ich ziemlich aufregend. Danach ging ich die Sunset-Road solange weiter, bis es nicht mehr weiterging. Es ging von hier auf den höchsten Hügel der Insel. Aber bis oben kam ich nicht, denn irgendwann war der Weg im Dschungel zu Ende und ich drehte um. Auf einem Weg nach unten machte ich mich dann auf(?) ans Meer. Es ging steil herunter. Es wäre eine echte Herausforderung, wenn ich das wieder hoch gemusst hätte. Ich kam an eine felsige Küste und ging sie nach Osten, also nach links. Die Felsen wurden irgendwann so glitschig wie Schmierseife. Also stiefelte ich durch das Wasser. Meine einzigen Begleiter weit und breit waren weglaufende Krebse, oder wegschwimmende Fische. So langsam wurde es tricky. Mein Portemonnaie schob ich in die rechte Brusttasche. Keine Sekunde zu spät. Schon war ich komplett mit meiner Shorts im Wasser. Hier gab es jede Menge kleine Buchten und ich musste alle umwandern. Es wurde die volle Konzentration gefordert, um nicht auszurutschen. Ich hatte ja beide Kameras im Rucksack. Nach endlos erscheinendem Gekletter, nicht falsch verstehen, ich hätte es nicht anders haben wollen, kam ich an einem kleinen Sandstrand an. Noch einmal über eine Felsnase, dann war ich wieder auf dem Pattaya-Beach. Zurück nahm ich natürlich nicht den einfachen Weg. Wieder kam ich durch thailändische Behausungen, ehe ich wieder im Resort eintraf. Wenn ich heute auch der einzige Mensch auf Koh Lipe mit langen Ärmeln war, hatte das meiner Haut sehr gut getan. Beide Handfesseln brannten immer noch. Die Sonne auf den Bootsfahrten hatte diesen Stellen arg zugesetzt. Ich duschte und ging wieder zur Hauptmeile. Im "Sara-Sea" fragte ich zwei russische Frauen, ob es ihnen gut schmecken würde. Die Antworten hätten unterschiedlicher nicht sein können. Aber ich war goldrichtig hier. Ich bestellte bei der Bedienung einen spicy-glassnoodle-salad. Dann ging ich zum Master of the Grill und suchte mir "meinen" Fisch aus. Leider verstand ich nicht, wie er hieß. Ich war mir sicher, es war eine Brasse gewesen. Schön rot, mit glasigen, frischen Augen. Als Beilage bestellte ich einen gegrillten Maiskolben. Zuerst kam der Fisch. Er war super gegrillt und wurde mit einer superscharfen Sauce serviert. Aber ich hatte wieder eine Kokosnuss zum Entschärfen. Und dann kam der heutige Hauptgewinn. Der Glasnudelsalat war lauwarm und schmeckte köstlichst. Nur der Maiskolben kam nicht. Nach einem kurzen Blickkontakt mit dem Grillkoch, schon ging mein Kolben auf den Grill. Also der Maiskolben! Da ich noch das Tagebuch auffrischen musste, war die Wartezeit bis zu diesem leckeren, würzigen Nachtisch auch keine verloren Zeit. Ich bezahlte 11 Euro, also 490 Bath und war sehr zufrieden. Dann ging es auf demselben Weg zurück. Auf der Zufahrt zum Hotel nahm mich ein hauseigener Shuttleservice mit nach oben, da er zufällig gerade hoch fuhr. Das nahm ich gerne an, reden wir doch von gut und gerne 450 Metern Zufahrt, mit Steigung nach oben. Um 21:30 Uhr war ich zurück und packte meine Tasche für Morgen fertig.



zweiter Teil der Reise - mit Wikinger
Sonntag, der 02. Februar 2014

Auf meinem Zimmer lag eine Notiz von Petra, dass sie mit der Gruppe im Restaurant "the Riverside" wären. Ich ging nach draußen und stellte mich an die Straße, um ein Taxi anzuhalten. Es war verhext. Hunderttausend Autos fuhren vorbei, aber kein freies Taxi. Ein Mitarbeiter vom Hotel half mir, hatte aber ebenso wenig Glück. Irgendwann klappte es doch und ein Taxi hielt an. Der Fahrer konnte mit der Adresse nichts anfangen und nach vielem hin und her sagte er den Preis von 300 Bath, da die Fahrt sehr, sehr weit wäre. Nach einer halben Stunde Fahrt waren wir am "Riverside-Center" angekommen. Klar, dass hier kein Restaurant "the Riverside" war. Vorsichtshalber hielt ich telefonisch mit Petra Rücksprache. Sie bestätigte mir, dass ich völlig falsch war. Allerdings war dies hier mitten im Zentrum und ich fühlte mich hier sehr wohl. Schade, dass die Gruppe nicht hier war. In einer Terrasse eines Restaurants fand eine Theateraufführung mit thailändischen Schauspielern statt. Sehr exotisch. Eine ansprechende Lokalität fand ich nicht und so nahm ich ein Taxi zurück. Der Fahrer schaltete den Taxameter ein und als er hörte, wo ich hinwollte, sagte er: "good tip! Minimum 100 perzent." Ich schlug daraufhin vor, er könne doch die Uhr ausmachen und von mir 300 Bath annehmen. Klick, da war die Uhr bei 37 Bath stehengeblieben. Auf der Rückfahrt kamen wir an 2 Straßensperren von demonstrierenden Regierungsgegnern vorbei, aber der Fahrer kannte Umfahrungen. Ob ich nicht zum "bumm-bumm" hier sei, wollte er noch wissen. Da ich verneinte, kümmerte es ihn nicht weiter. 500 Meter vor dem "S.D. Avenue-Hotel" bat ich ihn anzuhalten, da ich noch etwas essen wollte. Hier wuselte das Volk. An einer Garküche setzte ich mich an einen Tisch. Irgendwie verständigte man sich. Ich bestellte Gemüse mit Reis. Der Fisch sah etwas schrumpelig aus und Frosch wollte ich nicht. Eine riesengroße Ratte querte vier Meter vor meinem Tisch den Gehweg. Mir gefiel es hier! Mein Essen hatte mit einer Flasche Wasser 80 THB gekostet, ungefähr 1,80 Euro. Mit den Taxikosten addiert, allerdings mein teuerstes Abendessen in diesem Urlaub. So darf man das aber natürlich nicht sehen. Und was wäre Urlaub ohne Abenteuer? Da ich den ganzen Tag ja nur Kleinigkeiten gegessen hatte, reichte mir die jetzige Portion. Ich guckte zwar auch noch an anderen Ständen in die Töpfe, aber mich sprach nichts mehr an. Ich traf mich mit Petra in der Lobby und sie gab mir für die nächsten Tage ein paar Instruktionen mit. Ich ging auf mein Zimmer und duschte noch. Die Handtücher waren mit Dreck bedeckt, der aus der Lüftungsanlage vom Badezimmer raus kam. Auch sonst war das Zimmer nicht sauber. Zur Empfehlung ist das "S.D. Avenue-Hotel" in Bangkok nicht geeignet. Gegen 23 Uhr begab ich mich in die Horizontale.

 

Montag, der 03. Februar 2014
Zwei mal wurde ich wach. Allerdings schlief ich auch schnell wieder ein. Um 6 Uhr weckte mich mein Handy. Im Frühstücksaal war ein Buffet aufgebaut. Obwohl auch hier ein sehr großer Saal war, war es hier um einiges gemütlicher als im Mountain-Resort im Speisesaal. Es gab noch einen Unterschied. Hier war der Ausblick nicht so toll. Zwei Toast, eine kleine Schale Thaifood und etwas Obst, besser kann ein Frühstück nicht sein. Um 7:45 Uhr war dann Abfahrt. Hier traf ich dann meine Gefährten für die nächsten 2 Wochen. Unser Gepäck wurde auf einen eigenen Wagen gepackt, wir Menschen auf zwei Kleinbusse verteilt. Die 2 Stunden Fahrt gingen zügig vorbei. In der Stadt Kanchanaburi, in der gleichnamigen Provinz, stiegen wir in einen Zug um und fuhren bis Wang Pho. Die Attraktion war die Überquerung eines Holzviadukts, direkt am River Kwai. Dass wir vorher schon die berühmte Brücke aus dem Film/Roman überfahren hatten, wurde gar nicht erwähnt. Petra zeigte uns nur einen chinesischen Tempel am Flussufer. Dieser war am Ufer, direkt an der River-Kwai-Bridge. In Wang Pho hatten wir 15 Minuten Freizeit. Danach stand eine zehnminütige Wanderung an, obwohl 20 Minuten avisiert wurden, an deren Ende wir unser heutiges Basislager, das "Pongsuda-Chalet-Resort" erreichten. Zwischendurch gab es noch eine Einführung in Geisterhäuschen, die in Thailand vor jedem Haus und auch auf Feld und Flur anzutreffen sind. In der Lobby gab es ein Briefing zu morgen. In meinem Zimmer standen drei Betten, mir wurde aber niemand zugeteilt. Ein paar von uns trafen sich mit mir am Pool. Die Anlage war sehr nett dekoriert. Überall gab es etwas zu sehen. Sei es, geschmückte Fahrräder, Figuren allüberall, oder kunstvoll verzierte Türen. Um 18:30 Uhr versammelten sich alle in der Lobby und wir stellten uns kurz mit Namen vor und erzählten, warum wir diese Reise gebucht hatten. Danach gab es Abendessen. Unsere Gruppe waren die einzigen Gäste und so hatten wir den Speisesaal, aber viel Wichtiger, das Buffet, ganz für uns alleine. Zu unserer Truppe gehörte auch noch James. James hieß eigentlich Chakree, aber er wird von allen nur James genannt. Es gab eine Zeit in Thailand, da war es verboten, die Nachkommen mit ausländischen Namen auszustatten. Die Eltern haben ihn halt Gesetzeskonform Chakree getauft, ihn aber von Anfang an James genannt.
Anfangs nannte ich ihn Chakree, da dies auf seinem offiziellen Namensschild stand, dass ihn als thailändischen Reisebegleiter auswies. Beim ersten Rufen meinerseits, fühlte er sich gar nicht angesprochen. Er lachte dann aber und meinte, niemand würde ihn Chakree nennen, nicht einmal seine Eltern. Er ist der Guide im Hintergrund. Das Mädchen für alles. Er bereitete heute eine Sauce zu, die denen, die sie probiert hatten, die Tränen ins Gesicht spülten. Ich glaube, sie war scharf. Man traf sich hinterher noch in der Lobby und es gab noch ein paar Instruktionen. Mir schien die Truppe eine recht kurzweilige zu sein. Um 21:30 Uhr war ich dann auf meinem Zimmer.

