Tansania - Safari über den Jahreswechsel

Samstag, den 21. Dezember 2019
Der Flug verging, lassen wir den Kalauer mal beiseite, und wir sahen kurz vor der Landung in Addis Abeba einen spektakulären Sonnenaufgang. Nach der Landung streifte die Sonne über einen Bergrücken. Jetzt hatten wir wieder eine Wartezeit zu überbrücken. Als wir zum Einchecken am Gate standen, fuhr unsere Maschine weg. Da wir in Afrika waren harrten wir der Dinge, die da kommen würden. Erst hieß es, wir würden mit dem Bus zum Flieger gebracht, dann begleitete uns aber ein Mitarbeiter an ein anderes Gate und wir bestiegen das Flugzeug. Zweieinhalb Stunden dauerte der Flug. Der Kilimandscharo Airport ist recht überschaubar. Wir ließen gegen 13:00 Uhr tansanischer Zeit die Passkontrolle über uns ergehen und warteten noch etwas auf unsere Koffer. Draußen standen unglaublich viele Menschen mit Namensschildchen und warteten auf „ihre“ Touristen. Nur unser Guide war nicht da. So hatten wir aber noch eine lustige Begegnung mit zwei anderen Schilderträgern einer anderen Agentur. Es wurde viel gelacht, wobei der Gegenstand der Belustigung die Ähnlichkeit von einem 55-jährigen Mann, aus der Nähe von Köln, zu einem in Flüssen lebendem Pferd war. Kurz darauf kamen uns zwei Mitarbeiter doch noch abholen und zusammen fuhren wir zur Mount Meru Game Lodge. Als wir eingecheckt hatten und endlich Siesta halten konnten, kam ein Gewitterschauer genau über unserem Haus nieder! Das Blechdach verschärfte eher den Ton, als irgendetwas abzumildern. Meine Liebe empfand das als sehr beruhigend. Gegen 19:00 Uhr gingen wir in den Speisesaal. Wir waren die letzten Esser. Aber es war noch reichlich da. In der Lodge fiel zwei bis drei Mal der Strom aus. Wir hatten Europa definitiv verlassen. Recht früh, ziemlich genau um 22:00 Uhr, kehrte bei uns Bettruhe ein. Man möge bedenken, dass dies 20:00 Uhr in Mitteleuropa bedeutete. Da uns aber viel Zeit beim Nachtflug „gestohlen“ wurde, hatten wir uns das verdient, erst recht, wenn man wusste, dass um 6:40 Uhr (4:40 Uhr MEZ) der Wecker klingeln würde.

 

Sonntag, den 22. Dezember 2019
Um 8:00 Uhr hatten wir bereits gefrühstückt. Es war draußen gedeckt, obwohl es frisch war, da es die ganze Nacht geregnet hatte. Kurz nach 8:00 Uhr holte uns der Fahrer von gestern ab und brachte uns zum Flughafen zurück. Was wir nicht ahnten war, dass wir heute dreimal in die Lüfte und damit auch wieder dreimal landen würden. Nicht wirklich etwas, was uns störte, da wir ja gerne fliegen. Leider war die Wartezeit im Kilimandscharo Airport mit 2 Stunden sehr lang. In Arusha mussten wir nochmals eine Stunde warten. Hier sahen wir, dass von der Gesellschaft Precision Air eine größere Maschine mit dem Heck eine Cessna Grant Caravan von Coastal-Air an einem Flügel touchierte. Passiert war zum Glück nicht viel. Da hat der Vorfeld-Ramp-Agent nicht gut aufgepasst, stand er doch vorne, anstatt das Geschehen am Heck im Auge zu behalten. Es gab noch einen Zwischenstopp in Manjara, ehe wir dann über den Ngorogoro-Krater flogen. Danach begann die Serengeti. Unsere Pilotin entschuldigte sich, dass sie nicht tief liegen konnte, das Wetter gab es nicht her. Wir flogen sogar in eine Regenfront rein. Am Air-Strip von Serengeti/Seronora holte uns unser Guide ab. Zum Glück hatte er Lunchpakete für uns dabei. Seit dem frühen Frühstück hatten wir nämlich nichts mehr gegessen. Nach dem Picknick fuhren wir auf die Pirsch. Serengeti-Topis, das sind hier typische Antilopen, viele großartige Vögel und Marabus kreuzten unseren Weg. Die Highlights waren aber Büffel, Giraffen und Elefanten. Als unser Guide an einer Impala-Herde ohne Halt vorbeifuhr, war klar, dass der Buschfunk ihn an eine andere Stelle lotste. Dass „er“ da war war klar! Dreizig bis vierzig Land Cruiser warteten hier an einem Baum. Also musste „er“ hier sein. Und dann bewegte sich der Schwanz hin und her. Etwas später flog seine Beute vom Baum runter, wahrscheinlich ein Impala. Jetzt war klar, dass der Leopard irgendwann runter hüpfen würde. Und siehe da, er tat es. Was für ein schönes Tier! Danach ging es recht zügig zum Ang‘ata-Bush-Camp. So stellten wir uns das vor. Alles sehr einfach, aber luxuriös für die Wildnis. Wir bekamen eine Einweisung, die es in sich hatte. Das Camp war nämlich nicht umzäunt. So gab es für die Dunkelheit Verhaltensregeln, die man zur eigenen Sicherheit befolgen sollte. Im Hauptzelt gab es mehrere Stromadapter-Türme, die von den technischen Geräten der Touristen voll belegt waren. Wir fanden eine freie Stelle und luden unsere Elektronic Devices auf. Genau zu dem Zeitpunkt, als wir uns am Buffet die Teller füllen wollten, begann die Crew vom Camp mit einer Tanzeinlage. Nach circa 20 Minuten durften wir dann doch noch etwas essen. Das Abendessen war sehr lecker. Da hier gegen 19:30 Uhr zu Abend gegessen wurde, war man recht früh fertig und wir waren vor 21:00 Uhr im Zelt. Dieses war recht großzügig von den Abmessungen. Der Boden war mit Dielen bereitet und über dem Dach vom Zelt, das aus Insektenschutzstoff bestand, überdeckte Zeltplane das Arrangement. Dicht war diese nicht, da es von ein paar wenigen Löchern tropfte. Eingerichtet mit einer Truhe, einem Kleiderständer und einem Couchgestell aus Eisenstäben, war alles da, was man so brauchte. Mittendrin stand ein Bettgestell, als Himmelbett diente ein Moskitonetz. Der Badezimmerbereich war vom „Wohnbereich“ abgetrennt und mit Waschbecken, eigenem WC und separater Dusche luxuriös eingerichtet. Anstatt um 22:00 Uhr hörte der Generator schon eine dreiviertel Stunde früher auf. Für uns das Zeichen ins Bett zu gehen. Der Schlaf war leicht. Stetiger Regen war zu hören. Mehrere Hyänen gaben ihren Heulton von sich. Wir hörten einen Löwen mit seiner Angebeteten kommunizieren und nicht nur das Gebrüll, sondern auch die Zweisamkeitsbekundung.

