die Osterinsel und Santiago de Chile

Jetzt erwartete mich erstmal ein neues Abenteuer: Santiago de Chile. Ganz alleine. Während dem Start schüttete eine Klimaanlage ihr Kondenswasser über mir aus. Erfreulicherweise hatte ich eine kurze Hose an und das Wasser konnte am Bein entlanglaufen. Beim Landeanflug gab es heftigste Turbulenzen. Um 15:50 Uhr stand ich wieder in der Schlange zur Passkontrolle. Ich war zwar der Erste aus unserer Maschine, aber das machte nicht viel aus. Zwei Japanerinnen waren hinter mir in der Schlange. Sie stießen immer wieder an meinen Rucksack. Nach einem heftigeren Stoß drehte ich mich mit bösem Gesichtsausdruck um. Danach hielten sie gefühlt anderthalb Meter Abstand. Nach einer Stunde war ich durch, da man die Schalter öffnete, die für Einheimische vorgesehen waren. Dann ging es an das Gepäckband, um direkt wieder in einer Schlange zu stehen, bei der am Ende das Gepäck durchleuchtet wurde. Dann stand ich wieder in einer Schlange. Nämlich der zum Bus. Ich musste mich durchfragen, bis ich am richtigen stand. Für unter 2000 Pesos ging es dann um 17:30 Uhr in die City. An der Endhaltestelle stieg ich aus. Dann begann der ganz normale Wahnsinn. Man schickte mich in die U-Bahn. Der freundliche Chilene am Schalter sprach weniger Englisch als ich Spanisch. Irgendwie klappte die Verständigung, ein Ticket konnte ich auch kaufen. Ich sollte vier Stationen in Richtung soundso fahren. Perfekt, das war leicht. Nicht ganz, denn es waren nur zwei Stationen. Also fuhr ich zurück und stieg bei Santa Lucia aus. Die Station, von der ich dachte, ich wäre dort eingestiegen. Selbstverständlich lief ich erst in die falsche Richtung. Mein Handy zeigte mir aber den richtigen Weg. Immerhin hatte es noch eine Batterieleistung von 1%, als ich im Hotel Montecarlo ankam. Ich duschte und ging dann durch das Quartier direkt am Hotel. Restaurants und Bars ohne Ende. Trotzdem fuhr ich mit der Metro zur Station Tobalaba. Die Karte der Metro wurde aufgeladen. Diesmal zahlte ich nur 500 Pesos. Also hatte ich beim Kauf der Karte 1500 Pesos für diese bezahlt. Die eingeschlagene Richtung war sogar richtig. Sowohl mit der Metro, noch bei der eingeschlagenen Richtung zum Hardrock-Café-Santiago. Natürlich bin ich dahin! Diesmal habe ich dort auch Fajitas gegessen. Einen Pisco Sour gönnte ich mir heute auch. Um 21:30 Uhr war es hier schon fast dunkel. Mit der U-Bahn fuhr ich zurück. Durch zwei Tage Klimaanlage und heiß und kalt war mein Immunsystem leicht angeschlagen. Da war ich in der „Kälte“ oft mit Sandalen, kurzem Hemd und kurzer Hose unterwegs, aber nie auch nur am Rande einer Erkältung.