Dienstag, der 04. Februar 2014
Um 6:30 Uhr waren die Meisten von uns schon beim Frühstück. Um 7:20 Uhr ging es ja los. Wir marschierten wieder zum Bahnhof. Hier warteten wir bis 8:25 Uhr, ehe unser Zug kam. Ruckelnd und zuckelnd fuhren wir bis zur Endhaltestelle. Wirklich viel war im Zug nicht los. Nach ca. 30 Minuten Fahrzeit kamen wir in Nan Tok an. Ab hier gingen wir bis zum Sai Yok Wasserfall. In der gewachsenen Infrastruktur deckten wir uns mit Wasser ein. Ich aß etwas gegrilltes Hühnchen. Es schmeckte köstlich. Leider war es nicht warm. Dann wäre es perfekt gewesen. Jetzt ging es ein Stück an einer Autostraße entlang, ehe wir in den Dschungel einbogen. Es war ein Blätterwald. Und das war das Problem. Denn hier war Winter und die Blätter waren alle auf dem Boden. Der Weg war sehr steinig. Eigentlich gingen wir nämlich die ehemalige Bahntrasse entlang. Irgendwie ging es immer ganz kurz hoch und dann wieder ganz kurz runter. Nach zwei Stunden kamen wir zu einer Farm. Hier warteten unsere Wagen auf uns. Es gab Lunch. Dies war ein bisserl Reis mit Huhn und Gemüse. Danach setzten wir auf und fuhren zum Hellfire-Pass-Museum. Hier blieben wir 45 Minuten. Danach wanderten wir wieder. Es ging durch den Pass selber. Die Sonne knallte jetzt gut. Irgendwer zog an der Spitze das Tempo richtig an. Aber ich hielt mit und war nach einer Stunde der Erste auf der Pritsche von unserem Transporter. Da ein militärisches Gebiet uns die weitere Wanderung verwehrte, wurden wir die letzten 2 Kilometer bis zum "Hintok-River-Camp" gefahren. Hier war es traumhaft schön. Von der Lobby hatte man einen sensationellen Blick auf den Kwai River. Ich bezog mein Zelt, duschte den Dreck und Schweiß weg und ging dann zum Naturpool. Das Wasser war herrlich. Es kam von einem Berg und nicht vom Fluss. Das war auch besser so. Der Fluss war nicht das sauberste Gewässer. Später genoss ich die untergehende Sonne. Das war hier wie Urlaub. Um 18:30 Uhr trafen wir uns in der Lobby. Petra referierte hier über die thailändische Geschichte. Um 19 Uhr ging es zur Speisewiese. Saal gab es keinen. Das Camp war wohl ausgebucht und es war viel los. Es war aber alles supergemütlich arrangiert. Überall brannten Kerzen und ein großes offenes Feuer loderte in der Mitte des Platzes. Die Gerichte waren alle sehr lecker. Als Höhepunkt gab es Barbecue. Zum Dessert aß ich Obst, probierte aber auch den thailändischen Nachtisch. Kürbis in lauwarmer Sojamilch. Sehr lecker. Hätte ich im Vorfeld gewusst, was ich essen würde, ich hätte es wahrscheinlich nicht probiert. Liba kannte keinen Maitai-Coctail. Und so orderte ich zwei Stück von diesem fruchtigen Getränk. Liba meinte, da wäre sooooo viel Alkohol drinnen, dass sie schon nach einem kleinen Schluck angetrunken wäre. Nun, ich trank ihren Halben später auch noch und spürte und schmeckte eigentlich gar keinen Alohol. Wir blieben noch alle eine Weile an unseren zwei Tischen sitzen und waren die Letzten, die den Bereich gegen 21:30 Uhr verließen. Ich las noch meinen Anthony Bourdain fertig und löschte gegen 22:15 Uhr das Licht.

Mittwoch, der 05. Februar 2014

Die Nacht war frischer als vermutet gewesen. Ich bedeckte mich tatsächlich die ganze Nacht mit der Bettdecke. Um 6:15 Uhr wurde ich wach. An weiterschlafen war nicht zu denken. Hähne verteidigten lautstark ihr Harem, Hunde kläfften und bellten ohne Unterlass. Nach 8 Stunden Schlaf reichte das natürlich auch. Um 7 Uhr ging ich zum Frühstück. Ein Mönch kreuzte meinen Weg und ich beobachtete, wie er sich wortlos vor die Küche stellte und auf Essen vom Koch wartete. Als dies wohl zur Zufriedenheit erledigt war, betete man kurz, ehe der Mönch wieder wortlos verschwand. Jochen war fast gleichzeitig mit mir auf der Frühstücks-Terrasse. Der Rest trudelte erst so langsam ein, als ich schon fast fertig war. Um 8:30 Uhr gingen wir los. Heute begleitete uns auch noch Pai bei der Wanderung. Er gehörte zum Naturreservat Hellfire-Pass. Es ging durch Plantagen, ehe wir nach rechts abbogen und es steil nach oben ging, ehe wir wieder auf die ehemalige Bahntrasse kamen. Diesmal ging es relativ eben entlang. Später ging es dann wieder abwärts, durch eine Plantage durch. Hier fotografierte ich eine perfekte Bananenblüte mit Früchten. Weiter ging es und wir erreichten bewohntes Gebiet. An einem Shop/Restaurant setzten wir uns hin. Pai und James pflückten Kokosnüsse und hackten sie auf. Jeder von uns entrichtete 20 Bath an die Besitzerin. Für sie ein lohnendes Geschäft. Hingen doch die Kokosnüsse eh am Baum. Und zwei Männer verrichteten ihre Arbeit. Gewusst wie. Jetzt ging es auf einer Straße weiter, die früher auch die Bahnlinie war. An einem Punkt warteten unsere Transporter und nahmen uns für sechs Kilometer auf. Dann wanderten wir wieder über ein Stück Schotterbahndamm, wieder ging es hoch und runter. An einem wunderschönem Ort, direkt am River Kwai, ging es über eine schmale Hängebrücke, zu einem Hausboot, welches als Restaurant fungierte. Hier war ein toller Platz. Und lecker war es dazu. Fünf verschiedene Hauptgerichte wurden serviert und eine Suppe. Die Attraktion hier ist der Sai Yok Yai, ein Wasserfall. Nach dem Essen verteilten wir uns auf zwei Longtail-Boote. Mit diesen fuhren wir in 40 Minuten zu unserem Camp zurück. Da wir auf dem Boden der Boote sitzen mussten, verknoteten sich irgendwann meine Beine. Es war aber trotzdem ein herrliches Erlebnis, so den Fluss zu befahren. Ab und an sah man eine Behausung, selten ein Resort. In mehreren Kehren ging es meist an dicht bewachsenen Uferböschungen entlang. Einmal wuchsen rechts und links Steilwände nach oben. Im Camp zurück, okkupierte ich eine Liege und döste ein wenig. Später plantschte ich abermals im Naturpool. Hach, war das hier herrlich. Der Rest des Abends war dann fast mit dem gestrigen identisch. Um 18:30 Uhr gab es von Petra ein Referat über das Königshaus, um 19 Uhr gab es Abendessen. Ich blieb mit Niba, Claudia und Angelika bis zum Schluss, ehe wir gegen 22:15 Uhr die Versammlung auflösten.