Montag, den 23. Dezember 2019
Um 9:30 Uhr ging es auf die Pirsch. Wir starteten langsam mit kleinen und großen Vögeln, sahen jede Menge Impalas und Serengeti-Topis. Unser Guide steuerte dann wieder eine Herde Jeeps an. Diese unterschieden sich hier nur geringfügig. Die meisten waren Land Cruiser von Toyota. Es gab eine Langversion mit drei Sitzreihen, unserer gehörte zur Kurzversion mit zwei Reihen. Die dominierende Farbe war Sahara-Beige, es gab aber auch grüne Wagen. Wenn man kein Aufstelldach hatte, waren die Seiten offen. Dies gab es aber nur selten und wir waren froh, uns vor Sonne und Regen zu schützen. Der Grund einer erneuten Jeep-Ansammlung waren zwei junge Löwenmännchen, die unter einem Strauch lagen. Einer würgte irgendetwas aus. Die flüssige Konsistenz und grasgrüne Farbe werden hier mal weggelassen. Danach ging es zu einem Aussichtspunkt an einem Fluss weiter, in dem ziemlich viele Flusspferde standen. Auf der Weiterfahrt sah ich drei Löwen durchs Gebüsch laufen. Unser Guide drehte widerwillig, da er sich wieder auf einer Mission uns etwas zeigen zu wollen befand, aber ich hatte recht! Wenn es auch nicht drei Löwen waren, so waren es drei Warzenschweine. Etwas weiter kamen wir dann zu einem Löwen, der leider nicht mehr im Baum saß, zu spät. Dies war wohl der Grund, warum unser Guide nicht wenden wollte. Dafür lag später eine Beute auf einem Baum, die ein Leopard dort abgelegt hatte. Nur diesmal ohne Leoparden. Ein Wagen hatte sich festgefahren. Jetzt zeigte sich, dass wir einen patenten Guide an der Seite hatten. Kurzerhand fuhr er mit dem Rammbock seines Wagens an den des anderen Fahrzeugs. Die Horde Teenager im Innern johlte, als der Wagen wieder fahrbereit war. Dann ging es zum Lunchplatz des Vortags zurück. Hier standen unglaublich viele Jeeps von allen möglichen Veranstaltern. Weiter auf Pirsch, fuhr unser Guide schnell zum nächsten Höhepunkt. Ein wunderbarer Leopard im Baum. Wunderschön, müde und faul streckte dieser alle Viere von sich. Später kamen Zebramangusten, Flusspferde und Giraffen vor unsere Linsen. Paviane und Grüne Meerkatzen gesellten sich dazu. Und dann waren wir diesmal eine der ersten zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Vier Löwen lagen im Gras. Alle vier zusammen sah man nie, weil sich immer mindestens einer im Gras versteckte. Der Chef vom Clan zeigte uns einmal mit Gebrüll, was er von der ganzen Meute Jeeps hielt, die sich dann doch noch eingefunden hatte. Dann ging er zwanzig Meter weiter und döste wieder ein. Es waren bald so viele Wagen, dass wir eingeklemmt waren und mit unserem Land Cruiser nicht wegkamen. Als wir es dann dennoch schafften, fuhren wir relativ zügig zum Zeltcamp zurück.

Dienstag, den 24. Dezember 2019
Die Sonne weckte uns und hatte eine Überraschung dabei. Ein Elefant in circa 25 Meter Entfernung schrubbelte sich an einem Baum. Die Pirsch begann relaxed und wir stoppten an vielen tollen Vögeln. Ab irgendwann machte die Serengeti ihrem Wort-Ursprung alle Ehre. Es bedeutet Weites Land. Es öffnete sich eine sanfte Hügellandschaft mit vereinzelten Akazien und einer unendlichen Graslandschaft. Hier war alles unglaublich schön Grün. Wir hatten Glück und sahen eine recht große Elefantenherde. Diesmal entdeckte meine Partnerin einen Wildhund. Auch er entpuppte sich zum Warzenschwein. Ein paar Hügel kamen in Sicht. Bei der zweiten Erhebung hatte sich ein Jeep festgefahren, doch Hilfe war schon da. Wir wären hier auch nicht so gerne ausgestiegen. Die nahe gelegenen Felsen waren gute Unterschlupfe für Löwen und Geparden. Auf dem warmen Felsen saßen bunte Agamen und sonnten sich. Nur die Männchen werden wunderschön bunt und das auch nur, wenn sie paarungsbereit sind. Etwas weiter steckte erneut ein Jeep fest. Die Wege waren durch den Regen der letzten Tage sehr aufgeweicht. Wir hielten an und unser Guide spannte am Heck des havarierten Fahrzeugs ein Abschleppseil ein und zog ihn, unter größter Anstrengung der aufheulenden Motoren, raus. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Wir steuerten einen Hügel an, auf dem Löwen schliefen. Aber unser Guide hatte es eilig. Er brachte uns zu einem Gepard. Dieser beobachtete eine Herde Grant-Gazellen, allerdings war diese durch vier Jeeps aufgeschreckt worden und die Tiere flüchteten. Tja, der Gepard mag wohl keine Touristentröme mehr, wir hatten ihm das Mittagessen verdorben. Für mich war es der erste Gepard in freier Wildbahn. Klasse! Dann fuhr unser Guide weiter in ein anderes Revier. Und tatsächlich erspähten wir eine Gepardin mit drei Jungen. Was für ein Glückstag! Und wir waren noch nicht durch. Zurück ging es zum Löwenhügel, wo wir nun eine Löwin mit mehreren Jungen sahen. Weiter ging es zum nächsten Hügel, wo ein Lionking hoch oben fotogen auf einem Felsen lag. Schöner und erhabener ging es nicht. Danach machten wir gegen 14:00 Uhr Lunch unter einem Baum, der etwas Schatten spendete. Obwohl wir die ganze Zeit im Wagen waren und das geöffnete Dach auch Schatten spendete, röteten sich die Stellen am Oberkörper, die keine Kleidung schützte. Bevor wir weiterfuhren, entdeckten wir noch drei Geparden-Brüder auf der Pirsch. Acht Geparden in freier Wildbahn an einem Tag. Das war ja wie Heiligabend. (man achte auf das heutige Datum) Auf der Rückfahrt kamen wir in ein Gebiet, dass durch einen Regenschauer völlig sein Gesicht verändert hatte. Der arme Guide von uns musste sich durch total aufgeweichte Pisten kämpfen. Dass es uns nicht langweilig wurde lag auch an den weiteren Tiersichtungen. Zwei Sekretäre, ein Löffelhund, zwei Schakale und unsere täglichen Giraffen und Elefanten waren zu sehen. Absolut erwähnenswert sind noch die circa 300 Adler auf der Piste, die sich alle zum Verzehr von Termiten eingefunden hatten. Zurück auf der Terrasse kreuzten mehrere Giraffen das Ang’ata-Zeltcamp. Bisher kamen nur Reisende wie wir zum Essen, heute gesellten sich auch mehrere Massai hinzu, welche insbesondere die Vorzüge des Internetempfangs nutzten. Glaubt es oder nicht, aber sie hatten eine weiße Massai dabei. Allerdings wurde englisch gesprochen, so 100 Prozent assimiliert war sie dann wohl nicht. Pünktlich mit Löschung des Lichts schmiss eine Zikade ihren Motor an. Von der Lautstärke her saß sie direkt an unserem Zelt. Dann begannen die Hyänen, dann Warzenschweine und Flusspferde. Es war ein aufregendes Konzert.

