die Wasserfälle von Iguazu

Reisebeginn Mittwoch, Donnerstag, der 13. und 14. Dezember 2017
Die Geschichte des Fluges ist nicht wirklich spannend. Eine Erwähnung findet höchstens der Umstand, dass ich das erste Mal im Mittelgang einen Platz hatte. Aber ein Mangel war das nicht. Im Flughafen Sao Paulo hatte ich mehr als drei Stunden Zeit, ehe ich in den Flieger nach Foz de Iguazú bestieg. An einem Bankschalter wechselte man mir 50 Euro in brasilianische Real. Statt 180 Real bekam ich 140. Die nahmen hier mehr als 20 % Gebühren. Ja geht es denn noch? Ich habe sie aber alle verarscht! Ich habe heute keinen Cent ausgegeben. Der Flughafen lag im brasilianischen Teil. Hier wurde ich von einem Guide mit Namensschild in Empfang genommen. Wir überquerten die Grenze von Brasilien nach Argentinien relativ unspektakulär. Mein Hotelzimmer war noch nicht fertig und so bezog ich Wachposten am Pool. Mit größtem Respekt vor der Sonne, suchte ich mir eine Liege mit viel Schattenanteil. Gegen Mittag ging ich dann durch Puerto Iguazú, so heißt die Stadt auf argentinischer Seite. In einem Restaurant habe ich die trockensten, ungesalzesten Fritten meines Lebens bekommen. Später suchte ich den Pool auf, trank einen Mango-Margerita und sortierte dann meinen Koffer für die nächsten Tage. Um 19 Uhr fand ich an einem Markt ein Restaurant. Die Fritten zum Steak waren diesmal genießbar.

Freitag, 15. Dezember 2017
Pünktlich um 6:30 Uhr kam ich die Treppe runter und fragte an der Rezeption nach dem Frühstücksraum. Freundlich sagte man mir, dass er erst in einer Stunde öffnen wird. Oh, da begann aber doch mein heutiger Ausflug. Mein ratloses Gesicht amüsierte den Rezeptionisten. Er meinte, in Brasilien wäre es 6:30 Uhr, in Argentinien aber erst 5:30 Uhr. Obwohl ausgeschlafen, nahm ich die geschenkte Stunde gerne wieder in der Waagerechten ein. Ich hatte den Baustein „Iguazú-Wasserfälle“ bei Wikinger-Reisen gebucht. Bevor man den Garganta del Diablo erreichte, gab es eine kurze Fahrt mit einer Schmalspureisenbahn. Wir guckten uns viele Wasserfälle von oben an. Es war ein beeindruckendes Erlebnis. Ich sah das erste Mal in meinem Leben einen Kolibri in freier Wildbahn und mehrere Nasenbären, die sich über die Essensreste der Touristen hermachten. Oder gleich die ganze Tüte. Sehr zum Verzücken der Umstehenden. Außer den Besitzern der Tüte. Später am Nachmittag bestiegen wir einen Bus mit Freiluftsitzen. Wir wurden zu einer Anlegestelle gefahren, wo wir mit 27 Personen ein Schnellboot bestiegen. Jeder bekam wasserdichte Beutel, in die man seine Sachen verstauen sollte. Alle Sachen! Mit rasendem Tempo ging es über den Fluss, ehe wir an die Wasserfälle kamen. Auf meinem Platz hatte mich auf der Fahrt zweimal eine Bugwelle erwischt. Jetzt rechnete ich noch mit etwas Gischt. Aber weit gefehlt. Die Mannschaft kletterte in Gummianzüge. Da wurde mir bewusst, dass mehr kommen würde als ein paar Wasserspritzer. Der Skipper fuhr in den Wasserstrahl! Wahnsinn! Aber was für eine Gaudi. Das wurde noch zweimal wiederholt, ehe es an die Anlegerstelle zurückging. Falls es aufgefallen ist, hatte ich, bis auf das Frühstück, noch nichts gegessen. Trotzdem ließ ich mir noch bis 21 Uhr Zeit. Ich spazierte durch die Stadt Puerto Iguazú. Am Placa Sant Martin wartete ich, dass die Beleuchtung von einem hässlichen Gestell anging. Das sollte wohl einen Weihnachtsbaum nachstellen. Danach schlenderte ich über den Markt, den ich gestern schon besucht hatte. Da es später am Abend war, wuselte es hier vor Menschen. Eigentlich bot jeder Stand dasselbe an. Öl, Essig, eingelegte Oliven, Käse, Wurst und Schinken. Im La Docta konnte man sich hinsetzen und verschieden Platten mit eben den eben beschriebenen Spezereien bestellen. Hier gab es auch sehr leckeres alkoholfreies Bier, namens Quilmes zu meiner kleinen Platte mit Oliven, Käse und Salami. Ich hatte mir vom Geschmack mehr versprochen, aber die Oliven waren der Hammer. Das Interessante war eh das Gewusel und Stimmengewirr. Im Hotel wartete ich geschlagene 45 Minuten an der Bar, dass man meine Bestellung eines Milchshakes aufnahm. Nun ja, mein Trinkgeld fiel sparsam aus.

Samstag, der 16. Dezember 2017
Fast das Erste, was meinen Blick kreuzte, war eine riesengroße Cucaracha. Als ich meinen Kopf hob, verschwand sie geschwind auf Nimmerwiedersehen. Für Nichtwissende, das ist eine Küchenschabe. Um 7:40 Uhr kam der Guide mich in einer Limousine abholen. Da wir als Taxi galten, konnte er an einer Riesenschlange Einkaufstouristen vorbeifahren. Bisher habe ich mir noch keine neue Fahne in meiner Weltkarte verdient. Dies würde sich aber heute ändern. War ich zwar in Brasilien gelandet, war ich aber noch nicht wirklich auf brasilianischen Boden aufgeschlagen. Und so gab es einen Ausreisestempel aus Argentinien und einen Einreisestempel nach Brasilien. Hier war es schon beeindruckend. Dachte ich, gestern wäre es grandios gewesen, toppte der heutige Tag alles, was ich je an Wasserfällen gesehen hatte. Der unglaubliche Strom wurde aber auch durch einen ebensolchen mit Touristen begleitet. Kurz nach Mittag ging es schon wieder an den Pool. Hier stieß ich mir an einer Liege den kleinen rechten Zeh. Aber hallo, das tat mal richtig weh. Kurz vor einer Wanderreise suboptimal. Gegen frühen Abend humpelte ich zum Aussichtspunkt La Tres Fronteras. Von hier sah man auf Brasilien und Paraguay. Sollte jetzt jemand Land Drei vermissen, nun, da stand ich ja drauf. Am Fluss ging ich zurück und kam wunderbarerweise wieder am Markt vorbei. Was ein Zufall! Im Restaurant Barraca do Gaucho bekam ich gegrilltes Fleisch, namens Picanha. Bin ich in Brasilien rückfällig geworden, da ich unbedingt brasilianisches Bier trinken wollte, war es hier wieder das leckere Cerveca sin Alkohol. Was mir erst hier auffiel, ich war an allen drei Abenden, in immerhin drei verschiedenen Restaurants, der einzige Touri.

 

es geht jetzt mit Patagonien weiter