2014 Wandern in Neuseeland

REISETAGEBUCH NEUSEELAND 2014

Montag, 24. bis Mittwoch, 26. November 2014


Das ganze Prozedere läuft ja schon routiniert ab. Die Zugfahrt war ebenso unproblematisch wie der Check-In und die Sicherheitskontrolle. Um 20:15 Uhr rollten wir pünktlich von Gate E4 los. Der Flug war ziemlich unruhig. In Dubai parkte die Maschine auf dem Vorfeld. Die Zeit bis zur Weiterreise verging wie im Flug. Was für eine Allegorie. Allerdings hatte ich das Gefühl, als ob unser Busfahrer bei der erneuten Fahrt unsere Maschine suchte. Er eierte ganz gut auf dem großen Vorfeld rum. Was Wunder, hier stand eine Emirates Maschine neben der anderen. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es weiter. In Bangkok mussten wir wieder alle das Flugzeug verlassen. Der Aufenthalt war knapp eine Stunde lang, dann ging es wieder zurück. Das Zeitgefühl war irgendwann völlig dahin und gut schlief ich wahrlich nicht. Die Überquerung des Äquators hatte ich nicht mitbekommen. Zwischendurch gab es mal heftige Turbulenzen. Danach rutschte ich in eine Tiefschlafphase und erwachte über Australien. Mein erster Blick auf diese Insel war diesig vernebelt. Später sah ich ein großes Feld, welches die Konturen von eben diesem Kontinent hatte. Das konnte kein Zufall sein. In Sydney lief dann wieder alles routiniert ab. Keine Stunde war hier Aufenthalt. Durch die strenge Einreiseprozedur im Flughafen von Christchurch kam ich glimpflich davon. Natürlich kontrollierte man meine Wanderschuhe auf Fremdkörper und Seuchen. Ich war der Erste den Klaus in Empfang nahm. Ich tauschte etwas Geld und dann wartete ich auf die anderen Neun. Nach ein paar Minuten Fahrzeit kamen wir zur "City-Park-Lodge". Das Wetter in Christchurch war bei 25° Celsius wunderschön. Ich sortierte mein Gepäck neu und duschte danach. An der Rezeption erkundigte ich mich nach WiFi. Hätte ich haben können. 20 NZD, ca. 13 € für 25 Minuten. Da blieb mir der Mund offen stehen. Um 19 Uhr gingen wir ins "Trinity Hill". Ich aß einen Hamburger. Es gab eine kleine Vorstellungsrunde und der 58 Jahre alte Klaus erzählte Grundsätzliches. Der 42 Jahre junge Thorsten und Marina (welche mir aus irgendwelchen eitlen Gründen ihr Alter auf der ganzen Reise nie verraten hatte) kamen aus der Nähe zwischen Aschaffenburg und Frankfurt, waren verheiratet und das einzige Paar. Ansonsten war es ein sehr ausgeglichenes Verhältnis. Auf der weiblichen Seite gab es die 25-jährige Carolin aus der Nähe Münchens, die 34 Jahre junge Linda aus der bayerischen Hauptstadt und die extrovertierte 39-jährige Sandra aus der Nähe von Münster. Waren wir zwei Kläuse, so hatten wir auch zwei Oliver. Der eine 47 Jahre aus der Nähe von Freiburg, der andere aus der Schweiz. Matthias kam vom Kaiserstuhl und war auch 25 Jahre jung. Nachdem die Runde sich aufgelöst hatte, bin ich um 21:30 Uhr eingeschlafen.


 


Donnerstag, 27. November 2014


Gegen 2 Uhr wurde ich wach, konnte aber bis 5:15 Uhr nochmals durchschlafen. Danach war aber Aufstehen angesagt. Um 7 Uhr trafen wir uns wieder im "Trinity Hill" zum Frühstück. Um 8 Uhr ging es los. Wir reisten in einem grauen Toyota-Bus, der Platz für 12 Passagiere und einen Fahrer hatte. Bei den Porthills gab es einen Aussichtsstopp um Christchurch zu bestaunen. Im Zentrum waren sehr viele Schäden vom großen Erdbeben 2011 zu sehen. Eine sehr bedrückende Erkenntnis. Wieder on the Road machten wir erst wieder in Geraldine eine 25 minütige Pause. Danach kletterten wir in die Berge rein. In Tekapo stoppten wir abermals. Hier aß ich im "Run 77" ein Sandwich und trank einen Cappuccino. Nach einer weiteren Stunde Busfahrt stoppten wir bei der Kirche "Church of the good Sheppard" und fuhren dann keine 10 Minuten bis an den Fuß vom Mount John. Diesen Berg gingen wir auf dem Mt. John Walkway hoch. Dort oben gab es eine Sternwarte und das "Astro-Café", welches wir allerdings nicht besuchten. Es wurde ganz schön windig, bis zu Orkanstärke. Im Abstieg ging ich ein Stück barfuss. Ein junges Paar kam mir entgegen. Sie erschrak und fragte mich völlig fassungslos:"are you o.k.?" Wieder unten fuhren wir noch 10 Minuten bis Twizel. Hier buchten wir ins "MacKenzie Country Inn" für zwei Nächte ein. Ich ging mit Carolin ins Dorf zu einem Supermarkt. Ich wollte noch einen Adapter kaufen, da der geliehene von Christoph defekt erschien. Leider gab es keinen. Um 19 Uhr trafen wir uns in "Poppies Café". Ich aß ein Lamm-Curry. Sehr lecker. Nach dem tollen Essen trafen wir uns alle im Zimmer von Klaus um unsere Lunchbrote für den nächsten Tag zuzubereiten. Rücksichtsvoll, wie man mich hoffentlich kannte, ließ ich allen den Vortritt. Dadurch durfte ich mich dann mit den Resten begnügen. Heute blieb ich recht lange wach und löschte erst kurz nach 22 Uhr das Licht.


 


Freitag, 28. November 2014


Gegen 3 Uhr wurde ich mal kurz wach. Ich bewunderte den glasklaren Sternenhimmel. Hier war ein anerkanntes lichtarmes Gebiet und man konnte die Milchstraße wunderbar am Firmament erblicken. Natürlich war ich wieder um 5 Uhr hellwach. Ich zwang mich weiter zu ruhen. Das gelang mir auch bis 6 Uhr, danach hüpfte ich unter die Dusche. Irgendwie tat der Adapter von Christoph dann doch seinen Dienst. Mein Handy wurde aufgeladen, der Akku von der Kamera tat sich da schon schwerer. Der Trick war die exakte Stellung zu finden, in der sich die Pole miteinander vereinigten. Dies war Millimeterarbeit. Klappte ab dann aber sehr gut. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden. Über den Südalpen gab es einige Wolken, allerdings waren es gestern wesentlich mehr. Die Temperaturen waren allerdings am Morgen einstellig. Um 7 Uhr waren wir alle im Frühstücksraum, um 8 Uhr war Abfahrt. Es ging in den Mount Cook Nationalpark. Am Visitorcenter machten wir uns startklar. Wir marschierten los und orientierten uns dann in den Hang zum Sealytarns-Point. Tarns ist der Bergsee. Dort oben war wirklich ein kleiner Weiher. Der Anstieg war sehr anstrengend. Klaus warnte uns vorab, dass exakt Tausend Stufen in den Hang gehauen wurden. Ich war mir sicher dass es mehr waren. Nach einer Pause teilte sich die Truppe. Thorsten, Marina und ich stiefelten wieder abwärts, der Rest ging in Richtung Muller-Hut, die Müller Hütte. Bevor sie oben an die Schneegrenze kamen, kehrten aber auch sie um. Im Abstieg machte ich mir den Spaß und zählte die Stufen. Ich kam auf 1815! Dabei zählte ich kleinere Tritte gar nicht mit, die vielleicht im Aufstieg Einzug in die Berechnung gefunden hätten. Wir Drei gingen noch zum Kea-Point, einem Wasserbassin. Der Blick auf die Berge mit dem Mount Cook als Highlight war atemraubend. Am Abzweig zurück trafen wir unsere Truppe wieder. Am Informationszentrum tranken wir in einem Café etwas. Im DOC-Informationscenter kaufte ich Postkarten und einen "Poo Pot". Das war ein Gefäß, in dem man ein Geschäft in der Natur einfüllen sollte. DOC steht für "Department of Conservation" und ist die staatliche Naturschutzbehörde. Um 16:30 Uhr ging es im Bus zurück. Am Straßenrand standen zwei Tramper. Derjenige der das Schild hochhielt fing plötzlich mit Tanzbewegungen an, als er uns erblickte und bemerkte, dass wir in ihre Richtung einbogen. Manche von uns, von uns Kläusen weiß ich es ganz genau, taten es ihnen gleich. Wir hatten alle sehr viel Spaß. Nach einer Stunde Fahrt waren wir wieder zurück im Hotel in Twizel. Um 18:30 Uhr trafen wir uns und gingen ins Dorf um im "Shawtys" zu Abend zu essen. Ich bekam als Starter warme Oliven. Sehr lecker! Als Hautgericht kam ein Lachsfilet. Da dies hier eine Lachsgegend war, eine gute Wahl.  Dazu gab es ein perfektes Risotto mit Lemon- und Fenchelgeschmack. Erwähnenswert war noch, dass sobald das WiFi-Passwort verteilt wurde, für mehrere Minuten absolute Stille am Tisch herrschte. Wir gingen wieder ins Hotel zurück. Linda, Klaus und ich tranken in der Lobby noch ein Bier. Mein erstes in diesem Urlaub, mangels alkoholfreiem Bier in Neuseeland, danach ging ich auf die Stube und hielt mich bis 22 Uhr wach.