Mittwoch, den 25. Dezember 2019
In der Nacht wurden wir einmal wach und konnten in weiter Ferne einen Löwen hören. Was für ein Naturschauspiel! Im Zelt tat es unsere Dusche leider nicht. So mussten wir uns mit einer Katzenwäsche begnügen. Auch tat es die Toilettenspülung in der Nacht nicht, kein Generator bedeutet auch, keine Pumpe. Mit Verlaub, das erwarteten wir von einem Camp wie diesem. Bei der Abfahrt begegneten wir wieder den Giraffen und einer Gabelracke, dann kamen auch schon die ersten Zebras und Thomson-Gazellen in Sicht. Ein einzelnes Löwenmännchen suchte unter einem Baum Schatten, unmittelbar an der Piste, auf der wir fuhren. Man hätte das Kätzchen kraulen können, so nah war das Tier. Keiner von uns wollte kraulen. Schon 400 Meter weiter lagen seine sieben Weibchen. Die anschließende Diskussion mit meiner Begleitung verlief erfolglos. Auf einem Hügel gab es einen Stopp am Rastplatz Naabi Hill Gate. Von hier hatte man eine traumhafte Rundumsicht. Bunte Agamen verzauberten unsere Linsen. Ich trank einen Cider. Was ich nicht wusste ist, dass 5,5 % Alkohol durch meine Adern flossen. Da wir ja gefahren wurden, war dies nicht wirklich ein Problem. Als wir in die Ebene runterfuhren, ging es richtig los. Hyänen, Zebras, Gnus, Thomson-Gazellen, soweit das Auge reichte. Die Landschaft war flach und Grün und wunderschön, die Sicht geschätzte 70 Kilometer weit. Das Wetter war von den Temperaturen angenehm. Kein Regen, auch wenn viele Wolken am Himmel waren. Am Gate vom Serengeti-Nationalpark stoppten wir kurz, fuhren aber bald weiter, jetzt waren wir schon im Ngorongoro-Nationalpark. Auch hier wieder hunderttausende von Tieren. Zebras, Gnus, Thomson-Gazellen. Mehrere Jeeps waren, vermutlich ohne Sondergenehmigung, vom Weg abgewichen und zu einem Futterplatz gefahren wo sich viele Geier tummelten. Dann kam auch schon ein Ranger, welcher ein gutes Geschäft machte. Auch wir wurden angehalten, durften aber unbescholten passieren, da wir von der regulären Piste aus dem Schauspiel beiwohnten. Bald erreichten wir unseren Lunchplatz. Als es weiter ging, stellte sich unser Guide mitten in die Plaines zwischen Gnus, Thomson-Gazellen und Zebras. Soweit das Auge blickte. Hier blieben wir endlich einmal eine halbe Stunde stehen und beobachteten die Situation in vollkommener Stille und Ruhe. Wir merkten jetzt, dass wir seit unserem Abflug wie Getriebene waren. Als unser Guide fragte, was wir jetzt noch bis abends sehen wollten, schlugen wir die Anfahrt zur Ndutu-Safari-Lodge vor. Dort kamen wir gegen 15:00 Uhr an. Wir wuschen unsere Wäsche und bemerkten dann, als wir diese trocknen wollten, dass hinter unserem Raum ein Räucherofen qualmte. Auch diese Lodge war nicht umzäunt und es kamen Zebras und Gnus sehr, sehr nahe an die Bebauung heran. Im Hintergrund waren Grant-Gazellen zu sehen. Drei Ginsterkatzen sahen wir in der Hotellobby. Wir wehrten uns beim Gang ins Restaurant dagegen, im Eingangsbereich am Zweiertisch zu sitzen und bekamen den Zweiertisch direkt am Buffet. Hier war es okay. Ich sprach kurz mit dem Oberkellner, ob man ab Morgen Abhilfe schaffen könnte und wir vielleicht unseren Tisch an die Mauer mit Sicht in die Natur stellen würde. Kurz vorweggenommen, das klappte gut! Das Essen war lauwarm bis kalt, aber tatsächlich schmackhaft.

Donnerstag, den 26. Dezember 2019
Um 10:00 Uhr trafen wir unseren Guide am Wagen und fuhren in die Umgebung rein. Ich bekam meine tägliche Gabelracke zu sehen, heute zu zweit nebeneinander auf einem Ast sitzend. Unser Guide befuhr heute Vormittag eine einzige Schlammpiste. In der Ferne jagte ein vermeintlicher Löwe, der sich bei der Bildvergrößerung als Serval entpuppte. Eine absolut seltene Sichtung. Wieder einmal hatten sich zwei Land Cruiser auf dem Weg festgefahren und wir mussten geduldig warten, bis sie sich aus dem Schlamm befreit hatten. Wir wären danach an der Agame am Pistenrand fast vorbeigefahren. Zum Glück machte der Wagen vor uns uns darauf aufmerksam. Caroline entdeckte in der Ferne eine Löwin und drei Elefantenbullen bildeten einen Junggesellenverbund. Hier blieben wir eine Weile stehen. Das nächste Highlight war eine Gepardin mit zwei Jungen, die faul im Schatten eines Baumes im Gras dösten. Später, an einem Fluss, kam eine Herde Zebras an uns vorbei. Unmengen an Zebras. Es waren auch Gnus dabei, da sie sich gerne Zebras anhängen, aber mitnichten so viele. Dann kamen wir noch zu zwei Löwen, die auf einem Baum lagen. An derselben Stelle wie gestern machten wir unseren Lunch-Stopp. Mit gestern hatte der Platz allerdings nicht mehr viel zu tun. Der Boden war matschig und ich brachte fünf Kilo Schlamm unter meinen Schuhen mit ins Fahrzeug. Von hier fuhren wir direkt zur Lodge zurück und erreichten diese noch vor 15:00 Uhr. Wir verbrachten den Nachmittag in der Lobby.