Donnerstag, der 06. Februar 2014
Heute wurde ich tatsächlich durch den Wecker geweckt. So war ich erst gegen 7:30 Uhr auf der Frühstücksterrasse. Um 9 Uhr war Abfahrt. Wieder waren unsere 2 Kleinbusse und der Gepäckwagen da. Nach 2 Stunden Fahrt kamen wir an die berühmte Brücke am Kwai. Hier hatten wir dreißig Minuten Aufenthalt. Mit dem Zug sind wir ja schon drüber gefahren, wie im Bericht vom 5.2. nachgelesen werden kann. Ich bin zu Fuß über die Brücke und zurück. Ein paar Fotoshootings wurden von fremden Touristen gemacht. Und von mir auch. Ich kaufte noch Wasser, Bananen und einen Hühnerschenkel, sowie einen gekochten Maiskolben. Danach ging es wieder gute anderthalb Stunden weiter, ehe wir wieder Mittag machten. Ich wählte mir zwei verschiedene Gerichte mit Reis auf einem Teller aus. 35 Bath kostete diese vollständige Mahlzeit. In einem 7/11, sprich: seven-eleven, die Öffnungszeit ist hier Namensgeber, deckte ich mich noch mit einem Eistee, Keksen und einem Eiskaffee zum Mitnehmen ein. Der war sehr süß, aber erfrischend und lecker. Jetzt fuhren wir eine Stunde zum Wat Muang Tempel. Dieser liegt in der Provinz Ang Thong. Hier stand eine riesige goldene Buddha-Statue. Die Höhe wurde mit 93 Metern angeben, die Breite auf Höhe der Knie mit 62. Imposant. Mir kam er allerdings gar nicht so hoch vor. Die Versammlungshalle Wihan war innen vollständig mit Spiegeln ausgekleidet. Bronzestatuen berühmter Mönche waren an den Wänden aufgestellt. Eine Gebetshalle war von einer Kristallmauer umgeben, die eine Lotusblüte ergab. Im Höllengarten standen lebensgroße, angemalte Figuren aus Zement, die zeigten, was einem Sünder in der Hölle passiert. Ein wenig war hier das Phantasialand gegenwärtig. Leider blieben wir hier viel zu kurz. Mir gefiel es hier und ich hätte hier noch hunderte Fotos aufnehmen können. Bis zum Khao Yai Nationalpark fuhren wir jetzt noch mal zwei Stunden. Heute war also ein typischer Überführungstörntag. Im 1962 gegründeten Nationalpark stiegen wir aus und gingen eine kleine Runde bis zu einem kleinen Wasserfall. Drei Stück Sambarhirschwild kümmerten sich nicht weiter um uns Touristen und grasten gemütlich vor unseren Hütten. Lukas, unser fröhlicher Schweizer aus München, Jochen, leider Gladbach-Fan aus Hamminkeln und ich bezogen gemeinsam eine Stube. Hier war alles etwas einfacher. Es erinnerte ein wenig an den Charakter einer Jugendherberge. Da passte ja um 18:45 Uhr unser heutiger Unterricht über die thailändische Politik. Das Abendessen fand in rustikaler Atmosphäre statt. Auf der Veranda vor unserer Stube wurden zwei Tische zusammen geschoben, es kamen Wannen mit unserem Essen und wir konnten uns dann bedienen. Die Stimmung war sehr ausgelassen. Später erzählte Petra die Geschichte von Buddha. Als dieses unglaubliche Märchen erzählt war, stieg die Stimmung noch weiter. Bis auf Fritz, unseren sympathischen, leider österreichischen Dialekt sprechender Heißsporn, hatten alle Jacken übergezogen. Ich schätze, dass die Temperatur so an die 20° C. erreichte. Winter halt. Nicht weit nach 22 Uhr löste die fröhliche Runde sich auf und wir gingen schlafen.

Freitag, der 07. Februar 2014
Die Liegefläche vom Bett war bretterhart und die Matratze wenige Zentimeter dick. Dadurch drehte ich mich oft und bekam das auch oft mit. Gegen 5 Uhr war dann die Nacht für mich zu Ende. Ich blieb noch liegen und lauschte den Geräuschen des Dschungels. Gegen 6 Uhr stand ich auf, wusch mich und setzte mich um 6:30 Uhr auf die Terrasse. Mehrere Hörnchen wuselten auf einem Baum herum. Später kam ein Nördlicher Schweinsaffe dazu. Er hielt sich geschickt hinter Blättern versteckt, so sah ich ihn nicht oft. Wie sagte Sebastian so treffend: "wenn Tiere nicht gesehen werden wollen, werden sie auch nicht gesehen". Ab 7 Uhr wurde unsere Gesellschaft so langsam wach und sie kamen auf der Veranda eingetrudelt. Wieder waren ein paar Makaken zu sehen. Ein Paar kopulierte für einen kurzen Augenblick. Fertig. Das Frühstück war im überdachten Bereich vom Haedquarter zweckmäßig organisiert. Ein Cateringservice brachte einfache Dinge wie Toast, Marmelade, aber auch Spiegeleier zu uns. Ein Ranger, der uns im Dschungel begleitete, traf ein und wir machten uns so langsam fertig zum Aufbruch. Kamon, der Ranger, wurde vor 13 Jahren von einem Tiger angefallen. Seine Wunden am Arm waren schon erschreckend. Doreen, die Frau von Sebastian, fand es gar nicht lustig, dass im hiesigen Urwald Tiger sein sollten. Im Wald erreichten wir recht schnell Höhe. Viel sah man nicht. Einmal hörte man einen Ton wie einen fliegenden Hubschrauber und sah zwei Silhouetten am Himmel. Hornvögel. Hier wurden sie Hornbill genannt. Mein Herz schlug Purzelbäume. Näher ran kamen wir aber leider nicht. Weiter im Dschungel wurden bellende, heulende Laute hörbar. Dies waren Weißhandgibbons. Bis zur Mittagspause war unsere Ausbeute recht mager. Zwei Gibbons und ein Riesenhörnchen und eben die Schatten der Hornvögel wurden gesichtet. Manches Tier konnte man riechen. Auch zeigte der Ranger uns Spuren. Unter anderem von einer Rinderart und von einem Leoparden. Dessen Geruch lag wirklich noch in der Luft. Aber wir erinnern uns an Sebastians Spruch? Um 12:15 Uhr erreichten wir einen Aussichtsturm. Hier machten wir eine Stunde Mittag. Der Turm war auf ein Wasserloch ausgerichtet, man hatte aber auch einen Rundumblick. Ich sah ein Rotwild, das aber schnell im Dickicht verschwunden war. Ich verspeiste meinen Hühnerschenkel und den Maiskolben. Beides war sehr lecker. Dafür verschenkte ich mein Lunchpaket an Peter. An ihm beeindruckte mich ein Muskel an seinem linken Oberschenkel, kurz über dem Knie. Hier hatten wir einen begeisterten Fahrradfahrer unter uns. Peter war ein Krankenpfleger aus Nürnberg. Und natürlich auch sehr sympathisch. Dieses Attribut traf nämlich ausnahmslos auf alle Teilnehmer der Gruppe zu. Es stellte sich recht schnell raus, dass sich wirklich jeder mit jedem gut verstand. Eine Gruppenbildung fand nicht statt. Nach Ende der Pause übernahm fast immer ich die Führung. Ich entdeckte noch einmal einen Weißhandgibbon in einem Wipfel eines Baumriesen. Um 15 Uhr saß ich im Kleinbus. Diesmal nahm ich den sogenannten Disco-Bus. Erst wehrte sich James, die Anlage anzumachen. Er ließ sich aber doch erweichen und der Fahrer  schaltete auf Disco. Der Bass wummerte und die bunten Lichter an der Decke waren lustig anzuschauen. Im Visitorcenter setzte ich mich auf die Terrasse und sah einen Waran im Fluss schwimmen. Bei der unfreundlichen Bedienung bestellte ich einen Eiskaffee. Es bildete sich an meinem Tisch eine kleine Gruppe und man klönte ein wenig. Ich ging dann denselben Pfad im Camp zurück, den wir gestern auch gegangen sind. Diesmal aber alleine. Leider sah ich wirklich gar nichts, was ich fotografieren konnte. Um 17:45 Uhr erzählte Petra uns, wie die morgige Zugfahrt aussehen würde. Es wurde aber auch über Thaksin Shinawatra
, den thailändischen Ex-Premier und Bruder der jetzigen, umstrittenen Premierministerin, referiert. Um 19 Uhr saß ich, mit 14 weiteren Wanderfreunden, verteilt auf drei Pritschenwagen. Die Nachtsafari war für mich ernüchternd. Bei uns saß ein junges Mädel und strich mit einem Scheinwerfer immer über die Baumwipfel. So schnell konnte man gar nicht gucken, wie wir uns bewegten. Ein paar Sambarhirschkühe waren zu sehen und einmal sogar ein Hirschbulle mit Geweih. Und tatsächlich sahen wir auch einen Elefantenbullen über ein Feld laufen. Doreen und Sebastian waren aus dem Häuschen, denn sie waren sich sicher, mit genau diesem Bullen gestern schon an der Brücke am Camp Kontakt gehabt zu haben. Bis auf sechs Meter waren sie sich näher gekommen. Für Beide ein unvergessliches Erlebnis. Die Fahrt dauerte eine Stunde und es war recht kühl. Das Thermometer am Visitorcenter zeigte 20,7° C. Fritz saß natürlich ohne Jacke auf der Pritsche. Nicht, dass er schon die Temperatur seiner Kunden angenommen hatte? Er war nämlich Bestatter. Das Abendessen wartete schon. Die Suppe war heute wieder der Hit. Später saßen wir wieder in großer Runde zusammen. Petra erzählte uns eine Geschichte aus Thailand. Ich gebe mal die Kurzversion wider: Ein Tiger wollte vor langer Zeit wissen, warum ein Büffel sich einem Mensch unterordnet. Der Büffel meinte, sein Bauer sei stärker. Der Tiger passte den Bauern ab, weil er sicher war stärker zu sein. Der Bauer meinte, er kenne einen weisen Mann und würde ihn holen, damit der Tiger ihn kennenlernt. Der Tiger fand diese Idee gut. Als der Bauer losging, drehte er und sagte, dass er Angst hätte, dass der Tiger während seiner Abwesenheit den Büffel frisst. Hm, was tun? Ob er sich fesseln lassen würde, damit nichts passiert? Der Tiger war einverstanden. Kaum war der Tiger gefesselt, entzündete der Bauer ein Feuer. Der Tiger brüllte vor Schmerzen und mit letzter Kraft konnte er sich aus seinen Fesseln befreien. Dann lief er schleunigst in den Dschungel. Und deshalb haben Tiger heute so viele schwarze Streifen. Es folgten jede Menge Witze und die Stimmung war ausgelassen. Da ja Wochenende war, machten wir die Nacht zum Tage und waren erst gegen 22:30 Uhr im Bett.