 


Samstag, 29. November 2014


Wow, da hatte ich aber mal lange geschlafen. Um 6:25 Uhr wurde ich wach. Die Gruppe konnte Klaus am Vorabend überzeugen, statt um 8 Uhr schon um 7:15 Uhr zum Frühstück zu gehen. So kamen wir um 8:15 Uhr weg. War die Landschaft um den Mount Cook Kulisse von dem Reitervolk aus Rohan, war hier jetzt eher Hobbingen angesagt. Ich fotografierte bei einem kurzen Fotostopp Merino-Schafe. Diese sehen ein wenig dreckiger aus, als ihre weißen Artgenossen und sind ein bisschen runzeliger. Wir hielten in Kurow an Maori-Zeichnungen an. Ein toller Ort. Jetzt ging es weiter zu den Elephant-Rocks. Hier waren Kulissen zum Film "Lord of the Rings" aufgebaut. Allerdings lagen hier auch tolle Steinformationen rum. Halb Neusseland war Location oder Statist bei den "Herr der Ringe" und den "Der Hobbit" Filmen. Danach ging es dann wieder weiter. Ab und an sah die Landschaft wie der Startbildschirm von Windows aus. Ich war auch nicht der Einzige der das feststellte. In Oamaru wurde es etwas unwirklich. Der Weihnachtsmann fuhr mit seinem Schlitten vor. Wir kamen gegen 11 Uhr an und es fand ein kleines Volksfest statt. Ich stellte mich an einer Bude an, an der Kartoffeln geschält und in dünne Scheiben geschnitten auf einen Holzspieß gesteckt und dann frittiert wurden. Einfach gesagt: Chips auf einen Stecken aufgereiht. Um 12 Uhr ging es weiter bis zu den Moeraki Boulders. Hier lagen Rundsteine am Strand. Ein absolut mystischer Ort. Im Restaurant brachte man mir statt einem Fishburger ein Fishpie. War auch nicht so lecker. Um 14 Uhr ging es jetzt zu einer Kolonie Gelbaugenpinguine (Hoiho auf Maori) in Katikipoint. Mein Herz schlug mal wieder hoch. Mir gefiel der Platz hier außerordentlich gut. Er strahlte Ruhe und Frieden aus. Von den Pinguinen sah man nicht wirklich viel. Im Gelände befanden sich mehr Robben. Oder sagt man Meer-Robben? Nach einer Weile ging es wieder in den Bus und wir fuhren bis Dunedin durch. Es gab einen Stopp an der Baldwin Street, der steilsten Wohnstraße der Welt (mit Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde), eine Kurzbesichtigung vom Bahnhof und der ersten Universität Neuseelands, ehe wir nach einer ebenso schnellen Stadtrundfahrt im "Victoria-Hotel" ankamen. Da alle Restaurants verhexterweise ausgebucht waren, hatte Klaus uns einen Tisch im Hotel reserviert. Das Essen mussten wir vorab bestellen. Und so wusste ich im Vorfeld, dass ein Caecars Salat und ein Ribeye-Steak auf mich gewartet hatten. Wie immer duschte ich vorher und sortierte meine Utensilien. Pünktlich um 19:30 Uhr waren wir alle am Tisch. Klaus traf sich mit seiner Tochter, die hier in Dunedin studierte. Gegen 20 Uhr waren wir alle fertig mit essen, da die Speisen direkt serviert wurden. Wir blieben aber bis 21:40 Uhr am Tisch und unterhielten uns. Nach und nach brach mal einer weg und ging auf sein/ihr Zimmer.


 


Sonntag, 30.11.2014


Am Frühstücksbuffet wurde uns gesagt, dass wir nichts bezahlen müssten. An der Kasse war das dann ganz anders. Ich war so ehrlich und sagte, dass ich "Cooked Breakfast" hatte, aber eigentlich nur ein "Continental" genommen hätte. So musste ich "nur" 23 NZD bezahlen. Um 8 Uhr ging es in südlicher Richtung weg. In Balclutha gab es einen kurzen Pipistopp. Hier fuhren wir vom SH1 (State Highway) ab in Richtung Catlins und bogen dann zum Kaka-Point ab. Am Straßenende begannen wir eine kurze Wanderung zum Nugget-Point-Leuchtturm. Es frischte sehr auf und die meisten von uns zogen Regenhosen an. Von hier oben hatte man einen Blick auf eine floydeske Meerlandschaft. Es war wohl auch ein heiliger Maori-Ort. Auf der Weiterfahrt war es recht windig. Selbst Klaus war erstaunt, dass ein Magnetschild von "Nature Trailz" während der Fahrt wegflog. Er drehte und wir fanden es tatsächlich wieder. Sonne und Regen wechselten sich ab, allerdings überwog der Regen. Im Ort Gore machten wir Mittag. Im "the old Post-Café" erwarb ich einen Toast und einen Cappuccino. Danach ging ich noch ein wenig durch den Ort. Um 13:30 Uhr ging es weiter. Jetzt ging es schnurstracks in Richtung Te Anau. An einem Feld mit Tussock-Gras hielten wir zum Fotografieren an. Hier gab es eine Besonderheit. Klaus erlaubte einigen von uns das Freipinkeln in der Natur. Ein Novum! Später erreichten wir das DOC vom Kepler Trek. Hier holten wir die Informationen für die nächsten zwei Tage ein. Wir waren recht früh beim "Village Inn Hotel". Nach der Schlüsselübergabe wurden die Essenspakete verteilt. Noch später ging ein kleiner Trupp in die Stadt Te Anau. In einem Outdoor-Laden deckten wir uns noch mit ein paar Dingen ein. Ich kaufte z.B. noch ein Functionwear-Unterhemd und ein Fleece. Zurück im Zimmer sortierte ich schon mal den Rucksack. Um 18:30 Uhr wanderten wir zum Restaurant "The Ranch". Ist ja klar, um was es hier ging. Es gab ein Sonntagsangebot. Gegrilltes Fleisch mit Beilagen für 15 NZD. Kaum zu glauben, da Neuseeland kein Billigland ist. Gegrillt war es irgendwie nicht, aber sehr lecker und absolut ausreichend. Um 21 Uhr drängelte jeder zurück zum Hotel. Die Spannung vor Morgen war doch zu spüren. Auch ich sortierte hier abermals meine Dinge um und ging kurz nach 22 Uhr ins Bett. Von Sandra hatte ich gehört, dass Heizdecken ein Traum wären. Zu jung für eine Butterfahrt, war mir das Glück auf meinem Zimmer hold und ich schaltete die Heizdecke auf "on".


 


Montag, 01. Dezember 2014


Bis 6 Uhr blieb ich liegen. Danach folgte eine gründliche Reinigung. Heute gab es schon ab 6:45 Uhr Frühstück. Um 8:30 Uhr gingen wir ohne unseren Guide los. Bei manchen Treks ist es vom DOC untersagt, dass Wanderführer die Gruppen begleiten. Warum das so ist, macht eigentlich für niemanden Sinn. Er entließ uns an der Hängebrücke über den Rainbow Reach in die Freiheit. Beim ersten feuchten Bodenloch rief eine der Mädels:"Achtung, Matsche!" Ausnahmslos alle hatten festes, profiliertes Schuhwerk an und waren auf alle Wetter vorbereitet. Ich hatte meinen Spaß und einen neuen Leitspruch für den Rest der Reise. Der Weg führte durch einen urigen Wald, Tolkien ließ grüßen. Unsere erste Pause gab es nach ca. 1,5 Stunden an der Moturau Hut. Bald ging es weiter und wir wollten irgendwann unser Lunch einnehmen. Allerdings kam der nächste Unterstand lange Zeit nicht. Wir breiteten uns irgendwann, der Suche müde,  an einem Bach aus und füllten unsere Mittagsoutdoortüten mit Wasser. Es schmeckte ausnahmslos niemandem von uns. Als wir wieder weitergingen fanden wir nach 100 Metern den Unterstand Rocky Point. Da das Wetter mitgespielt hatte, wurde dieser gar nicht benötigt. Die Sitzmöglichkeit wäre natürlich schöner gewesen. Der Wald wurde immer mystischer. Aber so langsam wollten wir dann doch zur Hütte kommen. Der Weg zog sich. Und doch kamen wir kurz vor 16 Uhr an der Iris Burn Hut an. Warmes Wasser war hier natürlich Mangelware. Im Schlafsaal gab es immer 3 Matratzen pro Bettstatt im Stockbett. Bei mir lagen Thorsten und Marina. In der Stube kämpften wir um Feuer im Ofen. Aber leider bekamen wir ihn nicht an. Das Holz war einfach feucht. Recht früh bereiteten wir unsere Outdoorgerichte zu. Die Dinner waren etwas angenehmer, als das Mittagsessen. Es gab Tee und es wurde viel gelacht. Gegen 20 Uhr kam der Ranger, Theo aus Kanada, der uns allen in der Hütte die Regeln erklärte. Die beste Nachricht war, dass am nächsten Tag bestes Wetter sein würde. Gegen 21 Uhr machten wir uns so langsam bettfertig.


 


Dienstag, 02. Dezember 2014


Die Nacht war unruhig. Ich drehte mich gefühlte 100 mal in meinem Schlafsack. Allerdings war mir fast immer warm. Um 5:30 Uhr war die Nacht dann zu Ende. Nach und nach kam unsere Truppe zusammen und um 7 Uhr gingen wir schon in den Hang. Es ging recht mäßig nach oben, aber stetig. Der Wald war wieder traumhaft. Abrupt hörte der Wald auf und wir waren in alpinem Gelände. Auf 1390 Metern war eine Schutzhütte, wo wir eine kleine Pause einlegten. Jetzt kam ein Stück, in dem es laut Karte eigentlich runter gehen sollte. Ich habe selten in einem Abstieg so viele Höhenmeter gemacht. Bei der nächsten Schutzhütte, der Forest Burn Shelter auf 1290 Metern machten wir Mittag. Was für eine Aussicht. Nach der Pause ging es noch weiter hoch. Irgendwann hatten wir den Luxmore Saddle doch erreicht und es ging nach unten. Gegen 14:30 Uhr waren wir an der Luxmore Hütte. Bisher war alles im Zeitplan. Das Wetter konnte heute gar nicht besser sein. Ein Kea belustigte uns Zuschauer mit seinen Kapriolen. Jetzt ging das Niveau tatsächlich runter. Diesmal nicht durch Oliver Bs. Humor, sondern durch das Profil. Am Anfang waren wir noch alle zusammen. Irgendwer zog das Tempo dann aber ungesund an. Ich lief hinten und war völlig überrascht, als Thorsten meinte, ein Mädel wäre noch hinter uns. Ich hatte nicht mitbekommen, dass sie einen Fotostopp eingelegt hatte. Er lief nochmals vor, um Linda zu fragen, ob die vermisste Person bei Ihnen war. War sie nicht. So warteten Thorsten und ich auf den Nachzügler, die nach ein paar Minuten völlig fertig zu uns kam. Sie drängte direkt nach vorne und machte die Pace. Ich merkte, dass es ihr nicht gut ging, bremste sie und versuchte sie aufzuheitern. Danach übernahm ich das Tempo und ging langsamer. Der Abstieg zog sich in die Länge. Irgendwann kam uns ein Mann pfeifend entgegen. Es war der Skipper von unserem Water-Taxi. Bis zum Brod-Bay-Camp gingen wir nochmals 15 Minuten, dann waren wir mit dem Rest der Gruppe wieder vereint. Mit einem Speedboot, naja eher so eine Art, überquerten wir den Lake Te Anau bis zum gleichnamigen Ort. Am Anleger wartete Klaus und reichte Bier und Cola, sowie Obst und Kekse als Belohnung für den absolvierten Kepler-Trek. Immerhin sind wir 45 Kilometer in zwei Tagen marschiert. Der Tag hätte zum Wandern nicht besser sein können. Was hatten wir ein Glück mit dem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Zurück im Hotel wusch ich meine Klamotten und mich. Gegen 18:50 Uhr trafen wir uns wieder, da wir uns einstimmig auf "The Ranch" festgelegt hatten. Nach 2 Tagen Outdoorfood eine weise Entscheidung. Ich hatte 2 Bier und eine Lammhaxe. Für eine "Ranch" war das Fleisch zwar gut, Sauce, Püree und Erbsen aber aus der Dose. Aber es war okay. Diesmal gingen wir gegen 21:45 Uhr erst zurück und ich schlief gegen 22:30 Uhr ein. Wir konnten ja ausschlafen, da erst um 7:30 Uhr zum Frühstück gerufen wurde.