Freitag, den 27. Dezember 2019
Statt um 9:00 Uhr fuhren wir schon 20 Minuten früher weg. Ausgeschlafen, wie man sich denken kann. Das erste Stück ging es wieder bis zum Eingang vom Nationalpark der Serengeti. Ein Land Cruiser wollte einem Wasserloch in der Straße ausweichen und bog nach rechts ab. Ein fataler Fehler. Er stand quer, blockierte jetzt Straße (Matschloch) und Ausweichstrecke. Aber es klappte wie immer afrikanisch, und auch er wurde nicht in der Wildnis alleingelassen. Wir bogen nach rechts ab und fuhren zum Ngorongoro-Krater. Erst blieb alles wie es war. Allmählich kam aber höherer Bewuchs zum Grasland dazu. Jetzt sah man auch Massai-Dörfer und Hirten mit ihren Herden. Allmählich kletterten wir in die Höhe. Giraffen standen zwischen Akazienbäumen. Es war hier so Grün, dass es bald weh tat. Am Eingang vom Krater guckten wir in die Tiefe. Es war unglaublich schön. Am Parkeingang fuhren wir runter in den Krater und sahen Büffel, sich paarende Löwen, Schakale, Gnus und Zebras. Eine Schwarzbauchtrappe, mehrere Riesentrappen und Abdimsstörche waren wundervolle Sichtungen. Die Riesentrappe hatte unser Guide quasi für mich bestellt, nachdem er am Vortag fast schon sträflich an einer solchen, ohne für ein Foto zu stoppen, vorbei gefahren war. Die größte Gruppe überhaupt waren gefühlt die Menschen im Tross der Jeeps. Gegen 14:00 Uhr legten wir eine Pause in einem Sumpfgebiet ein. Hier standen alle Geländewagen im sortierten Chaos. Hyppos lagen in einem Wasserloch und man sah sie nur selten auftauchen. Weiter auf Pirsch sahen wir wieder Elefanten und machten jetzt unsere "Big Five" voll. Erst entdeckte unser Guide ein Tier. Caroline sah weiter weg noch zwei Nashörner. Selbst ich hatte Jagdglück. Ich sah bei dem ersten Nashorn noch ein kleines Junges. Mit bloßem Auge waren die Tiere nicht zu sehen aber mit der Kamera und Teleobjektiv, waren sie zu erkennen. Jetzt ging es aus dem Krater heraus und unser Guide hatte mit dem Wagen zu kämpfen, eine beachtliche Steigung gab es mit dem Jeep zu bewältigen. Die Straße war gepflastert, ein Novum. Trotzdem wies ein Schild auf das Einlegen des Allradgang hin. Dann kamen wir in der Ngorongoro-Safari-Lodge an und bekamen ein Zimmer zugeteilt. Was für eine Aussicht! Wow, was für eine Aussicht! Wir konnten den ganzen Krater überblicken. Mit dem fest installierten Fernglas auf der Veranda der Lodge, waren sogar die zuvor gesehenen Nashörner in der Tiefe zu sehen. Auf der Veranda saßen wir in der ersten Reihe und genossen die Aussicht in den Krater. Der Sonnenuntergang nahte und es war einfach eine schöne Stimmung. In dieser Lodge hatten die Guides einen eigenen Bereich und unser Guide „durfte“ nicht mit uns essen. Er ist ein absoluter Sympath, dennoch waren wir nicht traurig, dass wir uns zwischendrin einmal allein hatten. Und dann gab es tatsächlich eine große Auswahl am Buffet, inkl. den von uns sehnsüchtig vermissten Salat. Seit dem Flieger nach Kilimanjaro Airport hatten wir keinen Salat mehr bekommen. Ich aß eine leckere Consommé mit Lammfleisch und war glücklich. Das Niveau der Speisen war das bisher Beste. Eine afrikanische Combo löste Boney M’s Weihnachts CD ab. Anfangs gefiel uns die Musik noch, nach einiger Zeit ging uns die Lautstärke und auch der Rhythmus auf den Zeiger und wir setzten uns in unser Zimmer hinter die Panoramascheibe und guckten uns die Dunkelheit an. Man konnte sogar die Milchstraße am Firmament sehen.

Samstag, den 28. Dezember 2019
Meine Liebe wollte den Sonnenaufgang erleben und ließ den Wecker um 6:15 Uhr klingeln. Aber der Krater lag unter Wolken. Egal, wir machten uns Kaffee und Tee, duschten uns und genossen einfach die Stimmung. Falls es noch nicht gesagt wurde: "was für eine schöne Aussicht!" Der geneigte Leser stelle sich eine Unmenge von Motten in der Lobby vor, multiplziere diese mit dem Faktor drei, dann hat er nur angrenzend die Menge an Motten vor Augen, die in der Lobby an den Fenstern und Wänden hing bzw. tot am Boden lag. Zwei Reinigungskräfte kehrten die Flut von Biomasse zusammen.
Wir fragten unseren Guide, ob wir schon um 9:00 Uhr losfahren könnten. Wir konnten. An einem Massai Dorf wollte sich ein Massai-Mann fotografieren lassen. Das machte ich doch gerne. Der Mann holte noch ein Stammesmitglied dazu und wollte dann um Geld handeln. Ich empfand den Wunschbetrag als zu viel und gab nur was ich für angemessen hielt und zwar einen US-Dollar. Hätte man nach Anzahl der Personen bezahlen müssen? Sicherlich nicht und so sprach unser Guide ein Machtwort, um der Diskussion mit dem Massai ein Ende zu setzen. Dann ging es wieder hinab in den Krater. Obwohl es bewölkt war gab es gutes Fotolicht. Wir sahen wieder die üblichen Verdächtigen. Zebras, Gnus, einen Elefantenbullen, Löwen, Schakale und Büffel. Es blieb zwar kein Land Rover stecken, aber die Straßen waren heute noch schlechter als gestern. Es waren Abschnitte regelrecht unterspült worden. So sah man einige Wasservögel am Straßenrand, die man sonst nicht so nah zu sehen bekam. Es zeigte sich uns eine Rotschnabelente, zwei Witwenenten und ein Hammerkopf, ein Löffler, ein Ibis und ein Nimmersatt. Zum Schluss der heutigen Pirschfahrt kamen noch Defassa-Wasserböcke in unser Sichtfeld. Zum Lunch gegen 13:15 Uhr wollten wir in die Lodge zurück. Heute sollte es ein etwas kürzerer Pirschtag werden. Unser Guide hatte danach bis zum nächsten Tag frei und wir setzten uns in die Lobby. Vom gestrigen Sonnenschein war nicht mehr viel zu sehen. Entweder regnete es, oder der Blick in den Kater war durch Wolken zunichte gemacht. Wir blieben bis zum Abendessen im Aufenthaltsraum. Vertrieben wurden wir um 19 Uhr von den vier Massai, die wieder volle Energie in ihre Musik steckten. Obwohl wir nicht viel Hunger hatten aßen wir recht ordentlich. Mich nervte die Combo jetzt gewaltig. Sie waren so dermaßen laut, dass eine Unterhaltung selbst im Speisesaal schwerfiel. Wir zogen uns auf das Zimmer zurück und guckten in die Dunkelheit. Auch hier hörte man die Musik und das Gestampfe, aber es war auszuhalten. Heute Nacht drehten drei Ranger ihre Runden im Krater. Aber was war denn das im Hintergrund? Eindeutig ein Autoscheinwerfer. Sehr mysteriös!