Samstag, der 08. Februar 2014
Ich war mal wieder der Erste auf der Veranda und beobachtete mehrere Makaken, Hörnchen und eine Sambarhirschkuh mit Kalb. So langsam füllte sich der Treffpunkt. Nach 7 Uhr waren fast alle wieder verschwunden, da man die Reisetaschen noch fertig packen musste. Obwohl es erst um 8 Uhr Frühstück gab, waren wir schon alle 20 Minuten vorher unten. Petra wunderte sich bei unserer Truppe über die Schnelligkeit beim Wandern und über die absolute Pünktlichkeit. Das kannte sie wohl auch anders. Petra, ein Mädel aus dem Pott, war eine leidenschaftliche Reiseleiterin. Absolut uneitel in ihrer Art, hatte sie die Truppe gut im Griff. Sollte sie mal etwas nicht gewusst haben, hatte sie Karteikarten mit der passenden Antwort dabei. Auch hatte sie Spaß an dieser Gruppe. Das merkte man. Fröhlichkeit ist halt ansteckend. Nach dem Frühstück gab es einen kurzen Abstecher zum Haeo Suwat-Wasserfall. Dieser ist im Film "the beach", mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, zu sehen gewesen. Im Film war er auf einer Insel angesiedelt. In Wahrheit lag er hier im Khao Yai Nationalpark, mitten im Landesinneren. Um 10 Uhr ging es dann los mit der Weiterfahrt. Bis 13:10 Uhr gab es nur einen kurzen Tankstopp. Bis zur Mittagspause zog sich die Strecke dann doch in die Länge. Ich aß bei der Raststation Reispapiertaschen, gefüllt mit Tofu. Zwei verschiedene Varianten gab es und es war alles sehr lecker. Dann gab es noch einen Eiskaffee in der Café Kette "Amazon" Und da war die Mittagspause auch schon rum. Jetzt waren es abermals zwei Stunden bis Nakhon Pathom. Wir fuhren auf gut ausgebauten Straßen entlang und durchquerten endlose Reis- und Zuckerrohrfelder. Mein Ornithologenherz erfreute sich an Unmengen an Reihern und Störchen und sonstigen Wasservögeln. In weiter Ferne sah ich auch den Buddha vom Wat Muang Tempel wieder. Jetzt erst glaubte ich die Höhenangabe. Als ich davor stand, war ich skeptisch. Am Bahnhof von Nakhon Pathom verabschiedeten wir uns von unseren zwei Passagierautos und dem Gepäckwagen. Nakhon Pathom lag etwa 50 Kilometer westlich von Bangkok und hatte 2014 ca. 50.000 Einwohner. Im Bahnhof deponierten wir unser Gepäck und zahlten pro Stück 20 THB. Da wurde die Kaffeekasse der Bahnangestellten aber mal kräftig aufgefüllt. Wir gingen, mehr oder weniger geschlossen, zum Phra Pathom Chedi. Das Gewusel in den Straßen bis zu dem Tempel war fabelhaft. Ich entfernte mich von der Truppe und wuselte durch die Markstände. Das hier war Asien. Manches, was angeboten wurde, hätte noch nicht mal ich probiert. Stichwort: Käfer und Heuschrecken. Ganz oft gab es ca. 40 Zentimeter große Bambusstücke, gefüllt mit süßem Reis. Davon würde ich mir später noch eins für die Zugfahrt kaufen. Bei unserer Mittagsrast durfte ich dieses leckere Gericht nämlich an einem Stand probieren. Dann war ich am Phra Pathom Chedi. Diese Pagode war mit 127 Metern das höchste buddhistische Bauwerk der Welt. Da es Glück bringen sollte, die Pagode zu Umlaufen, tat ich dies. Hier standen einige Tempelbäume herum. Sie werden auch Frangipani oder Wachsblume genannt. Die Farbe der Blüte war lachsähnlich. Meine Kamera freute sich über Arbeit. Dann traf ich meine Gruppe wieder und wir besichtigten noch zur Pagode gehörende Tempel. Ich trennte mich dann wieder und sog die Atmosphäre in mich ein. Was wurde ich inspiriert. Es gab so viele Garküchen und kleine Verkaufstände. Ich kaufte hier mein Abendessen zusammen. Reispapierrollen, ein Hühnerschenkel und Ananas wanderten in meinen Rucksack. Es war wie verhext, es gab die gefüllten Bambusröhrchen nicht mehr. Unser Zug hatte 45 Minuten Verspätung. Was soweit gut war, denn dann würde er hoffentlich nicht schon um 4:30 Uhr in Surat Thani ankommen. Ich bestellte ein Bier und aß dann mein Abendmahl. Ich ging später zu meiner Truppe. Hier kam dann Alkohol ins Spiel. Aber hallo! Georg und Marion hatten eine Flasche Thaiwhiskey und sie waren sehr großzügig. Diese Beiden hatten zur Harmonie in der Gruppe großen Anteil. Georg mit seiner ruhigen Art und Marion mit ihrer Fröhlichkeit steckten an. Und feiern konnten die Zwei wohl auch. Hinterher lud ich mich noch bei Sebastians Flasche Sang Som Whiskey mit ein. Fälschlicherweise wurden die thailändischen Rumsorten als Whiskey bezeichnet. Um kurz vor 21 Uhr hatte ich wahrlich genug. Schade eigentlich, denn die Stimmung hatte ihren Höhepunkt erreicht.