 


Mittwoch, 03. Dezember 2014


Ich kletterte erst gegen 6:45 Uhr aus meinem Bett. Wieder hatte ich das Gefühl, mich 100 mal in der Nacht gedreht zu haben. Dadurch war der Schlaf unruhig. Das ich mich noch etwas müde fühlte, hatte aber wohl eher mit den zwei Tagen vorher zu tun. In Richtung Queenstown hielten wir beim "AJ Hackett Bungee, Kawerau Bridge" Sprungcenter. Gesprungen ist von uns niemand, aber es haben sich immer wieder Personen von der 43 Meter hohen Brücke gestürzt. Hier ist die Geburtsstunde dieser Freizeitbeschäftigung für suizidsuchende Haudegen. Hier passierte in mir ein kleines Wunder. Vorher hätte ich immer gesagt, ich werde NIEMALS so einen Sche... machen. Als ich mir das jetzt so anguckte, juckte es mich tatsächlich, das mal auszuprobieren. Schreiben ist das Eine, Machen das andere. Ich beließ es beim Schreiben. Im Visitor-Center kaufte ich mal wieder Salz- und Pfefferstreuer, obwohl ich ja gar keine sammle, in Form eines VW-Bus mit Wohnanhänger. Danach fuhren wir nochmals 15 Minuten und wir waren in Arrowtown. Dies war ein kleines Städtchen, welches seinen Goldgräberstatus aus alten Tagen pflegte. Hier hatten wir eine Stunde Aufenthalt. Ich bummelte durch die Hauptverkehrseinkaufsshoppingessens-Meile. Später kaufte ich mir einen Coffe-to-go und einen Chicken-Football, ein längliches Brötchen, gefüllt mit Hähnchenstücken. Wieder im Bus fuhren wir zum Anleger von "Shotover-Jet". Von hier legten Jetboote ab und rasten in einen Canyon rein. Sehr fotogen. Während der Wartezeit zu guten Aufnahmen wurde ich von Sandfliegen regelrecht zerfetzt. Dagegen sind Mücken ja wahre Schmusetierchen. In Queenstown gab es eine kurze Stadtrundfahrt, ehe wir unser "Goldrich Resort-Hotel" anfuhren. Das Wetter war uns heute zwar insofern hold, dass es fast nicht regnete, aber dafür war es eigentlich den gesamten Tag bewölkt. Ich organisierte für 9 Mann von uns ein Shuttle-Taxi, welches uns für 50 NZD nach Queenstown hin und zurück transportierte. Ich bummelte durch die Läden und kaufte ein paar Müsliriegel und eine Salbe gegen den "Wolf" an meinem Oberschenkel. An der Bushaltestelle, wo uns um 18 Uhr unser Taxi aufsammelte, traf ich ein paar von uns im Pub "Brass on the Green". Ein Bier auf den Weg passte rein, ehe es zurück ins Hotel ging. Hier trafen wir uns um 19 Uhr vor der Bude unseres Reiseleiters zum Grillabend. Klaus brutzelte schon eifrig. Es gab Salate, Süßkartoffeln, Lamm und Rind und etwas Fisch. Die Stimmung war völlig ausgelassen. Zum Ende hin wurden in Klaus Zimmer die Essenspakete für die Morgen beginnende Tour selbst zusammengestellt. Da ich diesmal half, Käse und Tomaten zu schneiden, blieben für mich wieder mal nur die Reste. Irgendwas hatte ich da wohl falsch organisiert. Heute ging ich erst gegen 23 Uhr zu Bett.


 


Donnerstag, 04. Dezember 2014


Obwohl offiziell erst um 8 Uhr zum Frühstück gerufen wurde, war das Mädel aus NRW, Linda und ich schon um 7:30 Uhr an den Trögen. Wir saßen an der Panoramascheibe und schauten auf den Lake Wakatipu und die Berge im Hintergrund. Um 9 Uhr fuhren wir los und gegen 11 Uhr gingen wir in den Routeburn-Trek rein. Klaus begleitete uns ein kurzes Stück, ehe er uns wieder alleine lassen musste. Nach 2,5 Stunden erreichten wir die Routeburn-Flats-Hut. Hier einigten wir uns auf Mittagspause. Von hier gingen wir noch ziemlich genau eine Stunde bis zur Routeburn-Falls-Hut. Die Landschaft war wieder traumhaft schön. Waren wir bei leichtem Regen losgelaufen,  klarte es mit jedem Höhenmeter mehr auf. Der Trek war so wie man ihn sich vorstellte. Im Wald war es wieder urig und verwunschen. Ab und an überquerten wir Hängebrücken, von denen einige den Namen wirklich verdient hatten. Über eine durften nur 2 Personen gleichzeitig, normal waren es 10, manchmal nur 5 Wanderer. Wir kamen um 15:30 Uhr an der Herberge an. Die Veranda der Hütte war mit einem gigantischem Panoramablick ausgestattet. Wir tranken erstmal Kaffee und Tee. Der Ranger gesellte sich zu uns und erklärte uns einen Weg zu einem Aussichtspunkt. Linda, Carolin, Matthias und ich begaben uns auf dieses Abenteuer. Naiverweise latschte ich in Wandersandalen los. Dabei war der Pfad zwischendurch recht tricky zu gehen. Der Blick von oben war natürlich beeindruckend. Gegen 19 Uhr waren wir wieder zurück. Ich wusch meine Füße und machte mich danach auf zu meiner Truppe. Es gab Fettuccine aus der Tüte mit Lammfleisch und zum Nachtisch Fruchtsalat Trifle, das war ein Biskuitdessert. Die Tüten wurden jeweils mit einer vorgegebenen Menge Wasser gefüllt und dann eine Zeit lang wieder verschlossen hingestellt. Im günstigen Fall nahm  man heißes, im ungünstigen Fall kaltes Wasser. Der Ranger hielt wieder seine Ansprache. Er war sehr nett und locker. Die Wettervorhersage schien wieder zu unserem Vorteil zu gereichen. Ich hatte 2 Flaschen Jägermeister auf den Berg gehievt, die wir brüderlich teilten. Nun ja, wir redeten von 4 cl pro Flasche. Getanzt hat nachher niemand. Nur Marina war unendlich traurig. Sie hatte unser Trinkgelage verpasst.


 


Freitag, 05. Dezember 2014


Die Nacht war der reinste Horror! Neben mir lag Thorsten und schnarchte im Sekundentakt. Um 4 Uhr war die Nacht zu Ende. Ich blieb zwar liegen, aber es war echt mies. Nach 6 Uhr trudelten wir alle in den Aufenthaltsraum ein. Leider motzte ich den armen Thorsten so richtig wütend an. Er wusste gar nicht wie ihm geschah. Ich war so sauer! Später am Tag entschuldigte ich mich für mein Verhalten und hoffte, dass damit die Sache geklärt war. Um 8:15 Uhr waren wir wieder im Berg. Leider sah man durch Morgennebel nichts vom Alpenpanorama. Aber es war urig und wild. Auf dem Weg passierte nicht viel. Ein Abenteuer konnte ich dann doch vermelden. Ich fand ein paar trockene Socken auf dem Pfad und steckte sie ein. Vielleicht würde ich den Besitzer irgendwo auf einer Hütte noch finden. Nach 1 Stunde und 45 Minuten waren wir am Harris Sattel, wo eine Notunterkunft auf uns wartete. Ab jetzt wurde es wieder traumhaft. Nicht nur die Aussicht, nein, auch das Wetter wurde wunderschön. Der Weg war toll zu gehen. Um 12 Uhr machten wir im Kollektiv Pause. Der Platz war aber auch zu schön. Auf einer Anhöhe, rundum Berge, viele noch mit Schneehauben bestückt. Noch waren wir nicht ganz oben, aber es dauerte nicht mehr lange, dann sahen wir tief unten unsere Hütte für den heutigen Abend. Matthias und ich erreichten die MacKenzie-Hütte um 13:30 Uhr. Idyllisch an einem See gelegen, konnte man fast keinen besseren Platz zum Erholen finden. Den ersten Wanderer in der Hütte sprach ich auf die gefundenen Socken an. Und siehe da, es waren seine Handschuhe. Da sich nach meiner Philosophie immer alles im Leben ausgleicht, war klar, dass ich mein Handtuch in der Routeburn-Falls-Hut hatte liegenlassen. Später ging ich noch mal zum See und schwupps war ich spontan auf dem Weg zum "Splitting Rock". Ungefähr eine halbe Stunde ging es am Seeufer über einen rutschigen Waldpfad entlang. Den gespaltenen Fels fand ich jetzt nicht so spannend. An der Hütte genossen alle den Sonnenschein. Ein Trupp ging später auch zum Felsen, wir zurückgebliebenen bereiteten so langsam unsere Abendessen zu. Ich aß auf der Veranda. Zum einen schien immer noch die Sonne um 19 Uhr weit oben vom Himmel, zum anderen ist hier wahrscheinlich einer der schönsten, romantischsten Plätze der Welt. Um 20:15 Uhr kam Evan, der Ranger, und gab wieder Anweisungen, Tipps und die Wettervorhersage für den nächsten Tag. Leider sah diese nicht so gut aus. Um 21 Uhr legten wir uns alle auf die Matratzen im Schlafsaal.