Sonntag, den 29. Dezember 2019
Ich war früh wach und erblickte den Übergang von der Dunkelheit in die Helligkeit. Es war ein schönes Farbenspiel. Gegen 6:15 Uhr tranken wir einen Kaffee und Tee am Panorama Fenster. Von hier hatte man eine schöne Aussicht! Ein Schauspiel boten auch die Schwalben, die in der Luft wahre Akrobaten waren. Der Tisch war ja auch reichlich gedeckt. Irgendwo mussten die besagten Motten ja hin. Um 8:00 Uhr trafen wir uns mit unserem Guide zum Frühstück, das war wohl erlaubt. Gegen 9:00 Uhr brachen wir auf und verließen diesen schönen Platz. Falls es noch nicht gesagt wurde: "was für eine schöne Aussicht!" Unser erster Stopp führte uns an das Grab– und den Gedenkstein von Bernhard und Michael Grzimek. Am Kraterrand gelegen war das nicht der schlechteste Platz für die letzte Ruhe. Nach dem Gate vom Nationalpark befuhren wir eine Asphaltstraße. Oh, welch ein Luxus! unser Guide stoppte an einer Galerie mit afrikanischem Kunsthandwerk am Straßenrand. Wir waren an den bunten Bildchen nicht wirklich interessiert. Da war die Durchfahrt der lang gezogenen Stadt Karatu schon viel mehr von Belang. „Karatu ist eine Kleinstadt an der Zufahrt zum Ngorogoro-Krater etwa 120 km nordwestlich von Arusha und hat etwa 22.000 Einwohner. Sie ist Sitz des Distrikts Karatu mit etwa 180.000 Einwohnern. Der Ort stellt das Zentrum einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region dar. Durch die ganzjährigen Niederschläge am Südrand des Ngorongoro-Krater-Massivs und die Höhenlage der Stadt bei 1534 Metern bieten sich ideale Anbaubedingungen für Kaffee, Bananen und Gemüse. Dies erkannten bereits die Behörden von Deutsch-Ostafrika, die hier gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Ansiedlung von deutschen Farmern förderten.
Karatu ist Endpunkt der asphaltierten Hauptverkehrsstraße von Arusha und letzter Stopp vor den großen Nationalparks des tansanischen Nordens. Von den Touristen hat es daher den Beinamen Safari Junction erhalten. Es gibt mehrere Hotels und Campingplätze sowie Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel und Souvenirs. Mit der Bezirkshauptstadt Arusha ist es durch mehrere Überlandbusse täglich verbunden.“ (Quelle: Wikipedia)
Wenn die meisten Hütten auch sehr ärmlich aussahen, war buntes Treiben bestimmend. Unser Guide ließ an einer Tankstelle den Reifendruck wieder füllen, da sich geringer Reifendruck nur auf den Pisten eignet. Die African Art Galleria in Manjara war dann eine andere Hausnummer, als die zuerst besuchte. Aber auch sofort erkennbar durch die dort aufgerufenen Preise. Ein, zugegebenermaßen, sehr schönes Foto in circa 13 × 18 cm mit einer Gabelracke, wurde hier für 180 Dollar angeboten. Wir entschieden uns ein neues Business auf zu machen und unsere Fotos von diesem Urlaub hier zu vermarkten. Wir tranken am angeschlossen Café Cappuccino, Kaffee Americano und eine Cola. Von den zwei Dollarscheinen Rückgeld war einer so verbraucht, dass ich auf einen neuen bestand. Man gab dann einen 2000 Schilling-Schein raus, aber zu guter Letzt erhielt ich dann doch zwei ansehnliche Dollarscheine. Auf der Weiterfahrt kamen wir in der Nähe vom Airfield in Manjara vorbei. Das ist das Flugfeld, wo wir beim Hinflug zwischenlandeten, ehe wir zur Serengeti weitergeflogen waren. Bei der Durchfahrt von Mto Wa Mbu gab es viele Marktstände an der Straße. Von manchen ging ein verführerischer Duft vom Grill direkt in unsere Nasen. „Mto Wa Mbu ist eine Kleinstadt im Great Rift Valley, am Eingang des Lake Manyara Nationalpark, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Arusha und hat knapp 20.000 Einwohner.
Der Ort war ursprünglich eine kleine Fischersiedlung am Manyarasee. Der Name bedeutet auf Swahili "Fluss der Moskitos" und beschreibt somit den Wasserreichtum mit den dadurch bedingten je nach Saison stark auftretenden Moskitos. Mit der Gründung des Nationalparks begann die Entstehung eines Marktfleckens. Der täglich abgehaltene Markt versorgt die Bevölkerung eines weiten Umlandes. Die inzwischen asphaltierte Hauptverkehrsstraße von Arusha nach Karatu und weiter zum Ngorongoro-Krater und in die Serengeti verläuft durch den Ort, was dazu führt, dass alle Touristen ihn auf ihren Safaris passierten. Es haben sich daher zahlreiche Hotels aller Preisklassen, mehrere Campingplätze und Souvenirshops angesiedelt, die inzwischen die wichtigsten Arbeitgeber sind. Es existieren mehrfach täglich Busverbindungen nach Arusha.“ (Quelle: Wikipedia)
Nach Mto Wa Mbu begann wieder Massai-Land. Wir fuhren bis Minjingu und bogen vom Asphalt auf Piste ein. Am Eingang vom Tarangire-Nationalpark legten wir einen Stopp ein, damit unser Guide uns anmelden konnte. Wir kletterten ein Eisengestell circa 50 Stufen in die Höhe. Von hier hatte man eine schöne Aussicht. Nur wilde Tiere sah man nicht. Da die Pisten aus Sand bestanden fuhren wir etwas ruhiger als die Tage zuvor. Allerdings hatte es auch hier geregnet, denn unser Guide musste zweimal einen anderen Weg suchen, da er an einem Fluss nicht weiterkam. Ein Rotschnabeltoko hielt leider nicht still. So gab es heute kein Foto von der fliegenden Paprika. Wir hielten an einer sehr großen Elefantenherde und erfreuten uns an dem Kindergarten und dem Spiel der jungen Elefanten. Wir fuhren danach auf schnellstem Wege zu einer Picknick-Area. Als wir unsere Lunchpause hinter uns hatten, fuhren wir ein paar Meter weiter, um uns Ellipsenwasserböcke aus nächster Nähe anzugucken. Diese hier hatten die Zielscheibe auf dem Hintern, was gestern bei den Defassa-Wasserböcken nicht der Fall war. Ab jetzt ging es ohne Halt bis zu unserem Zeltcamp. Das Corfield‘s-Camp lag wirklich in der Wildnis. Absolute Ruhe und Einsamkeit garantiert. Dass es hier keinen Zaun gab, muss wohl nicht erwähnt werden. Wir bezogen nach der Einweisung, die schon zur Routine wurde, unser großzügiges Zelt. Nach einer Siesta duschten wir. Ich ließ es mir nicht nehmen, die Außendusche zu benutzen. Wir setzten uns danach in das Bar-Zelt und genossen die untergehende Sonne und die einsetzenden Geräusche der Nacht. Um 19:30 Uhr trafen wir uns mit unserem Guide zum Abendessen im Restaurant-Zelt. Es gab zwei kleinere Tische, an denen jeweils zwei Touristen mit einem Guide saßen, nämlich ein italienisches Paar mit ihrem Guide und wir mit unserem. Dann gab es noch einen größeren Tisch, aber ohne Kundschaft. Es gab eine Tomaten-Karotten Suppe, bei der man die beiden Zutaten herausschmecken konnte. Dann gab es Salat mit Avocado, Gurken und Tomaten und als Hauptgang geschnetzeltes Rindfleisch in einer leckeren Ingwersoße mit Reis und Gemüse. Der Nachtisch bestand aus einer halben Birne mit selbst gemachter Karamellsauce. Uns schmeckte es sehr gut. Gegen 21:00 Uhr waren wir im Zelt. Wir entschieden uns dazu die Seitenwände nicht zu verdunkeln, hatten das Insektenschutzgitter aber geschlossen.