Sonntag, der 09. Februar 2014
Wie ist so eine Nacht im Zug? Es war sicherlich gut, dass ich mich so früh hingelegt hatte. Aber einen geruhsamen Schlaf bekommt man wahrlich nicht. Viele Wachphasen lösten sich mit schlechten Schlafsequenzen ab. Um 4:30 Uhr weckte mich James-Chakree, wie er jetzt von mehreren genannt wurde. Wie berichtet, war das ja meine Schuld gewesen. Der Schaffner kam auch noch mal als Wecker, aber da war ich schon fertig. Um kurz vor 5 Uhr erreichten wir Surat Thani. Unsere zwei neuen Reisebusse warteten schon auf uns. Es begleitete uns kein Gepäckwagen. Die Koffer wurden hinter der letzten Sitzreihe verstaut. Und das machte sich in der Beinfreiheit schmerzlich bemerkbar. Nach wenigen Minuten gab es den ersten Toilettenstopp. Ich kaufte mir in einem 7/11 einen warmen Nescafé. Lukas trug immer Schweizer Zollhemden, war auch ein sehr fröhlicher Mensch und passte natürlich auch deshalb sehr gut ins Gefüge. Er stand vor einem unserer Kleinbusse und hatte einen Nashornkäfer auf dem Arm. Ein nettes Fotomotiv. Kurz vor 7 Uhr erreichten wir unsere Lodge im Khao Sok Nationalpark. Man saß traumhaft auf einer Terrasse, direkt an einem Fluss, wo wir eine Horde Affen auf der anderen Uferseite beobachten konnten. Frühstück gab es auch schon. Schade, dass die Sonne noch nicht zu sehen war. Andererseits herrschte durch Nebelschwaden auch eine mystische Atmosphäre. Ich bekam Baumhaus 8 zugeteilt. Dies war eine Holzhütte auf Steinstelzen. Die Ausstattung war denkbar einfach. Zwei kleine Betten mit Moskitonetz, ein winziger Tisch mit Stuhl und ein Standventilator. Das war es. Ich wusch ein paar Stinkeklamotten durch und begab mich dann auf Erkundungstour. Die Art`s Riverview Lodge war sehr nett gelegen und ich erkundete das Areal. Später spazierte ich raus. Nahtlos schloss das Dorf, bzw. die Touristenmeile an. Hier war auch das Maingate zum Khao Sok Nationalpark. Die Sonne brannte um 10:30 Uhr schon ganz gut. So setzte ich mich auf eine Bank vor einem Café/Touristeninformation/Massagesalon. Ich konsumierte einen Eistee und durfte das WiFi-Netz benutzen. Danach trat ich den Rückweg an. Um 11:45 Uhr blieb ich an der T-Kreuzung zu unserer Lodge an einer Garküche hängen und bestellte mir eine Nudelsuppe mit Schweinefleisch. Würzen musste ich sie noch selbst, danach war sie göttlich. Für dieses tolle Mittagsmahl zahlte ich 80 Bath, also 1,8 Euro. Es war übrigens absolut üblich, hier in Töpfe zu gucken, die Speisen zu wählen und sich die Gerichte in kleine Tüten einpacken zu lassen, um sie dann später zu essen. Petra trudelte mit zehn Mitgliedern unseres Wandervereins auch noch ein und ich blieb dabei sitzen, obwohl ich ja schon fertig war. Claudia und Angelika, die zwei Bayer-Angestellten im Forschungslabor in Wuppertal, waren vom Elefantenritt nicht sehr begeistert, waren aber froh, mitgemacht zu haben. Die Beiden waren auch im wirklichen Leben befreundet und reisten schon öfter zusammen. Von einem früheren Italienaufenthalt kannten sie auch Petra, die sie zu dieser Reise "überredete". Mit diesen beiden fröhlichen Gesellinnen verstand ich mich sehr gut und wir hatten viel Spaß miteinander. Das sollte gleich danach mit Angelika auch nicht ernster werden. Wir wurden um 13 Uhr zusammen mit Wiebke und Ernst-August, sowie Lukas, mit einem Shuttlebus zu einem mehrere Kilometer entfernten Platz gebracht. Dort wurden wir in Schlauchboote verteilt. Angelika saß vorne, ich dahinter. Sehr angenehm war, dass wir nicht selber paddeln mussten, sondern noch ein dritter Mann hinter uns hockte, der uns antrieb. Unter einem Baum hielt er an und zeigte auf einen Frog. Den Frosch hätte ich ohne Anleitung nicht gesehen. Im Prinzip ging er als Baumwulst durch. Und ein ganz schön dicker Brummer war er auch noch. Er zeigte auch auf einen Vogel, eine Stelzenart, die ich erst erkannte, als sie wegflog. Etwas später hielt unser Ruderer wieder und zeigte uns eine Tigerphyton. Wieder weiter gab es eine Felsformation, die wie ein Elefantenkopf aussah. An einer Stelle im Fluss schwammen tausende Fische herum. Wir bekamen jeder ein Tütchen, um sie zu füttern. Man konnte sie glatt berühren. Ein anderer Berg hatte die Form von King Kong. Allerdings brauchte es zum Erkennen da dann Phantasie. Und dann waren in einem Baum wieder 2 Tigerphytons. Eine riesengroße und eine etwas kleinere Würgeschlange. Ich habe sehr lange gebraucht, ehe ich sie erkannte. Dann war diese Fahrt auf dem Niedrigwasser führenden Fluss auch schon wieder vorbei. Wir wurden wieder abgeholt und im Kleinbus zurück gebracht. Ich setzte mich auf meinen erhöhten Platz vor meiner Hütte und relaxte. Ein paar Makaken wuselten durch die Bambusstämme. Nerviger war das Gezeter einer Zikade, die sich mit einem weiter entfernten Genossen duellierte. Um 18:30 Uhr ging ich zur Speisenveranda. Die Mannschaft trudelte langsam ein. James war heute der Koch und es war sensationell gut. Erst kam Salat und scharfe Saucen, dazu gab es Frühlingsrollen. Dann kam Reis und es wurde Gegrilltes aufgefahren. Shrimps, Red Snapper, Calamari und Seebrasse waren überaus köstlich. Die Stimmung am Tisch kochte wieder über. Der Bewohner von Haus 8 gab eine Flasche Sang Som aus. Man rätselte eine Zeit lang, von wem die Spende kam. Ich wollte eigentlich gar nicht, dass man die Zimmernummer dazu sagte. Da ich mich gestern so schön durchgeschnorrt hatte, fand ich meine Gabe nur gerecht. Um 22:15 Uhr war ich dann wieder auf der Stube.

Montag, der 10. Februar 2014
Nun ja, die vergangene Nacht war nicht der Hit. Mit dem Moskitonetz habe ich es ganz gut hinbekommen. Aber Matratze und Unterkonstruktion waren einfach nur hart. Liba, unser kleiner Hüpffloh, hatte wohl ein großes Bett. Da hätte im Vorfeld ein Tausch Sinn gemacht. Ich war der Erste auf der Frühstücksterrasse und wartete noch eine ganze Weile mit einer Tasse Tee auf das Frühstück. Zwei Bananen wanderten in meinen Rucksack. Und um 8:30 Uhr trafen wir uns zur heutigen Wanderung. Am Khao Sok Nationalpark-Eingang meldete James uns an. Petra entschied sich für den linken Wasserfall-Trail. Die Kameraausrüstung hatte ich heute mal nicht mitgenommen. Es ging auf einem breiten Fahrweg immer auf und ab. An einer Rangerstation bogen wir dann auf einen schmalen Pfad ein. Liba, Jochen und ich gingen meistens vor. An einem Wasserfall, es waren eher Stromschnellen, sammelten wir uns. Danach kamen recht schwierige Kletterschikanen und das Peloton zog sich auseinander. An einem anderen Wasserfall gingen wir ins Wasser, denn hier war Mittagspause befohlen. Ich war schneller drinnen, als geplant, denn ich fiel durch einen rutschigen Stein der Länge nach ins Bachbett. Das war zwar schmerzhaft, aber nicht gesundheitsbedrohlich. Nach diesem tollen, erfrischendem Badeerlebnis öffnete ich mein Lunchpaket. Es gab Reis mit Gemüse. Auf den Felsen im Bachbett, suchte sich jeder seinen Lieblingsplatz. Um 13 Uhr ging es weiter. Die einzige Beschwernis war mein kleiner linker Zeh, aber es ging schon. Wir gingen den ganzen Weg genauso zurück, natürlich nur andersrum, bis zur Rangerstation. Waren Gibbons auf dem Hinweg schon in der Ferne zu hören, waren sie jetzt recht nah. Leider sah man keine, aber das Geheul war recht gut zu vernehmen. Bei der Station sammelten wir uns wieder und Petra gab schon Informationen für den morgigen Tag heraus. Ein paar Langschwanzmakaken fanden uns hochinteressant. Nachher löste sich die Gruppe auf und jeder konnte gehen, wie er wollte. Ich schloss mich Lukas und Peter an. Im Dorf kamen wir an einen Shop und ich kaufte Wasser und fragte, ob sie WiFi hätten. So bestellte ich einen Eistee und aß eine saftige, superleckere, süße, reife, genial, usw. Mango. Mit meinem Engelchen tauschte ich Sentimentalitäten per What`s app aus. Leider musste ich dann irgendwann gehen. Dass ich die Kamera nicht mitgenommen hatte, war heute keine große Sache. Etwas absolut Besonderes war als Motiv heute gar nicht dabei gewesen. Georg hatte einen Affen bei der Rangerstation ziemlich klasse erwischt. Vielleicht würde ich ja dieses Bild von ihm bekommen. Ich packte schon mal meine Tasche und bin kurz vor 18 Uhr auf der Restaurant-Terrasse gewesen. Hier warteten Karin und Fritz auf ihre Abholung zur Massage. Jochen war auch da und als die beiden Österreicher weg waren, waren wir nicht lange alleine. Ich trank ein Bier und hatte Schwierigkeiten, mein Tagebuch aktuell zu halten. Nicht wegen dem Bier, oder weil so viel passiert war, sondern wegen den ablenkenden Gesprächen. Um 19 Uhr gab es Abendessen. Ich bestellte drei Gerichte. Nicht, weil ich soviel Hunger hatte, sondern um viel zu probieren. Von den drei Springrolls (Frühlingsrollen) aß ich nur eine. Claudia eine zweite und die dritte teilten sich Sebastian und Doreen. Dann kam mein Hühnchen mit Cashews, allerdings ohne Hühnchen. Ich beschwerte mich, wollte aber nur eine Preisreduzierung. Das Gericht wurde neu gemacht und mir gebracht. Und jetzt brauche ich bitte ein Loch. In dem ich verschwinden kann. Denn das reklamierte Gericht war gar nicht meins gewesen. Mein Gericht Hühnchen süß/sauer kam später. Nun ja, ab dann war natürlich wieder gute Stimmung in der Bude. Petra freute sich, mich endlich richtig aufziehen zu können. Ansonsten unterhielten wir uns in unserer Ecke sehr nett. Ernst-August und Wiebke trennten einige Jahre, aber die Beiden kümmerte das kaum. Wenn überhaupt, waren dies die zwei Eigenbrödler der Gruppe. Wahrscheinlich lag das aber eher an ihrem hanseatischen Temperament. Ich hatte ja schon berichtet, dass die Wanderungen sehr schnell absolviert wurden. Diese Zwei genossen die Natur in vollen Zügen und nahmen wirklich alles in sich auf. Gerüche, Geräusche, Blätter, Blüten, Kleingetier. Ich fand, sie hatten recht. Und eine Behinderung stellten sie nicht da. Gegen 21 Uhr unterhielt uns Petra wieder mit einer Geschichte/Märchen. Um 22 Uhr Punktlandung löschte ich mein Licht.