 


Samstag, 06. Dezember 2014


Um 5 Uhr war ich wach, ging alsbald nach unten und um 5:45 Uhr war mein Müsli schon zum Verzehr bereit. Der warme Tee tat gut, auch wenn es gar nicht sehr kalt war. Ein paar Tropfen kamen schon vom Himmel. Ein Kea ließ sich davon nicht abhalten und schrie ein wenig im Gelände herum. Um 6:45! Uhr war Aufbruch. Natürlich ging es erstmal bergauf. Das scheint ein Naturgesetz an neuseeländischen Hütten zu sein. Ein netter Wadenbeißer stellte sich uns in den Weg. Tropfen lagen in der Luft aber es regnete nicht. Die Berge sah man nur ganz selten, nämlich wenn sich die Wolken ab und an lockerten. Erwähnenwert war der 178 Meter hohe Earlands Wasserfall. Zum Glück führte er nicht zu viel Wasser, wir hätten sonst einen anstrengend aussehenden Umweg gehen müssen. Mit ein paar Stopps, der längste an der Lake-Howden-Hut, waren wir um 11:40 Uhr bei "the Divide", der Endpunkt unserer Trekking-Tour. Klaus war noch nicht da, kam aber nach 10 Minuten dazu. Es wurde wieder der Tisch aufgestellt. Es gab Brötchen, Käse, Salami, Gurken und noch vieles mehr, was uns nach zwei entbehrungsreichen Tagen wie ein Festmahl vorkam. Mit dem Bus ging es dann in Richtung Milford-Sound. An einem Parkplatz, auf dem wieder ein Kea seinen Schabernack trieb, machten wir einen kurzen Spaziergang. Fotogene Wasserfälle, Flussläufe und Baumfarne waren zu bestaunen. Vor der Fahrt mit dem Boot auf dem Fjord, Sound wurde er fälschlicherweise genannt, da er einen direkten Meerzugang enthielt, hatten wir noch einen Aufenthalt in einem Café. Hier gönnte ich mir einen heißen Kakao. Um 13:30 Uhr fuhr unser Katamaran los. Noch hatten wir Glück mit dem Wetter. Nur zum Ende der Tour wurde der Regen so stark, dass auch ich unter Deck ging. Unser Schweizer Oliver, eine von uns und ich waren die Letzten, die lange in der Ungemütlichkeit ausgehalten hatten. Vorher gab es aber viele Wasserfälle zu bestaunen, eine Robbenkolonie und sogar eine Flosse von einem Delphin. Und natürlich eine wunderschöne Landschaft. Später ging es im Bus in zwei Stunden nach Te Anau zurück. Im "Village Inn" bekamen wir diesmal andere Zimmer. Ich rückte eines nach rechts durch. Für eine große Wäsche fehlte die Zeit, aber eine ausgiebige warme Dusche durfte nicht fehlen. Um 19 Uhr war im "Olive Tree Café" ein Tisch für uns reserviert. Ich aß ein Vension-Steak, das war Hirsch und danach gönnte ich mir noch Pancakes mit Blaubeeren, Sahne, Ahornsirup und Vanilleeis. Um 22 Uhr hatte ich schon wieder alles fertig. Ich schrieb ein paar Postkarten und ging gegen 23 Uhr schlafen.


 


Sonntag, 07. Dezember 2014


Da man von der benachbarten Feuerwehr eine Feier mitbekam, steckte ich mir auch hier Ohrstöpsel in den Gehöhrgang. Und so schlief ich bis 6:30 Uhr ungestört durch. Um 7:30 Uhr war Frühstück und um 8:30 Uhr Abfahrt nach Queenstown. Dort kamen wir um 11:30 Uhr wieder im "Goldrich-Resort" an. Wir durften kurze Zeit später in unsere Zimmer. Ich wusch eine Maschine Wäsche durch, was 4 NZD kostete und 30 Minuten dauerte. Um 12:15 Uhr holte uns ein Bus von "Dart-River-Tours" unterhalb des Hotels an einer Bushaltestelle ab. Wir bezahlten im Büro in Queenstown jeder 219 NZD, umgerechnet waren das 140 Euro. Danach fuhren wir 45 Minuten über einer der landschaftlich wunderschönsten Straßen der Welt bis nach Glenochy. Dieses Superlativ war nicht übertrieben. In diesem kleinen Ort bekamen wir unsere Schwimmwesten ausgeteilt und wechselten den Bus. Nun wurden wir kurz zu unseren Booten gefahren. Unsere Gruppe mit Matthias, Oliver, Linda, Marina, Thorsten und mir saßen in einem gemeinsamen Jet-Boot. Das Erste was unser Driver demonstrierte war ein Loop, sprich: eine 360° Wendung auf der Stelle. Und dann ging es ab. In teuflischer Geschwindigkeit "flogen" wir über den Lake Wakatipu. Machte das Spaß! Es war herrlichstes Wetter und das in einer traumhaften Landschaft. Das Tal verengte sich immer mehr und wir sausten im Speedboot, welches diesmal den Namen wahrlich verdient hatte, dahin. Insgesamt dauerte die Fahrt 75 Minuten. Vom Fahrer bekamen wir noch alle ein kleines Stück echte neuseeländische Jade geschenkt. Nach dieser tollen Fahrt wurden wir in einen Bus verfrachtet und nach 300 Metern wieder ausgesetzt. Hier gab es eine Führung durch einen tollen Wald mit uraltem Baumbestand. Hier stand ein Baum, der Peter Jackson zu seiner Vorstellung von einem Ent inspirierte. Ein anderer Baumriese war innen hohl. 15 Personen waren schon gleichzeitig im Inneren und ich zweifelte diese Aussage nicht an. Ein großer Stuhl stand im Wald. Er wurde im "Herr der Ringe" benutzt um die Hobbits kleiner erscheinen zu lassen, als sie als Schauspieler eigentlich waren. Wieder im Bus ging es durch eine grüne Landschaft, die natürlich auch für den Film genommen wurde. Aber auch andere Filme sind hier gedreht worden. "K2" fällt mir noch ein und ein Berg wurde für die Milka Werbung benutzt. An einer Enge im See wurde "Noah" abgedreht. Und Bollywood sagte hier auch oft hallo. In Glenorchy zurück, erwarb ich die Bilder unseres Thrills. Dann ging es wieder im Bus nach Queenstown zurück. Wir aßen im Pub "Brass on the Green", den wir ja schon von früher kannten, zu Abend. Ich bestellte das wunderbare Gericht "Wings and Ribs". Leckerste Hähnchenflügel mit Spareribs. Dann ging es ohne Oliver am See entlang. Was für ein toller Weg. Mit dieser Idylle hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Von der Straße oberhalb bekam man überhaupt nichts mit. Ein wahrer Traumpfad. Zurück im Hotel trafen wir Sandra und Carolin. Die Beiden hatten heute ihren ersten Bungee-Sprung absolviert. Bei Carolin ging alles glatt. Bei Sandra hatte man sich leicht verrechnet. So berührte sie das Wasser nicht mit den Händen. Sondern tauchte mal eben bis zu den Knöcheln ins Wasser ein. Carolin lachte sich sofort kaputt, wenn sie Sandra anguckte. Für den Rest der Reise brauchte man nur das Wort Bungee sagen und schon bekam sie ein riesengroßes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Von Geburt an war sie taub. Vor vier Jahren bekam sie Implantate eingesetzt. Seitdem war sie in der Lage zu hören. Allerdings war so pfiffig gewesen, bei Bedarf wieder auf Null zu schalten. Von unseren 2 Superschnarchern, unter anderem Thorsten, bekam sie nie etwas mit. In der Bar tauschten wir alle unsere Tageserlebnisse aus und gingen erst gegen 22 Uhr auf unsere Zimmer.


 


Montag, 08. Dezember 2014


Um 6:15 Uhr war ich schon frisch geduscht. Ab 7 Uhr gab es Frühstück, um 8 Uhr war Abfahrt. In Wanaka, einem netten Ort am See, gab es einen 20 minütigen Stopp. Ich kaufte Antisandfliegenspray. Diese kleinen Viecher sind eine echte Plage. Man merkt nicht wenn sie sich setzen, spürt aber ihren Biss. Bei mir traf oft genug direkt Blut aus. An einem reißenden Fluss und später noch an einem Wasserfall hielten wir für einen Fotostopp an. Um 13 Uhr waren wir in Haast und machten dort Mittag. Ich bestellte Fish ´n` Chips. Das Essen wurde in Friteusenkörben serviert. Eine nette Idee. Im DOC-Center trafen wir uns dann um 14 Uhr zur Weiterfahrt. Hinter dem Ort gibt es die mit 713 Metern längste einspurige Brücke Neuseelands, wenn nicht sogar der Welt. Wir fuhren darüber. An einem Aussichtspunkt an der Küste gab es wieder einen Fotostopp mit Blick auf die Tasman See. Der letzte Stopp war am Fox-Glacier. Wir liefen 20 Minuten bis zur Kante und sahen: nichts! Mit dem Besuch am Brendalen-Gletscher in Norwegen im Jahre 2013 nicht zu vergleichen. Es gab abermals eine 5 minütige Fahrt und wir waren im Ort Fox-Glacier. Dort erfuhren wir Flugwilligen, die einen Hubschrauberflug gebucht hatten, dass dieser wegen der Wetterlage nicht stattfand. Wir checkten im "Haertland Hotel" ein, eine Hotelkette in der Region. Um 19 Uhr trafen wir uns im "the White Pub". Dieser Pub ist dem Hotel angeschlossen. Es war Happy Hour und das Tap Beer kostete 4,50 NZD. Ich bestellte Mushroom Risotto. Ein sehr leckeres Gericht. Um 21:30 Uhr waren wir schon alle auf den Zimmern, denn die Nacht würde bald zu Ende sein. Ein Leitspruch von Klaus war: "Morgen müsst ihr mal etwas früher raus!" Um 23:45 wurde ich das erste Mal wach.