Montag, den 30. Dezember 2019
Ich schlief bis 5:45 Uhr durch. Langsam wurde es hell. Die beste Reisebegleiterin der Welt hörte in der Nacht zweimal schimpfende Elefanten und auch Löwengebrüll. Um 8:00 Uhr trafen wir drei uns zum Frühstück. Danach begann der Programmpunkt „Entspannen in der Lodge“. Eine große Elefantenherde näherte sich auf 50 Meter von rechts an das Camp. Von links kam eine Kleinfamilie bis auf 25 Meter an das Bar- und auch Schlaf-Zelt. Es war wohltuend für die Seele.  Dem Treiben durften wir bis kurz vor dem Mittagessen zugucken. Es gab weiche, leckere Frikadellen mit selbst gemachten Pommes Frittes. Nach dem Essen machten wir da weiter, wo wir vorher aufgehört hatten. Tiere waren nicht mehr viele zu sehen, bis auf ein Warzenschwein und drei Strauße. Wir setzten uns ans Lagerfeuer. Es wurde selbstgemachtes Popcorn gereicht. Als es langsam dämmerte, sahen wir in den weit entfernten Bergen Gewitter und sich endladende Blitze in den am Berghang angestauten Wolken. Wie durch einen Diffuser. Ein tolles Schauspiel. Die Venus war mit dem zunehmenden Mond das erste Gestirn am Himmel. Heute waren wir die einzigen Gäste im Camp. Um 19:45 Uhr trafen wir uns zum Dinner. Es war super lecker. Was die Camp Mitarbeiter hier essenstechnisch zauberten war echt toll. Während des Abendessens hörten wir aufgeregte Elefanten, die sich aber auch wieder schnell beruhigten. Auf dem Weg zum Zelt blitzten im Hintergrund viele leuchtende Punkte durch unsere Taschenlampen auf. Es war die Reflektion der Augen einer Herde Impalas.

Dienstag, den 31. Dezember 2019
Was für eine aufregende Nacht! Es begann mit einer Herde Elefanten, die unmittelbar um unser Zelt herum graste und in einer Geheimsprache raunte. Zum Abschied pinkelte der wachhabende Bulle direkt vor unser Zelt. Was wollte er uns nur sagen? Später trompetete ein Bulle aus der Elefantenherde, um womöglich einen Angriff auf die Baby's zu verhindern. Ein Löwe vertrieb die Herde dann und blieb zwischen Bar-Zelt und unserem Schlaf-Zelt, bis zum Morgengrauen liegen, nicht ohne sich zwischendurch lautstark bemerkbar zu machen. Wenigstens weiß man dann in etwa wo er gerade ist und ob er noch da liegt, wo er eben noch lag. Ist irgendwie beruhigend! An der anderen Seite des Zeltes legte sich dann noch ein zweiter Löwe hin. Total spannend! Dass die Löwen um 6:15 Uhr nicht mehr in der Nähe waren, bewies eine Herde Impalas, die friedlich vor unserem Zelt das Gras abzupfte, und das in absoluter Stille. Die erwachsenen Mädels waren sehr wachsam, hatten sie doch eine große Schar Jungtiere dabei. Der einzige Bock der Herde guckte einmal neugierig in unser Zelt herein. Sie blieben recht lange hier, nur die Menschen vom Camp schreckten sie langsam durch ihre Vorbereitungsarbeiten, für warme Duschen usw. auf. Drei Hornraben flogen majestätisch vorbei. Strauße waren es wohl, die vorher ganz tiefe Töne erzeugt hatten, wie durch große Tonnen. Ich ging vor dem Frühstück schon im Camp auf Foto-Pirsch. Die Ausbeute war gering, aber es lag eine schöne Stimmung, mit vielen tollen Geräuschen in der Luft. Ein Rotschnabeltoko zeigte sich. Auch ein Vogel den man selten sieht. Eine größere Gruppe Hornraben flog, leider weit weg, einmal hin, einmal her, am Himmel vorbei. Ein toller Anblick. Und dann hatten wir wieder frei. Im Bar-Zelt saßen wir angenehm im Schatten und es ging ein kühlender Wind. Auch das Mittagessen war lecker. Danach war wieder relaxen angesagt. Ich ging wieder auf die Pirsch. Am äußersten Rand vom Camp stand ein 7 X 7 Meter großes, viereckiges Eisengestell, dass mit einer spitz nach obenstehenden Zeltplane überdacht war. Das war die Basis aller sechs Zelte, die auf Gäste warteten. An die Stangen werden dann die Seitenwände befestigt und noch ein Stoffdach eingehängt. Die Unterfolie wurde direkt auf den Boden gelegt. Schräg stehende Moskitonetze sorgten für eine Belüftung und gaben Schatten ab. Das Bad ist ein eigenes Modul und wurde am hinteren Teil eingehangen. Von der Innendusche gab es noch einen Anbau, das war die Außendusche. Gegen 16:00 Uhr kam ein britisches Paar angefahren, später noch vier Schweizer. Am Lagerfeuer setzten sich die Schweizer auch zu uns. Alles war friedlich. Plötzlich standen zwei halbstarke Elefantenbullen recht nah an unserem Zelt und die Engländer, die von uns aus im hintersten Zelt untergebracht waren, konnten nicht zum Essenszelt gelangen. Dann kamen die zwei Elefanten in Richtung Lagerfeuer. Jetzt wurde es schon brenzliger. Der Manager vom Camp, versuchte die Tiere mit dem flackernden Licht einer Taschenlampe zu vertreiben. Das klappte nur langsam, aber die Elefanten traten den Rückzug an. Dann gab es Abendessen.