Dienstag, der 11. Februar 2014
So, fangen wir mal mit einer leichten Rateaufgabe an. Wer saß schon um 6:15 Uhr mit gepackter Reisetasche geschniegelt und gestriegelt am Fluss? Die Antwort war leicht, oder? Gut auch, dass ich mich bei dem Wort "Reisetasche" nicht verschrieben habe. Eine Reistasche wäre bestimmt in der Küche gelandet. Das Hauptgebäude der Art`s Riverview Lodge hatte noch geschlossen. Ich genoss die Stimmung. Langsam wurde es hell. Frühstück gab es heute auch erst wieder um 7:30 Uhr. Wir mussten uns etwas beeilen, da um 8 Uhr Abfahrt sein sollte, Es wurde 8:20 Uhr, dann ging es bis zum Rachabrapha-Stausee. Petra nannte ihn Chiao-Lan-See. So bezeichnen ihn auch die Einheimischen. Mit 162 km² ist er doppelt so groß wie der Chiemsee, um eine ungefähre Vorstellung von der Größe zu bekommen. Wir stiegen in ein Longtail-Boot, an dem allerdings kein langer Stab die Schraube drehte. Die Überfahrt hätte aus einem Märchen stammen können. Dieser Platz zählte bestimmt zu den schönsten Plätzen der Welt. Dazu passten natürlich die scheinende Sonne und auch die Farben Himmelblau, Türkisgrün und aus dem Wasser ragende tropische Inseln. Nach einer Stunde landeten wir an. Dann ging es über Stock und Stein, durch wasserführende Bäche und Steinwälder bis zur Nam-Talu-Cave. Hier machten wir unsere Mittagspause. Ich wagte mich einige Meter in die Höhle rein, hatte ich doch meine Stirnlampe mit. Das Lunchpaket war sehr lecker, auch da eine scharfe Sauce zum Reis mit Huhn beigelegt war. Wieder ging es den gleichen Weg zurück. Wir bestiegen unser Boot. Ich weiß nicht genau, was ich gemacht hatte, aber durch eine Bewegung meinerseits spülte unsere Lenzpumpe Wasser in das nächstgelegene Boot. James fiel das auf und er redete wild auf mich ein. Aber als Unschuldslamm war ich mir keiner Verfehlung bewusst und es dauerte, ehe wir das Boot so beidrehen konnten, dass das Wasser jetzt in den See zurückfloss. Die nächste Fahrt dauerte fünf Minuten bis zu schwimmenden Hütten. Ein paar von uns gingen schwimmen, andere kauften sich einen Kaffee, oder wie ich, eine Cola. Ernst-August blieb als Einziger auf dem Boot. Nach 20 Minuten Pause ging es dann wieder an den Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch retteten wir zwei in Seenot geratenen Falken das Leben. Wir hatten das erste Jungtier an Bord geholt, da passierte etwas Unglaubliches. Der zweite Falke kam flügelschlagend zu uns geschwommen. Zum Dank für die Rettung, hat einer der Beiden Doreen in die Lippe gezwickt. An Land wurden die Vögel per Moped zu einer Vogelstation gebracht. Ich kaufte wieder einen Eiskaffee zum mitnehmen, kurz darauf sammelten wir uns wieder. Um 18 Uhr kamen wir im Hot-Spring-Resort, in der Nähe von Khok Kloi, an. Die Anlage war sehr weitläufig und machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Naja, das war halt der erste Blick. Auf den zweiten Blick wurde es dann schon sehr touristisch. Das Zimmer war sehr groß und schön eingerichtet. Der Balkon hatte die Blickrichtung zum Sonnenuntergang. Allerdings waren wieder Palmen als Sichtschutz angebracht. Ich sortierte meine Wäsche zur Wäsche raus. An der Rezeption gab ich gegen 19:30 Uhr dieses Bündel ab und begab mich dann zum Restaurant im Hotel. Hier standen Gerichte auf der Karte, die ich in Thailand nicht sehen wollte. Steak mit Fritten, oder auch Spaghetti. Ich bestellte mir lieber eine Suppe mit Meeresfrüchten. Danach gab es gebratene Nudeln in Sojasauce. Die Rechnung wies nachher 900 THB aus, 20 €. Natürlich mit Getränken, aber ohne Taxi. Kleine Anspielung an den ersten Abend in Bangkok. Auch war die Rechnung höher als der Geschmack. Ich hörte  allerorten ein leises Gemecker. Petra erzählte noch ein kurzweiliges Märchen. In thailändischen Märchen sind die Hauptfiguren immer Könige, Prinzessinnen und Affenkönige.

Mittwoch, der 12. Februar 2014
Ab 6:30 Uhr gab es Frühstück. Okay, ganz so früh war ich nicht auf der Terrasse. Aber kurz danach. Von unserer Truppe war ich natürlich der Erste. Es gab alles, was man haben wollte. Ich beschränkte mich auf zwei Toasts, zwei Spiegeleier, ein Omelette und einen Teller Obst. Das Omelette bekam ich nur, weil ein Kellner danach gefragt hatte. Nach dem Frühstück suchte ich mir einen Platz am Pool. Dann ging ich in den Pool einer warmen Thermalquelle. Bis zu 45° C. hatte das Wasser. Das ist in Kuchenheim meine Badetemperatur. Wieder aus dem Wasser raus, begann ich mit dem Buch "Blackout" von Mark Elsberg. Um 12 Uhr hielt ich es in der Sonne nicht mehr aus. Ich duschte auf meinem Zimmer und zog mich sommerlich, aber zivilisiert an. Mit meiner Kamera ging ich auf die Pirsch und fand ein paar attraktive Libellen in rot und grün. Später dann legte ich mich an den, dem  Hotel vorgelagerten, Strand auf eine Liege unter einem Sonnenschirm. Mehrere Arbeiter bauten in unmittelbarer Nähe ein Gerüst auf. Leider waren sie sehr kommunikativ und irgendwer redete immer mit jemandem über zwanzig Meter hinweg. Später rief dann Petra an und teilte mir eine neue Uhrzeit zu unserem nächsten Treffen mit. Auch der Treffpunkt hatte sich verschoben. Nämlich auf dort, wo ich ungefähr lag. Trotzdem ging ich noch mal auf mein Zimmer und packte schon mal meine Tasche. Meine Klamotten aus der Wäscherei waren auch schon zurück. Pünktlich waren alle am verabredeten Ort. Wir gingen alle 20 Minuten barfuss am Strand entlang. James hatte bei der letzten Reise ein nettes Restaurant entdeckt. Wir bekamen unter freiem Himmel einen großen Tisch zugeteilt und waren pünktlich zum Sonnenuntergang hier. Mein Blick fiel auf einen großen Baum und so wechselte ich für das Naturschauspiel mal kurz den Platz. Auch wenn ich mich wiederhole, aber die Stimmung war wieder gut. Und auch das Essen. Am Strand keinen Fisch zu essen, kam einer Sünde gleich. Und so orderte ich zwei Fischspeisen. Zurück ging es dann auch wieder am Strand entlang. Es hatten sich zum Aufbruch mehrere Gruppen gebildet. Es kommt keinem Wunder gleich, dass ich mich der letzten Gruppe angeschlossen hatte.