 


Dienstag, 09. Dezember 2014


Dann wurde ich abermals um 4:40 Uhr wach und bis 5:50 Uhr schlief ich wieder durch. Um 6:30 Uhr fuhren wir ein paar Minuten bis zum Lake Matheson um hier eine Wanderung zu starten. Diese dauerte genau 1,5 Stunden, wie von Klaus vorhergesagt und um 8 Uhr kamen wir im Café "Lake Matheson" an. Die Luft im Wald war superfrisch. Es regnete nicht und das war ja schon mal die halbe Miete. Wieder im Bus schliefen alle bis auf Klaus hoffentlich. Durch einen lauten Knall waren wir aber alle schlagartig wach. Eine Ente war gegen die Front unterhalb der Windschutzscheibe geknallt. Um 11 Uhr waren wir in Hakitika. Dieser Ort ist für seinen Jadeabbau bekannt. So besuchten wir eine Manufaktur und konnten hier den Arbeitern beim Schleifen zugucken. Ich besuchte noch eine Fotogalerie gegenüber. Auch so war Hakitika ein nettes, touristisches Städtchen. Leider war es bewölkt und fieselte leicht. Zum Fotoshooting nicht ideal. Um 11:40 Uhr ging es weiter an der Tasman See entlang. In Punakaiki schauten wir uns die Pancake-Rocks an. Dies war eine spektakulär aufgestapelte Gesteinsformation am Meer. Im DOC-Center kaufte ich ein Icebreaker T-Shirt aus 100% Merinowolle und eine Feldflasche mit Kiwi-Motiv. Im "Pancake Café" aß ich einen Veggie-Toast und kaufte ein Bällchen Eis in der Waffel. Um 14 Uhr ging es weiter. An einem weiteren Aussichtspunkt trieben Weka-Rallen ihren Schabernack. In Charlston brauchte Sandra einen Toilettenstopp. Hier fotografierte ich einen Tui, der am Blütenstand eines Hovakiri Strauches pickte. In Murchison gab es gegen 16:30 Uhr eine Tankpause. Wir waren alle froh, mal unsere Beine vertreten zu können. Die Fahrt zog sich jetzt doch dahin. Erwähnenswert war der Bienenschwarm, der gleichzeitig gegen die Windschutzscheibe klatschte. Gegen 18:15 Uhr waren wir dann endlich in Motueka. Wir bezogen im "Avalon Motel" Quartier. Ich bekam ein sehr geschmackvoll eingerichtetes Zimmer. Bisher das Beste. Nach der Bretterbude gestern ein Unterschied wie Laurel und Hardy. Oliver seilte sich von der Gruppe ab und so ging der Rest ins "Elevation Café-Restaurant". Das bestellte Light Beer hatte auf Nachfrage 4,8% Alkoholgehalt. Ah ja, sehr leicht! Der Beilagensalat war superfrisch und lecker. Die große vegetarische Pizza ebenso. Linda, unser Schweizer Oliver, Matthias und ich gingen dann die High Street noch auf und ab. Mit der Hohestraße in Köln vielleicht nicht ganz vergleichbar, aber auch hier war sie die Haupteinkaufsmeile. Die Nachbarin von Oliver zeigte mir noch ihr Zimmer im Hotel. Es war ein Appartement mit 3! Zimmern. Oliver wohnte daneben und hatte auch noch 2 Zimmer zu bieten. Ich hatte eigentlich mein Zimmer schon als groß empfunden. Nach dem Besuch der zwei anderen Wohnungen dann nicht mehr.


 


Mittwoch, 10. Dezember 2014


Gegen 6 Uhr wurde ich wach. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Die Zeit bis 8 Uhr ging aber gut rum. Da waren wir schon alle startklar, obwohl wir erst jetzt einladen sollten. Wir fuhren bis Kaiteriteri. Im "Shoreline-Café" gab es Frühstück. Ich bestellte ein "full cooked breakfast". Wir beeilten uns etwas, da wir um 9:15 Uhr unser Schiff besteigen mussten. Um 9:30 Uhr legten wir ab und um 10:15 Uhr legten wir in Anchorage an. Hier starteten wir unseren Walk. Einer der schönsten Küstenwanderungen in Neuseeland. Wenn es denn dann mal nicht dauergeregnet hätte. Dadurch machten wir keine Pause und waren gegen 13 Uhr schon in Marahau, wo Klaus im Café auf uns wartete. Ich bestellte einen Salmonbagel. Wir waren alle klaschnass und freuten uns im Trockenen zu sitzen. Jetzt nahm der Regen auch noch zu, also hatten wir alles richtig gemacht. Um 15 Uhr erreichten wir Nelson. Hier gab es eine halbstündige Pause. Der Regen hörte nicht auf und ich ging alleine ins "River Kitchen Café" und trank einen warmen Kakao. Am Cullon Lookout gab es einen kurzen Stopp. Kalifornische Wachteln wuselten am Weg entlang. Leider gab meine Kamera durch die Nässe auf. Der Fotorucksack hatte den Wassermassen nicht standgehalten und der Innenraum hatte viel Feuchtigkeit gezogen. Irgendein elektronischer Defekt legte die Platine lahm. Meine Hoffnung war, dass sie sich wieder fängt, wenn sie genug Wärme bekam. Um 18 Uhr waren wir in Picton im "Beachcomber Inn Motel". Ich schaltete die Heizung ein, um ein paar Sachen zu trocknen. Socken, Schuhe und natürlich die Kamera. Den Schlafsack hängte ich zum Auslüften über einen Stuhl und fand im Innern mein Handtuch wieder. Dafür waren allerdings die 2 Jadesteine verloren, die ich bei der Jetboot-Fahrt bekommen hatte. Draußen fing es regelrecht zu stürmen an. Um 19:30 Uhr war im "Le Café" ein Tisch für uns reserviert. Der Side-Salat war der leckerste Salat der ganzen Reise und die Nudelsuppe mit Fisch war köstlich gewürzt. Als Dessert gönnte ich mir ein Walnusseis mit einem Espresso. Der Wind war immer noch da. Die Sachen im Zimmer waren so gut wie trocken. Selbst die Kamera tat es wieder. Wenigstens halbwegs. Gegen 22 Uhr ging ich dann zu Bett.


 


Donnerstag, 11. Dezember 2014


Um 5 Uhr war für mich die Nacht zu Ende. Dabei hatte ich noch bis 6:50 Uhr Zeit, ehe wir unser Gepäck verstauen sollten. Carolin wusste gar nicht wie ihr geschah. Als sie um 6:50 Uhr zum Beladen an den Bus kam saßen alle schon abfahrbereit auf ihren Plätzen. Es hätte gar nicht der überpünktlichen Abfahrt bedurft. Als wir an den Counter der Bluebridge Fähre kamen, sagte man uns, dass statt um 8 Uhr um 9 Uhr Auslauf sei. In der Wartehalle schlugen wir bis zur Einfahrt in den Schlund der Schiffes die Zeit tot. Auf dem Boot gingen wir alle in die Cafeteria. Ich kaufte ein Riesensandwich mit Tee und bezahlte nur 5,50 NZD. Das war sehr preiswert für neuseeländische Verhältnisse. Die Überfahrt dauerte 3,5 Stunden. Man durchquerte bei recht gutem Wetter eine tolle Fjordlandschaft. Eine Zeit lang verbrachte ich sogar in der Sonne an Deck. Ich fragte einen alten Mann, ob ich ihn ablichten durfte, da er ein sehr markantes Gesicht hatte. Er stimmte zu. Ich ordnete ihn in meinem Gehirn in die Kategorie Clochard ein. Klaus belehrte mich eines Besseren. Ältere Neuseeländer legen keinen Wert auf ihr Äußeres, können aber sehr wohlhabend sein. Bei diesem Charakterkopf hatte Klaus beobachtet, dass er mit Sohn und Enkeln in einem teuren Auto unterwegs war. Da wir eine Stunde Verspätung hatten, hetzten wir mit dem Bus durch Wellington. Es gab auf dem Mount Victoria eine Aussichtsplattform um über die ganze Stadt zu blicken. Dann fuhren wir zum Te Papa-Museum. DAS! Highlight in Wellington / Neuseeland. Wir hatten 43 Minuten. Das war natürlich viel zu wenig. So raste ich durch die Ausstellungen. Wahrscheinlich habe ich nur einen kleinen Teil gesehen. Um 15 Uhr ging es dann wieder weiter. Wir fuhren fast bis Wanganui durch. Der WC-Stopp im Ort Bulls fiel aus, da die Toiletten schon zu waren. An der Polizeistation waren auf einem Garagentor Polizisten in Uniform aufgemalt. Allerdings als Bullen. Humor ist wenn man sich selber auf die Schippe, oder sagt man vielleicht besser Hörner, nehmen kann. In Wanganui besuchten wir einen "Pak`n safe"-Supermarkt und kauften unser Frühstück ein. In der "Magnolia Motor Lodge" bekam ich Zimmer 16 und hätte am liebsten das Zimmer gewechselt. Leider war kein anderes Zimmer frei. Es stank nämlich bestialisch. Wir lüfteten quer und der Chef kam später mit einem Raumspray und kämpfte gegen den Geruch an. In Oliver Ds. Zimmer machte ich eine Geruchsprobe und musste feststellen, dass es die Zimmer auch in frisch gab. Wir fuhren dann bis zum "Stellar Restaurant and Bar". Ich bestellte ein Ginger Beer, Portobello Mushrooms und Fettuccine mit Champignons. Ein Dessert gab es auch noch. Natürlich war es viel zu viel, aber die Bananen sahen einfach zu verführerisch aus. Im Crêpemantel mit Vanilleeis und Schokolade. Wir fuhren zurück in die Lodge und schmierten in Klaus Zimmer unsere Lunchbrote für zwei Tage. Diesmal plante ich meine Versorgung etwas besser, nur Klaus bekam nicht mehr genug Äpfel ab. Gegen 22:30 Uhr ging ich dann, nachdem ich alles für die Zweitageswanderung parat machte, zu Bett.


 