Mittwoch, den 01. Januar 2020
Tatsächlich, wir hatten Silvester bewusst verschlafen, denn es war uns völlig egal. Ich wachte pünktlich gegen 6:00 Uhr auf. Der Übergang in den Tag war wunderschön. Nach 6:30 Uhr kam die Sonne auch heute wieder zum Vorschein. Sie hatte direkt Kraft. Tiere zeigten sich nicht vor unserem Zelt. Bis auf den Insektenschutz und zwei Seitenteilen, hatten wir wieder offen geschlafen. Ein gefundenes Fressen sozusagen. Während ich mich wieder kalt in der Außendusche abbrauste, wartete mein Spatz auf warmes Duschwasser, dass für 7:30 Uhr bestellt war. Ein Wasserbottich hing an einem Dreibein in circa 3 Meter Höhe. War das warme Wasser fertig, ließ ein Angestellter den Behälter runter, füllte warmes Wasser hinein und zog die Konstruktion wieder in die Ausgangsposition zurück. Wir fragten den Engländer später, ob sie in der Nacht wilde Tiere am Zelt gehabt hätten. Seine Antwort war so wunderbar British. Er war sich sicher, dass neben ihrem Zelt ein Löwe raunzte. Dann sah er sich um und merkte, dass seine Frau schnarchte. Um 9:00 Uhr begann unsere letzte Pirschfahrt. Das Gepäck hatten wir schon dabei. Die Ausbeute an Tieren war nicht sehr üppig, aber absolut ausreichend. Viele Vögel kamen in Sicht. Maine tolle Begleitung wollte schon keine Gabelracke mehr sehen. Das war zwar Spaß, zeigte aber wie viele Gabelracken wir in diesem Urlaub gesehen hatten. Grüne Meerkatzen, Paviane, Wasserböcke, Elefanten, Warzenschweine, Impalas und Zebramangusten wurden abgelichtet. Eine ganz besondere Spezies hatten wir noch nicht zu Gesicht bekommen, dafür wurde ich heute ein Opfer dieser fiesen Insekten. Tse-Tse-Fliegen. Pferdebremsen auf afrikanisch. Sie sehen wirklich so wie die deutschen Namensvettern aus, mit dem Unterschied, dass sie etwas größer scheinen und schon bei der Landung auf der Haut das Beißwerkzeug ausgefahren hatten. Um 11:30 Uhr waren wir am Parkausgang. Damit war die Safari abgeschlossen. Wir durchquerten mehrere kleine Ortschaften. Das ganze Leben spielte sich an den Straßenrändern ab. Es gab eine Vielfalt von Kulturen. Massai, Moslems, Katholiken. Alle unterschiedlich angezogen, aber alle bunt. Am Anfang von Arusha war alles noch viel wuseliger und bunter, für uns sehr aufregend! Wir fuhren um die Stadt herum und gegen 15 Uhr waren wir in der Arumeru River Lodge. Dann kam die Überraschung! Unser Guide verabschiedete sich von uns. Das kam jetzt abrupt. Wir waren noch gar nicht vorbereitet. Ab jetzt waren wir auf uns alleine gestellt. Wir bezogen unser Zimmer. Dieses war in einem Doppelhaus untergebracht. In der Lobby kamen wir dann mit Frank ins Gespräch. Es war kurzweilig, da er ein Allrad-Wohnmobil sein Eigen nannte und wir uns angeregt über Abenteuer in der Welt austauschten. Wir verabredeten uns zum Abendessen. Ein Mitarbeiter von Affromax kam uns besuchen. Er ist wohl das Zwischenglied zwischen der Geschäftsführung und den Fahrern. Wir hatten ein konstruktives Gespräch und damit bekam die Reise einen Abschluss. Als wir auf die Stube zurückgingen, machten wir uns frisch und relaxten noch etwas. Eine Grüne Meerkatze sprang auf unser Dach, machte einen fürchterlichen Lärm und hüpfte dann in einen Baum. Ein Vogel sang wunderschön, einer Nachtigall gleich. Unser Ventilator machte nicht so wohlklingende Geräusche, er klapperte wie Kokosnussschalen, die man zusammenschlägt, um eine Kutsche im Film zu synchronisieren. Kaum vorstellbar, dass wir ihn über Nacht laufen ließen. Kurz vor unserem Abendessen bestellten wir zwei Single-Shot Gin, eine lokale Marke und einen Gordon‘s, zum Vergleich. Um 19:30 Uhr fanden wir uns zum Essen ein. Frank brachte Christine mit und wir hatten einen netten, lustigen Abend. Wir versuchten den Flaschenpreis eines tanzanischen Weins runter zu handeln, aber man ließ sich nicht darauf ein. Ein junger Kellner brachte uns später dann die Rechnung. Vier Gin standen zu Buche, à 4 Dollar. Er hatte uns aber extra bei der Bestellung gefragt, ob wir Single- oder Double-Shots wollten. Wir wollten Single und hatten Single erhalten. Die Diskussion hatte er verloren, da dann auch der Manager dazu gerufen wurde. Der Kellner blieb bei seiner Haltung, er hätte uns einen doppelten Shot gebracht. Er konnte sein Gesicht nicht verlieren und wir unser Geld nicht, beziehungsweise wir wollten nur das bezahlen, was wir auch bestellt hatten. Davon abgesehen wurde der Inhaltstest mit einem Messbecher nachgestellt und auch das zeigte, dass wir definitiv einen einfachen Gin bekommen hatten. Es war eine unglückliche Haltung des Hotels. Der Manager hätte auch gelassener reagieren müssen. Heute feierten wir Silvester nach. So ungefähr wenigstens, denn um 23:00 Uhr waren wir noch wach, aber bald darauf war dann Ende im Schacht.