 

Donnerstag, der 13. Februar 2014
Wieder war ich aus unserer Gruppe der Erste. An der Rezeption fragte ich, ob ich das aus Holz gefertigte "do not disturb" Schild käuflich erwerben könnte. Dies war wirklich etwas Besonderes. Und da ich diese Schilder ja sammelte, war es nur natürlich, dass ich das kaufen wollte. Es befand sich zwar schon in meiner Reisetasche, aber stehlen wollte ich es auch nicht. Ich war dann aber doch baff, als ich 850 THB, ziemlich genau 19 € bezahlen musste. Dafür hätte ich mir mal besser ein Neues aushändigen lassen. Um 6:45 Uhr hatten sie im Frühstücksbereich noch nicht einmal Tee und Kaffee fertig, obwohl die Öffnungszeit 6:30 Uhr war. Ich half mir mit Saft und Obst aus. Um 7 Uhr war noch immer kein Heißgetränk vor Ort. Da wurde ich doch energischer und der Mangel war schnell ausgeräumt. Um 8 Uhr lag ich schon im Thermalbecken mit dem heißerem Wasser. Um 9:30 Uhr lief mir bereits auf der Sonnenliege der Schweiß in Strömen aus den Poren. Um kurz nach 10:30 Uhr war ich soweit fertig angezogen und wir sammelten uns alle im Rezeptionsbereich. Die Busse kamen auch pünktlich und um 11 Uhr war Abfahrt. Nach einer Stunde hielten wir an einer Tankstation. Hier trank ich wieder einen erfrischenden Eiskaffee. Gegen 14 Uhr kamen wir im Sunda-Resort in Ao Nang an. Wieder gab es von Petra eine kleine Besprechung, während Chakree die Zimmer organisierte. Wir stellten uns zu einem Gruppenfoto auf, welches kein Geringerer als ich arrangierte. Ich glaube, es war etwas geworden. Mir persönlich gefiel es hier schon viel besser, als in der irgendwie sterilen Anlage vom Hot-Spring-Resort. Es dauerte etwas, ehe ich mich eingerichtet hatte. Als ich das Tagebuch auf meiner Veranda vervollständigte, gesellte sich eine Katze zu mir. Das halbe Gesicht war durch einen Kampf weggerissen und auch sonst war sie sehr ungepflegt. Aber dafür umso schmusiger. Ich wollte sie nicht streicheln, aber sie war sehr kommunikativ und legte sich an/auf meine Füße. Im Zimmer machte ich mir im Schrank Platz, indem ich die zweite Oberbettengarnitur auf den Schrank beförderte. Das hätte ich mal besser gelassen. Da kam vielleicht eine Staubwolke herunter. In der Nähe betete ein Muezzin aus einem Lautsprecher einer Moschee. Die Hotelanlage gehörte auch Muslimen. So waren die weiblichen Bediensteten mit Kopftuch ausgestattet und Alkohol gab es auch keinen. Ich wanderte alleine nach Ao Nang und war gegen 18 Uhr schon dort. In einem Laden kaufte ich für Beate eine Postkarte und schrieb sie im Laden fertig. Eine Diskussion, warum ich für eine 15 Bath Briefmarke 30 Bath bezahlen musste, verlief im Sande. Der Verkäufer zeigte mir einen Briefkasten, direkt auf der anderen Straßenseite. Ich versuchte die Karte einzuwerfen, aber es gelang mir nicht. Er war bis oben voll. Mit Postkarten! So trug ich diese Karte noch mit mir herum. Die Sonne ging unter und ein Vollmond entwickelte sich langsam. Es war eine tolle Stimmung. Am Krabi-Resort trafen wir uns um 18:40 Uhr und gingen gegenüber in ein Restaurant. Petra lachte, als ich ihr die Geschichte von der gefüllten Postbox erzählte und sie meinte, dass die Chance gut stünde, dass Morgen der Briefkasten geleert würde. Ich bin sicher, sie glaubte selbst nicht daran. Ihre Mimik deutete auf jeden Fall darauf hin. Als Vorspeise bestellte ich einen spicy Mangosalat. Aber was dann kam, war der Hammer. Ich hatte wieder einen Red Snapper ausgesucht. Er wurde in einem Holzgestell angerichtet. Dabei stand eine brennende Kerze und die Knoblauchsauce war in einem kleinen Kürbis. Klasse! Das Auge aß eben mit. Der Fisch war auch superlecker. Als Nachtisch gab es noch eine Mango mit süßem Klebereis. Auch der war sehr lecker. Als ich die Toilette suchte, gab man mir, wegen der Größe der Bestellung wahrscheinlich, 5 Bath, damit sich das Drehkreuz zur Toilette öffnete. Bin ich froh, dass ich nichts für diese Benutzung zahlen musste. Es war die abscheulichste Verrichtungsstelle des ganzen Urlaubs. Ich riet meinen Mitwanderern von einem Besuch ab. Wer mich doch ignorierte gab mir später Recht. Ein Shuttlebus vom Hotel brachte ein paar von uns bis kurz vor das Resort. Wir stoppten schon an der Lazy-Bar. Lukas, Jochen, Claudia, Angelika, sowie Georg, Marion, Petra und ich machten es uns soweit möglich, auf den Bambusmatten gemütlich. Ein Thailänder spielte auf einer akustischen Gitarre viel Bob Dylan und Bob Marley. Diesmal war es nicht ich, der eine Verwechselung vornahm, sondern Lukas. Er meinte nämlich, dass ich seinen Lazy-Bar-Cocktail hätte. Also gab ich mein Getränk an ihn weiter, völlig verunsichert von den Geschehnissen in der Art`s Riverview Lodge. Lukas wunderte sich, warum sein Getränk nicht nach Banane schmecken würde. Das klärte sich auf, als ich mein Gesicht verzog, als mein vermeintlicher Lazy Nightlife Cocktail nach Banane schmeckte und nicht nach alkoholfreien Früchten. Die Hälfte von meinem Cocktail war aber auch sehr erfrischend. Mehr bekam ich nämlich nicht mehr. Der Abend machte so viel Spaß, dass ich erst gegen 23 Uhr auf meinem Zimmer war und gegen 23:40 Uhr erst das Licht löschte.

Freitag, der 14. Februar 2014
Obwohl ich so spät im Bett war, war ich bereits um 5:40 Uhr wach. Ob Allah es wirklich gut heißt, um diese Uhrzeit geweckt zu werden, durfte ich wohl anzweifeln. Nicht, dass der schreiende Muezzin mich geweckt hätte. Ein paar Minuten chattete ich mit meinem Engelchen. Einschlafen konnte ich jetzt nicht mehr. Was Wunder, dass ich schon um 7 Uhr am Frühstücksbuffet war. Um 9 Uhr standen zwei Pritschentaxis bereit, die uns alle bis zum Fuß des Hang Nak kutschierten. Ich drückte kurz mal die Haltetaste, was Petra in der Fahrerkabine aufschreckte und sie ruckartig nach hinten gucken ließ. Ich zeigte auf Barbara, aber irgendwie glaubte unsere Reiseleiterin mir nicht. Gerhard und Barbara waren bei den Wanderungen auch immer gut drauf. Gerd gehörte in die Abteilung Ausdauersportler und beide waren im DAV, er immer noch als Kletterer, aktiv. Die Wanderung hatte ich ja schon beschrieben. So konnte ich die Kamera getrost im Zimmer lassen. Gegen 12 Uhr waren wir alle oben auf dem Berg Schlangenkopf. Nur nicht James, der musste nämlich den letzten Mann machen.  Und von einer Eigenschaft von Ernst-August und Wiebke hatte ich ja schon berichtet. Es wurde zu Mittag gegessen und Siesta gehalten. Beim Abstieg sparte ich mir den kleinen Abstecher zum Wasserfall und wanderte mit Liba bergab. Der Hüpffloh machte gut Tempo und um Punkt 14 Uhr waren wir die ersten am Abholplatz. Ich kaufte mir eine Coca Cola. Die tat richtig gut. Es dauerte gar nicht so lange, bis nach und nach der Rest eintrudelte. Petra verteilte an alle einen winzigen Kettenanhänger in Form eines Elefanten an die Mitreisenden. Das fanden wir alle sehr nett. Ein Taxi fuhr eine Hälfte von uns zum Strand, unser Taxi fuhr zum Hotel zurück. Ich unterschrieb bei Claudia die Dankkarten für unsere zwei Guides und legte mich dann an den Pool. Bis zu unserem Treffen an der Rezeption war ich mal wieder geduscht und soweit fertig für das Abendessen. Wir wurden zu einem sehr thailändischem Fischrestaurant gefahren. Peter ging recht schnell raus, da er sich als Vegetarier überhaupt nicht wohl fühlte. Dort, wo er gesessen hatte, roch es sehr nach Fisch. Gerhard und Barbara muckten auch auf und wollten auch am liebsten gehen, da sie der Geruch belästigte. Sie bekamen dann Platz in meiner Ecke, dafür saß ich dann auf Peters Platz. Ich bekam heute Grouper mit Knoblauch und Pfeffer. Obwohl ich den Fisch wieder selbst ausgesucht hatte, hatte ich keine Ahnung, dass ich einen Zackenbarsch serviert bekam. Vor lauter Knoblauch sah man den Fisch nicht. Dazu gab es Reis und einen spicy minzy-chicken-salad. Der war auch sehr lecker. Wieder trank ich eine Kokosnuss und dazu ein Lemon-Soda. Ein Bier bekam ich dann auch noch. Da es hier sehr laut war, es war ja heute Valentinstag und das Restaurant war völlig überfüllt, fuhren wir ins Resort zurück. Lukas hielt eine kurze Ansprache auf deutsch und englisch und dankte James und Petra für ihre Kompetenz. Petra freute sich über den Umschlag von uns und sagte auch ein paar nette Worte. James hielt auch eine kurze Rede, aber er wartete auch mit einer Überraschung auf. Jeder bekam einen Kissenbezug aus reiner Seide, bestickt mit seinem eigenem Namen und den Reisedaten. Bis auf Lukas, der drückte sich wohl davor, seinen Fehltausch an mir wieder gutzumachen, gingen alle von Gestern, die in der Lazy-Bar dabei waren, wieder mit. Hier war es heute aber eine müde Veranstaltung. Heute war ein hoher buddhistischer Feiertag. Und der Ausschank von Alkohol konnte nur erfolgen, da die Bar dunkel blieb und keine Musik lief. Ich schlief vor Müdigkeit fast ein. Mein alkoholfreier Lazy-Nightlife-Cocktail kam als letztes Getränk. Nach dieser recht traurigen, müden Veranstaltung zahlten wir und gingen zurück ins Hotel. Fritz und Karin waren bei einer Thaibox-Veranstaltung. Mich hatte das im Vorfeld auch gereizt. Hätte ich das mal besser auch gemacht. Auf dem Heimweg hielt ich noch einen jungen Mann davon ab, einer jungen Frau gewaltsam eine Schachtel Zigaretten aus der Hand zu nehmen. Gegen 23 Uhr war ich dann, völlig platt, in meinem Zimmer.