Freitag, 12. Dezember 2014


Um 7 Uhr war Abfahrt. Klar, dass wir schon alle im Bus saßen. Tee hatte ich kurz nach dem Aufstehen zubereitet und in meine Sigg-Flasche gefüllt. Frühstück nahm ich während der Fahrt zu mir. In Egmont trafen wir Rob, der die Logistik für unsere Hütte übernahm. Klaus und Rob unterhielten sich über den Weg, die Beschaffenheit und das Wetter. Wir wurden schon ein wenig ungeduldig. Weiter ging es bis zum Taranaki-Visitor-Center. Von hier starteten wir um 10:15 Uhr auf den Pouakai Circuit. Es ging wieder über 1000nde Stufen nach oben. Natürlich war es anstrengend, aber es blieb einem nichts anderes übrig. Gesehen hat man durch den Nebel nichts. 3,5 Stunden wanderten wir durch Vulkanlandschaft. Zwischendurch mussten wir durch Steinlawinenabgänge regelrecht klettern. Da erwachte der kleine Junge in mir. Das machte Spaß! Zur Holly-Hut ging es wieder ein ganzes Stück nach unten. Diese lag am Anfang des Ahukawakawa-Swamp, Sumpf. Um 13:30 Uhr waren wir dort angekommen und machten Mittag. Als es weiterging wurde es anstrengend. Nicht mal die tausenden Treppenstufen, eher der Matsch und Schlamm, der die Schuhe forderte. Es waren noch 2,5 Stunden zu gehen. Einmal hatte ich Glück, dass meine Schuhe so hohe Schafte hatten. Einen Zentimeter vor dem Eindringen von kaltem Wassermatschdreck blieb ich auf dem Grund kleben und sackte nicht weiter ein. Der Nebel lockerte jetzt auf und man sah den Taranaki-Vulkan im tollen Nebel - Sonnenschein. Weiter oben konnte man auch eine Ebene mit Dörfern erblicken. In genau diesem Augenblick wusste ich nicht wo ich war. Diesen Blick von oben auf eine grüne Ebene mit dem blauen Meer im Hintergrund hatte ich in meinem Leben schon öfter erlebt. Mein Gehirn scannte die Inseln Madeira, Mallorca, Gran Canaria und Teneriffa, alleine ich wusste es nicht. Dann machte es abermals klick und ich war zurück in Neuseeland. Jetzt war es nicht mehr weit und wir waren um 16:30 Uhr an der Pouakai-Hütte angelangt. Rob, der von heute früh, Carol und Mikel, der das "l" nicht spricht, hatten Feuerholz im Kamin entzündet und eine Runde Bier für alle bereit gehalten. Sie hatten Schlafsäcke auf den Matratzen verteilt, so konnten wir uns die besten Plätze untereinander streitig machen, hatten vor anderen möglichen Besuchern aber unsere Lager reserviert. Ich wusch mich und meine benutzte Wanderkleidung in einem Waschbecken vor dem Toilettenhaus. Da keine Mauern errichtet waren, stand ich auch mal nackig in der Natur. Da die Truppe in der Hütte das Bier verzehrten, war ich bei dieser Tätigkeit ungestört. Dann setzte ich mich zur Gruppe und trank mein Bier romantisch aus einem Plastikbecher. Der Tee hinterher gefiel mir besser. Die drei Helferlein gingen wieder nachhause. Ab jetzt waren wir wieder alleine. Wir Elfen (11). Die Sonne schien und wir genossen es auf der Veranda zu albern, zu klönen und einfach die Aussicht in einem aufzunehmen. Um 18:30 Uhr trafen wir uns im Aufenthaltsraum und fingen an das Abendessen zu bereiten. Es gab kaltes Hünchenfleisch, Kartoffelsalat, Brötchen und Salat. Jeder bekam 1,5 Stangen Grüner Spargel dazu. Als Nachtisch bekam jeder 5 Erdbeeren mit Sahne. Manchmal sind kleine Dinge ganz groß! Sandra erzählte dann noch einen Witz. Allerdings prustete sie bei der Pointe so laut los, dass man den Witz nicht verstand. Nett wie sie war, erzählte sie ihn aber noch mal. "Treffen sich 2 Rosinen. Sagt die eine, warum hast Du denn einen Helm auf? Sagt die andere, ich komme gerade aus einem Stollen." Na, wenn der mal nicht nett ist. Um 20:30 Uhr ging es so langsam auf die Bettruhe zu. Es kam auch niemand mehr hoch und so fühlten wir uns in unserem Habitat recht wohl und sicher. Im Schlafsack war es warm, wenn überhaupt zog ein wenig Kälte durch den Reißverschluss.


 


Samstag, 13. Dezember 2014


Einmal musste ich um 0:20 Uhr raus. Ich traf Thorsten, der fröhlich auf mich einredete. Leider verstand ich kein Wort, da meine Ohrstöpsel gute Arbeit ablieferten. Gerade ja auch um das Schnarchen von Thorsten von mir fernzuhalten. Dass es dann auch das gesprochene Wort war, war ein hinzunehmender Umstand. Um 5:15 Uhr war für mich die Nacht zu Ende. Ich war der Erste und setzte direkt Teewasser auf. Der Sonnenaufgang war wunderschön anzusehen. Das Frühstück war, ebenso wie das Abendessen am Tag vorher, reine Improvisation. Leider musste ich länger auf das Dixie-Klo. Der Geruch war bestialisch. Ein Funken und ich wäre mit Sicherheit ins Weltall geschossen. Um 7:30 Uhr ging es 10 Minuten denselben Wanderweg zurück nach oben. Danach ging es auf Treppenstufen bergab. Und dann kam ER! Henry! Tausende Stufen, Stufen, Stufen hoch! Aua, der tat weh. Klaus und Oliver quatschten und tratschten, als wäre gar kein Steigungswinkel vorhanden. Als ich als Erster oben ankam, hörte ich die Gruppe hinter mir fluchen. Das Dauergerede ging der Truppe auf den Geist. Natürlich war ich es, der Klaus einen Tipp gab. Danach wurde es merklich besser. Der dreistündige Abstieg bis zu der Shelter, an der wir Pause einlegten, war eine haarige Angelegenheit. Die Stufen nahmen ab und Matsch und Wurzeln nahmen zu. Es war beschwerlich, aber mir machte es viel Spaß. Nach der Hütte ging es an einer steilen Leiter bergab, um sodann in Treppen wieder nach oben zu gelangen. Um 13 Uhr waren wir dann wieder am "North-Egmont-Visitor-Center". Hier tranken wir etwas Warmes in der Cafeteria. Ich fragte die Bedienung, ob ich vielleicht noch einen der leckeren Kekse haben könnte, da ich sie meinen Mitwanderern anbieten wollte. Hätte ich, aber nur gegen Bezahlung. Um 14 Uhr ging es wieder heimwärts nach Wanganui in unsere "Magnolia-Motor-Lodge". Ich bekam natürlich wieder die Nr. 16. Man hatte sich bemüht den Geruch herauszubekommen. Ich wusch eine Maschine Buntes und ging mit Oliver zum New-World Supermarkt. Ich wollte einer heruntergekommenen männlichen Gestalt die Tür aufhalten, als ich die netten Worte "fuck yourself!" zu hören bekam. "You me too" war dann meine spontane Antwort. Obwohl das das Letzte war, was ich wollte. Ich kaufte ein bisschen für das Frühstück am nächsten Morgen ein und ging wieder zurück. Um 19 Uhr saßen wir wieder im "Stellar". Ich verputzte den Fish of the Day. Teriniki mit Reis, Gemüse und Koriander. Sehr lecker! Ein Stück Veggie-Pizza bekam ich noch von Carolin. Dann fuhren wir zur Lodge zurück und ich kümmerte mich um meine Schuhe und meine Wäsche. Um kurz nach 22 Uhr war ich dann im Bett.


 


Sonntag, 14. Dezember 2014


1:2 für den FC auf Schalke. Das war doch mal eine gute Nachricht zum Start. Für uns fand das Spiel ja zeitversetzt statt. Sprich, in Deutschland war noch Samstagnachmittag, während bei uns schon Sonntagmorgen war. Um 8 Uhr kamen wir weg. Ich hatte auf dem Zimmer schon gefrühstückt. Wir fuhren durch eine wieder einmal wunderschöne, grüne, hügelige Landschaft. Der Landstrich nannte sich Kakatahi. Beim Raukawa-Wasserfall gab es einen kurzen Fotostopp. An einem Hof wurden Schafe geschoren. Leider war gerade Pause. An der nächsten Station, so nennen die Neuseeländer ihre Farmen, klappte es dann. Im Akkord scherten sechs Männer die Schafe und pro Mann schob mindestens eine Frau die Wolle weg. Von hier aus ging es ohne Stopp zum Tongariro National Park. Dies war der älteste Nationalpark Neuseelands und sowohl Weltkultur-, als auch Weltnaturerbe der UNSECO. Wir besuchten kurz das Visitor-Center und fuhren dann am "Chateau Tongariro" vorbei um beim Skotel, was sich von den Worten Ski und Hotel ableitete, zu parken. Wir gingen auf sehr gut präparierten Wanderwegen. Die Landschaft war ziemlich herb, was dem Vulkangestein geschuldet war. Außerdem war es kalt und ein harter Wind blies. Am Lower Tama Lake hatte ich keine Lust mehr. Ich fühlte mich regelrecht erschöpft. Da hier unser Wendepunkt war, war dann doch wieder alles in Ordnung. Wir bogen dann zu den Taranaki Falls ab und machten dort Mittag. Nach einer weiteren Wanderstunde waren wir zurück am Skotel. Wir tranken im "Pihauga Café", welches zum "Chateau Tongariro" gehört, jeder ein warmes Getränk. Es bediente uns eine nette deutsche Urlauberin, welche sich hier ihr Geld für den weiteren Aufenthalt verdiente. Um 16:45 Uhr ging es weiter und wir fuhren in Dorf National Park. Kein Schreibfehler, das heißt so. Wir wurden in 2 Lodges verteilt. In die "Plateau Lodge" und in die "Adventure Lodge". Marina und Thorsten, das Ehepaar auf Flitterwochen, beide Oliver, Matthias und Sandra waren in der "Plateau Lodge" untergebracht. Beide Kläuse, Linda und Carolin in der "Adventure Lodge". Getrennt waren die beiden Motels durch einen Zaun, wenn überhaupt. Wir bereiteten unsere Brötchen, oder Semmeln, je nachdem woher man kam, für den Lunch am nächsten Tag vor. Ich duschte und dann war die freie Zeit auch schon wieder um, da wir um 19 Uhr in der "Schnappsbar" einen Tisch für das Abendessen reserviert hatten. Dies war ein uriger Schuppen mit ein paar netten Gimmicks. Die Schuhtüte mit Kiwimotiv statt Weihnachtsmann am Kamin, oder den Knie zusammendrückenden Mann/Frau an der jeweiligen Toilettentür. Ich wollte als Vorspeise eine Portion Nachos bestellen, sah aber rechtzeitig einen zurückgegebenen Teller mit dieser Speise. War das viel. Das selbst auf der Retoure. Da kasteite ich mich lieber mit zwei Lammhaxen, diesmal mit frisch gemachten Kartoffelpüree. Marina und ich teilten uns eine Portion Kiwi-Pavlova. Dies ist eine neuseeländische Baiser Spezialität. Ganz leicht. Mit einem Bällchen Eis und Schlagsahne. Zur Ehrenrettung lag Obst anbei. Und Marina schwärmte von der Maracujasauce. Gegen 21:45 Uhr ging in meinem Abteil das Licht aus.