das ist der Kilimajaro, höchster Berg Afrikas

Donnerstag, den 02. Januar 2020
Ich war um 6:00 Uhr wach. Logisch! Ich ging auf ein Panoramahochgerüst im Hotelgarten und sah tatsächlich um 7:00 Uhr den Kilimandscharo ohne Wolken. Die Chefin von Affromax, bekam mal wieder einen „netten“ Brief. Unsere Bettwäsche war unten schwarz! Caroline bemerkte das aber erst, als sie von einem Tier gestochen wurde und diesem nachstellte. Sie drehte die Bettwäsche um und sah die Bescherung. Auf warmes Wasser musste man gute 3 bis 4 Minuten warten. Mit Wassersparen hatte das nicht viel zu tun. Die Dusche lief nicht richtig ab und für Trinkwasser musste man hier zahlen. Dann noch die Gin-Geschichte, da hatte sich so einiges angesammelt. Gegen 9:00 Uhr trafen wir Christine und Frank wieder. Wir quatschten noch miteinander, ehe die zwei um 10 Uhr abgeholt wurden, um nach Sansibar zu fliegen. Nach dem Frühstück gingen wir an den Pool und begannen mit der Erholung. Die Sonne knallte und sogar ich suchte Schatten. Das will was heißen. Wir dümpelten mal im Pool, mal auf der Liege herum und sonnten uns tatsächlich nur sporadisch. Als wir auf dem Zimmer zurück waren, machten wir uns Wasser heiß. In die Tassen wollten wir Kaffee und Tee füllen. Eine Tasse war so verschmutzt, dass ich zur Rezeption ging, um eine neue zu bekommen. Man fragte nach der Zimmernummer und wurde bei meiner Nummer hellhörig. Eine Mitarbeiterin nahm ihr Handy, wählte eine Nummer und verband mich mit Frau Schröder. Wir klärten alles soweit. Trinkwasser sollte kein Problem mehr darstellen. Die Managerin vom Hotel wollte dann auch noch mit mir sprechen. Sie entschuldigte sich so oft, dass ich irgendwann nur meinte, wenn Sie noch einmal "Apologize" sagt, würde ich es ihr nicht mehr glauben. Später saßen wir frisch geduscht in der Lobby. Zwischendurch ging es abermals aufs Zimmer, nachdem wir uns noch mal den freistehenden Kilimandscharo angeguckt hatten. Ein absolut beeindruckendes Erlebnis. Um 19:30 Uhr aßen wir zu Abend. Es klappte alles hervorragend. Allerdings hatten wir auch einen anderen Kellner, der etwas pfiffiger war. The Germans hatten sich anscheinend Respekt erarbeitet.

Freitag, den 03. Januar 2020
Dieser Tag ist recht schnell erzählt. Unterscheidungen zu Gestern waren minimal. Nach dem Frühstück legten wir uns an den Pool, aber in den Schatten unter einem Sonnenschirm. Unterbrochen wurde der Tag von einer Lunchpause. Ich gönnte mir einen Cheeseburger mit Fritten. Dann trennten wir uns. Caroline blieb in der Lobby und las etwas, ich legte mich wieder an den Pool. Dann relaxten wir im Zimmer. Wir hörten Gewitterdonner und es fing zu regnen an. Grüne Meerkatzen machten in den Bäumen und auf unserem Dach Radau, aber alles beruhigte sich wieder. Bevor wir von der Lobby aufstanden brachte man uns eine Menu-Karte, die sehr klein gehalten war. Ich bekam mein Steak zum Abschluss nicht, da es heute nicht auf der Karte stand, war mit dem Hühnchengericht aber genauso zufrieden wie Caroline. Das war es dann soweit von einer schönen, ereignisreichen Urlaubsreise in einem wunderschönen Land.

ein kurzes Fazit:
Tansania ist ein Entwicklungsland und meilenweit von den westlichen Standards weg. Dafür nehmen sie es aber mit vollen Händen von den Touristen! Einen preiswerten Urlaub kann man hier nicht machen. Wir hatten auch den Eindruck, hier ist alles durchorganisiert. Egal wen wir trafen, man machte erst Safari, dann flog man nach Sansibar. Da waren wir eine absolute Ausnahme. Die Toyota Land Cruiser, mit denen die Touristen herumgefahren werden, sind alle mehr oder weniger gleich aussehend. Die Wagen treffen sich alle an den vermeintlichen Hotspots Löwe, Gepard und Leopard im Baum wieder.
Wir haben Tansania als wunderschönes, sehr grünes Land erlebt. Ein wenig mehr Informationen und Erläuterungen wären schön gewesen. Stopps, um in das Gewusel der Städte oder Dörfer einzutauchen waren nicht vorgesehen. Massai-Dörfer durften wir aus der Ferne fotografieren, ansonsten hatte unser Guide wohl etwas dagegen, wenn man Menschen beobachten/fotografieren wollte. Hier ging es schlicht und einfach um Safari, Safari, Safari. Natürlich haben wir das auch genauso gebucht. Die Tierwelt war in der Serengeti unglaublich üppig. Die Big Five haben wir gesehen. Ein Löwen-Rudeloberhaupt sahen wir unwirklich schön auf einem großen Felsen hoch oben liegen. Als wir mal mitten in der Migration zwischen Thomson-Gazellen, Zebras und Gnus standen, zogen wir die ganze Natur in uns ein. Da kamen wir das erste Mal richtig runter.
Kulinarisch ist das Land nicht im Gourmetbereich angesiedelt, aber lecker war es allemal. Fast immer gab es eine Suppe vorab. Die angekündigten Zutaten waren selten herauszuschmecken. Die Hauptspeisen waren fast immer geschnetzeltes Fleisch, dazu gab es Reis und/oder Kartoffelpüree. Salat gab es in der ersten Woche gar nicht, in der zweiten jeden Tag. Ob es Zufall war, dass das nach einem Einwand von uns geschah, sei in den Raum gestellt. Die Unterkünfte sind ihr Geld nicht wert. Durchgehend! Bis vielleicht auf die Ngorongoro Safari Lodge. Unbestreitbar lagen sie alle großartig. Die zwei Zelt-Camps Ang’ata und Corfield’s waren natürlich durch ihren Platz in den Parks extraordinäre! Die Ndutu Lodge war auch in die Natur eingebettet. Am Kraterrand thronte die Ngorongoro Safari Lodge. Was für eine Aussicht.

Kleine Sprachkunde
Willkommen = Karibu
Hallo = Tschambo
Hallo auf Suhaheli = Mambo, Antwort: Por
Bitte = Karibu
Danke = Asante
Gute Nacht = Osi kumema
Schlaf gut = lala sa lama
wir sehen uns = kesho
Prost (langes Leben) = maisha marefu