Samstag, der 15. Februar 2014 Sonntag, der 16. Februar
Diesmal wachte ich wieder vor 7 Uhr auf. Gerhard und Barbara waren heute mal vor mir beim Frühstücksbuffet. Barbara schwärmte von Usbekistan. Sie hörte mit der Lobhudelei überhaupt nicht auf. Irgendwann meinte Gerhard aber, Thailand sei auch schön. Sie wurden um 8 Uhr abgeholt und reisten heute in den Norden von Thailand, nach Chiang Rai. Wir verabschiedeten uns. Wiebke und Ernst-August sagten mir auch Tschüß. Sie waren um 8:30 Uhr dran. Die Beiden sind noch weiter auf eine thailändische Insel. Doreen traf ich am Pool, als ich mich gegen 8:30 Uhr dahin begab. Mein Gepäck stand schon an der Rezeption und ausgecheckt hatte ich auch schon, da ich nicht bis nachmittags auf dem Zimmer bleiben durfte. Das Wetter war heute Vormittag richtig schlecht. Zum besseren Verständnis: es schoben sich immer wieder mal Wolken vor die Sonne. Meiner Haut war das gar nicht so unrecht. Es wehte ein relativ starker Wind, der aber auch sehr gut tat. Um kurz vor 12 Uhr ging ich an die Rezeption und verabschiedete Sebastian und Doreen, die jetzt den Reisebaustein antraten, den ich vorgezogen hatte. Allerdings fuhren sie nicht nach Khao Lak, sondern wurden direkt nach Railay gebracht, da dies ja um die Ecke lag. Um 14 Uhr suchte ich so langsam Schatten. Ich duschte an der Swimmingpool Dusche und war froh, dass ich alleine war, da ich Duschgel benutzte und auch meine Badehose nicht mehr anhatte. Das Buch "Blackout" bekam ich auch ausgelesen und gab dieses um 15:45 Uhr an der Rezeption ab, an der ich jetzt abholbereit auf Poon wartete. Dieser kam doch tatsächlich zu spät. Das war aber neu. Nervös wurde ich aber nicht. Die Verspätung betrug dann ganze drei Minuten. Poon rechnete mit einer Fahrzeit von zweieinhalb Stunden. Tatsächlich waren es nur zwei Stunden und kurz vor 18 Uhr erreichten wir den Phuket International Airport. Draußen herrschte ein Gewusel und Gedränge, aber wir fanden einen Parkplatz. Drinnen war es auch voll und das setzte sich am Checkin-Schalter fort. Ich hatte Glück, in meiner Wartereihe war nur ein Paar vor mir. Allerdings hätte ich mich mal besser woanders angestellt. Denn irgendwie dauerte es endlos. Aber ich hatte ja Urlaub und Zeit hatte ich auch noch mehr als genug. Nach Erreichen der Wartehalle, der Sicherheitscheck verlief recht zügig, wunderte ich mich, was hier los war. Ich glaube, dieser Airport war so langsam an seine Kapazitätsgrenzen gekommen. Für Michaela wollte ich eine Stange Marlboro kaufen. Und jetzt kam der Hammer. Sie hatten im Duty-free-Shop keine einzige Stange dieser Marke. Der Flug ging verspätet ab, um 21:10 Uhr. Ich saß das erste Mal in meinem Leben im Mittelgang. Bei einer Stunde Flugzeit war auch dies nicht wirklich ein Problem. So sind wir erst gegen 22:15 Uhr in Bangkok gelandet. Auch im Flughafen Bangkok gab es keine Marlboro. Was war denn da los? Ich hatte dann Camel gekauft. Eine Stange für 15 €. Die höre ich eh lieber! Ich wunderte mich, dass mein Flieger mit "last call" deklariert wurde. Nach dem ganzen neuerlichen Prozedere war es 23:10 Uhr, als ich auf die Uhr schaute. Das Gate war nicht weit weg und so kam ich noch vorm Öffnen der Türen zum A380 in den Sammelbereich. Im Flugzeug wollte ich nur noch schlafen. Und das gelang mir auch ganz gut.

Montag, der 17. Februar 2014
Bis 6:45 Uhr Ortszeit Bangkok, schlief ich durch. Es war nicht der festeste Schlaf, aber immerhin. Ich döste noch, als wir in heftige Turbulenzen kamen. Die dauerten nicht lange, aber einmal sackte mein Magen ab. Mir war nach drei Wochen mal wieder so richtig kalt. In der Kabine war es wegen der Klimaanlage nämlich sehr frisch. So richtig frisch. Halskratzen und Naselaufen waren direkt da. Es ist bei einer Langstrecke und auch bei einer mittleren Distanz, wohl das erste Mal gewesen, dass ich den angebotenen Kopfhörer nicht benutzte. Ich hörte trotzdem mal kurz Musik durch mein I-Phone. Auf diesem setzte ich auch wieder die ganzen Uhrzeiten um. Etwas lästig, aber was macht man denn sonst so im Flieger gegen 4 Uhr morgens? Mein Handy konnte ich an einem USB-Slot sogar aufladen. Selbst eine WiFi-Verbindung wurde angezeigt. Allerdings bekam ich mit der Außenwelt keinen Kontakt. Dass es aber irgendwie möglich war, ließ mich staunen. Moderne Welt. Wenn ich an den Hinflug dachte, verwunderte mich die Fluggeschwindigkeit. War die Flughöhe mit 12000 Metern fast gleich, betrug die Differenz bei der Schnelligkeit um die 200 bis 250 km/h. Wir "krochen" zwischenzeitlich mit 750 km/h dahin, gegenüber 1011 km/h in der Spitze am 25. Januar. Um 4:40 Uhr hatte ich auch etwas Hunger. Da traf es sich gut, dass jetzt das Frühstück serviert wurde. Der erste Gang war ein Obstteller und ein Joghurt. Als Hauptgang gab es ein Omelette. War das lecker! Der Flug kam verspätet an und ich wartete am Gepäckband recht lange, ehe es anlief. Auf Band 21 sah ich eine Tasche, die meiner zum Verwechseln ähnlich sah. Ich unterdrückte den Impuls nachzugucken. Kurz darauf kam die Durchsage für Passagiere aus Bangkok. "Das Gepäck wird auch auf Band 21 ausgegeben". Zuerst verlief ich mich in den Regionalbahnhof, bemerkte diesen Fehler aber recht schnell. Als wenn ich noch nie hier gewesen wäre. Die Zeitverschiebung machte sich in meiner Konzentration dann doch bemerkbar. Der Zeitverlust war aber gering und um 6:57 Uhr saß ich im Zug nach Bonn. Einmal bin ich kurz weggeschlummert. Als ich erwachte, befand ich mich in einem Märchen. Der Zug fuhr durch das Mittelrheintal. Darüber ging die Sonne auf. Damit nicht genug. Ein Regenbogen hatte sich auch noch gebildet. Er verband die rechte. mit der linken Rheinseite. Wie ich dann in Bonn die Regionalbahn bestieg, werde ich hier nicht mehr berichten. Soviel sei noch erwähnt. Kurz vor 10 Uhr war ich dann in meinem Habitat angekommen.