 


Montag, 15. Dezember 2014


Gegen 5 Uhr wurde ich wach. Und dann merkte ich, wie es in meinem Kopf arbeitete. Ich traf dann, nach langem hin und her, die Entscheidung nicht an der heutigen Trekkingtour teilzunehmen. Ich fühlte mich erschöpft. Da heute eine schwere Wanderung anstand eine vernünftige Wahl. Carolin und ich waren um 6:20 Uhr schon im Frühstücksraum. Ich hatte ein fulled cooked breakfast. Ketchup heißt in Neuseeland "Tomatosaus" und ist immer mit Nelken gewürzt. Gewöhnungsbedürftig, aber interessant. Kurz vor 7 Uhr, nach dem Frühstück, teilte ich Klaus dann meine Entscheidung mit. Bei unseren Hauptwanderungen hatten wir mit dem Wetter ja wirklich richtig Glück. So auch heute wieder. Die Sonne lachte von einem strahlendblauen Himmel auf uns nieder. Da wollte wohl jemand etwas für entgangene Urlaubswetterfreuden gut machen. Wir fuhren zum Anfang des "Tongariro-Alpine-Crossing" im Mangatepopo Valley. Als die Gruppe losging registrierten sie erst dass ich nicht mitkam. Ich war überzeugt, dass das Bedauern echt war. Wir Kläuse fuhren zur "Mountain-Air-Base" und fragten an, ob sie einen freien Platz hätten. Vorläufig leider nicht, aber sie würden sich melden, wenn. So fuhren wir zum Visitor-Center und ich ging den "Silicar-Rapid- Trek". Klaus hatte recht, es war ein toller Weg durch Wald- und Sumpflandschaft. An den "Silicar-Rapid-Springs" machte ich ein paar Aufnahmen und dann war es nicht mehr weit bis zur Straße, wo Klaus schon um 10:40 Uhr stand. Wir tranken auf der Terrasse vom "Ferguson Café" ein Heißgetränk. Klaus hatte seinen Kaffee kaum angetrunken, da klingelte sein Telefon und ich wurde zum Flugplatz gebeten. Ein holländisches Ehepaar und ich stiegen zu Matthew dazu und dann ging es in die Höhe. Der Flug war für eine Cessna ziemlich ruhig. Wir überflogen natürlich die drei großen Vulkane Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu, sowie den Upper-Lake und dem Lower-Lake, bei dem wir gestern waren. Der Flug dauerte knapp 40 Minuten. Obwohl der "Tongariro-Alpine-Crossing" voller Menschen sein musste, sah ich niemanden. Wieder zurück fuhren wir zum Abholort der Gruppe und waren kurz vor 13 Uhr dort. Ich lag faul in der Sonne. Um 15 Uhr kam mir Sandra als Erste am Endpunkt des Trails entgegen. Keine fünf Minuten später waren alle Protagonisten wohlbehalten und glücklich zurück. Jetzt ging es in Richtung Rotorua. Klaus sagte, dass Rotorua auch "Stinky City" genannt wird. Vielleicht wegen dem permanenten Schwefelgeruch? Unser "Sudima-Hotel" war ein riesiger Kasten, direkt am See gelegen. Roto bedeutet See auf Maori. Um 18:45 Uhr gingen wir durch den Regierungspark. Ich war entzückt, wie liebevoll hier dekoriert war. Das historische Badehaus war ein tolles, riesengroßes Holzhaus. Heute beherbergte es ein Museum. Um kurz nach 19 Uhr kamen wir im "Pig & Whistle Historic-Pub" an. Wie üblich in Neuseeland orderten wir an der Bar unsere Getränke und das Essen und bezahlten auch direkt. Ich bekam ein Leg of Lamb Steak für 29,70 NZD, musste aber Sidefries für 6,70 NZD dazu buchen. Kein billiges Vergnügen. 25 Euro plus 7,2 Euro für ein Bier. Das Bier war gut, das Essen ging so. Ich bin dann noch in einen "Pak`n Safe-Supermarkt" und habe für Klaus einen Weihnachtsstrumpf, ein Raumspray und allerlei Leckereien gekauft. Gegen 22:30 Uhr war dann wieder Nachtruhe angesagt.


 


Dienstag, 16. Dezember 2014


Vor 7 Uhr war ich schon beim Frühstück. Nur Carolin war schon da und Linda kam etwas später. Der Rest trudelte nach und nach ein. Um 8 Uhr wollte der Veranstalter der "White-Island-Tour" anrufen und uns die Abholzeit mitteilen. Allerdings wurde gesagt, dass drei Meter hohe Wellen eine Fahrt unmöglich machten. Eines der tollsten Erlebnisse Neuseelands konnten wir nicht besuchen. So reifte vielleicht in manchen von uns der Plan doch noch mal wiederzukommen. Jetzt geschah etwas Unglaubliches. Wir hatten Freizeit. Wenigstens bis 13 Uhr, denn Klaus hatte für ein paar von uns eine Tour nach Hobbiton organisiert. Ich schnappte mir meine Kamera und bummelte durch Rotorua. Es war wieder wunderschönes Wetter mit einem weißblauen Himmel. Erst schlenderte ich durch die Grünanlagen, dann kam ich ins Zentrum. Die Geschäfte hatten eher Ramschniveau, aber das Gewusel in mich aufzunehmen machte trotzdem Spaß. Was das chillen aber echt vermieste, war der latente Schwefelgeruch. Matthias, Carolin, Thorsten, Marina und ich entschieden uns für den Touristentripp. Statt um 13:10 Uhr kam der Bus nach Hobbingen erst um kurz vor Halb. Der Fahrer war absolut gut und fröhlich drauf. Als wir auf einer Hoteleinfahrt aufsetzten, zeigte er direkt mit dem Finger auf mich, der ich in der ersten Reihe links, hinter ihm saß und sagte, dass wäre wegen mir. Auch sonst lachten wir viel. Ein fröhlicher Knopf eben. Ich fand es toll. Wir waren "nur" 27, die als Gruppe geführt wurden. Natürlich war alles nur Kulisse. Aber trotzdem toll. Und es war tatsächlich alles so Grün wie im Film. In der Gaststätte "Zum Grünen Drachen", bekamen wir ein Freigetränk. Dann ging es zum Infocenter, wo wir jeweils 110 NZD bezahlen mussten. Danach besuchten wir die Kreditkartentherapiezone, wie Klaus Verkaufsräume immer nett formulierte. Natürlich kaufte ich eine Karte von Mittelerde in Form Neuseelands und ein Baseballcap. Der Tonkrug aus dem "the Green Dragon" war ja schon in meinem Rucksack. Hätte ich gewusst, dass sie 25 NZD dafür haben wollten, ich hätte diesen kriminellen Akt nicht getan. Allerdings hätte ich auch niemals soviel Geld dafür bezahlt. Ein Kollege vom ersten Busfahrer war auf der Rückfahrt nicht mehr ganz so gut drauf, aber schlecht gelaunt war auch er nicht, eher müde. Um 18:30 Uhr waren wir zurück und marschierten um 19 Uhr ohne unserer Mitreisenden aus NRW, die ein traditionelles Hangi mitmachte und Oliver, der sein Ding drehen wollte, zur "Lone Star-Cafe & Bar". Mein bestellter Kiwi-Joker war ein Ribeyesteak mit einer Blue-Cheese & Vodka Sauce. Zurück auf dem Zimmer sammelte ich die restlichen Donationen für Klaus ein. Vor 23 Uhr konnte ich das Licht dann löschen.


 