Samstag, der 06. Januar 2018
Um 5:15 Uhr wurde ich wach und stand auf. Eine Stunde vor der Absprache mit meinem Wecker. Ich bekam tatsächlich im Hotel einen Tee und einen Orangensaft. Kaum war ich um 6:10 Uhr fertig, kam mein Transfer-Fahrer. Zwanzig Minuten vor der Zeit. Warum er vom Rezeptionisten ein paar Geldscheine bekam, erschloss sich mir nicht. Das Hotel hatte ja ihn angerufen. Da nicht viel Verkehr war, waren wir um 6:30 Uhr am Aeropuerto. Jetzt hatte ich wahrlich Zeit. Um 9:30 Uhr ging es dann in Richtung Isla de Pascua. Der Pazifik war von Schäfchenwolken geschmückt. Nur die Osterinsel lag unter schweren dunklen Wolken. So hatte ich das aber nicht bestellt. Wir landeten auf einem sehr schnuckeligen Flughafen. Zu schnell darf man hier nicht landen. Man kommt über den Pazifik rein und auch in ihn, sollte man zu viel Speed haben. Meine Reiseleiterin begrüßte mich standesgemäß mit einem Blumenkranz. Die Südsee lässt grüßen. Warum man aber einen Transport organisiert hat, ist mir ein wenig schleierhaft. Ich rede hier mal von 100 Metern Entfernung. Ein erster Erkundungsgang durch den Ort war sehr Urlaubs-Feeling. Sogar an zwei der berühmten Statuen, den Moais, kam ich vorbei. Der Umstand, dass ich jetzt Hunger hatte, war nicht leicht zu befriedigen. Es wäre auch nicht verkehrt gewesen gekühlte Hopfenschorlen zu bekommen. Hier wurde die Uhr nämlich um zwei Stunden zurückgesetzt. In Santiago und Buenos Aires waren es schon 19 Uhr, in Deutschland 23 Uhr. Im Rapa-Rock wurde ich fündig. Chile und ganz besonders die Osterinsel, sind kein preiswertes Land. Ich trank noch an einer anderen Strandbude ein Bier und ein Wasser, ehe ich mich noch ein wenig sonnte. Im Hotel zurück baten mich Vater und Sohn aus Greven an ihren Tisch. Es gab mehrere Bierchen. Die Flaschen waren tatsächlich klein, nämlich 350 ml. Das kannte ich aus diesem Urlaub gar nicht. Gegen 22 Uhr lösten wir uns auf. Ohne Abendessen ging es ins Bett. Ich weiß gar nicht, was ich verbrochen hatte.

Sonntag, der 07. Januar 2018
Es lag wieder eine Wolkendecke über der Insel und dem Pazifik und die Luft war feucht. Regen konnte man dies Art Niederschlag noch nicht nennen. Das Leben erwachte ganz allmählich in Rapa Nui. Aber das Wort Hektik scheint es hier nicht zu geben. An der Touristeninformation stellte ich mich unter, da aus Feuchtigkeit jetzt Regen wurde. In einem Café gab es einen Café con leche, danach ging ich den Flughafen bis zum Anfang der Landebahn entlang und wartete auf die 13 Uhr Maschine aus Santiago. Klar, dass ich umsonst wartete. Aber es war ein schöner Spaziergang und gesonnt hatte ich mich auch. Ich wartete nochmals umsonst. Die Männer aus Greven wurden zu einem Ausflug pünktlich abgeholt. Ich fragte den Guide noch, ob ich auch dazugehöre. Er verneinte. Auf meiner to do Liste stand nämlich für 14:30 Uhr Abholung zu einem Halbtagesausflug zum Vulkan Rano Kao und zum verlassenen Dorf Orongo, in dem früher der Wettkampf um das Ei des Manutaras stattfand. Niemand kam mich abholen. Als ich fragen wollte, was los sei, klingelte das Telefon an der Rezeption. Man hatte mich vergessen und eigentlich sollte ich bei der Tour um 14:30 Uhr dabei sein. Um 15:40 Uhr kam der Bus mich abholen. Für mich wurde der Kraterbesuch wiederholt. Ein mystischer Platz. Dann ging es in den Nationalpark rein und wir besuchten Orongo. Ein wahrlich mystischer Platz. Der Besuch von zwei Höhlen, den Ana Kai Tanjata, rundete für die Drei den Ausflug ab. Adrian fuhr mit mir dann noch zur alten Gedenkstätte, Vinapu. Hier lagen die berühmten Moais alle herum. Sie wurden bei Aufständen nach vorne gekippt, sodass die Augen nicht mehr sehen konnten. Danach ging es ins Restaurante Hitu. Ich bestellte Ceviche. Waren sie nicht so gut wie in Punta Arenas, hat es mir immer noch ausgezeichnet geschmeckt. Das Wetter war heute sehr gemischt. Sonne und Regen wechselten sich ab.