Mittwoch, 17. Dezember 2014


Heute war ich sehr früh auf. Um 5:30 Uhr war ich bereits rasiert und geduscht und fotografierte das Grün angestrahlte Museumsensemble von Rotorua ab. Ganz kurz ließ sich ein rot-orangener Strich hinter den Bergen über dem See erblicken. Leider schaffte er es nicht sich durchzusetzen. Leichter Nieselregen störte aber nicht weiter. Was hatten wir bisher Glück mit dem Wetter. Außer beim "Abel-Tasman- Trek", auf dem wurden wir ja weichgespült. Um 8 Uhr ging es dann los zu unserer letzten Destination, nach Auckland. In Hamilton machten wir an einem See eine Pause. Hatte es seit Rotorua nur geregnet, wechselte das Wetter jetzt zu grauen Wolken über. Vor Auckland kamen wir, Großstadt üblich, in einen dauerhaften, zähfließenden Verkehr. Leider hatten wir jetzt auch wieder Dauerregen. Kurz vor 12 Uhr fuhren wir von dem Highway ab. Jetzt ging es über die Queen Street, der Haupteinkaufsstraße zur Custom Street. Danach fuhr Klaus mit uns über die Auckland-Harbour-Bridge hin und auch wieder zurück. Wir wurden am Hafen rausgelassen. Der kurze Spaziergang war sehr interessant. Hier lagen einige Americas-Cup-Schiffe, bzw. die Rümpfe davon. Dann ging es durch Vororte und wieder nach Auckland rein. Ein Fotostopp an einem Aussichtspunkt wurde durch das Grau in Grau nicht zum freudigen Ereignis. Um 14 Uhr waren wir im "Auckland-City-Hotel". Auf dem Zimmer sortierte ich erst einmal meine  Utensilien für die Rückreise grob vor. Zwischendurch bastelte ich an einer Rede für unseren Guide. Warum das immer an mir hängen bleibt ist mir ein Rätsel. In diesem Fall habe ich das aber gerne gemacht, da Klaus ein toller Reiseleiter und Busfahrer war. Von zwei Schrecksekunden am linken Straßenrand mal abgesehen. Was er an Wissen in seinem Kopf über Neuseeland hatte nötigte mir den höchsten Respekt ab. Gegen 16 Uhr ging ich zur Queen Street. Ich schlenderte und bummelte so vor mich hin. Irgendwann bemerkte ich jemanden direkt hinter mir. Ich fasste meine Geldbörse fester und drückte meine Kamera an mich. Es nützte nichts, ich wurde verfolgt. So blieb ich mal unverhofft stehen. In genau diesem Augenblick outete sich Oliver. Natürlich war es genau seine Absicht gewesen mich zu verunsichern und so lachten wir zwei uns kaputt. Dadurch verpasste ich den "Icebraeker-Shop" und taperte mit zum Hafen. Ich hatte viele tolle Läden besucht und noch mehr Anziehsachen anprobiert. Genau die Stücke, welche mir am Besten gefielen waren nie in meiner Konvektionsgröße "M" da. Nur im "Icebreaker-Shop", den ich auf dem Rückweg dann doch fand, wurde ich fündig. Auf dem Rückweg wurde ich von einem Regenguss erwischt, hatte aber glücklicherweise meinen Regenschirm dabei. Im Hotel trafen wir uns um 18:45 Uhr um gemeinsam zu unserem Abschiedsessen zu marschieren. Aber warum gingen wir den weitesten Weg zu einem Restaurant in diesem Urlaub ausgerechnet im Regen per Pedes? Musste Klaus Sprit sparen, weil das Hauptgericht von Wikinger bezahlt wurde? Nun ja, es war nicht kalt und einen Regenschirm hatte ich auch dabei. Wir gingen bis zum Hafen und besuchten das "Neptuns-Café & Bar". Ich bestellte mir ein Margarita-Mogtail. Sprich ohne Alkohol. Als Starter kam eine Seafood-Chowder zu mir. Später bekam ich noch einen Seafood-Salat. Die Chowder war super. Der Seafood-Salat ebenso. Mein Eisweißspiegel dürfte heute ein wenig nach oben ausgeschlagen haben. Zum Absenken nahm ich mir noch einen lauwarmen Schokokuchen mit Aprikoseneis und Schlagsahne. Da niemand mehr im Speisesaal war, bat ich darum die Musik leiser zu drehen und las meine Rede ab. "Guten Abend erst einmal! Mit hoher Wahrscheinlichkeit spreche ich mit einer Stimme, wenn ich Dir, lieber Klaus, den größten Respekt zolle. Wir zusammen wissen bestimmt nicht soviel von Deutschland, was Du uns in drei Wochen von Neuseeland vermittelt hast. Besser gesagt, versucht hast zu übermitteln. Alleine die Nebensätze füllen wahrscheinlich ein ganzes Buch. Deine Detailverliebtheit war manchmal sehr strapazierend für unsere müden Gehirne. Wenn man aber bedenkt, dass nur 15-20 Prozent im Kopf hängen bleiben, werden wir alle eine ganze Menge Wissen mit nach Hause nehmen. Dafür ein großes Dankeschön! Genauso ein großes Dankeschön können wir Dir für Deine ganze Organisation aussprechen. Für das Wetter konntest Du vielleicht nichts, obwohl ich Dir das auch noch zutraue. Aber wie Du die Routen und Touren gelegt hast, ist nicht selbstverständlich. Du warst immer ein Ansprechpartner. Vielleicht hast Du innerlich auch mal mit den Augen gerollt, wenn zum 1000nden mal die gleiche blöde Frage kam. Allerdings hast Du Dir das niemals anmerken lassen. Und dann ist da noch Dein Humor. "Häh!?" Der war ansteckend und hat Spaß gemacht. Ich führe da gerade mal einen Nebensatz ein. Genauso kann man der Gruppe ein Lob aussprechen. Wie viel zusammen gefrotzelt und gelacht wurde, ist nicht unbedingt normal gewesen. Über drei Wochen auf engstem Raum und auf den Hütten sogar auf denselben Toilettenhäuschen gewesen zu sein und dann keinen einzigen Lagerkoller ausgelebt zu haben, ist aller Ehren wert. Das habe ich schon anders erlebt. Um zum Ende zu kommen, noch eine kleine Anmerkung. So wie Du uns von Neuseeland mit Wissen und Ehrfurcht erzählt hast musst Du das Land sehr schätzen, wenn nicht gar lieben. Und so wie Du mit uns umgegangen bist, musst Du die Menschen sehr mögen. Ich für meinen Teil verneige mich vor Dir! So, das war es, ich hätte da nur noch eine kurze Frage: ist es noch weit? Vielen Dank, lieber Klaus". Dann bekam Klaus seinen Weihnachtsstrumpf. So langsam ging es ans Bezahlen und wir gingen wieder zum Hotel zurück. Da ich bei der Wahl meines Hauptgerichtes sparsam war, wurde mein Starter auch übernommen. Von wegen, wir gingen direkt zum Hotel zurück. Die Gruppendynamik verschlug uns noch in eine Bar. Hier war es so laut, dass wir wechselten und uns im "Hubbard" ein Bier genehmigten. Ich gehörte zur ersten Gruppe die dann den Heimweg antraten. Auf einer Brückenrampe fiel mir dann auf, dass meine Kladde mit den Aufzeichnungen weg war. Was für ein Schock! Sandra merkte wohl meine aufsteigende Panik und beruhigte mich, dass Oliver das Diary an sich genommen hatte. Da ich keine Ruhe hatte, ging ich  nochmals zurück. Da Sandra nur unseren Schweizer Oliver nannte und den Freiburger Olli, stellte ich mich drohend neben den Eidgenossen und wartete auf die Herausgabe meines Tagebuchs. Er wusste gar nicht wie ihm geschah. Und natürlich hatte der andere Oliver meine Notizen. Ich blieb dann noch auf ein weiteres Bier bei den zwei Olivers, Carolin und Linda. Gemeinsam gingen wir zurück. Ich holte meine Kamera um Aufnahmen vom Skytower zu machen. Dies war der Fernsehturm von Auckland und wunderbar in Grün, Rot und Weiß angestrahlt.


 


Donnerstag, 18. und Freitag, 19. Dezember 2014


Es war tatsächlich so, dass ich das erste mal in diesem Urlaub nach 24 Uhr ins Bett kam. Nämlich gegen 0:30 Uhr. Um 4:55 Uhr war ich hellwach, schaffte es aber wieder bis kurz vor 7 Uhr weiterzuschlafen. Um 7:35 Uhr war ich der Letzte im Frühstücksraum, der eine hübsche Bahnhofsatmosphäre hatte. Um 9 Uhr luden wir unser Gepäck in unseren "Asthmatikus", wie Klaus unseren Bus ab und an nannte. Bis zum Flughafentransfer hatten wir nun wieder Freizeit. Ich kaufte eine Karte für den Skytower und fuhr nach oben. Die Scheiben auf Level 51 waren ziemlich verregnet. Auf Etage 60, in 220 Metern Höhe, oder auch 722 Fuß, hatte man freie Sicht. Leider war es auch heute nicht sonnig, aber noch war man nicht in den Wolken. Im 50 Stock trank ich in der "Sky-Lounge-Café & Bar" einen superleckeren Cappuccino, wenn nicht den Besten von Neuseeland. Hier lief fast ausschließlich Weihnachts-Popmusik. Irgendwie unwirklich. Wieder unten schlawenzelte ich wieder über die Queen Street. In einer Mall aß ich um 12 Uhr eine Portion Sushi. Ich wusste gar nicht, dass Sushi auch nicht gut schmecken konnten. Wieder auf der Queen Street fand ich einen Laden, indem ich mir ein blau/blaues Hemd kaufte. Im Albert-Park traf ich Linda mit einer unserer Mädels aus der Truppe. Ich schlief auf einer Parkbank ein, ehe wir gemeinsam zum Hotel zurückgingen. Um 14:30 Uhr ging es zum letzten Mal in den Bus. Am Flughafen trennten wir uns dann von Klaus. 23,6 Kilogramm hatte ich in meiner Reisetasche. Wo ich die 7,6 Kilo Mehrgepäck zur Hinreise hergeholt hatte, blieb mir ein Rätsel. Statt um 18 Uhr wurde erst eine halbe Stunde später mit dem Boarding begonnen. Trotz späterem Boarding rollten wir relativ pünktlich vom Gate um die 2639 Kilometer bis Melbourne zurückzulegen. Eigentlich wollte ich in Ruhe den Film "Lucy" gucken. Aber eine übereifrige Stewardess unterbrach mich laufend. Nun ja, irgendwann hatte ich den Film dann geguckt. Zwischendurch dachte ich, dass dies ein Luc Besson Film sein könnte. Natürlich hatte ich Recht. Dabei hätte man aus der Story was richtig Gutes machen können. Aber unterhaltend war er auf jeden Fall. Um 21 Uhr Ortszeit waren wir in Melbourne. Gegen 22:15 Uhr war erneutes Boarding angesagt. Von hier bis Dubai lag eine Flugstrecke von 11656 Kilometern vor uns. Das bedeutete 13 Stunden und 20 Minuten in der Röhre des Airbus A380-800. Ich war ziemlich müde, hatte aber das Gefühl, dass sich der Service sehr in die Länge zog. Hunger hatte ich heute keinen gelitten. Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen hatte, möglicherweise bis zu fünf Stunden. Als ich aufstand waren immer noch 6 Stunden und 15 Minuten zu fliegen. Ich guckte mir noch den Film "Grand Piano" an. Von dem Film kannte ich nichts im Vorfeld, musste aber schmunzeln, da Eliah Wood die Hauptrolle spielte. Ein Hobbit! Nach dem Film waren es immer noch 3 Stunden bis Dubai. Jetzt zog sich die Zeit wie Gummi. Nach dem Frühstück waren es immer noch 1 Stunde und 4o Minuten Flug. Um 5:30 Uhr Dubaitime war DXB erreicht. Hier war alles überdimensioniert. Beispielhaft sei hier die "Remy Martin Louis XIII" 1,5 Liter Magnum-Flasche genannt. Sie war in einer Vitrine arrangiert und kostete "nur" 8500 USD. Remy räumt das Portemonnaie auf. Ich trank einen arabischen Kaffee und las "die Welt". Eine deutsche Zeitung. Dazu aß ich mal wieder mein Lieblingsobst: Datteln. Nach einer Weile ging ich zu Carolin und Sandra. Wir alle, bis auf den Schweizer Oliver, der war schon nach Zürich unterwegs, trafen uns um 7:30 Uhr zur endgültigen Abschiedszeremonie. Linda und Carolin flogen mit uns fast zeitgleich nach München. Um 8 Uhr wurde eingecheckt. Jetzt waren es noch mal 4848 Kilometer bis Frankfurt. Und noch mal 6,5 Stunden Flugzeit. Insgesamt waren das 22 Stunden und 20 Minuten Flugzeit bei 19143 Kilometern Flugstrecke. Beim Abflug saß ich auf der richtigen Seite und konnte meine beiden Highlights von Dubai sehen.  Das wie ein Segel aussehende "Buri al Arab", immerhin 321 Meter hoch und mit 828 Metern das höchste Gebäude der Welt, das "Buri Khalifa". Sandhäufchen von "the World" sah ich auch unter uns. Dann waren wir allerdings recht schnell über den Wolken. Nur klappte das mit dem Schlafen nicht. Dafür guckte ich mir den Film "The Grand Seduction" an. Drei Filme in 18 Stunden. Um 12 Uhr MEWZ begann mit "Supper´s ready" der Anflug auf Frankfurt. Eine knappe halbe Stunde später setzten wir dann auf. Ich landete um 12:33 Uhr mit "Firth of Fifth", ebenso von Genesis. Was für eine schöne Playlist bei Emirates. Ich erwischte den 13:25 Uhr Zug nach Köln Deutz nur, weil er fünf Minuten später am Fernbahnhof in Frankfurt ankam. Ich ergatterte noch einen Platz. Heute war Ferienbeginn und Wochenende. Eine Sitzplatzreservierung wäre aber schwer gewesen, da man ja nicht wusste, welchen Zug man erreichen würde. Ohne Stopp ging es in einer Stunde bis Köln-Deutz. Hier gab es dann die Überraschung, dass der RB24 nach Koblenz eine halbe Stunde Verspätung hatte. Auf 19 Tausend Kilometern hatte ich nicht so viel Verspätung, wie die DB es mal wieder auf wenigen Kilometern schaffte.