Montag, der 08. Januar 2018
Um 10 Uhr wurde ich abgeholt. Ich wunderte mich, wieviel auf den Straßen los war. Dann dämmerte es mir. Es war Montag, ein Werktag. Unser erster Punkt war Vaihu. Hier lagen acht Moais zerstört herum. Beim nächsten Stopp Akahanja lagen wieder Moais herum. Um 1770 wurde der letzte Moai umgestoßen. Es gab also keinen einzigen stehenden Kopf mehr. Außer sie wurden wieder aufgestellt, wie z.B. in Tonjariki, wo 15 Skulpturen standen. Der höchste mit 9 Metern sah schon imposant aus. Der größte Moai auf der Insel ist 22 Meter hoch, allerdings wurde er nie benutzt, sondern stand noch im Steinbruch in Rano Raraku, den wir danach anfuhren. Kara Karas saßen im Baum und zeterten über unser Erscheinen. Auf einem Hang verteilt lagen 398 entdeckte Moais herum. Eigentlich guckten nur die Köpfe heraus, fast Dreiviertel vom Stein war vergraben. Später ging ich noch zu einem weiteren Vulkankrater. Danach gab es eine Mittagspause. Unsere Nationalpark-Tickets brauchten wir ein letztes Mal für Te Pito Kura. Hier lag der einzige Moai auf dieser Inselseite. 1770 stand er wohl noch, als der holländische Admiral
Jacob Roggeveen die Insel am Ostersonntag des 5. April 1722 entdeckt hat. Mit 10 Metern Höhe und 80 Tonnen Gewicht nicht gerade ein Leichtgewicht. Te Pito o te Henua, der Nabel der Welt, lag direkt nebenan. Vier kleine runde Steine, exakt in die Himmelsrichtungen ausgerichtet, fassten einen ca. 50 Zentimeter großen runden Stein ein. Hier sah ich auch zwei Fregattvögel. Unser letzter Halt war der Strand von Anakena. Eine Stunde Aufenthalt wurde uns zugestanden. Auch hier waren aufgerichtete Moais, aber es ging natürlich um den Strandgenuss. Ich tätigte für 1000 Pesos eine der besten Investitionen in diesem Urlaub. Dafür bekam ich eine geschälte, ca. 9 cm hohe Ananas. War die lecker und die Süße war schon fast scharf. Meinen Körper stülpte ich ein paarmal in den Pazifik. Erfrischung at it’s best! Wieder im Hotel besprachen die Nord-NRWler und ich, dass wir gemeinsam zu Abend essen wollten. Der Jüngere brachte das Moped zur Mietstation zurück und Vater und ich sollten ihn dort abholen. Vater bestand darauf, dass wir als Treffpunkt den Sportplatz ausgemacht hatten. Einem fast 80-jährigen Mann soll man nicht widersprechen. Er wurde erst vor kurzem 71, kokettierte aber mit der 80. Nun, in der Stunde Wartezeit unterhielten wir uns klasse und wir tranken auf einer Bank ein Bier. So geht Urlaub. Wir Drei fanden doch noch zusammen und fanden am Ende der Hafenmole das Restaurante La Kaleta. Ich aß super leckeren Thunfisch. Zur Happy Hour gönnten wir Drei uns jeder einen, bzw zwei, Cocktails. An der Kaimauer brachte ein Fischer seinen Fang von Bord und sezierte alles. Im Hafenbecken schwammen kleine Kugelfische und mit einem Mal tauchte eine Schildkröte auf. Ohne Anglerlatein anzuwenden war sie mindestens 80 cm groß. Im Pea-Restaurante nahmen wir noch ein Abschluss-Bier ein. Auf der Strecke zum Hotel abermals. Und nicht zu vergessen bei Antonia im Restaurante Hitu ja auch noch. Und auf der Veranda vom Hotel auch noch. Das müsste aber schon am

Dienstag, dem 09. Januar 2018
passiert sein. Ich frühstückte alleine, da die Zwei noch im Delirium lagen. Ich unternahm einen gemütlichen Gang durch den Ort Hanga Roa. Im Postamt wartete ich geduldig auf einen Stempel für meinen Reisepass. Im Flugzeug von Ushuaia nach Buenos Aires unterhielt sich Claudio mit einer älteren Dame aus Florida. Diese war ein verrücktes Huhn! Wir trafen uns hier im Artesan-Market. Sie stand 20 Zentimeter vor mir und brüllte zur Verkäuferin: “where‘s my penis?“ Ich hielt ganz schnell meine Hände vor meinen Schritt. Das Gelächter war natürlich groß. Sie hatte sich ein geschnitztes Holzstück zugelegt. In einem Café lief coole Südseemucke. Hier trank ich einen Café con leche. Ich saß auf zu Möbeln gezimmerten Paletten. Wieder ein schönes Urlaubserlebnis. Auf dem Weg zurück in das Hotel checkte ich im Flughafengebäude bis Frankfurt ein. Bei der ersten Atlantik-, als auch bei beiden Pazifiküberquerungen gab es keinen Fensterplatz. Das riecht nach Methode. Nach 150 Schritten war ich im Hotel. Just in time erschien der Transferbus und es ging zurück zum Flughafen. Als Abschiedsgeschenk bekam jeder einen kleinen Moai-Anhänger geschenkt.